Ratings bei der Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen. Maßnahmen zur Verbesserung der Beurteilungen


Fachbuch, 2018
83 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Ratings als Herausforderung und Chance

2 Gang der Untersuchung
2.1 Fragestellungen der Untersuchung
2.2 Aufbau der Arbeit

3 Definition des Ratings und Funktionen
3.1 Komponenten moderner Ratingsysteme
3.2 Interne und externe Ratings
3.3 Fehlerquellen bei Ratingsystemen
3.4 Auswirkungen von Ratings

4 Kleine und mittelständische Unternehmen
4.1 Definition und Abgrenzung von KMUs
4.2 Wesentliche Charakteristika von KMUs
4.3 Finanzierungsverhalten von KMUs
4.4 Finanzierungssituation von KMUs
4.5 Die Eigenkapitalquote und ihre Bedeutung

5 Kreditwürdigkeitsprüfung von Banken im Rahmen der Kreditvergaberichtlinien gem. der verschiedenen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen
5.1 Basel I
5.2 Basel II
5.3 Basel III
5.4 Kalkulation des Zinssatzes nach Basel II und Basel III

6 Maßnahmen von KMUs zur Verbesserung ihrer Ratings
6.1 Kommunikationsverhalten
6.2 Zahlungsverhalten
6.3 Bilanzielle Maßnahmen
6.4 Forderungsmanagement
6.5 Working Capital Management
6.6 Risikobewältigungsstrategien
6.7 Wertorientierung

7 Alternative Finanzierungskonzepte
7.1 Factoring
7.2 Leasing

8 Der Einsatz moderner Finanzierungsinstrumente
8.1 Mezzanine-Kapital
8.2 Private Equity
8.3 Debt-Equity-Swap

9 Fazit und Schlussteil

10 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Ratingabstufungen verschiedener Anbieter im Vergleich

Abbildung 2 Indikatoren für die Wettbewerbsposition

Abbildung 3 Indikatoren für Zukunftsaussichten

Abbildung 4 Indikatoren für die Managementqualifikation

Abbildung 5 Ratingsystem für mittelständische Unternehmen

Abbildung 6 Finanzkennzahlen / Finanzrating

Abbildung 7 Auswirkungen von Ratings

Abbildung 8 Bonitätsstruktur des Kreditportfolios einer mittelstandsorien-tierten Bank

Abbildung 9 Abgrenzungskriterien zur Einstufung von KMU gemäß Emp-fehlung 2003/361/EG der Kommission

Abbildung 10 Abgrenzungskriterien zur Einstufung von KMU nach IfM seit 1.1.2016

Abbildung 11 Anteile der Rechtsformen an KMU in 2014 nach Definition des IfM Bonn laut Unternehmensregister und nach Definition der EU-Kommission laut Unternehmensregister

Abbildung 12 Gründe für die Verschlechterung der Kreditaufnahme nach Umsatzgrößenklassen

Abbildung 13 Entwicklung der Ratingnote nach Umsatzgrößenklassen

Abbildung 14 Kenntnis der Ratingnote nach Umsatzgrößenklassen

Abbildung 15 Informationen der Bank an Kreditnehmer im Vorfeld einer Kreditentscheidung über ihre Vergabekriterien

Abbildung 16 Offene Kommunikation der Bank gegenüber Kreditnehmer über die Gründe für eine Kreditzusage bzw. Kreditablehnung

Abbildung 17 Offene Kommunikation der Bank gegenüber Kreditnehmer über die Spielregeln der Kreditvergabe

Abbildung 18 Durchschnittliche Eigenkapitalquoten der KMU und Groß-unternehmen 2004 bis 2014

Abbildung 19 Eigenkapitalunterlegung nach dem Standardsatz

Abbildung 20 Alte und neue Eigenkapitalregeln/ Basel II vs. III

Abbildung 21 Eigenmittelunterlegung für Mittelstandskredite künftig stär-ker abhängig von Größe der Bank und des Unternehmens

Abbildung 22 Komponenten des Kreditzinssatzes

Abbildung 23 Berechnung Standard-Risiko

Abbildung 24 Beispielhafte Berechnung Eigenkapitalkosten nach Basel III.

Abbildung 25 Beispielhafte Berechnung Eigenkapitalkosten nach Basel II

Abbildung 26 Vergleich der Eigenkapitalkosten nach Basel II und III.

Abbildung 27 Risikobewältigungsmatrix

Abbildung 28 Gezielte Verringerung der Gewinnstreuung durch Optimierung der Risikobewältigung.

