Die Polizeiarbeit und besonders die Aus- und Weiterbildung von Einsatzkräften sind aufgrund der sich stetig ändernden gesellschaftlichen Parameter konstanter Entwicklung unterworfen. Bei ethnischer Diskriminierung und der verstärkten Konfrontation mit Minderheiten handelt es sich um kein neues Phänomen; dennoch bietet sich im aktuellen Kontext der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung die Gelegenheit, den Stellenwert interkulturellen Kompetenzerwerbs in der Polizeiausführung zu hinterfragen.
Es ist unstrittig, dass die Vermittlung interkultureller Kompetenzen für den Polizeidienst heute unabdingbar ist – jedoch verbirgt sich hier Potenzial für eine Evaluation des bisherigen Erfolgs dieser Kompetenzvermittlung und der Qualität der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Institutionen zur Bekämpfung von Unverständnis und Diskriminierung zwischen verschiedenen Kulturen. Im Rahmen der gemeindeorientierten Polizeiarbeit (community policing) müssen Fortbildungsmaßnahmen angestrebt werden, um das Zusammenwirken von Beamten und gesellschaftlichen Fraktionen zu erleichtern und Konflikte, die durch mangelndes Verständnis zustande kommen, zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund soll Hofstedes Text analysiert werden, um zu Schlussfolgerungen für den Polizeialltag in Zeiten wachsender Globalisierung und Migration zu gelangen. Anders als bei einer bloßen Analyse gilt es hier den Ausgangstext für eine wissenschaftliche Nutzung aufzuarbeiten. Daher soll nicht lediglich die Argumentation des Autors nachvollzogen werden, sondern auch nützliche Zitate, Definitionen oder Abbildungen herausgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Exzerpt
2.1. Zusammenfassung
2.2. Fragestellung
2.3. Analyse und Argumentation
3. Interpretation und Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Geert Hofstedes Theorie der mentalen Programmierung auseinander, um deren Relevanz für die praktische Polizeiarbeit in einem zunehmend von Globalisierung und Migration geprägten gesellschaftlichen Umfeld zu untersuchen und daraus Handlungsansätze abzuleiten.
- Kulturelle Prägung und mentale Programmierung nach Geert Hofstede
- Die drei Ebenen der Einzigartigkeit: Menschliche Natur, Kultur und Persönlichkeit
- Manifestation kultureller Unterschiede durch Symbole, Helden, Rituale und Werte
- Relevanz interkultureller Kompetenz im polizeilichen Einsatzalltag
- Notwendigkeit systematischer Fortbildung zur Konfliktvermeidung und Integration
Auszug aus dem Buch
2.3. Analyse und Argumentation
Hofstede beginnt seine Ausführungen mit einem Auszug aus Reginald Roses Kammerstück Die Zwölf Geschworenen (1955), dessen Verfilmung bis heute aus soziologisch-psychologischer Sicht zur Veranschaulichung gruppendynamischer Verhaltensprozesse herangezogen wird (Bornstein 2012). In dieser Szene zeigt sich die sich emotional verschärfende Situation zwischen den Jurymitgliedern, die einstimmig über die Schuld eines aus einem sozialen Brennpunkt stammenden Angeklagten entscheiden müssen. Geschworener Nr. 11, ein Uhrmacher mitteleuropäischer Abstammung wird von Geschworenem Nr. 10, einem rassistischen Tankstellenbetreiber für seine höfliche Ausdrucksweise verspottet.
10th juror: (interrupting and mimicking) What are you so goddam polite about?
11th juror: (looking straight at the 10th juror)
For the same reason you’re not. It’s the way I was brought up.
Dieser kurze Schlagabtausch belegt Hofstedes zentrale These: Alle Menschen (ob in ihrer Rolle als Individuum oder als Mitglied einer sozialen Gruppe oder Nation) tragen in sich unlöschbare Verhaltensmuster [“an indelible pattern of behaviour”, vgl. Hofstede 2003, 3] und bergen durch diese Unterschiede im Denken, Fühlen und Handeln Konfrontationspotenzial im Umgang miteinander. Hofstede überträgt diese Situation auf einen breiteren Zusammenhang und legt am Beispiel aktueller Konflikte die Notwendigkeit dar, zur Lösung gemeinsamer Probleme zusammenzuarbeiten, um getroffene Entscheidungen erfolgreich zu implementieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den theoretischen Hintergrund der Publikation von Geert Hofstede und stellt den Autor als Experten für interkulturelle Studien vor.
2. Exzerpt: Dieser Abschnitt fasst die Kernaussagen zur mentalen Programmierung zusammen, hinterfragt die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz im Polizeidienst und analysiert Hofstedes Argumentation anhand von Fallbeispielen und kulturellen Manifestationen.
3. Interpretation und Fazit: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit dem realen Polizeialltag und betont die Dringlichkeit gezielter Fortbildungsmaßnahmen angesichts gesellschaftlicher Veränderungen.
Schlüsselwörter
Hofstede, Mentale Programmierung, Interkulturelle Kompetenz, Kultur, Sozialpsychologie, Polizeiarbeit, Gemeinschaft, Verhaltensmuster, Werte, Symbole, Helden, Rituale, Migration, Konfliktvermeidung, Wertesysteme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die Theorie der mentalen Programmierung von Geert Hofstede und untersucht deren Bedeutung für die Bewältigung interkultureller Herausforderungen in der modernen Polizeiarbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der kulturellen Prägung des Menschen, der Definition von Kultur nach Hofstede, der Unterscheidung von Werten und Normen sowie der praktischen Anwendung dieser Erkenntnisse im Polizeidienst.
Was ist das Hauptziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den theoretischen Ausgangstext für die Polizeiarbeit nutzbar zu machen, um durch interkulturelle Kompetenz Missverständnisse und Eskalationen in einem diverser werdenden sozialen Umfeld zu minimieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, die Hofstedes Konzepte reflektiert und in den Kontext der polizeilichen Aus- und Weiterbildung sowie aktueller gesellschaftspolitischer Ereignisse setzt.
Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?
Im Hauptteil werden die Begriffe mentale Programmierung, kulturelle Ebenen und die Manifestation von Kultur durch Symbole, Helden, Rituale und Werte detailliert erörtert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Mentale Programmierung, Interkulturelle Kompetenz, Kulturelle Manifestation, Wertesysteme und Polizeiliche Ausbildung geprägt.
Wie unterscheidet Hofstede die Begriffe "desirable" und "desired"?
"Desirable" bezeichnet das gesellschaftlich ideelle Wünschenswerte (Tugenden, absolute Normen), während "desired" das praktisch Erwünschte darstellt, welches näher an der individuellen Realität und den tatsächlichen Verhaltensweisen liegt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "Kultur eins" und "Kultur zwei" wichtig?
Die Unterscheidung hilft, zwischen dem klassischen Bildungsbegriff und der sozialanthropologischen Sichtweise (kollektive mentale Programme, die das alltägliche Denken, Fühlen und Handeln steuern) zu trennen, was für das Verständnis von Integration entscheidend ist.
Welche Rolle spielt die Polizei im Kontext der Arbeit?
Die Polizei fungiert als Akteur, der aufgrund des demografischen Wandels und zunehmender Migration vor der Aufgabe steht, interkulturelle Kompetenz als Standard in die Ausbildung zu integrieren, um diskriminierende Strukturen abzubauen.
- Arbeit zitieren
- A. V. A Canetti (Autor:in), 2017, Schlussfolgerungen für den Polizeialltag aus Geert Hofstedes "Cultures and Organizations Intercultural Cooperation and its Importance for Survival, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384509