Platon - Die Idee des Guten, gut, das Gute


Seminararbeit, 2004

15 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Platon
2.1 Platon als Philosoph
2.2 Platons Werke

3. Die Idee des Guten
3.1 Der Begriff der ‚Idee’
3.2 Der Begriff des Guten
3.3 Die Idee des Guten in der Politeia
3.3.1 Das Sonnengleichnis
3.3.2 Das Höhlengleichnis
3.3.3 Der Staatslenker als Philosoph

4. Platons Stellung in der abendländischen Philosophie

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit über „Platon und die Idee des Guten“ will ich klären, welche Aussagen zu der Idee des Guten von Platon gemacht werden und wie sie von uns verstanden werden können. Die Schwierigkeit besteht für uns Heutige vielfach darin, die apodiktischen Aussagen in ihrer Begrifflichkeit und in ihrer inhaltlichen Reichweite zu verstehen. Ich bin darauf angewiesen, neben den eigenen Verständnisversuchen Erläuterungen aus grundlegender Sekundärliteratur heranzuziehen.

Insbesondere möchte ich herausarbeiten, wie Platon zur Bestimmung der Idee des Guten gelangt und welche überragende Bedeutung er darin als Wert und Werthaftigkeit an sich sieht.

Vorbemerkung zu den Textausgaben:

Mir stand u.a. eine Auswahlausgabe von Willi Maslankowski zur Verfügung, in der der Autor Platons Kernaussagen kürzt und mit Worteinfügungen teilweise neu formuliert, so dass sie „weitgehend Platons Meinung darstellen könnten.“… „Es sind ausgewählte Zitate und Stellen, von denen viele Eingang gefunden haben in eine ‚ewige Philosophie’“.[1] Weiterhin stand mir die Ausgabe der Politeia in der Übersetzung von Friedrich Schleiermacher, herausgegeben von Otto/Grassi/Plamböck zur Verfügung. Die Textstellen sind zitiert nach der Stephanus-Ausgabe von 1578, versehen mit Gliederungsabschnitten a-e.

2. Platon

2.1 Platon als Philosoph

Platon wird 428 oder 427 v. Chr. in Athen als Sohn einer der ältesten Athener Adelsfamilien geboren. Als er zwanzig Jahre alt ist, kreuzt sich sein Weg mit Sokrates, dessen Schüler er acht Jahre lang war. Nach der Hinrichtung Sokrates kehrt Platon Athen den Rücken und geht nach Megara. Von dort unternimmt er ausgedehnte Reisen nach Ägypten, wo er in Kontakt mit der dortigen Religion und dem ägyptischen Priesterstand gerät. Möglicherweise reiste er auch nach Asien und Indien. Während seines Aufenthaltes im griechisch kolonisierten Unteritalien und Sizilien kommt er in engen Kontakt mit Archytas und der pythagoreischen Schule, die sein Denken prägt. 387 v. Chr. eröffnet er in Athen eine Schule in einem Garten bei dem Heiligtum Heros Akademos, die nach seinem Tod „platonische Akademie“ genannt wird. Hier lehrt er Philosophie, Mathematik, Astronomie sowie Botanik und Zoologie. Hauptaufgabe seiner Schule ist aber die Menschenformung und –führung, wodurch immer wieder neue Impulse für das öffentliche Leben von der Akademie ausgehen. Ähnlich wie auch schon Sokrates lehrt er vorwiegend mündlich und misst der Verschriftlichung seiner Lehren wenig Bedeutung zu. Im Alter von 80 Jahren stirbt Platon im Jahre 347 v. Chr. Nach seinem Tode hat die Legende ihn weitgehend verklärt und gelegentlich sogar als einen Sohn Apollos bezeichnet.[2]

Zu den wesentlichen Grundzügen des platonischen Denkens und Wollens gehört es, die Welt in ihrem Sein zu erfassen und das Handeln des Menschen mit zu gestalten. Eigentlich wollte Platon in die Politik eingreifen, doch als er die Politik kennen lernt und die ungerechte Verurteilung Sokrates erlebt, fühlt er sich in die „Pflege der echten Philosophie“[3] zurückgedrängt, der er „nachrühmen konnte, dass sie die Quelle der Erkenntnis sei für alles, was im öffentlichen Leben als gerecht zu gelten habe.“[4] Die Menschheit würde nicht eher von ihrem Leiden erlöst werden, „bis entweder die Vertreter der echten und wahren Philosophie zur Herrschaft im Staate gelangen oder bis die Inhaber der Regierungsgewalt in den Staaten infolge einer göttlichen Fügung sich zu erster Beschäftigung mit der echten Philosophie entschließen.“[5] Aus diesem Grund kämpft Platon gegen die Unwissenheit der Menschen, die vielfach für ihn lediglich „Pützkünstler und Köche“[6] sind. Die eigentliche Aufgabe der Philosophen ist es also -und darin bestimmt sich seine eigene Zielsetzung- den Menschen „zu lehren, was er ist und was er soll“.[7]

