Welchen Effekt hat die Eheschließung auf die Hausarbeit zusammenlebender Paare? Erwerbsarbeit als Einflussfaktor


Hausarbeit, 2016

14 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

3. Methode

4. Ergebnisse

5. Fazit:

6. Anhang:

7. Literaturverzeichnis:

Einleitung

Die folgende Seminararbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern die Ehe die Hausarbeitszeit verändert und ob die Erwerbsarbeit ein Einflussfaktor ist und wie weit sich dieser bei Mann und Frau auswirkt.

Wissenschaftliche Arbeiten und Artikel zeigen, dass sich trotz des Anstiegs der Erwerbstätigkeit von Frauen, die Aufteilung im Haushalt zwischen Mann und Frau nicht sonderlich geändert hat. Seit den 90ern sank die Vollzeit der Hausarbeit der Frauen und die der Männer nahm zu. Somit kommen sich die Geschlechter in der Zeitaufwendung näher. Und nichtsdestotrotz verbringen Frauen, obwohl sie Vollzeit beschäftigt sind, immer noch mehr Zeit mit der Hausarbeit als die Männer (vgl. (Silke Anger:2009). Woran das liegen könnte wird in der folgenden Seminararbeit erarbeitet.

Alle folgenden Ergebnisse und Berechnungen wurden mit dem Programm Stata erarbeitet und analysiert. Diese Hausarbeit soll einen vereinfachten Blick auf die Herangehensweise bieten, diese wird in verschiedenen Schritten aufgezeigt.

Im ersten Teil der Hausarbeit gehe ich zunächst auf den theoretischen Rahmen ein in dem wir uns bewegen, auf die wissenschaftlichen Artikel und deren Ergebnisse. Im zweiten Teil spreche ich von der Herangehensweise an die Fragestellung und der Analyse mit Hilfe von Stata. Diese Statistik-Software soll helfen mögliche Antworten und Zusammenhänge zu finden.

Welche Faktoren spielen eine Rolle, welche Variablen helfen uns, die Fragestellung Schritt für Schritt aufzubrechen und zu analysieren. Meine Ergebnisse werde ich in Tabellen darstellen und in einzelnen Abschnitten darauf verweisen. Der letzte Abschnitt widmet sich meinem Fazit. Hierbei gehe ich auf mögliche Gründe meiner Ergebnisse ein und vergleiche diese mit den Ergebnissen anderer Studien, um mögliche Differenzen oder Gemeinsamkeiten zu finden und zu erläutern.

2. Theoretischer Rahmen

In vielen Theorien und wissenschaftlichen Artikeln wird versucht zu erläutern, wie sich die Hausarbeit bei Mann und Frau verteilt und vor allen warum diese Verteilung oft ungerecht ist.

Die ökonomische Abhängigkeitstheorie z.B. spricht davon, dass eine Langfristigkeit eine Spezialisierung erlaubt. Diese Theorie sieht die Geschlechterkluft in der Hausarbeit als eine Folge bzw. Konsequenz der ökonomischen Abhängigkeit der Frauen von den Männern. Warum die Abhängigkeit der Frauen? Das Einkommen der Ehefrauen ist normalerweise geringer als das des Mannes (vgl. Gupta: 2007). Daraus ergibt sich dann, laut dieser Theorie, dass derjenige, der mehr verdient, sich mehr Recht herausnehmen und sich im Haushalt ohne weiteres zurückhalten kann. Diese Abhängigkeit zeigt sich dadurch, dass die Frau zum Ausgleich dafür, dass sie Zugang zu finanziellen Hilfsmittel hat, die Hausarbeit stärker übernimmt. So ähnlich behandelt es auch die Tauschtheorie bzw. die Theorie des sozialen Tausches. Nach Dr. Klaus R. Schroeter besteht der Sinn des Tausches darin etwas zu geben um dafür dann etwas zu bekommen. Somit ist der Tausch eine Handlung und somit wichtig für die Gesellschaft, da das Soziale darin enthalten ist. Meist geht diese Theorie über den ökonomischen Faktor hinaus, doch in dieser Arbeit beschränken wir uns auf den wirtschaftlichen Aspekt des Tausches (Schroeter: 2008).

