Die Hausarbeit beschäftigt sich mit den politischen Entscheidungen Schröders während seiner Zeit als Bundeskanzeler und analysiert, inwieweit seine Entscheidungen durch den Lobbyismus und seine darauffolgende Stellung bei Gazprom beeinflusst worden sind. Dafür werden zunächst die deutsch-russischen Beziehungen vor der und während der Amtszeit von Schröder betrachtet, um anschließend auch die persönliche Beziehung zwischen Putin und Schöder darzustellen. Anschließend erfolgen Betrachtungen von Schröders Karriere bei Gazprom, sowie eine Analyse des Konzerns selbst und seine Arbeitsweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die deutsch- russischen Beziehungen
2.1 Die deutsch-russischen Beziehungen vor 1998
2.2 Die deutsch- russischen Beziehungen unter der Regierung Schröder
3. Die persönliche Beziehung von Schröder und Putin
4. „Gazprom- Gerd“
4.1 Schröders Karriere beim Energiekonzern „Gazprom“
4.2 Vorwürfe und Kritik
5. Gazprom
5.1 Die Monopolstellung des Konzerns
5.2 Die Abhängigkeit vom russischen Gaspipeline
5.2.1 Ukraine
5.2.2 Weißrussland
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der persönlichen Beziehung zwischen Gerhard Schröder und Wladimir Putin auf Schröders politische Entscheidungen während seiner Kanzlerschaft sowie die Auswirkungen dieser Verbindungen auf seine darauffolgende Karriere beim russischen Energiekonzern Gazprom.
- Analyse der deutsch-russischen Beziehungen vor und während der Ära Schröder
- Untersuchung der persönlichen Vertrautheit zwischen Schröder und Putin
- Kritische Betrachtung von Schröders Tätigkeit für Gazprom
- Bewertung der Monopolstellung von Gazprom und der europäischen Energieabhängigkeit
- Diskussion über demokratische Standards in Russland im Kontext der Gaslieferungen
Auszug aus dem Buch
Die persönliche Beziehung von Schröder und Putin
Die anfängliche Distanz die Schröder zu dem Staatsoberhaupt Russlands hegte verschwand relativ schnell. Die bisher nur strategische Freundschaft der beiden Länder, sollte zu einer engen Vertrautheit zwischen den Politiker selbst führen. Thumann beschreibt in seinem Artikel „Anatomie einer Männerfreundschaft“ aus dem Jahre 2004, Russland als eine Herzensangelegenheit des Altkanzlers Schröder, die sich in vielen seiner Handlungen wiederfinden lässt.
Die Freundschaft zwischen Schröder und Putin erwies sich als eine Beziehung mit leichten Startschwierigkeiten, die jedoch nach weniger Zeit keine Rolle mehr spielen sollten. Die beiden Politiker begannen ihre Zusammenarbeit mit wirtschaftlichen Abkommen, sowie Schröders Versuchen Russland in Westeuropa zu integrieren, wie bereits zuvor beschrieben. Doch nicht nur auf der politischen Ebene kooperierten die Politiker gemeinsam.
Schröder stärkte seine Beziehung zu dem russischen Verbündeten nicht nur mit häufigen Besuchen, sondern adoptierte mit der Hilfe seines Freundes Putin auch zwei russische Waisenkinder, welches seiner Aussage nach [...] die besondere innere Nähe [Schröders] zu Russland symbolisieren [symbolisierte] [...] sollten. Es folgten zahlreiche Besuche mit Familie, sowie eine Einladung Putins zum gemeinsamen orthodoxen Weihnachtsfest in Moskau, die die Schröders annehmen. In seiner Autobiographie beschreibt Schröder Putin und seine gewonnen Eindrücke aus seinen Besuchen wie folgt:
„Wladimir Putin ist [...] auch ein religiöser Mann und seiner russisch- orthodoxen Kirche sehr verbunden. Ich habe mehrfach die Gelegenheit gehabt, ihn in einem eher privaten Umfeld zu erleben.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Thema Lobbyismus und die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses der persönlichen Beziehung zwischen Schröder und Putin auf Schröders Entscheidungen und seine spätere Tätigkeit bei Gazprom.
2. Die deutsch- russischen Beziehungen: Dieses Kapitel behandelt die Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen, differenziert nach der Zeit vor 1998 unter Helmut Kohl und der Ära unter Gerhard Schröder.
3. Die persönliche Beziehung von Schröder und Putin: Hier wird die Entstehung und Vertiefung der persönlichen Freundschaft zwischen den beiden Politikern sowie deren Einfluss auf die politische Zusammenarbeit dargestellt.
4. „Gazprom- Gerd“: Dieses Kapitel fokussiert sich auf den beruflichen Wechsel Schröders zum Energiekonzern Gazprom nach seiner Kanzlerschaft und beleuchtet die damit einhergehende öffentliche Kritik.
5. Gazprom: Die Ausführungen analysieren die Monopolstellung von Gazprom in Russland sowie die durch die Gasabhängigkeit resultierenden politischen Spannungen, insbesondere in der Ukraine und in Weißrussland.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet kritisch, inwieweit die persönliche Nähe Schröders zu Putin und sein Engagement für Gazprom mit demokratischen Werten vereinbar sind.
Schlüsselwörter
Gerhard Schröder, Wladimir Putin, Gazprom, deutsch-russische Beziehungen, Lobbyismus, Energiepolitik, Nord Stream, Gasabhängigkeit, Ukraine, Weißrussland, politische Korruption, Demokratie in Russland, Außenpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verflechtungen zwischen dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem russischen Staatskonzern Gazprom.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen, der persönlichen Freundschaft der Akteure sowie den Auswirkungen dieser Verbindung auf die Energiepolitik und Schröders beruflichen Werdegang.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Einfluss der persönlichen Beziehung auf Schröders politische Entscheidungen während seiner Kanzlerschaft und deren Zusammenhang mit seiner anschließenden Tätigkeit für Gazprom zu ergründen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die Fachbücher, publizierte Autobiographien sowie diverse Zeitungsartikel und Internetquellen einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden chronologisch die deutsch-russischen Beziehungen, die persönliche Nähe zwischen Schröder und Putin sowie die Hintergründe von Schröders Wechsel zu Gazprom und die damit verbundenen kritischen Aspekte untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Energiepolitik, Lobbyismus, Gazprom, persönliche Freundschaft und internationale Abhängigkeiten geprägt.
Wie bewertet der Autor Schröders „Lupenreiner Demokrat“-Aussage im Kontext von Putins Regierung?
Der Autor stellt diese Aussage Schröders in einen kritischen Kontext und zeigt auf, wie Putins administrative Reformen und die Einschränkung der Pressefreiheit im Widerspruch zu demokratischen Standards stehen.
Welche spezifische Rolle spielt die Energieabhängigkeit der Ukraine und Weißrusslands?
Die Energieabhängigkeit wird als politisches Druckmittel Russlands dargestellt, wobei Gazprom als Werkzeug dient, um Einfluss auf Transitländer zu nehmen und strategische Ziele zu verfolgen.
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- Chantal Dierks (Author), 2013, Gerhard Schröder und seine Arbeit für Gazprom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384464