2.2 Platons Werke

Sämtliche Werke, die Platon verfasst hat, sind erhalten und in vielfacher Übersetzung überliefert. Es ist sicher, dass die Apologie, also die Verteidigungsrede des Sokrates, der größte Teil der Dialoge und einige Briefe auch wirklich von ihm stammen. Obwohl Platon seine Philosophie nie aufschreiben wollte, da es nicht möglich sei, den innersten Kern der Sache zu Papier zu bringen -man trägt sie in sich- schreibt er schließlich seine Lehren auf. Die Abfassung seiner Philosophie erstreckt sich über 5 Jahrzehnte.[8] Die Form seiner Werke ist meist der fiktive Dialog, wobei Sokrates eine führende Rolle spielt. Es ist zwar nicht immer eindeutig auseinander zu halten, ob es Platons oder Sokrates Gedanken sind, die Sokrates ausspricht, allerdings ist es wahrscheinlich, dass Platon ihn lediglich als Dialogpartner benutzt hat, um seine Gedanken darzustellen. Platon übernimmt die Figur des Sokrates, dem er in seinen Dialogen damit ein Denkmal setzt. Die Dialogpartner des Sokrates sind meist Platons Brüder Glaukon oder Adeimantos. Nach Platon, der zunächst es ja abgelehnt haben soll, seine Lehre überhaupt schriftlich zu fixieren, würde die Schriftform den Schüler dazu verleiten, Inhalte passivisch zu übernehmen. Stattdessen soll er im dialogisch-dialektischen Prozess Lehre, Erkenntnis und den Weg dorthin selber erarbeiten.[9] Die Apologie und seine Briefe sind nicht in Dialogform verfasst.

Seine Werke werden in vier Phasen eingeteilt:

Die Abfassung der Jugendschriften liegt vor der ersten Sizilienreise, also vor 388 v. Chr. Alle Dialoge behandeln die sokratischen Probleme um Wert und Wissen, werden jedoch weiterentwickelt zu neuen, teilweise gegensätzlichen Erkenntnissen. Sie enden bei Platon in der so genannten Aporie, der Ausweglosigkeit. Das gilt zum Beispiel für den Tugendbegriff ebenso wie für die „Problemverschlingung von Weltproblem und Erkenntnisproblem“.[10] Platon übernimmt den sokratischen Tugendbegriff, eine Verhaltensbestimmung des Menschen, die auf Einsicht begründet und lehr- und lernbar sei, denkt ihn jedoch weiter und gelangt zu einer Untergliederung in die vier Kardinaltugenden: Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit (Sophrosyne, auch mit Gleichgewicht übersetzt) und Gerechtigkeit. Letztere vereinigt nach Platon in sich die drei übrigen Tugenden, die wiederum den Bestandteilen der Seele zugeordnet sind.[11]

Zu seinen Jugendschriften gehören u.a. die Apologie, der Laches, Charmides und Thraymachos, den wir heute als das erste Buch der Politeia lesen.[12]

[...]


[1] Maslanskowski, Willi: Platon: Vom Gerechten, Guten und Schönen. Sankt Augustin, 1998, S. 11.

[2] Cf. Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie. Band I: Altertum und Mittelalter. Freiburg im Breisgau, 121980, S. 72ff.

[3] Ibid, S. 72.

[4] Ibid, S. 72.

[5] Hirschberger, S. 73.

[6] Ibid, S. 73.

[7] Ibid, S. 73.

[8] Cf. Störig, Hans Joachim: Kleine Weltgeschichte der Philosophie. Stuttgart, 1961, S. 177.

[9] Cf. Hoffmann, Ernst: Platon. München, 1961, S. 13.

[10] Hoffmann, S. 114.

[11] Cf. Störig, S.187f.

[12] Cf. Hirschberger, S. 74f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Platon - Die Idee des Guten, gut, das Gute
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Einführung in moralphilosophische Grundlagen
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V38440
ISBN (eBook)
9783638375016
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platon, Idee, Guten, Gute, Einführung, Grundlagen
Arbeit zitieren
Antje Stefanie Höhnel (Autor), 2004, Platon - Die Idee des Guten, gut, das Gute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38440

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