Auch P. M. Blau führte eine Theorie ein, in der es um Austausch sozialer Gewinne geht. Er spricht davon, dass die soziale Gemeinschaft aus verschiedenen Gründen lohnend sein kann, so gefällt es zum Beispiel vielen Menschen, wenn sie helfen können und so haben beide Seiten etwas davon. Generell sind Menschen dankbar für Gefallen und zahlen meist ihre sozialen Schulden gerne zurück. Das Zurückzahlen und die Dankbarkeit sind beides soziale Gewinne für denjenigen, der den Gefallen geliefert hat. (Blau: 1964).

Im Bezug auf die Ehe und die Zeit, die man für die Hausarbeit aufbringt, kann man diese Theorie wie folgt anwenden. Die Ehe und das Zusammenleben geben eine Stabilisierung, die jedoch nicht nur kurzfristig ist, wie andere Tauschprozesse, sondern etwas langfristiges. Es findet ein Austausch von Belohnungen statt, wer aber von dem Partner bzw. Interaktionspartner viel verlangt, der muss auch bereit sein viel zu geben. Zusätzlich führt das Streben nach Gewinn, also dass die Belohnungen die Kosten übersteigen, zu einer Ungerechtigkeit und diese bringt die Stabilität der Austauschprozesse ins wanken. Man arrangiert sich also, so auch bei der Haushaltsaufteilung. Wie bei der ökonomischen Theorie geht es hier darum, wer mehr gibt, darf auch mehr einfordern. Sprich verdient der Mann mehr als die Frau, bringt also mehr in die finanzielle Unterstützung des Haushaltes ein, so zahlt die Frau ihre sozialen Schulden in Form von Hausarbeitstätigkeiten zurück. Komplett anders sieht es die Theorie der Geschlechter. Doing Sender bzw. der Gender Disyplay, um nur eine vieler Theorien zu nennen, geht nicht von einem symmetrischen Tausch bzw. einer Spezialisierung aus, sondern erklärt die Geschlechterkluft nur anhand des Geschlechtes und den Faktoren, die es formen und hervorbringen. Doing Gender z.B. sieht das Geschlecht nicht als Merkmal an, sondern als Prozess und soziale Konstruktion. Es wird als Reflex auf die Natur aufgefasst und ist nicht natürlich gegeben, sondern schlichtweg das Ergebnis sozialer Prozesse. Soziologische Interaktionstheorien spielen hierbei stark mit rein, denn Interaktionen basieren auf Einstufungen bzw. Kategorisierungen. So wird auch das Geschlecht als Kategorie angesehen, in die wir unser Gegenüber einordnen. (Regine Gildemeister: 2008). Das Geschlecht wird durch Verhaltensweisen und Routinen, tägliche Dinge wie z.B. die Hausarbeit gezeigt. Im Bezug auf diese Seminararbeit und die Fragestellung findet sich das Argument, dass die Menschen die Hausarbeit benutzen, um ihre Geschlechter Identität angesichts der geschlechtsuntypischen wirtschaftlichen Umstände zu bestätigen. (Gupta:2007). Hierbei spielt das Einkommen zwar eine Rolle, aber eine andere als bei den oben genannten Theorien. Bei der ökonomischen Theorie und die Theorie des Tausches geht es bei dem Einkommen darum, dass der, der mehr verdient mehr Rechte hat, mehr verlangen und weniger geben darf. Bei doing gender wird davon ausgegangen, dass die Frau, falls sie mehr verdient, mehr im Haushalt macht, um dieses untypische Bild gerade zu rücken und wieder in ihre Geschlechterrolle zu finden, in der die Frau für den Haushalt komplett zuständig ist. Zusammenfassend lässt sich hier sagen, dass die aufgezeigten Theorien mögliche Erklärungen auf die Frage bringen können, ob und warum sich Mann und Frau in ihren Zeiten für die Hausarbeit zu unterscheiden. Dabei wurde klar, dass das Einkommen und das Geschlecht die ausschlaggebenden Variablen sein können. Nun geht es darum dies zu widerlegen zu bestätigen. gegebenenfalls zu erklären und eventuell neue, bisher unbekannte Variablen aufzuzeigen.

3. Methode

Da der theoretische Rahmen, in dem wir uns befinden, nun geklärt ist, handelt der folgende Abschnitt von der praktischen Vorgehensweise , um an die Fragestellung heranzugehen. In diesem Abschnitt der Seminararbeit werde ich aufzeigen, wie ich das Programm Stata benutzt habe, um die Frage, ob sich die Zeitaufwendung im Haushalt nach der Eheschließung ändert und woran das liegen kann, rechnerisch und analytisch zu beantworten.