Abbildung 29 Risiken nach Relevanzgruppen in mittelständischen Unternehmen.

Abbildung 30 Durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeiten aufgrund von Risiken.

Abbildung 31 Instrumente zur Erhöhung der Eigenkapitalquote nach Unternehmensgröße (Prozentangaben).

1 Ratings als Herausforderung und Chance

Internationale Finanzkrisen führten seit dem Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts und insbesondere 2008 zu einer Bankenkrise. Ursächlich waren Fehlspekulationen in derivativen Finanzprodukten im Hypothekenbereich. Sorgen um eine ausreichende Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten riefen inter- und supranationale Institutionen auf den Plan, um Empfehlungen für jeweilige nationale Regularien auszusprechen.

Insbesondere die unter Basel II und Basel III bekannten Maßnahmenpakete zielten auf den bankenseitigen Aufbau von Eigenkapital und risikospezifischere Kreditvergaberichtlinien ab. Hierbei spielen insbesondere risikoadjustierte Eigenkapitalhinterlegungen für mittelständische Kredite eine wichtige Rolle. Die Furcht vor möglichen Kreditklemmen und Kreditverteuerungen bei den Banken zwangen auch kleine und mittlere Unternehmen zu einem Umdenken hinsichtlich der vertrauten Hausbankbeziehung und der bisherigen langfristigen Kreditinanspruchnahme. Regelmäßige Bonitätsüberprüfungen und die Ableitung von Ausfallwahrscheinlichkeiten anhand komplexer Ratingverfahren zwingen Unternehmen, zu analysieren, wo sie verstärkten betriebswirtschaftlichen Handlungsbedarf haben.

In Rahmen dieser Arbeit soll insbesondere der Nachbesserungsbedarf der Basel-Pakete zugunsten mittelständischer Unternehmen analysiert werden. Über reduzierte Risikogewichtungen (aufgrund zusätzlicher Parameter) erfolgten Nachbesserungen zur Verhinderung tatsächlicher Kreditverteuerungen und -verknappungen auch im Bereich bonitätsstarker Mittelständler. Unternehmensseitige Vorsichtsmaßnahmen wie die Stärkung der Eigenkapitalbasis sind geeignet, Ratings von mittelständischen Unternehmen zu verbessern. Das Verständnis über Ratingprozesse innerhalb der Banken, deren Erwartungen hinsichtlich des Kommunikationsverhaltens und vor allem Ansätze zur Ratingverbesserung erfordern Optimierungsstrategien selbst und insbesondere in kleineren Unternehmen. Nicht selten erweisen sich Erfahrungen größerer Unternehmen als nützlich. Neue Wege der Finanzierung außerhalb der klassischen Hausbankbeziehung, die vorher kleineren Unternehmen traditionell verwehrt waren, stehen zunehmend offen. Die Umsetzung dieser Möglichkeiten erfordert neben Eigeninitiative den Aufbau betriebswirtschaftlicher Kompetenz und die Wahrnehmung von Beratungsmöglichkeiten. Selbst die wichtige Rolle mittelständischer Unternehmen in der deutschen Wirtschaft gewährleistet auf Dauer nicht unbedingt eine stabile und günstige Kreditversorgung. Intensive Bemühungen um Ratingverbesserungen (und somit der Reduzierung von Kreditkosten) bestehen nicht nur aus der Lieferung möglichst guter Jahresabschlüsse. Der Nachweis nachvollziehbarer betriebswirtschaftlicher Maßnahmen auf einer großen Bandbreite und auch die Zuverlässigkeit von Prognosen nehmen eine immer wichtigere Rolle ein.

2 Gang der Untersuchung

2.1 Fragestellungen der Untersuchung

Die ausreichende Versorgung eines Unternehmens mit Liquidität ist existentiell für dessen Überlebensfähigkeit. KMU bilden in Deutschland die Mehrzahl der Unternehmen. Die Baseler Regelungen zur Kreditvergabe haben sich im Zeitablauf immer weiter verschärft. Die Ansprüche der Banken an die Auskünfte des Kreditnehmers und dessen zukünftige wirtschaftliche Erfolgsaussichten haben immer weiter zugenommen. Es soll deshalb untersucht werden, was KMUs -mit welchem Aufwand- für eine Ratingverbesserung tun können. Ergänzend sollen zum klassischen Bankkredit alternative Finanzierungsformen und (moderne) Finanzierungsmethoden für KMU vorgestellt werden.

So entsteht indirekt eine Art von Checkliste, die durch die Unternehmen angewendet werden kann.

