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Die römisch-katholische Kirche und ihre ökumenischen Prinzipien

Titel: Die römisch-katholische Kirche und ihre ökumenischen Prinzipien

Seminararbeit , 2017 , 11 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dominik Baumgartner (Autor:in)

Theologie - Systematische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„[…] Christus der Herr hat eine einige und einzige Kirche gegründet, und doch erheben mehrere christliche Gemeinschaften vor den Menschen den Anspruch, das wahre Erbe Jesu Christi darzustellen […]“. Mit diesen Worten beschreiben die Konzilsväter die wahrscheinlich schmerzlichste Kirchenspaltung der Neuzeit im Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio.

Schon im nächsten Satz aber wird dieses historische Faktum als „Schaden für die heilige Sache der Verkündigung des Evangeliums“ eingeordnet und somit zum dringlichen Problem des Zweiten Vatikanischen Konzils erhoben. Der Stellenwert dieses interkonfessionellen Konflikts tritt nicht alleine dadurch deutlich zu Tage, weil dieses Konzil überhaupt einen Text zur ökumenischen Bewegung verfasst, sondern besonders da der programmatische Titel „Wiederherstellung der Einheit“ gewählt wurde.

Doch wie denkt das katholische Lehramt die „Einheit aller Christen“, so wie sie das Dekret fordert? Welche Prinzipien gelten für eine solche Einheit? Ist überhaupt eine Einheit aus katholischer Sicht denkbar und wenn ja, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen? Im Folgenden soll auf der Grundlage der Quellentexte zum Thema Ökumene – namentlich dem bereits erwähnten Dekret Unitatis redintegratio und der Enzyklika Ut unum sint – erarbeitet werden, welchen theologischen Strukturen katholische Ökumene folgt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ökumene als Denk- und Handelsprinzip

3. Prinzip der Einheit als kirchentragendes Element

a. Trinitarischer Aspekt

b. Christologischer Aspekt

4. Geänderter Kirchenbegriff als Grundlage des Ökumenismus

5. Prinzipien der ökumenischen Interaktion

a. Gebet und Gewissensprüfung – geistliche Ökumene

b. Gebetsgemeinschaft – tätige Ökumene

c. Wertschätzung und Anerkennung

d. Stellung der Hierarchie der Wahrheiten im konfessionellen Dialog

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die theologischen Grundlagen und Prinzipien der katholischen Ökumene, ausgehend von zentralen Dokumenten wie dem Dekret Unitatis redintegratio und der Enzyklika Ut unum sint, um das katholische Verständnis von Einheit und interkonfessioneller Interaktion zu erarbeiten.

  • Die Ökumene als offenes Denk- und Handlungsprinzip
  • Die trinitarischen und christologischen Fundamente der Einheit
  • Der Paradigmenwechsel im nachkonziliaren Kirchenverständnis
  • Prinzipien der ökumenischen Interaktion: Gebet, Dialog und Wertschätzung
  • Die methodische Bedeutung der „Hierarchie der Wahrheiten“ im Dialog

Auszug aus dem Buch

4. Geänderter Kirchenbegriff als Grundlage des Ökumenismus

Dass eine geeinte Kirche und die dafür eintretende ökumenische Bewegung keine „große Gottlosigkeit“ ist, wie sie die Enzyklika Mortalium animos noch 1928 sieht, haben die Konzilsväter und -päpste mit ihren Hinweisen auf das trinitarische und christologische Fundament des Glaubens deutlich zu machen versucht. Zentraler Weichensteller für diesen Gedanken aber war der dafür grundgelegte Kirchenbegriff, der eine solche – nunmehr offiziell anerkannte – Einheitsbewegung erst ermöglichte. War die lehramtliche Position vor dem II. Vatikanum die, dass die Mitglieder nichtkatholischer Kirchen „Häretiker oder Schismatiker“, das heißt schlicht Irrgläubige und Abgefallene seien, so gestaltet sich das nachkonziliare Verhältnis zu Andersgläubigen differenzierter. Lumen gentium spricht davon, dass die von Christus gemeinte Kirche (Ecclesia), sich in der röm.- kath. Kirche verwirkliche (subsistit in Ecclesia catholica), diese aber nicht sei (est). Dazu erläutert Grillmeier: „Die eine wahre Kirche Christi existiert also. […] Aber Kirchlichkeit fällt nicht einfachhin mit der katholischen Kirche zusammen, weil auch kirchliche Elemente der Heiligung und der Wahrheit außerhalb zu finden sind.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Kirchenspaltung ein und stellt die Fragestellung nach den theologischen Strukturen der katholischen Ökumene auf Basis der offiziellen Quellentexte vor.

