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Ursachen der Benachteiligung von Migrantenkindern im deutschen Schulsystem

Titel: Ursachen der Benachteiligung von Migrantenkindern im deutschen Schulsystem

Hausarbeit , 2017 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Büsra Cetin (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In den letzten Jahren rückte das Thema der Bildungsungleichheit im Kontext migrationssoziologischer und pädagogischer Prozesse vielfach in den Fokus sowohl wissenschaftlicher als auch praxisorientierter Diskurse. Beide Aspekte werden häufig in der Forschung zusammen gedacht. Daher beschäftigen sich vielfältige Forschungen aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Problemen und Ergebnissen der Bildungsungleichheit und den Disparitäten im Bildungsfeld. So setzt sich auch diese Hausarbeit mit den kontinuierlichen und strukturellen Benachteiligungen von Migranten im Bildungssystem auseinander.

Mit der Fragestellung „Welche Ursachen liegen für die Benachteiligung von Migrantenkindern im deutschen Schulsystem vor?“ setzt sich diese Arbeit auseinander und untersucht demnach die Ursachen der Bildungsbenachteiligung bei Kindern mit Migrationshintergrund.

Begonnen wird die Arbeit mit einer Einleitung und darauffolgend einer Beschreibung Boudons Theorie der primären und sekundären Effekte der sozialen Herkunft. Im dritten Teil geht es um die Formen der Migration in Deutschland, um einen Einblick zu bekommen, welche Personen gemeint sind, wenn die Rede von Menschen mit Migrationshintergrund ist. Es folgen theoretische Erklärungen für Bildungsungleichheit. Ursachen und Erklärungen werden genauer betrachtet und erläutert, um somit den Hintergrund der heutigen Probleme zu überprüfen. Der besondere Fokus liegt dabei auf der Frage, warum Schüler mit Migrationshintergrund im Bildungssystem schlechter abschneiden und welche Bedingungen dafür verantwortlich sind, dass Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien nachteilige Bildungsergebnisse erzielen. Auch werden in der Arbeit die Eltern der Migrantenkinder, die Benachteiligung von Migranten seitens der Schulen und der Lehrpersonen dargestellt, erläutert und miteinander verglichen, um aus soziologischer Sicht das Problem der Bildungsbenachteiligung besser zu bearbeiten. Zudem wird der der Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe untersucht. Hier wird die Übergangsquote der Migrantenkinder auf bestimmte Schulformen in Zahlen kenntlich gemacht und letztlich auf Bildungsungleichheit und Ansätze der interkulturellen Pädagogik eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Boudons Theorie der primären und sekundären Effekte der sozialen Herkunft

3. Formen der Migration in Deutschland

3.1. Flüchtlingsmigranten

3.2. Aussiedlermigranten

3.3. Arbeitsmigranten

3.3.1. Klassische Gastarbeiterzuwanderung

3.3.2. Neuere Arbeitsmigration

4.Theoretische Erklärungen für Bildungsungleichheit

4.1. Benachteiligung von Migranten seitens der Schulen und der Lehrpersonen

4.2 Eltern der Kinder mit Migrationshintergrund

5. Der Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe

5.1 TIMSS – Übergangsstudie

5.2 IGLU 2011 – Der Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe

6.Bildungsungleichheit und Ansätze interkultureller Pädagogik

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem, wobei sowohl soziologische Theorien als auch aktuelle Studien herangezogen werden.

  • Boudons Theorie der primären und sekundären Effekte sozialer Herkunft
  • Differenzierung verschiedener Migrationsformen in Deutschland
  • Rolle von Elternhaus, Lehrkräften und Institutionen bei der Bildungsempfehlung
  • Analyse des Übergangs von der Primar- in die Sekundarstufe (TIMSS & IGLU)
  • Ansätze der interkulturellen Pädagogik zur Verringerung von Disparitäten

Auszug aus dem Buch

2. Boudons Theorie der primären und sekundären Effekte der sozialen Herkunft

Einer der wichtigsten theoretischen Ansätze führt der französische Soziologe Raymond Boudon ein. Boudon entwickelt in den 1970er Jahren ein Modell zur Erklärung der Bildungsreproduktion von sozialen Klassen, welches von vielen Forschern angegriffen und weiterentwickelt wurde. Der Soziologe unterscheidet zwischen zwei Begriffen, um die Entscheidung zwischen den sozialen Klassen zu erklären: die primären Effekte und sekundäre Effekte (vgl. Gresch 2012, S. 45f.).

„Während sich primäre Effekte auf Bedingungsfaktoren der schulischen Leistungsentwicklung beziehen, umfassen sekundäre Effekte Einflüsse auf die Bildungsentscheidungen“(Dollmann 2016 S. 520).

