Von den Kulturpflanzen, welche der Mensch in seiner Geschichte anbaute, ist keine so weit verbreitet wie der Mais - so auch in Afrika. Diese Arbeit versucht zu ergründen, wie und wann der Mais nach Afrika gelangte, sich ausbreitete und für welche Zwecke er genutzt wurde. Die Stärke dieser Nutzung in der zweiten Hälfte des 20. und im frühen 21. Jahrhundert wird durch das Fallbeispiel der Vereinigten Republik Tansania ergründet, ebenso wie die Herausforderungen, vor denen der Maisanbau in der Region steht.
Als handliches Fallbeispiel werden wir uns hierfür nicht nur die Statistiken und Graphen besehen, sondern auch ein wenig in die Kultur des Maises eintauchen, mit anderen Worten werden wir in die Küche gehen. Länderspezifisch bezogen werden wir uns als Fallbeispiel die Vereinigte Republik Tansania ansehen, eines der ärmsten und unterentwickeltesten Länder dieser Welt. Obwohl in Ostafrika gelegen und somit außerhalb des
Fassungsbereichs der erwähnten Mythen ist Mais in Tansania ein wichtiges, wenn nicht gar das wichtigste Nahrungsmittel. Methodologisch gesehen handelt es sich bei dieser Arbeit mehr um eine Literaturarbeit, die bestehende Literatur zusammenführt, verwertet und versucht auf die oben gestellte Forschungsfrage eine Antwort zu finden.
Inhaltsverzeichnis
Von (Mais-)Göttern und Menschen
Methodologie und Forschungsfragen
Wie der Mais nach Afrika kam
Biologie: Was ist Mais?
Die Geschichte des Maises
Maisanbau in Tanzania
Zahlen
Grün revoltierendes Tanzania
Afrikanisches Kochen mit Mais
Von Großkonzernen und Menschen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Verbreitung, die kulturelle Bedeutung und die agrarwirtschaftlichen Auswirkungen des Maisanbaus in Afrika, wobei die Vereinigte Republik Tansania als zentrales Fallbeispiel dient, um die ökonomischen und ökologischen Herausforderungen sowie die Rolle von Kleinbauern im Kontext von Klimawandel und Schädlingsbefall zu beleuchten.
- Historischer Transfer von Mais von Amerika nach Afrika
- Biologische Grundlagen der Kulturpflanze Mais
- Die Rolle des Maisanbaus als Grundnahrungsmittel in Tansania
- Agrarpolitische Herausforderungen (Grüne Revolution, Schädlinge, Bewässerung)
- Kulturelle Verankerung von Mais in der afrikanischen Ernährung
Auszug aus dem Buch
Die Geschichte des Maises
Grundsätzlich, egal welches Maiskorn man in die Hand nimmt, kennt Mais nur einen Vorfahren, welcher vor etwa sieben bis zehn Jahrtausenden kultiviert wurde: Teosinte, ein Süßgras, welches augenscheinlich wenig mit dem modernen Mais gemein hat, doch wo der Unterschied in fünf Genen liegt. Die Domestizierung erfolgte an einem bis jetzt noch unbekannten Ort, doch viele Wissenschaftler gehen vom trockenen Tehuacan-Tal im mexikanischen Bundesstaat Puebla aus, während andere auf die Gebiete der Bundesstaaten Guerrero und Michoacán tippen, wo Teosinte eigentlich herkommt.
Egal wann und wo es jedoch kultiviert wurde, Mais wird als eines der besten Beispiele für Koevolution angesehen: Der Anbauer und der Angebaute entwickelten sich zusammen weiter und schufen eine Symbiose, ein Kulturgut, vielleicht gar eine menschliche Erfindung, wie Arturo Warman es ausdrückt, welches es ohne Menschen nicht geben würde, und Hochkulturen, welches es ohne Mais nicht geben würde.
Die Maya, welche zu den Sternen blickten, arrangierten das Himmelszelt um die Maispflanze und nach ihren Schöpfungsmythen waren sie ebenso von den Göttern aus Maisteig geschaffen worden, wobei die Azteken noch göttliches Blut hinzufügten. Toneuhcayotl nannten die Azteken diesen Maisteig in Nahuatl, ihrer bis heute gesprochenen Sprache, was wörtlich 'unser Fleisch' bedeutet.