2. Ökumene als Denk- und Handelsprinzip: Dieses Kapitel definiert Ökumene nicht als dogmatischen Lehrsatz, sondern als Prinzip des Denkens und Handelns nach der Formel „Sehen – Urteilen – Handeln“.

3. Prinzip der Einheit als kirchentragendes Element: Hier werden die trinitarischen und christologischen Ursprünge des Einheitsstrebens als göttlicher Gnadenplan und kirchentragendes Element erläutert.

4. Geänderter Kirchenbegriff als Grundlage des Ökumenismus: Das Kapitel behandelt den Paradigmenwechsel vom exklusivistischen Kirchenverständnis hin zur Anerkennung von „kirchlichen Elementen“ außerhalb der römisch-katholischen Kirche.

5. Prinzipien der ökumenischen Interaktion: Dieser Abschnitt expliziert praktische Anforderungen an den ökumenischen Dialog, wie geistliche Ökumene, tätige Teilnahme, Respekt und die Hierarchie der Wahrheiten.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die ökumenischen Prinzipien als Meilensteine zusammen und betont die fortwährende Aufgabe der Gläubigen zur Verständigung ohne Identitätsverlust.

Schlüsselwörter

Ökumene, Unitatis redintegratio, Ut unum sint, Kirchenbegriff, Hierarchie der Wahrheiten, interkonfessioneller Dialog, trinitarisch, christologisch, Konzil, Einheit, Glaubenswahrheit, Kommunikation, Theologie, Kirchenspaltung, Katholizität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Prinzipien und theologischen Grundlagen, die das katholische Verständnis von Ökumene und den ökumenischen Dialog prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Kirchenverständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils, das trinitarische und christologische Fundament der Einheit sowie die praktischen Prinzipien der ökumenischen Interaktion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den theologischen Strukturen, die der katholischen Ökumene zugrunde liegen, und wie Einheit aus katholischer Sicht gedacht und angestrebt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematisch-theologische Textanalyse auf Basis maßgeblicher Dokumente wie dem Dekret Unitatis redintegratio und der Enzyklika Ut unum sint.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Denk- und Handelsprinzip der Ökumene, die Bedeutung der Trinität und Christologie für die Einheit sowie die methodische Rolle der Hierarchie der Wahrheiten im Dialog.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Ökumene, Unitatis redintegratio, Kirchenbegriff, Hierarchie der Wahrheiten und interkonfessioneller Dialog.

Welche Bedeutung hat der Begriff „Hierarchie der Wahrheiten“ im ökumenischen Kontext?

Er dient als methodische Richtschnur im Dialog, um das Gemeinsame und das Trennende systematisch im Licht eines trinitarisch-christologischen Fundaments zu bewerten.

Warum wird die „Gottesdienstgemeinschaft“ als problematisch für die Einheit angesehen?

Da sie aus katholischer Sicht als Ausdruck bereits bestehender voller Einheit gilt, kann sie nach dieser Logik nicht als „Weg“ oder Mittel zur Wiederherstellung der Einheit fungieren.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die römisch-katholische Kirche und ihre ökumenischen Prinzipien
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Dominik Baumgartner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V384561
ISBN (eBook)
9783668595248
ISBN (Buch)
9783668595255
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kirche prinzipien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Baumgartner (Autor:in), 2017, Die römisch-katholische Kirche und ihre ökumenischen Prinzipien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384561
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Leseprobe aus  11  Seiten
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