Dies ist der 2. Band des Großen Fürstenlexikons.
Er enthält alle neun Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und ihre Oberhäupter. Abgerundet werden die Fürstenbiografien durch informative Tabellen und Stammtafeln.
Das Wort Kur oder Kür stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet Wahl. Das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) kannte zunächst sieben, dann neun und seit 1803, also erst am Ende des Alten Reiches, zehn solcher Wahlfürsten. Diese hatten jedoch nicht nur das Recht, den römischen König, wie der deutsche Herrscher hieß, zu wählen, sondern sie trugen im Laufe der Zeit auch die Gesamtverantwortung für das Reich mit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Die Kurfürsten im Gefüge des Reiches
1. Köln (795-1801)
2. Mainz (746-1813)
3. Trier (809-1803)
4. Bayern
5. Böhmen
6. Brandenburg/Preußen
7. Braunschweig-Lüneburg-Hannover (1692-1866)
8. Pfalz/bei Rhein
9. Sachsen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit "Das große Fürstenlexikon, Band 2" verfolgt das Ziel, eine umfassende Übersicht der neun Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Zeitraum von 1356 bis 1806 zu bieten. Sie untersucht die historische Entwicklung, die Ämter und die Biografien der jeweiligen Kurfürsten und Herrscher in den bedeutenden Territorien des Reiches.
- Historische Entwicklung der Kurwürde und des Wahlgremiums
- Detaillierte biografische Abrisse der geistlichen und weltlichen Kurfürsten
- Darstellung der verschiedenen Territorialherrschaften (Köln, Mainz, Trier, Bayern, Böhmen, Brandenburg, Hannover, Pfalz, Sachsen)
- Erläuterung der spezifischen Reichsämter und ihrer Bedeutung
- Genealogische und herrschaftsgeschichtliche Einordnung der Dynastien
Auszug aus dem Buch
Einleitung: Die Kurfürsten im Gefüge des Reiches
Das Wort Kur oder Kür stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet Wahl. Das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) kannte zunächst sieben, dann neun und seit 1803, also erst am Ende des Alten Reiches, zehn solcher Wahlfürsten. Diese hatten jedoch nicht nur das Recht, den römischen König, wie der deutsche Herrscher hieß, zu wählen, sondern sie trugen im Laufe der Zeit auch die Gesamtverantwortung für das Reich mit. Kurfürsten waren:
Dabei ist umstritten, wann dieses Wahlgremium entstand. Hier gibt es verschiedene Daten, die für das Auftauchen der Kurfürsten in Frage kommen. Die Königswahl durch eine bestimmte Gruppe von Fürsten, nämlich die Herzöge der einzelnen Stammesherzogtümer, aus denen das 843 entstandene Ostfränkische Reich bestand (Sachsen, Franken, Bayern, Lothringer, Schwaben), ist für das Jahr 911 verbürgt. Genannt wird aber auch das Jahr 1198, als sich aus der Doppelwahl des Staufers Philipp gegen den Welfen Otto IV. eine verhängnisvolle und lang andauernde Reichskrise, der Deutsche Thronstreit (1198-1208), entwickelte.
Vielleicht leiteten die Kurfürsten ihr Wahlrecht aber schon früher aus ihren Ämtern ab, die sie traditionell am Königshof innehatten (Erzmundschenk, Erzkämmerer, Erzschatzmeister, Erzbannerträger sowie drei Erzkanzler für Deutschland, Italien und Burgund). Hier spricht die Forschung dann von der so genannten „Erzämtertheorie“. Als drittes käme in Betracht, dass jene Fürsten ihr Recht zur Königswahl schlicht aus der Vornehmheit ihrer eigenen Familie herleiteten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Begriff Kurfürst schon im 13. Jahrhundert im so genannten „Sachsenspiegel“, dem berühmten Rechtsbuch des Ritters Eike von Repgow, auftauchte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Kurfürsten im Gefüge des Reiches: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft der Kurwürde, die Entstehung des Wahlgremiums und die historische Entwicklung der Kurfürsten als Träger der Reichsverantwortung.
1. Köln (795-1801): Dieses Kapitel widmet sich den Erzbischöfen von Köln, die als Erzkanzler des Reiches für Italien fungierten, und skizziert deren historisches Wirken.
2. Mainz (746-1813): Hier werden die Erzbischöfe von Mainz behandelt, die als Erzkanzler des Reiches bzw. für Deutschland eine zentrale politische Rolle einnahmen.
3. Trier (809-1803): Dieses Kapitel porträtiert die Erzbischöfe von Trier, die als Erzkanzler des Reiches für Burgund agierten.
4. Bayern: Es erfolgt eine detaillierte Auflistung und Biografie der Herzöge von Bayern, unterteilt in die verschiedenen Linien und Teilherzogtümer des Hauses Wittelsbach.
5. Böhmen: Dieses Kapitel dokumentiert die Geschichte der Herrscher von Böhmen von den Premysliden bis zur Zeit der Habsburger.
6. Brandenburg/Preußen: Darstellung der Markgrafen und späteren Kurfürsten von Brandenburg und Könige in bzw. von Preußen unter den verschiedenen Dynastien.
7. Braunschweig-Lüneburg-Hannover (1692-1866): Überblick über die welfischen Kurfürsten und Könige dieses Territoriums.
8. Pfalz/bei Rhein: Zusammenfassung der Pfalzgrafen bei Rhein und Kurfürsten von der Pfalz unter den Wittelsbachern.
9. Sachsen: Biografische Übersicht der Markgrafen von Meißen, Kurfürsten und Könige von Sachsen aus dem Hause Wettin.
Schlüsselwörter
Heiliges Römisches Reich, Kurfürsten, Reichswahl, Kurfürstentum, Wittelsbacher, Hohenzollern, Wettiner, Reichsämter, Goldene Bulle, deutsche Geschichte, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Territorium, Erzkanzler, Geschichte der Kurfürstentümer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Das Buch bietet ein biografisches Lexikon der Kurfürsten und bedeutenden Herrscher der neun wichtigsten Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches zwischen 1356 und 1806.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die genealogische Entwicklung, die Ämter der Kurfürsten, deren politische Bedeutung im Reich sowie ihre Rolle in der jeweiligen Landesgeschichte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, eine strukturierte und kompakte Übersicht über die Biografien der Entscheidungsträger des Reiches zu liefern, um historische Kontinuitäten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine lexikalische Aufarbeitung, die historische Daten, Regierungszeiten und biografische Eckpunkte systematisch zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die einzelnen Territorien, wobei für jedes Fürstentum eine Liste der Herrscher und deren Kurzbiografien präsentiert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kurfürsten, Heiliges Römisches Reich, Wittelsbacher, Wettiner, Hohenzollern, Geschichte, Biografien, Reichswahl.
Welche Bedeutung haben die im Buch behandelten Reichsämter?
Die Ämter wie Erzkanzler, Erztruchsess oder Erzmarschall waren eng mit der Kurwürde verknüpft und definierten die zeremonielle und administrative Stellung der Fürsten im Reich.
Warum spielt die Goldene Bulle von 1356 eine so große Rolle?
Die Goldene Bulle ist das zentrale Verfassungsdokument, das die Rechte und Pflichten der Kurfürsten und den Wahlmodus für das Kaisertum bis zum Ende des Reiches rechtlich festschrieb.
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- Konstantin Noack (Autor:in), 2017, Die neun Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384498