2.2 Aufbau der Arbeit

Zunächst erfolgt im Kapitel 3 eine Vorstellung des Ratings, das in qualitatives und quantitatives Rating unterteilt wird. Es wird weiterhin zwischen internen und externen Ratings unterschieden, bevor dann auf Fehlerquellen im Rating und die Auswirkungen des Ratings eingegangen wird.

Das Kapitel 4 nimmt eine Definition und Abgrenzung von KMU vor. Es wird auf deren Charakteristika und ihr Finanzierungsverhalten eingegangen. Im Zusammenhang mit der finanziellen Situation von KMUs in Deutschland wird explizit noch einmal die Bedeutung der Eigenkapitalquote untersucht.

Das Kapitel 5 erläutert die Kreditwürdigkeitsprüfung von Banken im Rahmen der Kreditvergaberichtlinien gem. den verschiedenen Baseler Richtlinien (Basel I bis III). Hierbei wird auch auf die Kalkulation des Kreditzinssatzes durch die Banken eingegangen.

Kapitel 6 geht auf sieben verschiedene Maßnahmen von KMUs zur Verbesserung ihrer Ratings ein.

Das Kapitel 7 beschreibt alternative Finanzierungsformen für KMUs (Factoring, Leasing) jenseits des Bankkredites. Damit im Zusammenhang ist Kapitel 8 zu sehen, das ergänzend hierzu weitere moderne Finanzierungsinstrumente wie Mezzanine-Kapital, Private Equity und Debt-Equity-Swap vorstellt.

Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick.

3 Definition des Ratings und Funktionen

Gleißner/Füser definieren das Rating als „eine Beurteilung der Bonität und damit der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. Ratings sind damit Bewertungen, die die Fähigkeit eines Kreditnehmers beschreiben, seinen Zahlungsverpflichtungen, die er eingeht, in Zukunft nachzukommen. Das Rating bestimmt die Kreditkonditionen und den Kreditrahmen und ist zugleich ein Maßstab für die Krisenanfälligkeit, also ein Frühwarnindikator.“[1]

Die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsfähigkeit ist zukunftsorientiert und erstreckt sich auf einen Prognosezeitraum von 1 Jahr.[2] Ein Rating wird zu einem bestimmten Zeitpunkt erstellt. Vergangenheitsanalysen und Zukunftsprognosen gehen von diesem Zeitpunkt aus. Die Einschätzung der Rentabilität einer zu finanzierenden Investition und Kreditsicherheiten beeinflussen indirekt das eigentliche Rating.

In einer weiteren Definition bezeichnet Gleißner Rating als die „Beurteilung des Unternehmens aus Perspektive von Gläubigern (Fremdkapitalgeber).“[3] Er stellt dabei auf die Insolvenzwahrscheinlichkeit - resultierend aus einer finanzkennzahlenorientierten Perspektive - ab. Dabei führt Gleißner künftige Erträge, die Ausstattung mit Eigenkapital und Liquidität an.

Diese Definition stellt die Ursachen der Finanzkennzahlen wie Qualität des Managements, Geschäftspolitik und strategische Planungen in den Hintergrund. Eine Insolvenz kann durch Überschuldung aufgrund plötzlicher Forderungsausfällen von Großkunden eintreten. Dieses Risiko spiegelt sich jedoch nicht unbedingt in einer reinen Finanzkennzahlenbetrachtung wider.

Ahrweiler/Börner beschreiben hingegen Rating verallgemeinernd als „eine systematische Analyse der Stärken und Schwächen des Unternehmens mit dem Ziel, eine Aussage über die künftige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu treffen. Sowohl das Verfahren als auch das Ergebnis in Form einer Risiko-Kennzahl werden mit dem Begriff Rating subsumiert.“[4]

Der Definition der Klassifizierung einer allgemeinen Krisenanfälligkeit ist aufgrund der weiteren Fassung der Vorzug zu geben. Die Fähigkeit, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, stellt ein eindeutigeres Kriterium dar als der Zustand der Insolvenz nach einem komplexen Insolvenzrecht. Ergänzend beschreibt die Analyse der Stärken und Schwächen von Ahrweiler/Börner einen wesentlichen Gesichtspunkt des Ratings.

„Die Bonitätsbeurteilung eines Kreditnehmers – das Rating- bildet den Kern jeder Kreditentscheidung. Ratingsysteme ermöglichen es, auf Basis immer umfassenderer Datenstrukturen und statistischer Rechenverfahren die individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit für jedes einzelne Kreditengagement zu schätzen. Auf diese Weise lassen sich die (erwarteten) Risikokosten eines Engagements bestimmen, welche die Grundlage für die Kreditentscheidung sowie die Konditionengestaltung bilden.“[5]

Diese Definition berücksichtigt die Arbeitsweise moderner Ratingverfahren in besonderem Maße.