Meine, für die Fragestellung, passenden Datensätze, in diesem Fall pgen, ppfad und pl, habe ich aus dem sogenannten SOEP entnommen. Das SOEP existiert seit 1984 und enthält Daten von Wiederholungsbefragungen. Damit ist gemeint, dass jährlich die selben Personen befragt werden. Die Themen der Befragungen können ganz unterschiedlich sein, z.B. über das Einkommen, die Bildung, die Lebenszufriedenheit, über die Kinder usw. (SOEP, 2014). Es wurden die Wellen aus den Jahren 1995-2005 für die Untersuchung gewählt. Dieser Zeitraum schien aufgrund der großen Anzahl der befragten Personen am repräsentativsten. Das Sample wurde auf Personen beschränkt, die bereits mit ihrem Partner im gleichen Haushalt zusammenleben und im Laufe der Wellen diesen Partner heiraten.

Nun werden aus den verschiedenen Datensätzen bzw. aus den verschiedenen Files gezielt Variablen herausgesucht und zusammengebracht. Diese Datensätze enthielten wichtige Variablen wie Hausarbeit und Erwerbsarbeit, die Personenidentifikationsnummern der befragten Personen, die Partneridentifikationsnummer der Paare und das Einkommen. Dabei kam das Problem auf, dass nicht alle Files die gleiche Identifikationsnummern haben, ich aber Datensätze auf der Personenebene benötige. Die Daten auf der Haushaltsebene musste ich mergen, also mit den anderen Files zusammenbringen. Dabei schaue ich nach der Identifikationsnummer, die in beiden Datensätzen vorkommt und gebe Stata den Befehl den Dateipfad des einen Datensatzes mit dem anderen Datensatz zusammenzufassen. Somit bringe ich alle gesuchten und benötigten Variablen in einen Datensatz zusammen. In meinem Sample, das über 168.538 Frauen und Männer aus Deutschland enthielt, versuche ich nur die Personen in meine Studie miteinzubeziehen, die tatsächlich den selben Partner geheiratet haben.

Da sich die Fragestellung auf Mann und Frau beschränkt, ist es wichtig eine Partnervariable zu konstruieren. Nun gibt es zu jeder Variable, die auf die Frau bezogen ist auch eine Variable, die sich auf den Mann bezieht. Für die Fragestellung benötige wir unbedingt die Variable der Hausarbeitsstunden beider Partner vor und nach der Ehe, um einen Unterschied feststellen zu können. Diese Variable muss jedoch erst generiert und dann die missing values, also die fehlenden Daten, entfernt werden.

Fehlende Daten stellen häufig ein Problem dar. Es gibt vielerlei Gründe für das Fehlen von Daten: Fehlerhaftes oder mangelhaftes Untersuchungsdesign, Antwortverweigerung in einer Befragung, unzureichende Antwortmotivation des Befragten uvm. (Matthias Runte). Manchmal kommt es auch vor, dass jemand auf einzelne Fragen nicht antwortet. Dafür können verschiedene Gründe auftreten. Gerade bei dieser Fragestellung kann es sein, dass der Partner die Hausarbeit gar nicht bewerkstelligen kann, da er eventuell gehandicapt oder wegen Krankheit verhindert ist. Oder kann es auch durchaus vorkommen, dass gerade in diesem Befragungszeitraum Mütter Kinder bekommen haben oder es vielleicht möchten und deswegen die Fragen im Bereich Haushalts- und Erwerbsarbeit nicht beantworten. Um diese fehlende Daten zu entfernen, habe ich die Objekte oder Merkmale durch das Eliminierungsverfahren aus dem Datensatz geworfen. Sie werden im Rahmen der Analyse also nicht weiter beachtet. Da die fehlenden Werte nun eliminiert wurden, ist eine gesäuberte Variable „Hausarbeitsstunden“ vorhanden. Um mit dieser Variable jedoch weiter zu arbeiten, muss eine weitere Variable generiert werden und zwar die „Eheschließung“. Diese Variable wird benötigt, um den Zeitpunkt der Ehe herauszufinden, um diesen dann mit den Hausarbeitsstunden vor und nach der Ehe vergleichen zu können. Dabei benutze ich die Personennummer des Vorjahres (n-1) und setze dies mit der Personennummer des aktuellen Jahres gleich, das gleiche mache ich mit dem Familienstand. Die Personen dürfen noch nicht verheiratet gewesen sein. Ledig, verheiratet aber getrennt, geschieden und verwitwet können als Familienstand mit einbezogen werden.

