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Eine regimetheoretische Analyse des Kyoto-Protokolls

Title: Eine regimetheoretische Analyse des Kyoto-Protokolls

Essay , 2014 , 8 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Horch (Author)

Politics - Environmental Policy
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Die klimatischen Bedingungen unserer Umwelt befinden sich im Wandel, wobei der Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen in weiten Teilen unseres Planeten den grundlegenden Anstoß bildet. Diese Veränderungen manifestieren sich unter anderem durch weltweit beobachtbare Zunahme von extremen Klimaereignissen, wie einer zunehmenden Anzahl schwerer Regenfälle, Überschwemmungen, Vergrößerung der Wüstengebiete, längerer Trockenphasen, Rückgang der Eismassen in Gletscher- und Polarregionen, Anstieg des Meeresspiegels und einer Verschiebung von Klimazonen. Als Ursache für diese Phänomene ist auf der einen Seite das natürliche Durchlaufen verschiedener Klimaphasen zu identifizieren, auf der anderen Seite die seit der Industrialisierung steigenden Mengen an Treibhausgasen (THG), die als Nebenprodukt des menschlichen Wirtschaftens in die Atmosphäre abgesondert werden.

Auf Basis dieser Erkenntnisse ergab sich für die internationale Staatengemeinschaft eine Problemstellung, deren Auswirkungen langfristig jeder Staat ausgesetzt sein wird, gleichwohl ob er am Ausstoß von THG maßgeblich beteiligt ist oder nicht. Weiterhin bedeutet dies auch, dass nicht nur die Staaten, die als Verursacher auftreten, Interesse an einer Lösung dieses Problems haben, vielmehr wird die gesamte Menge aller Staaten eine Abwendung der negativen Folgen des Klimawandels bewirken wollen wird und damit zu einem Teil ihrer internationalen Politik machen.

Als direkte Manifestation dieser Interessenlage entstanden im vergangenen zwanzigsten Jahrhundert, nach der ersten Weltklimakonferenz im Jahr 1979, eine Reihe an internationalen Organisationen, Abkommen und Institutionen, welche mit dem zentralen Ziel eingerichtet wurden, sich unter anderem mit Fragen des Klimawandels zu befassen, so zum Beispiel das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und die daraus entstandene Klimarahmenkonvention UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) (UNFCCC 2013). Jedoch wurde nach Verabschiedung einer Rahmenkonvention erst einige Jahre später mit dem Kyoto-Protokoll 1997 eine Übereinkunft getroffen, welche sich konkret mit der Beschränkung des Ausstoßes von THG und hierfür angesetzten Zeitrahmen auseinandersetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Regimetheorie

3. Das Kyoto-Protokoll

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Kyoto-Protokoll unter Anwendung der regimetheoretischen Analyse, um zu ergründen, wie internationale Kooperation in Anbetracht globaler Umweltprobleme und komplexer Interdependenzen zwischen souveränen Staaten initiiert und stabilisiert werden kann.

  • Analyse der Regimetheorie als neoinstitutionalistischer Erklärungsansatz
  • Untersuchung der Rolle von internationalen Institutionen und Regimen
  • Verringerung von Transaktionskosten durch internationale Vereinbarungen
  • Mechanismen zur Steigerung der Erwartungsverlässlichkeit
  • Anwendung der Theorie auf das Kyoto-Protokoll

Auszug aus dem Buch

2. Regimetheorie

Als Theorie, die in einem Bereich zwischen Neorealismus und Liberalismus entstanden ist, versucht die Regimetheorie als Theorie des Neoinstitutionalismus die bedeutende Rolle von Institutionen in zwischenstaatlicher Kooperation hervorzuheben. Gerade nachdem die schwächer werdende Vormachtstellung der Vereinigten Staaten (USA) nach 1970 nicht zu den durch den Neorealismus angestellten Vorhersagen über die Entwicklung der Rolle internationaler Institutionen führte, trat die neoinstitutionalistische Regimetheorie an dieser Stelle in die Diskussion. Sie beschreibt und analysiert die nicht nur weiter bestehenden, sondern auch an Einfluss gewinnenden internationalen Institutionen und Regime, als auch die wachsenden Interdependenzbeziehungen zwischen und warum Kooperation in einer Welt weiterhin stattfindet, in der die USA keine hegemoniale Stellung mehr einnehmen (Keohane 1984, S. 33f; Milner und Moravcsik 2009, S.3f; Zangl 2010, S. 131f). Hierbei agieren Staaten als rationale Nutzenmaximierer in einem System internationaler Anarchie (Herbert 1996, S. 224).