Die Ratingagentur Standard & Poors teilt das Zahlungsausfallrisiko für Nichtbanken grob in „Investment Grade“ und „Non-Investment Grade“. Innerhalb dieser beiden Grade erfolgen weitere Einteilungen in Risikonoten: (nach Basel III):

Investment Grade:

- AAA bis AA- : 20 %: höchste Bonität, Ausfallrisiko sehr gering bis leicht;
- A+ bis A-: 50 % : gute Bonität, falls keine unvorhergesehenen Ereignisse;
- BBB+ bis BBB- : 100 %: durchschnittlich gut, abhängig von Gesamtwirtschaft.

Non-Investment Grade:

- BB+ bis BB- : 100 %: spekulativ, bei Verschlechterung der Lage Ausfall möglich;
- B+ bis B- : 150 %: hochspekulativ, bei Verschlechterung Ausfall wahrscheinlich;
- unter B- : 150 %: nur bei günstiger Entwicklung sind keine Ausfälle zu erwarten bzw. ab CCC-Ausfall sicher zu erwarten;
- bei D : bereits Ausfall mindestens eingetreten“.[6]

Die nachfolgende Abbildung zeigt einen Überblick über in Deutschland gebräuchliche Ratingabstufungen.

Abbildung 1 Ratingabstufungen verschiedener Anbieter im Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Langer, C./ Eschenburg, K./ Eschbach, R. (2013), S. 41.

Grundsätzlich gilt hierbei für alle Ratingskalen, dass eine bessere Einschätzung der Kapitaldienstfähigkeit zu einem verhältnismäßig niedrigen Zinssatz des Kreditnehmers führt.[7]

Nachdem verschiedene Ratingskalen vorgestellt wurden, sollen nachfolgend die Bestandteile der Ratingsysteme behandelt werden.

3.1 Komponenten moderner Ratingsysteme

Es wird zwischen quantitativen und qualitativen Teilratingverfahren unterschieden.

Quantitative Verfahren analysieren und extrapolieren die Jahresabschlussdaten der letzten Jahresabschlüsse in einer Zukunftsprognose. Diese beruht auf der Vergangenheit. Die Literatur spricht von einer Vergangenheitsorientierung.[8] Im Mittelpunkt stehen Kennziffern und harte Fakten. Qualitative Verfahren legen hingegen weiche Fakten mit Zukunftsbezug zugrunde.[9]

Die beiden Verfahren „werden gewichtet aggregiert und Schuldner bestimmten Ratingklassen zugeordnet, für die Ausfallwahrscheinlichkeiten geschätzt werden (Kalibrierung).“[10]

Zusätzlich wird in einem Branchenrating die Krisenanfälligkeit des Unternehmens aufgrund seiner Branchenzugehörigkeit bewertet. Hierbei erfolgt eine Analyse der allgemeinen Branchensituation hinsichtlich langfristigen Wachstums- und Rentabilitätsaussichten. Ebenfalls einbezogen werden die Intensität des Wettbewerbs und die Möglichkeit, Nischen zu bilden oder Marken aufzubauen.[11] Das Branchenrating gibt somit auch einen Ausblick auf die „Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.“[12]

Beispielhaft kann hier zur besseren Veranschaulichung die Gewichtung im Ratingverfahren der Credit Suisse angeführt werden:

- „Qualitative Kriterien: Gewichtung 33 %. Hierbei stehen Informationen zu Marktposition, Technologie, Strategie und zum Management (insbesondere persönliche Voraussetzungen/ Kreditwürdigkeit im engeren Sinne) im Mittelpunkt. Der Kundenbetreuer ist in der Regel verantwortlich für die Beurteilung.
- Branchenrating: Gewichtung 17 %. Dieses wird zentral vorgegeben, wobei bei der Branchenanalyse in der Zentrale qualitative und quantitative Faktoren berücksichtigt werden.
- Quantitative Kriterien: Gewichtung 50 %. Das Rating resultiert aus der Analyse einer Reihe von Jahresabschlüssen mittels eines künstlichen neuronalen Netzes, wobei zusätzlich Investitions- und Liquiditätspläne des Kreditnehmers angefordert werden.“[13]

Nachfolgend sollen sowohl qualitatives wie quantitatives Rating nochmals im Detail vorgestellt werden.

