Das Entstehen und Erstarken des Bürgertums als gesellschaftliche Gruppe im 19. Jahrhundert


Hausarbeit, 2015

13 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Forschungsstand und Quellenlage
1.3. Argumentation und Aufbau der Arbeit

2. Die Entstehung des Bürgertums- Begriffserklärung-
2.1. Gesellschaftliche Gruppierungen und deren Aufgaben
2.2. Repräsentation des Bürgertums im 19. Jahrhundert

3. Die Wende in der bürgerlichen Gesellschaft

4. Fazit

5. Anhang
5.1. Literaturverzeichnis
5.2. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Was war das 19. Jahrhundert? Dieses 19. Jahrhundert erscheint als Zeitalter der Bewegung und des Wandels, und seine Eigenart besteht gerade in der Dynamik der historischen Veränderungsprozesse.[1] Das 19. Jahrhundert erstreckt sich in der Geschichtswissenschaft von der Französischen Revolution 1789 bis zum Ersten Weltkrieg 1914.[2] Darüber hinaus lässt sich das lange 19. Jahrhundert deutlich von einem kurzen 20. Jahrhundert differenzieren. Ein wichtiges Merkmal des 19. Jahrhunderts war der große Einfluss der bürgerlichen Gesellschaft. Die besondere Einflussnahme dieser sozialen Gruppe trat im 20. Jahrhundert stark in den Hintergrund. Infolge der Weltwirtschaftskrise (1929-1932) kam es zu einer radikalen Entbürgerlichung in der Gesellschaft.[3]

1.1. Fragestellung

Charakteristisch für dieses Jahrhundert ist die politische und gesellschaftliche Umgestaltung, die vor allem von einer sich neu herausbildenden sozialen Schicht des Bürgertums vorangetrieben wurde. In der Geschichtswissenschaft wird das 19. Jahrhundert deswegen oft das Jahrhundert des Bürgertums genannt.[4] In meiner Hausarbeit soll nicht primär das 19. Jahrhundert als Epoche abgehandelt werden, sondern die zentrale Frage lautet: Wie, wann und warum kam es zum Entstehen und Erstarken des Bürgertums als gesellschaftliche Gruppe? Hierzu soll die Entwicklung vom Stadtbürgertum in der Frühen Neuzeit über die Kultur des Wirtschafts- und Bildungsbürgertums bis zur Bürgergesellschaft genau analysiert werden.[5] Dabei soll anhand unterschiedlicher Begriffserklärungen der unscharfe Bürgerbegriff dargelegt werden. Zusätzlich sollen für das Entstehen und das Erstarken des Bürgertums Rückschlüsse aus der Antike, dem Mittelalter und der Aufklärung gezogen werden. Denn die Wurzeln des Bürgertums finden sich in der Antike, im Mittelalter und in der Aufklärung.[6]