Bei dem Familienstand wurde bewusst die gleichgeschlechtliche, eingetragene Partnerschaft ignoriert, da gezielt auf die Arbeitsteilung im Haushalt zwischen Mann und Frau geschaut wird. Das letzte was man bei dieser Variablen Generierung bedenken muss ist, dass Stata nicht erkennen kann, ob eine Person in einem Jahr nicht geantwortet hat und ordnet einfach weiter, lässt somit bestimmte Wellen einfach aus. Stata nimmt immer die letzte Beobachtungswelle, die er hat und schaut dort sozusagen, ob da ein Unterschied im Familienstand ist. Um es übersichtlicher und die Anzahl der Ereignisse kleiner zu halten, nehme ich das Erhebungsjahr mit in die Analyse mit ein, um die Veränderung von einem auf das andere Jahr angezeigt zu bekommen.

Für die Fragestellung bilde ich vier abhängige Variablen, die die Veränderung in der Haushaltsarbeit und Erwerbsarbeit nach der Eheschließung erfassen. Dazu zählen die wöchentliche Haushaltsarbeitszeit der Frauen, die wöchentliche Erwerbsarbeitszeit der Frauen, die wöchentliche Haushaltsarbeitszeit der Männer und deren wöchentliche Erwerbsarbeitszeit.

Die unabhängigen Variablen sind die relativen Einkommen der Partner und der Erwerbsstatus. Hier wird der Nettolohn der Frau als Prozentsatz aus der Summe der Nettolöhne beider Partner vor der Ehe verwendet. Steuern werden darin nicht mit einbezogen, da das Einkommen schon steuerbereinigt ist. Die Frauen trauen sich mehr ihren Vorteil im Haushalt und in der Erwerbsarbeit zu verhandeln, je höher ihr Lohn ist. Die Variable Erwerbsstatus hat sechs Ausprägungen: voll erwerbstätig, Teilzeitbeschäftigung, Ausbildung, geringfügige Arbeit, nicht erwerbstätig und die Behindertenwerkstatt. Die zweite unabhängige Variable ist das Alter der Partner und der Altersunterschied zwischen ihnen. Das Alter wird berücksichtigt, da in diesem Zusammenhang traditionelle Ansichten mit hineinspielen können. Die dritte und letzte unabhängige Variable ist die Veränderung der Hausarbeitsstunden, diese wurde noch zusätzlich hinzugefügt, um eine Veränderung nach der Ehe festzustellen.

4. Ergebnisse

Im folgenden Abschnitt werde ich die Ergebnisse der ausgeführten Regression anhand von Tabellen aufzeigen und erläutern. Um zu sehen welche Variablen einen Zusammenhang haben und inwiefern sich die Hausarbeitsstunden dadurch verändern, führt man eine OLS Regression durch. In Tabelle 1 im Anhang ist die täglich von Mann und Frau aufgebrachte Anzahl der Hausarbeitsstunden vor und nach der Eheschließung zu sehen. Die Frauen verbringen im Durchschnitt 2,314 Stunden am Tag im Haushalt, nach der Ehe erhöht sich dieser Wert auf 2,358 Stunden. Das ergibt 0,044 Stunden mehr am Tag. Die Männer dagegen kommen vor der Ehe auf 0,909 Stunden und nach der Ehe auf 0,871 Stunden und verbringen somit 0,038 Stunden weniger pro Tag (vgl. Tabelle 1).

In Tabelle 2 sind die Erwerbsarbeitsstunden von Mann und Frau aufgelistet. Hierbei kommen die Frauen vor der Ehe auf 38,311 Stunden pro Woche und nach der Ehe auf 37,147 Stunden. Die Männer hingegen kommen von 44,094 Stunden vor der Eheschließung auf 44,167 Stunden nach der Eheschließung. Somit kommen die Frauen auf 1,164 Stunden weniger und die Männer auf 0,073 Stunden mehr (vgl. Tabelle 2). Die Frauen arbeiten nach der Ehe im Durchschnitt weniger und die Männer dafür mehr.

Im nächsten Schritt werden paarweise Korrelationen durchgeführt. So kann man erkennen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Erwerbsarbeits- und Hausarbeitsstunden vor und nach der Eheschließung gibt. Die Korrelation zwischen den Erwerbsarbeits- und Hausarbeitsstunden vor und nach der Ehe ergibt einen eher schwachen aber positiven Zusammenhang von 0,3007 und ist auf dem 5% Signifikanzniveau signifikant.