3.1.1 Qualitatives Teilrating

Folgende Softfacts sind Gegenstand der expertenbasierten Analyse:[14]

Die Qualität des Managements wird anhand der Unternehmensführung, Informationspolitik und der Ergebnisse des Controllings bewertet.

Die Unternehmensführung wird durch Managementstrukturen determiniert. Diese bestehen aus den Teilfaktoren Aufgabenverteilung, Erfahrung in Führung in der jeweiligen Branche und Expertise in Krisensituationen.

Die Informationspolitik zielt auf die Quantität und Qualität von möglichst zeitnahe eingereichten Jahresabschluss- und Planungsunterlagen ab, um den Bewertern ein möglichst klares Bild des Geschäftsverlaufes zu vermitteln.

Ein effizientes Controlling liefert transparente Analysen der Kostenrechnung und des Erlöscontrollings und insbesondere Hinweise auf Soll-/Ist-Abweichungen und eventuell bereits eingeleitete Gegenmaßnahmen.

Die Qualität der Wertschöpfung beinhaltet die unter anderem Frage nach der Flexibilität des Unternehmens, bei Veränderungen des Marktumfeldes unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Qualitätssicherung und eines gut funktionierenden Warenwirtschaftssystems reagieren zu können.

Die Qualität des Unternehmensumfeldes durchleuchtet die Qualität des Standortes, den Produktmix, Alleinstellungsmerkmale, die Substitutionsgefahr der Produkte und Abhängigkeiten hinsichtlich der Beschaffung und des Absatzes.

Hofbauer/Bergmann definieren in einem Strukturrating konkrete Indikatoren für die Wettbewerbsposition, die Zukunftsaussichten und die Managementqualifikationen. Untersuchungsgegenstand des Teilratings ist die künftige Fähigkeit des Unternehmens, zügig auf mögliche Veränderungen mittels effizienter Planungs- und Steuerungsinstrumente zu reagieren und Einnahmenüberschüsse zu erwirtschaften.[15]

Die Indikatoren der Wettbewerbsposition sind: „Ergebnissituation, Marktanteil, Marktpotenzial, Standort, Produktionsprozesse und Produktqualität, Investitionen und Produktionskosten sowie vertragliche Absicherungen.“[16] In der folgenden Tabelle erfolgt eine Gegenüberstellung wesentlicher Indikatoren mit positiver und negativer Wirkung auf die Ratingbewertung.

Abbildung 2 Indikatoren für die Wettbewerbsposition

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hofbauer, G./ Bergmann, S. (2008), S. 52.

Neben diesen Wettbewerbsindikatoren sind auch die nachfolgend aufgeführten Zukunftsaussichten beim qualitativen Rating mit zu erfassen.

Die Indikatoren der Zukunftsaussichten untersuchen die Auswirkungen kurzfristiger Perspektiven und langfristiger Entwicklungen auf die Marktstellung des KMU.

Abbildung 3 Indikatoren für Zukunftsaussichten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hofbauer, G./ Bergmann, S. (2008), S. 52.

Die ebenfalls zu berücksichtigen Indikatoren für Managementqualifikationen geben an, ob Veränderungen rechtzeitig erkannt werden. Ebenfalls ist die Schnelligkeit und Effizienz der Reaktion mit relevant.

Abbildung 4 Indikatoren für die Managementqualifikation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hofbauer, G./ Bergmann, S. (2008), S. 53.

Das Strukturrating wird bei kleineren Unternehmen schwächer gewichtet als das im Folgenden dargestellte Finanzrating.[17]

3.1.2 Quantitatives Teilrating

Eine detaillierte Auswertung der Jahresabschlussanalyse erfolgt mittels geeigneter betriebswirtschaftlicher Kennzahlen.[18] Dies gilt für bilanzierende Unternehmen. Bei Einzelunternehmen, die nicht bilanzieren, wird die steuerrechtliche Gewinnermittlung aus der Einnahmenüberschussrechnung zugrundgelegt.