1.2. Forschungsstand und Quellenlage

Wie die Fragestellung bereits impliziert, ist das 19. Jahrhundert das "Jahrhundert des Bürgertums". Da die gesellschaftlichen Veränderungen durch das Bürgertum in so großem Umfang geprägt wurden, existiert eine Reihe von Literatur, die sich gezielt mit der bürgerlichen Emanzipation im 19. Jahrhundert auseinander setzt. Es ist durch das vielfältige literarische Angebot nicht leicht, eine geeignete Literaturauswahl zu treffen, die sich darüber hinaus speziell auf das Thema der Entstehung des Bürgertums im 19. Jahrhundert konzentriert. Die Auswahl der Literatur und Quellen ist von der Absicht bestimmt, unterschiedliche Standpunkte heranzuziehen. Die Werke, auf denen meine Hausarbeit beruht, sind im Literatur- und Quellenverzeichnis aufgelistet. Im Folgenden erkläre ich einige Werke meiner Literaturauswahl in groben Zügen. Franz J. Bauer thematisiert in seinem Werk[7] die Gründe für die Dominanz des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Das Buch "Blütezeit des Bürgertums" von Gunilla-Friederike Budde[8] widmet sich dem Ursprung des Bildungs- und Wirtschaftsbürgertums in der Frühen Neuzeit. Das Werk "Größe und Versagen des deutschen Bürgertums" von Wilhelm Mommsen[9] beschäftigt sich intensiv mit guten und schlechten Seiten des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Das Buch "Empirische Sozialforschung" von Andreas Diekmann[10] ist zwar als Soziologielektüre herausgegeben worden, beinhaltet jedoch Aussagen, die zum Thema meiner Hausarbeit passen. So bietet dieses Buch Informationen zur Wende in der bürgerlichen Gesellschaft im 19. Jahrhundert. Die Werke "Bürger und Bürgerlichkeit im 19. Jahrhundert"[11] sowie "Das lange 19. Jahrhundert. Arbeit, Nation und bürgerliche Gesellschaft" von Jürgen Kocka[12] enthalten eine ausführliche Beschreibung der Entwicklungsphasen des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Diese Beschreibung verdeutlicht gut die Repräsentation des Bürgertums zur damaligen Zeit. Lothar Gall[13] und Michael Schäfer[14] diskutieren in ihren Werken über eine zweckmäßige Definition des Begriffs "Bürgertum". Hierbei werden verschiedene Dimensionen des Begriffs "Bürgertum" wie traditioneller Stadtbürger, sozialelitärer Bourgeois und staatsbürgerlicher Citoyen genannt. Einen fundierten Überblick über die Gruppierungen des Bürgertums sowie den gesellschaftlichen Wandel im 19. Jahrhundert liefert Christoph Nonn in seinem Werk "Das 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert".[15] Jürgen Osterhammel bezeichnet in seinem Buch "Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts"[16] das 19. Jahrhundert als ein Jahrhundert der Emanzipation und erläutert im Einzelnen die Aufgaben des Bürgertums. Der Autor Andreas Schulz[17] erklärt im Gegensatz zu den anderen Autoren die Entstehungsbedingungen des Bürgertums mit Hilfe von Quellenangaben. Zudem geht er auf die Sozialisation in der bürgerlichen Familie ein, die ebenfalls einen differenzierten Einblick in das Bürgertum des 19. Jahrhunderts zulässt. Außerdem ist das Internet durchaus hilfreich. Denn auf vielen wissenschaftlich fundierten Seiten wird das Erstarken des Bürgertums als gesellschaftliche Gruppe im 19. Jahrhundert intensiv behandelt. Es handelt sich dabei meist um spezielle Fachpublikationen der Bundeszentrale für politische Bildung[18] [19] oder von historischen Instituten der Universitäten.[20] Weiterhin habe ich das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten[21] und Stenographische Berichte[22] als Quelle hinzugezogen, um einen authentischen Eindruck vom damaligen Rechtssystem (1794 und 1881) zu vermitteln. Diese Berichte dokumentieren hervorragend die Wende in der bürgerlichen Gesellschaft, die sich im Laufe des 19. Jahrhunderts vollzogen hat. Dadurch wird deutlich, wie sehr sich die rechtliche Stellung des Bürgertums im Verlauf des 19. Jahrhunderts verändert hat.

1.3. Argumentation und Aufbau der Arbeit

Nach den einleitenden Bemerkungen des ersten Kapitels wird im zweiten Kapitel veranschaulicht, wie das Bürgertum unterteilt werden kann und wie es entstanden ist. Dies soll unter anderem in Form einer Begriffserklärung erfolgen. Nachfolgend soll ein Überblick über die gesellschaftlichen Gruppierungen und deren Aufgaben (2.1.) im 19. Jahrhundert gegeben werden. Danach soll die Repräsentation des Bürgertums im 19. Jahrhundert (2.2.) abgehandelt werden, wie das Bürgertum begann, sich zu emanzipieren und seinen Einflussbereich zu erweitern.[23] Anschließend wird im dritten Kapitel die Wende in der bürgerlichen Gesellschaft im 19. Jahrhundert dargelegt. Hierzu zählt eine umfassende Argumentation, warum die bürgerliche Klasse im 19. Jahrhundert in weiten Bereichen von Politik und Gesellschaft federführend[24] war.