Die Berechnungen ergeben, dass sich der relative Anteil aus den Hausarbeitsstunden der Frauen pro Werktag auf 1,4 Prozentpunkte vergrößert. Die Korrelation der Erwerbsarbeitsstunden vor und nach der Eheschließung ergibt einen mittelstarken positiven Zusammenhang von 0,5798 und ist somit auch signifikant auf dem 5% Signifikanzniveau. Bei den Männern erhöht sich der relative Anteil der Erwerbsarbeitsstunden um 0,39 Prozentpunkte.

Tabelle 3 zeigt, dass Männer und Frauen nach der Ehe mehr Zeit für die Hausarbeit aufbringen. Einen signifikant positiven Effekt kann man bei den Frauen feststellen, bei den Männern jedoch nicht (vgl. Tabelle3). Doch wie lassen sich diese Zahlen nun auf den oben aufgezeigten theoretischen Rahmen beziehen? Die Regression zeigt, dass Mann und Frau nach der Eheschließung ungefähr gleich viele Stunden mehr mit der Arbeit im Haushalt verbringen. Laut der oben genannten ökonomische Abhängigkeit spricht aber von einer Spezialisierung, das heißt, dass sich Mann und Frau auf jeweils ein Gebiet festlegen. Da die Zahlen dagegen sprechen, lässt sich dieser Ansatz hier nicht weiterverfolgen. Laut der Doing-Gender Theorie, zeigen Männer und Frauen ihr Geschlecht durch die geschlechtsspezifische Arbeit. Der Mann sorgt für das Geld und die Frau kümmert sich um den Haushalt. Aber auch diese Theorie passt mit den Werten aus Tabelle 3 nicht überein.

In Tabelle 4 zeigt sich für beide Geschlechter ein signifikanter Effekt des relativen Lohns vor der Eheschließung. Bei den Frauen ist ein positiver, aber bei den Männern ein negativer Effekt zu sehen. Daraus lässt sich herleiten, dass Männer nach der Eheschließung mehr und die Frauen weniger verdienen. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass der Erwerbsstatus der Frauen einen hoch signifikanten negativen Einfluss auf die Erwerbsarbeitsstunden hat, während bei den Männern ein positiver Effekt zu erkennen ist. Die ökonomische Abhängigkeitstheorie könnte als Erklärungsfaktor dienen. Denn aufgrund der Zahlen von Tabelle 4, die zeigen, dass die Männer nach der Eheschließung mehr Stunden in der Woche erwerbstätig sind als davor, kann man von einer Spezialisierung ausgehen. Da der Mann nun mehr zum finanziellen Wohlstand der Familie beiträgt, gleicht die Frau dies mit mehr Hausarbeit aus, da sie nun weniger arbeitet und dadurch weniger verdient (vgl. Tabelle 4). Die Doing-Gender Theorie kann im Hinblick auf die Ergebnisse aus Tabelle 4 ebenfalls bedingt Erklärungen liefern.

Die Ergebnisse der Regression haben gezeigt, dass zwar nach der Eheschließung die Hausarbeitsstunden der Frauen steigen, aber dass sie demzufolge bei den Männern sinken, konnte nicht gezeigt werden. Was jedoch gezeigt werden konnte war, dass die Zahl der Erwerbsarbeitsstunden bei den Frauen nach der Eheschließung sinkt, bei den Männern jedoch steigt.

Man muss aber dazu sagen, dass die Erklärungskraft nicht sonderlich stark ist, da fast keine der unabhängigen Variablen einen starken Effekt auf die Erwerbs- und Hausarbeitsstunden nach einer Eheschließung aufweisen kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Welchen Effekt hat die Eheschließung auf die Hausarbeit zusammenlebender Paare? Erwerbsarbeit als Einflussfaktor
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V384357
ISBN (eBook)
9783668596573
ISBN (Buch)
9783668596580
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welchen, effekt, eheschließung, hausarbeit, paare, erwerbsarbeit, einflussfaktor
Arbeit zitieren
Gina-Marie Müller (Autor), 2016, Welchen Effekt hat die Eheschließung auf die Hausarbeit zusammenlebender Paare? Erwerbsarbeit als Einflussfaktor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384357

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