Inwieweit beeinflussen Computerspiele die Entwicklung von Kindern und welche Maßnahmen zur Vorbeugung von Computersucht lassen sich daraus ableiten?


Hausarbeit, 2017

15 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Spiel beginnt
2.1 Der Reiz des Computerspiels
2.2 Der Einfluss auf das Kind und mögliche Gefahren

3. Einer Sucht entgegensteuern
3.1 Symptome einer Computersucht erkennen
3.2 Prävention und sieben Tipps für Erwachsene

4. Schlussfolgerung

5. Anhang

6. Quellen- und Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Kinder sind begeistert von Computerspielen. So spielten im Jahr 2012 89 Prozent der Sechs- bis Dreizehnjährigen gerne oder sehr gerne virtuelle Spiele (s. Abbildung 1). Aus diesem Grund wurde ich motiviert, mich etwas genauer mit diesem Thema auseinanderzusetzen und eine Hausarbeit darüber zu schreiben. Selbstverständlich ist dieses Gebiet sehr facettenreich, so haben Computerspiele z.B. sowohl eine gute als auch eine schlechte Seite und zu jeder gibt es eine große Auswahl an Literatur und Studien. Deshalb habe ich die Hausarbeit auf einen Schwerpunkt stark eingegrenzt, nämlich auf die negativen Auswirkungen von Computerspielen bei Kindern. Aber auch hier nehme ich eine Eingrenzung vor, um mich auf meine Fragestellung zu konzentrieren und nicht bloß einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Hierbei geht es vor allem darum, herauszufinden inwieweit vor allem der übermäßige Computerspielkonsum Kinder negativ beeinflussen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: KIM-Studie 2012; Angaben in Prozent

2 Das Spiel beginnt

2.1 Der Reiz des Computerspiels

Es ist nicht zu übersehen und nicht zu verleugnen, mit welch einem großen Interesse Kinder sich an digitale Medien herantasten, wie in diesem Fall an die Computerspiele. Was fasziniert sie vor allem an dem Computerspiel und was macht es so besonders?

Es ist selbstverständlich, dass Kinder das Grundbedürfnis haben zu spielen. Sie wollen in dem Spiel einen Freiraum haben, in dem sie selbst bestimmen können, was sie tun, ohne jeglichen Zweck. Es soll auch ein Wechsel zwischen Phantasie- und Realitätsräumen stattfinden, um einen “Handlungsraum [zu bilden], innerhalb dessen Gegenstände, Handlungen und Personen etwas anderes bedeuten können als in der Realität außerhalb des Spiels”1. So werden “Handlungs- oder Situationsbezüge [hergestellt], zu denen man sonst nicht in der Lage ist”2 Die Computerspiele bieten ein vielfältiges Angebot an, um vor allem dieses Bedürfnis nach Freiraum und Phantasie zu stillen. So gibt es z.B. Fantasie-, Rollen- oder auch Denkspiele in Form von Computerspielen zu kaufen. Das Besondere nun an solchen Fantasie- und Rollenspielen ist, dass der Maßstab für die Fantasie hier sogut wie grenzenlos ist - alles ist möglich. Und das noch Reizvollere daran ist, dass im Gegensatz zu realen Spielen hier der Spieler nicht mit realen Konsequenzen zu rechnen hat. Er kann alles ganz nach seinem “Herzenswunsch” tun. In dem realen Spielen, so frei es auch sein mag, gibt es ja doch bestimmte Grenzen und Konsequenzen. Hier aber passiert alles virtuell und die Möglichkeiten seiner Fantasie Raum zu geben, sind weitaus vielfältiger als es im realen Spiel jemals möglich wäre. Diese “Künstlichkeit und Fremdheit macht die Computerspiele und ihre Ästhetik für Kinder und Jugendliche so verführerisch”3.