[...]


[1] Bauer, Franz J: Das "lange" 19. Jahrhundert (1789-1917). Profil einer Epoche, Stuttgart 2004, S. 25.

[2] Munzert, Anke: Lehrstuhl für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, unter http://www.histinst.uni-jena.de (abgerufen am 01.08.2015).

[3] Osterhammel, Jürgen: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009, S. 1081 und 1082.

[4] http://www.bpb.de/.../buerger-und-buergerlichkeit-im-wandel (abgerufen am 23.09.2015 und 20.10.2015).

[5] Kocka, Jürgen: Das lange 19. Jahrhundert. Arbeit, Nation und bürgerliche Gesellschaft. In: Kocka, Jürgen (Hrsg.): Das lange 19. Jahrhundert, Stuttgart 2001, S. 113.

[6] Kocka, Jürgen: Bürger und Bürgerlichkeit im 19. Jahrhundert, Göttingen 1987, S. 21.

[7] Bauer, Franz J: Das "lange" 19. Jahrhundert (1789-1917). Profil einer Epoche, Stuttgart 2004, S. 25- 30.

[8] Budde, Gunilla-Friederike: Blütezeit des Bürgertums, Darmstadt 2009, S. 8- 11.

[9] Mommsen, Wilhelm: Größe und Versagen des deutschen Bürgertums, München 1964, S. 20f. und S. 175f.

[10] Diekmann, Andreas: Empirische Sozialforschung. 8 aktual. Auflage, Stuttgart 2014, S. 99 und S. 109.

[11] Kocka, Jürgen: Bürger und Bürgerlichkeit im 19. Jahrhundert, Göttingen 1987, S. 22f. und S. 24f.

[12] Kocka, Jürgen: Das lange 19. Jahrhundert. Arbeit, Nation und bürgerliche Gesellschaft. In: Kocka, Jürgen (Hrsg.): Das lange 19. Jahrhundert, Stuttgart 2001, S. 113.

[13] Gall, Lothar: Bürgertum in Deutschland, München 1991, S. 382. Gall, Lothar: Von ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft, München 1992, S. 6, S. 9 und S. 28.

[14] Schäfer, Michael: Geschichte des Bürgertums, Köln/Weimar/Wien 2009, S. 115f.

[15] Nonn, Christoph: Das 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert. 3. Auflage, Paderborn 2014, S. 98-106.

[16] Osterhammel, Jürgen: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009, S. 1297.

[17] Schulz, Andreas: Lebenswelt und Kultur des Bürgertums im 19. und 20. Jahrhundert, München 2014, S. 3.

[18] http://www.bpb.de/../buerger-und-buergertum-im-wandel (abgerufen am 23.09.2015).

[19] http://www.bpb.de/.../buergerliche-kultur-und-ihre-reformbewegungen (abgerufen am 09.01.2015 und 15.01.2015).

[20] Munzert, Anke: Lehrstuhl für Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, unter http://www.histinst.uni-jena.de (abgerufen am 09.12.2014).

[21] Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten, 1794, hgg. Hattenbauer, H. und Bernert, G., Frankfurt a. M. 1994 (Sign. Be 14).

[22] Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Reichtags. 4. Legislaturperiode, IV. Session, Bd. 3, Berlin 1881, S. 288.

[23] Gall, Lothar: Bürgertum in Deutschland, München 1991, S. 382.

[24] Schäfer, Michael: Geschichte des Bürgertums, Köln/Weimar/Wien 2009, S. 115f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Entstehen und Erstarken des Bürgertums als gesellschaftliche Gruppe im 19. Jahrhundert
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Institut der RWTH Aachen)
Note
3,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V384468
ISBN (eBook)
9783668606050
ISBN (Buch)
9783668606067
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehen, erstarken, bürgertums, gruppe, jahrhundert
Arbeit zitieren
Julia Engels (Autor), 2015, Das Entstehen und Erstarken des Bürgertums als gesellschaftliche Gruppe im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384468

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