Der Jahresabschluss des KMUs wird zur Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit und der Zuordnung zu einer Ratingklasse herangezogen. Die Ausprägungen der ermittelten Kennzahlen, die einen hohen Prognosewert für Insolvenzen anderer Unternehmen in der Vergangenheit auswiesen, bilden in einer bestimmten Gewichtung die Grundlage der Zuordnung.[19]

„Zu den quantitativen Faktoren mit hohem Gewicht zählen dabei neben der Liquiditätssituation und der Ertragslage eines Unternehmens insbesondere auch seine Kapitalstruktur. Da gerade mittelständische Unternehmen ihre Außenfinanzierung hauptsächlich über Bankkredite abdecken, ist es für sie besonders wichtig, die Arbeitsweise von Ratingverfahren sowie die eigenen Ratings zu kennen.“[20] Die Berechnung wichtiger quantitativen Kennzahlen erfolgt wie nachfolgend dargestellt:

- Eigenkapitalquote: der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital generiert eine Rendite. Diese wird als Kapitalverzinsung mit dem Kapitalmarktzins oder der branchenüblichen Eigenkapitalverzinsung verglichen. Ein Einnahmenüberschuss kann aufgrund des fehlenden Eigenkapitals nicht ins Verhältnis gesetzt werden. [21]

Mit der Eigenkapitalreichweite wird der mögliche Finanzierungszeitraum für die Deckung der umsatzunabhängigen Fixkosten durch Eigenmittel angegeben.[22] [23]

Der dynamische Verschuldungsgrad drückt die Angemessenheit der Verschuldung aus. Empirische Untersuchungen zum Konkursrisiko belegen, dass diese Kennzahl gegenüber der Eigenkapitalquote den Vorteil hat, dass der Einfluss aufgrund bilanzielle Maßnahmen eingeschränkter ist.[24]

Neben den bereits dargestellten Kennzahlen sich weitere möglich. Hierzu zählen bspw. die Gesamtkapitalrentabilität[25], der dynamische Verschuldungsgrad[26], die Zinsdeckungsquote[27] sowie die Liquidität 1. bis 3. Grades[28]. Hinsichtlich der Berechnungsformeln und Aussagekraft der jeweiligen Kennzahl wird auf die relevante Literatur verwiesen.[29]

Welche qualitativen und quantitativen Größen – wie stark – in das jeweilige Rating einfließen, hängt vom jeweiligen Ratingsystem ab, denn „Ein Ratingsystem setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen[30], was die nachfolgende Abbildung nochmals visualisiert:

Abbildung 5 Ratingsystem für mittelständische Unternehmen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Kipp, V. (2014), S. 9.

Hofbauer stellt fest, dass bei kleinen KMUs eine verhältnismäßig starke Gewichtung des quantitativen Ratings stattfindet.[31]

Bei Ratings kann ausgehend von Durchführenden zwischen internen und externen Ratings unterschieden werden, auf die nachfolgend jeweils einzugehen sein wird.

3.2 Interne und externe Ratings

3.2.1 Interne Ratings

3.2.1.1 Wesentliche Merkmale interner Ratings

Bankinterne Ratings ermöglichen den Kreditinstituten eine Differenzierung der Kreditrisiken und der Identifikation von Risikotreibern.[32] Die Bonität der Kreditnehmer und die Sicherheiten werden separat in zwei Dimensionen bewertet. Die Bankaufsicht fordert mindestens sieben Ratingklassen für nicht ausgefallene Kreditengagements und mindestens eine für ausgefallene. Es erfolgt eine strenge Funktionstrennung zwischen “Markt“ und „Marktfolge“.

Die Kreditinstitute haben seit 1. Juli 2004 die Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Banken (MaRisk) zu erfüllen. Nach dem Vier-Augen-Prinzip ist es der Abteilung „Markt“, dem Firmenkundenbetreuer, untersagt, ohne Zustimmung der Abteilung „Marktfolge“ eine Kreditentscheidung zu fällen.[33] Bankvorstände sind verpflichtet, eine verbindliche Kreditrisikostrategie festzulegen. Bei der Kreditvergabe wird geprüft, ob das beantragende KMU hinsichtlich Unternehmensgröße, Branchenzugehörigkeit und Schuldnerrisiko in das Kreditportfolio des Kreditinstituts passt.[34]

Der Firmenkundenbetreuer der Abteilung „Markt“ ist deshalb nicht mehr befugt, ganzheitliche Kreditentscheidungen zu fällen. Die Entscheidungen erfolgen nur noch in genauer Abstimmung mit der Abteilung „Marktfolge“ unter Nutzung mathematisch-statistischer Modelle zur Verknüpfung von Ratingkriterien. Dabei kommen multivariate Diskriminanzanalysen, künstliche neuronale Netze und logistische Regressionsanalysen zum Einsatz. Letztendlich sind ist das wesentliche Ziel eine nachprüfbare Dokumentation.