2.2 Der Einfluss auf das Kind und mögliche Gefahren

Ein Kind wird in seiner Entwicklung durch Spiele beeinflusst, ja es entwickelt sich sogar durch sie hindurch. So sind Spiele unumgänglich für eine gesunde psychische und physische Entwicklung des Kindes. So wie “normale” Spiele also einen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes ausüben, so tun es auch die Computerspiele. Doch entgegen dem normalen Spielverhalten, besteht in der virtuellen Welt die Gefahr, schnell zu übermäßigem Computerkonsum zu neigen, da, wie bereits zuvor erwähnt, in solchen Welten der Rahmen für die Umsetzung der Fantasie (wenn auch nur virtuell) weitaus größer ist und eben diese “Künstlichkeit und Fremdheit”4 die Kinder so magisch anzieht. Vor allem mit dem Einfluss des übermäßigen Computerkonsums auf das Kind gilt es sich auseinanderzusetzen.

Bei Kindern, die täglich mehrere Stunden Computerspiele spielen, verändert sich sowohl “ihre Wahrnehmung, ihr Raum- und Zeitempfinden und ihre Gefühlswelt”5 als auch die Strukturierung ihres Gehirns. Wenn ein Kind einen Großteil seiner Zeit sein Gehirn dafür einsetzt sich in einer virtuellen Welt zu bewegen, bekommt “es ein Gehirn, das zwar für ein virtuelles Leben optimal angepasst ist, mit dem man sich aber im realen Leben nicht [...] zurechtfindet.”6 Vor allem im Kindesalter werden die Nervenzellverbindungen aufgebaut und strukturiert. Spielt ein Kind also täglich viele Stunden am Tag am Computer, so werden “die dabei aktivierten Nervenzellverschaltungen immer stärker gebahnt und stabilisiert”7, wobei aber das Problem ist, dass diese Intelligenz, so hoch sie sich auch entwickelt haben mag, allein auf Computerspiele spezialisiert ist. Die “wahre, reale” Intelligenz, wie z.B. die soziale, wird dabei abgebaut oder nicht normgemäß weiterentwickelt. Bei solchen Kindern finden z.B. Abweichungen in dem sozialen oder auch sensomotorischen Verhalten (Koordinationsstörungen durch langes Sitzen) statt. Durch das ofte virtuelle Spielen, erlernt das Kind nicht durch Agieren mit anderen Kindern - wie bei dem “normalen” Spielen - soziale Fähigkeiten, sondern seine Welt “dreht sich wie eine Spirale immer um dieselben Ausgangsfantasien: Ich, ich, ich.”8 Solche Kinder können auf dem Pausenhof als gelangweilte und verängstigte Kinder beobachtet werden, da einerseits diese reale Welt nicht ihrer täglich gespielten virtuellen Spielwelt, also ihrem Interesse, entspricht und andererseits sie aufgrund ihres Defizits im sozialen Verhalten Ängste gegenüber realen Auseinandersetzungen entwickeln und sich dementsprechend zurückziehen.Der Rückzug führt das Kind noch weiter in den Sog des Computerspiels, so dass ein schwer durchzubrechender Kreis entsteht.

[...]


1 Oerter, R.: Entwicklungspsychologie, 2008, S. 237

2 Frölich, J.: Computer und Internet erobern die Kindheit, 2012, S. 1

3 Bergmann, W.: Computersüchtig. Kinder im Sog der modernen Medien, 2008, S. 13

4 Ebd.

5 Hüther, G.: Interview zum Thema “Computer - Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche”, Peter Schipek, S. 1

6 Bergmann, W.: Computersüchtig. Kinder im Sog der modernen Medien, 2008, S. 12

7 Hüther, G.: Interview zum Thema “Computer - Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche”, Peter Schipek, S. 2

8 Bergmann, W.: Computersüchtig. Kinder im Sog der modernen Medien, 2008, S. 90

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Inwieweit beeinflussen Computerspiele die Entwicklung von Kindern und welche Maßnahmen zur Vorbeugung von Computersucht lassen sich daraus ableiten?
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,3
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V384425
ISBN (eBook)
9783668877917
ISBN (Buch)
9783668877924
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inwieweit, computerspiele, entwicklung, kindern, maßnahmen, vorbeugung, computersucht
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Inwieweit beeinflussen Computerspiele die Entwicklung von Kindern und welche Maßnahmen zur Vorbeugung von Computersucht lassen sich daraus ableiten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384425

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