Die grundlegenden Fragestellungen, mit denen sich die Regimetheorie befasst, ergeben sich aus den Fragen, wie sich internationale Regime definieren, wie die Bildung dieser zwischen Staaten mit unterschiedlichen Interessenlagen gelingen kann und auf welche Wirkung sie entfalten.

Regime stellen grundsätzlich einen Teilbereich internationaler Institutionen dar und unterscheiden sich von der klassischen Definition dieser Institutionen dadurch, dass ihnen keine Akteursqualität zugeordnet wird. Dies bedeutet, dass Regime anders als klassische internationale Institutionen sich nicht durch ein materielles Auftreten in Form von etwa einem Hauptquartier und angestelltem Personal und damit eigenständige Handlungsfähigkeit kennzeichnen. Sie stellen vielmehr einen Verbund an Prinzipien, Normen und Regeln dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Herausforderung des Klimawandels und stellt die Forschungsfrage, wie das Kyoto-Protokoll als internationales Abkommen regimetheoretisch zu erklären ist.

2. Regimetheorie: Dieses Kapitel definiert die Regimetheorie als neoinstitutionalistischen Ansatz und erläutert, wie Regime durch die Reduktion von Transaktionskosten und die Schaffung von Erwartungsverlässlichkeit zwischenstaatliche Kooperation in einem anarchischen System ermöglichen.

3. Das Kyoto-Protokoll: Hier wird die Regimetheorie auf das Kyoto-Protokoll angewendet, wobei Mechanismen wie der Emissionsrechtehandel und die "Joint Implementation" als Mittel zur Erwartungsverlässlichkeit analysiert werden.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Kyoto-Protokoll erfolgreich als internationales Regime zur Senkung von Transaktionskosten fungiert, jedoch noch Herausforderungen hinsichtlich effektiver Sanktionsmechanismen bestehen.

Schlüsselwörter

Kyoto-Protokoll, Regimetheorie, internationale Kooperation, Klimawandel, Treibhausgase, Neoinstitutionalismus, Transaktionskosten, Erwartungsverlässlichkeit, Interdependenz, Emissionsrechtehandel, internationale Institutionen, Umweltschutz, rationale Akteure, Sanktionsmechanismen, UNFCCC.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Kyoto-Protokoll mithilfe der Regimetheorie, um zu verstehen, warum und wie Staaten trotz des "Gefangenendilemmas" im Bereich des globalen Klimaschutzes international kooperieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der internationalen Klimapolitik, der Theorie der internationalen Beziehungen, speziell dem Neoinstitutionalismus, sowie der Struktur und Funktionsweise des Kyoto-Protokolls.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Zustandekommen und den Aufbau des Kyoto-Protokolls regimetheoretisch zu begründen und aufzuzeigen, welchen Beitrag das Protokoll zur Erleichterung zwischenstaatlicher Kooperation leistet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine regimetheoretische Analyse, bei der theoretische Konzepte der internationalen Beziehungen (wie Kosten-Nutzen-Relationen rationaler Akteure) auf ein konkretes politisches Instrument angewandt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Regimetheorie und deren praktische Anwendung auf das Kyoto-Protokoll, insbesondere im Hinblick auf die Mechanismen zur Emissionsreduktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die zentralen Begriffe sind Regimetheorie, Kyoto-Protokoll, internationale Kooperation, Transaktionskosten und Erwartungsverlässlichkeit.

Warum spielt die Senkung von Transaktionskosten eine so wichtige Rolle im Kyoto-Protokoll?

Die Senkung von Transaktionskosten macht Kooperation für Staaten attraktiver, da ein formaler Rahmen Verhandlungen vereinfacht und wiederholte, kostspielige Neuaushandlungen überflüssig macht.

Welche Bedeutung haben die in der Arbeit genannten Mechanismen wie der "Clean Development Mechanism"?

Diese Mechanismen dienen als Instrumente zur Erwartungsverlässlichkeit, da sie durch zertifizierte Emissionsreduktionen eine messbare und kontrollierbare Einhaltung der vereinbarten Klimaziele ermöglichen.

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Details

Title
Eine regimetheoretische Analyse des Kyoto-Protokolls
College
University of Bamberg
Grade
1,0
Author
Christian Horch (Author)
Publication Year
2014
Pages
8
Catalog Number
V384508
ISBN (eBook)
9783668623224
ISBN (Book)
9783668623231
Language
German
Tags
Regimetheorie IB Internationale Beziehungen Regime Spieltheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Horch (Author), 2014, Eine regimetheoretische Analyse des Kyoto-Protokolls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384508
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