Bankinterne Ratings erfolgen durch die kreditbeantragenden Institute selber. Die Initiative geht von der Bank aus, ohne dass der Kreditnehmer einen gesonderten Auftrag erteilen muss.[35]

Das Ratingergebnis ist nur in der Geschäftsbeziehung zwischen der Bank und dem Kreditkunden nutzbar.[36]

Gesonderte Gebühren stellt das Kreditinstitut dem Kreditnehmer nicht in Rechnung. Die Kosten des Ratings gibt die Bank somit mit dem Kreditzins weiter.

Die Gewichtung quantitativer Faktoren variiert auch in Abhängigkeit von der Größe des Kreditvolumens zwischen 50 % und 70 %.[37]

Banken unterziehen die Kontoführung und das Zahlungsverhalten ihrer Kunden permanent einem Monitoring, so dass beispielsweise Kreditlimitüberschreitungen leicht feststellbar sind.[38]

Bankinterne Ratingprozesse legen die jeweilige makroökonomische Situation zum Zeitpunkt des Ratings zugrunde.[39] Dies wird auch als Point-in-time-Rating bezeichnet. Dies bedeutet, dass die Bank in einer Wirtschaftskrise das negative wirtschaftliche Umfeld eines Unternehmens belastend in die Ratingeinstufung einbezieht.

Westerfeld/Heusler fanden in einer empirischen Studie über Schweizer KMUs heraus, dass Kundenbetreuer in den Fällen, in denen sie die spezifischen qualitativen Kriterien des jeweiligen Unternehmens zu bewerten hatten, und sich der Kontrolle einer zweiten Person in der Bank sicher sein konnten, dazu tendierten, das KMU besser darzustellen.[40] Grund dafür war die vorweggenommene mögliche Korrektur durch die zweite Person. Folglich spielt eine entsprechende Optimierung des bankinternen Ratingprozesses unter Bereinigung verzerrender Anreize eine große Rolle.

Ebenfalls ziehen häufig positive quantitative Teilratings ebenfalls positive qualitative Teilratings nach sich.[41] Die Ursache kann in unsicheren Branchenkenntnissen der Kundenbetreuer liegen.

Selbst wenn alle der Bank verfügbaren öffentlichen und privaten Informationen im Ratingprozess einbezogen werden, kann dies nach Ansicht von Westerfeld/Heusler ebenfalls noch zu verzerrten Entscheidungen beitragen.[42]

Daher empfehlen diese neben einer Intensivierung der Schulungen auch die Rückübertragung von Kompetenzen nach Branchen an die jeweiligen Vertriebseinheiten bei gleichzeitiger Abschaffung der bankinternen reinen Volumensteuerung der Kredite. Dies kann zu Reduzierung der falschen Anreize beitragen.

Die Kreditinstitute veröffentlichen ihre Ratingauswertungen üblicherweise nicht. Dies führt zu einer mangelhaften Nachvollziehbarkeit der Zinsentscheidung.[43]

Die Banken befürchten möglicherweise, dass attraktive Kreditnehmer mit guten Ratingnoten bei anderen Banken günstigere Vergleichsangebote unter Verwendung erarbeiteter Urteile einholen würden.[44]

Kreditnehmer erfahren häufig nur ihre Einstufung in eine Ratingklasse, ohne über ihre Stärken und Schwächen informiert zu werden. Dies erschwert ihnen daher eine entsprechende Ableitung von Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft.[45] Zunehmend kommunizieren Kreditinstitute ihren Kreditkunden, welche qualitativen und quantitativen Faktoren die Kernelemente ihres Ratingprozesses bilden, ohne jedoch offenzulegen, wie die Architektur der Ratingmodelle im Detail aussieht.[46] Die Ratingarchitektur bezieht sich auf die Beziehung der Ratingkriterien untereinander und deren Gewichtung. Wird einem Kreditnehmer das Vorhandensein unterschiedlicher Ratingarchitekturen bei den Kreditinstituten bewusst, entsteht ein Anreiz, Arbitrage zu betreiben. Insbesondere KMUs mit guten Ratings suchen dann bei anderen Kreditinstituten nach Möglichkeiten, ein positiveres Rating und somit bessere Kreditkonditionen zu erzielen.

3.2.1.2 Ratingsystem der Sparkassen-Finanzgruppe

Am Beispiel der Sparkassen-Organisation wird im Folgenden beispielhaft ein internes Bankenrating in seiner groben Modellarchitektur vorgestellt. Die Gewichtungen der dargestellten Ratingkriterien sind nicht bekannt, da sie nicht veröffentlicht werden.[47] Somit können nachfolgend nur die vier Stufen des Sparkassenratings beschrieben werden.