Boudon sieht die Schichtung der Gesellschaft als Ursache und Folge von Unterschieden zwischen den Menschen. Je niedriger der soziale Status, desto weniger Erfolg im Bildungswesen und weniger ökonomisches Kapital. Entsprechend besser ausgestattet sind die Menschen je höher ihr sozialer Status ist. Dieses Phänomen beschreibt Boudon mit dem Begriff der primären Effekte der sozialen Schichtung. Diese führen direkt, durch die besseren Möglichkeiten das Kind in der Schule zu unterstützen, zu besseren Leistungen (vgl. Boudon 1974, S.29).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bildungsungleichheit von Kindern mit Migrationshintergrund im Kontext des Wandels Deutschlands zum Zuwanderungsland ein und legt die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit dar.

2. Boudons Theorie der primären und sekundären Effekte der sozialen Herkunft: Es wird das Modell von Raymond Boudon erläutert, welches Bildungsentscheidungen durch primäre (Leistungs-) und sekundäre (Entscheidungs-) Effekte der sozialen Schichtung erklärt.

3. Formen der Migration in Deutschland: Das Kapitel kategorisiert verschiedene Migrantengruppen, insbesondere Flüchtlings-, Aussiedler- und Arbeitsmigranten, um ein Verständnis für die Vielfalt der Hintergründe zu schaffen.

4.Theoretische Erklärungen für Bildungsungleichheit: Hier werden Ursachen wie die Rolle der Lehrkräfte, institutionelle Einflüsse und die Bedeutung des Elternhauses für den Bildungserfolg analysiert.

5. Der Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe: Basierend auf den Studien TIMSS und IGLU werden die Faktoren untersucht, die den Übergang von Grundschülern in weiterführende Schulen beeinflussen.

6.Bildungsungleichheit und Ansätze interkultureller Pädagogik: Das Kapitel beleuchtet innerschulische und außerschulische Aspekte der Benachteiligung und diskutiert notwendige pädagogische Ansätze zur Verbesserung der Situation.

7. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung der Generationszugehörigkeit und elterlicher Unterstützung für den Bildungserfolg.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, Boudon, Primäre Effekte, Sekundäre Effekte, Bildungssystem, Grundschulempfehlung, TIMSS, IGLU, Interkulturelle Pädagogik, Sprachförderung, Soziale Herkunft, Institutionelle Diskriminierung, Migrationsbiografie, Bildungsbenachteiligung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den vielschichtigen Ursachen, die dazu führen, dass Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem häufiger benachteiligt sind als Kinder ohne Migrationshintergrund.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt soziologische Theorien der Bildungsreproduktion, die verschiedenen Formen der Migration in Deutschland, den Einfluss des Elternhauses auf Bildungsprozesse sowie die Rolle der Institution Schule beim Übergang in die Sekundarstufe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: „Welche Ursachen liegen für die Benachteiligung von Migrantenkindern im deutschen Schulsystem vor?“

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender empirischer Studien (wie TIMSS und IGLU) sowie soziologischer Modelle (Boudon) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungen der Bildungsungleichheit, eine detaillierte Betrachtung des Übergangs von der Primar- in die Sekundarstufe anhand von Studien sowie eine Analyse der Defizite im deutschen Schulsystem.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie „Bildungsungleichheit“, „Migrationshintergrund“, „Boudons Theorie der Effekte“, „Institutionelle Diskriminierung“ und „Übergangsstudien“.

Wie unterscheidet Boudon die Effekte der sozialen Herkunft?

Boudon unterscheidet zwischen primären Effekten (die auf die schulische Leistungsentwicklung durch Ressourcenunterschiede wirken) und sekundären Effekten (die bewusste Bildungsentscheidungen nach der Schichtzugehörigkeit beschreiben).

Welche Rolle spielt laut der Autorin die Generationenzugehörigkeit?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Kinder der dritten Generation aufgrund der frühen Beherrschung der deutschen Sprache und fortgeschrittener Akkulturation signifikant seltener von Benachteiligungen betroffen sind als Migranten der ersten oder zweiten Generation.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ursachen der Benachteiligung von Migrantenkindern im deutschen Schulsystem
Hochschule
Fliedner Fachhochschule Düsseldorf
Note
1,7
Autor
Büsra Cetin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V384395
ISBN (eBook)
9783668593916
ISBN (Buch)
9783668593923
Sprache
Deutsch
Schlagworte
benachteilung migranten migrantenkinder schulsystem ursachen benachteiligung soziale ungleichheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Büsra Cetin (Autor:in), 2017, Ursachen der Benachteiligung von Migrantenkindern im deutschen Schulsystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384395
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Leseprobe aus  21  Seiten
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