Kinder und Jugendliche mit einem anderen ethnischen Hintergrund weisen im deutschen Schulsystem oft schlechtere Leistungen auf, als Kinder und Jugendliche ohne diesen. Für diesen Sachverhalt wurden bereits vermehrt Untersuchungen und Studien durchgeführt, die mögliche Gründe für diese teilweise gravierenden Unterschiede zeigen sollten.
Zu Beginn der Arbeit werden regionale Unterschiede betrachtet, einerseits die Unterschiede im schulischen Erfolg von unterschiedlichen Zuwanderergruppen, aber auch ein kurzer Ausblick auf nachgewiesene Schulerfolge in den Bundesländern. Ein Vergleich zwischen den unterschiedlichen Zuwanderergruppen wird sich dabei vor allem auf die europäischen Länder beziehen. Des Weiteren soll ebenfalls erläutert werden, welche geschlechtsspezifischen Unterschiede es in Bezug auf den Bildungserfolg bei Migrantinnen und Migranten gibt.
Der letzte Teil der Arbeit soll sich mit den theoretischen Erklärungsansätzen beschäftigen und wird bereits erläuterte Punkte aus den ersten Abschnitten wieder auffassen. Dabei soll zunächst auf die Rational Choice Theorie eingegangen werden und untersucht werden, wie der Bildungserfolg von Migranten unter Berücksichtigung der Theorie sich erklären lassen kann. Der zweite Teil untersucht den selben Aspekt mit Hilfe des konflikttheoretischen Ansatzes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick über die Bevölkerung mit Migrationshintergrund
3. Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
3.1 Differenzierung regional spezifischer Hintergründe
3.2 Geschlechtsspezifische Unterschiede
4. Erklärungsansätze
4.1 Rational Choice Theorie
4.2 Konflikttheoretischer Ansatz
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Unterschiede im Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Dabei wird untersucht, welchen Einfluss die regionale Herkunft sowie geschlechtsspezifische Faktoren auf den schulischen Erfolg ausüben, und diese Beobachtungen werden anhand von soziologischen Theorien theoretisch fundiert.
- Statistischer Überblick zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland
- Analyse regionaler Disparitäten beim schulischen Erfolg
- Untersuchung geschlechtsspezifischer Bildungsunterschiede bei Migrantinnen und Migranten
- Anwendung der Rational Choice Theorie auf Bildungsentscheidungen
- Diskussion des konflikttheoretischen Ansatzes im Kontext von Bildungschancen
Auszug aus dem Buch
4.1 Rational Choice Theorie
Die Rational Choice Theorie wird auch als sogenanntes „Maximierungsprinzip“ (Vgl. Kunz, Rational Choice, S.33) verstanden, wobei dies nicht nur auf materielle Güter anwendbar ist, sondern auch auf Aspekte, wie beispielsweise der Bildungserfolg. Kunz beschreibt in seinem Buch, dass die „[...]generelle Grunddisposition des Handelns […] unter den Bedingungen der Knappheit [...]“ (Rational Choice, S.34) zu betrachten ist. Dabei definiert er Knappheit, als die „[...] Differenz zwischen Bedürfnis und den Möglichkeiten ihrer Befriedigung […]“ (ebenda). Bezieht man dies auf die Bildung, so lässt sich sagen, dass wie bereits in vorherigen Kapiteln beschrieben, das Bedürfnis für eine höhere Bildung auch in unteren Schichten bzw. innerhalb der Migrantengruppen vorhanden ist, jedoch oft aufgrund von Ressourcen nicht in gleicherweise befriedigt werden kann, wie beispielsweise bei Familien ohne Migrationshintergrund.
Einerseits kann dies am Einkommen liegen, denn nach Kunz beschränkt das verfügbare Einkommen in vielen Fällen die Befriedigung der Bedürfnisse (Vgl. ebenda). Diesen Punkt nennen auch Popp und Krug in ihren Ausführungen, dort heißt es, dass Einkommensarmut sich negativ auf den Bildungserfolg der Kinder auswirkt (Vgl. Soziale Herkunft und Bildungsziele von Jugendlichen im Armutsbereich). Dies ist oft in Familien mit Migrationshintergrund der Fall. Insbesondere Familien die sich in der ersten Generation in Deutschland befinden haben Schwierigkeiten einen adäquaten Job mit ausreichendem Lohn zu bekommen, Sprachschwierigkeiten und nicht anerkannte Bildungsabschlüsse können hier für die Ursache sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Bildungsungleichheit bei Kindern mit Migrationshintergrund ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie die verwendeten theoretischen Ansätze.
2. Überblick über die Bevölkerung mit Migrationshintergrund: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur Zusammensetzung und räumlichen Verteilung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland.
3. Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt beleuchtet empirische Befunde zu schulischen Leistungen unter Berücksichtigung regionaler Herkunft und geschlechtsspezifischer Rollenmuster.
4. Erklärungsansätze: Hier werden die beobachteten Bildungsunterschiede durch die Brille der Rational Choice Theorie sowie des konflikttheoretischen Ansatzes soziologisch analysiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass trotz positiver Tendenzen weiterhin erhebliche Barrieren für Kinder mit Migrationshintergrund im Bildungssystem bestehen.
Schlüsselwörter
Bildungserfolg, Migrationshintergrund, Rational Choice Theorie, Konflikttheorie, Bildungsungleichheit, Schulabschluss, Migration, Bildungssoziologie, Geschlechterrollen, Sprachkenntnisse, Ressourcen, Sozialisationsbedingungen, Deutschland, Bildungsbeteiligung, soziale Herkunft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Hintergründe und theoretischen Erklärungen für die oft schlechteren Bildungsergebnisse von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der statistischen Bestandsaufnahme der Migrationsbevölkerung, dem Vergleich nach regionaler Herkunft sowie der Analyse geschlechtsspezifischer Leistungsunterschiede.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Disparitäten im Bildungserfolg zu identifizieren und diese anhand soziologischer Theorien zu erklären, um ein besseres Verständnis für die Ursachen der Bildungsungleichheit zu entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien sowie statistischer Daten, um die theoretischen Ansätze mit der empirischen Realität zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Bevölkerung mit Migrationshintergrund, eine Analyse der Bildungsunterschiede und eine theoretische Fundierung durch die Rational Choice Theorie und den konflikttheoretischen Ansatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, Rational Choice, soziale Ressourcen, geschlechtsspezifische Bildungsunterschiede und das deutsche Schulsystem.
Warum schneiden Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund laut der Rational Choice Theorie oft schlechter ab?
Die Theorie erklärt dies mit dem Kosten-Nutzen-Kalkül von Familien, wobei aufgrund knapper Ressourcen (Einkommen, Zeit) häufiger in den frühen Berufseinstieg statt in eine längere, kostenintensive schulische Ausbildung investiert wird.
Welche Rolle spielt das kulturelle Kapital bei der konflikttheoretischen Betrachtung?
Der konflikttheoretische Ansatz verdeutlicht, dass das deutsche Bildungssystem an einer "Elitekultur" orientiert ist; Familien, die dieses kulturelle Kapital (Wissen über Schulwege, Sprache) nicht besitzen, haben strukturelle Nachteile beim Erreichen von Bildungsabschlüssen.
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- Chantal Dierks (Author), 2014, Ethnischer Hintergrund und Bildungserfolg aus der Rational Choice- und der konflikttheoretischen Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384467