Zusammenfassung der Kapitel
Von (Mais-)Göttern und Menschen: Einleitung in die mythologische Bedeutung des Maises und dessen Verbreitungsgeschichte in Westafrika.
Methodologie und Forschungsfragen: Definition der Forschungsfrage zur Herkunft und Nutzung des Maises sowie Vorstellung von Tansania als Fallbeispiel.
Wie der Mais nach Afrika kam: Überblick über die historische Ausbreitung des Maises durch portugiesische und holländische Handelsrouten sowie die Etablierung in verschiedenen Regionen Afrikas.
Biologie: Was ist Mais?: Botanische Beschreibung des Maises, inklusive dessen Anpassung an klimatische Bedingungen und Besonderheiten des C4-Stoffwechsels.
Die Geschichte des Maises: Untersuchung der Ursprünge der Pflanze durch Domestizierung von Teosinte und deren soziokulturelle Bedeutung in präkolumbischen Hochkulturen.
Maisanbau in Tanzania: Analyse der Entwicklung des Maisanbaus in Tansania, statistische Auswertung der Landnutzung und die Problematik von Bewässerung und Bodenerosion.
Zahlen: Statistische Betrachtung der tansanischen Landwirtschaft auf Basis von FAO-Daten zur Ertragslage.
Grün revoltierendes Tanzania: Diskussion über die Auswirkungen der Grünen Revolution, die Problematik von Hybridsaatgut und das Auftreten von Schädlingen wie dem Armeewurm.
Afrikanisches Kochen mit Mais: Untersuchung der kulinarischen Bedeutung des Maises als Grundnahrungsmittel und der kulturellen Etablierung von Gerichten wie Ugali.
Von Großkonzernen und Menschen: Reflexion über die Rolle von Kleinbauern versus Großbetrieben in der tansanischen Agrarwirtschaft.
Schlüsselwörter
Mais, Tansania, Agrarproduktion, Grüne Revolution, Kleinbauern, Ernährungssicherheit, Zea mays, Armeewurm, Koevolution, Landnutzung, Subsistenzwirtschaft, Klimawandel, Ugali, FAOSTAT, Bewässerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die historische Einführung, die biologischen Eigenschaften und die sozioökonomische Bedeutung von Mais in Afrika, mit besonderem Fokus auf die Agrarstruktur Tansanias.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Domestizierung, die klimatischen Voraussetzungen für den Maisanbau, agrarpolitische Prozesse wie die Grüne Revolution und die kulturelle Ernährungspraxis.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Wie und warum kam der Mais nach Afrika und wozu wurde und wird er genutzt?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich primär um eine Literaturarbeit, die existierende Forschungsergebnisse und Statistiken (z.B. FAOSTAT) zusammenführt und auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biologische Einordnung, die historische Verbreitung in Afrika, eine Fallstudie zu Tansania inklusive Landnutzungsstatistiken und eine Analyse agrarwirtschaftlicher Herausforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mais, Tansania, Agrarproduktion, Grüne Revolution, Kleinbauern und Ernährungssicherheit definieren.
Warum ist Mais in Tansania trotz klimatischer Herausforderungen so bedeutend?
Mais hat sich als das wichtigste Grundnahrungsmittel etabliert, das trotz der Anfälligkeit der Pflanze für Trockenheit und Bodenprobleme durch hohe Akzeptanz und breite Anbaumöglichkeiten in bestimmten Regionen das tägliche Leben dominiert.
Welchen Einfluss haben Schädlinge wie der Armeewurm auf die Produktion?
Schädlinge wie der Armeewurm stellen ein erhebliches Risiko für die Ernte dar, was sich in den Produktionsstatistiken deutlich widerspiegelt und die Abhängigkeit von effektiven Bekämpfungsprogrammen und staatlichem Krisenmanagement verdeutlicht.
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- Sebastian Eccius (Author), 2017, Die Geschichte und der Einfluss des Maises in Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384536