- Stufe 1: Finanzkennzahlen/Finanzrating

Abbildung 6 Finanzkennzahlen / Finanzrating

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Kienbaum J./ Börner, C. (2003), S. 193.

Die Finanzlage wird aufgrund der Jahresabschlussunterlagen oder - im Falle von Einzelunternehmen - aufgrund der Einnahmen-Überschuss-Rechnungen anhand der Kapitalstruktur bewertet. Aus den Kennzahlen der Ertragslage ist das Gewinnerzielungspotenzial des Unternehmens erkennbar. Aus den Kennzahlen der Vermögenslage gehen die Vermögensbindungsdauer und die Vermögenszusammensetzung hervor.

- Stufe 2: Qualitatives Rating

Harte qualitative Faktoren betreffen die Einhaltung von Kreditlimits und getroffener Vereinbarungen sowie eine gelöste Nachfolgefrage insbesondere bei kleineren Unternehmen.

Weiche qualitative Faktoren beziehen sich auf die Qualität und die Qualifikationen der Unternehmensführung, auf das Controlling in Form von unterjährigem Berichtswesen, Ertrags- und Liquiditätsplanungen aber auch Analysen zu Planabweichungen.

Im Bereich „Markt und Produkt“ werden das Angebot des Unternehmens sowie die Entwicklung seiner Branche sowie die Positionierung auf dem Markt analysiert. Ebenso erfolgt eine Bewertung von Abhängigkeiten von Lieferanten und Kunden.

Der Bereich „Wertschöpfungskette“ analysiert neben der Aufbau- und Ablauforganisation, Lagerhaltung und Einkaufspolitik sowie interne Prozesse der Leistungserstellung, Marketing, Vertrieb und Forschung und Entwicklung.

- Stufe 3: Warnsignale

Alle möglichen Anzeichen einer Insolvenz wie Scheckrückgaben aufgrund unzureichender Kontodeckung, Pfändungssachverhalte und Darlehensrückstände fließen in diesen Bereich ein.

- Stufe 4: Haftungsverbünde

Das Rating eines KMU kann sich als Tochterunternehmen einer bonitätsstarken Muttergesellschaft verbessern, indem diese beispielsweise eine Patronatserklärung abgibt. Andererseits führt eine bonitätsschwache Tochtergesellschaft einer KMU zu deren Ratingverschlechterung.

3.2.2 Externe Ratings

KMUs haben die Möglichkeit, externe Ratings bei spezialisierten nationalen Ratingagenturen zu beauftragen.[48]

Ein externes Rating verursacht zusätzliche Kosten, so dass die Beauftragung einer Ratingagentur zur Erstellung eines Gutachtens erst ab einem Jahresumsatz von etwa 10 Mio. EURO gerechtfertigt ist.[49]

Der Nutzen eines zusätzlichen externen Ratings kann jedoch für ein KMU ab einer gewissen Größenordnung überwiegen, da das Unternehmen eine detaillierte Kenntnis der Stärken, Schwächen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erlangt. Daraus kann es entsprechende Maßnahmen zur Zukunftssicherung entwickeln.

Die Ergebnisse des externen Ratings können gezielt in der Kommunikation mit potenziellen Kreditgebern eingebracht werden. Dazu könnte auch die eigene Hausbank gehören. Dies könnte zu einer Ratingverbesserung beim Kreditinstitut führen.[50]

Externe Ratings basieren auf heuristischen Einschätzungen von Experten, die anhand eines umfassenden Kennzahlenkataloges und eines Branchen-Benchmarking zusätzlich Managementgespräche einfließen lassen. Die finale Ratingnote vergibt ein Ratingkomitee.[51] Ratingagenturen wenden eine höhere Anzahl an Ratingkriterien an als Banken.[52] Im Rahmen des Benchmarkings können externe Rating-Vergleiche zu Unternehmen der gleichen Branche erfolgen.

Gleißner/Füser stellen fest, dass externe Ratings die Ausfallwahrscheinlichkeiten aus den wahren ökonomischen Risiken von Kreditnehmern nicht im gleichen Maße ableiten können wie interne Bankenratings.[53]

Altman/Rijken weisen auf Ungenauigkeit des „Through-the-Cycle-Ratings“ der Ratingagenturen hin, die kurzfristige konjunkturelle Einbrüche zur Vermeidung starker prozyklischer Effekte nur unwesentlich berücksichtigen.[54] Vor allem bei Non-Investment-Grades (unterhalb BB+), die relativ häufig im KMU-Bereich anzutreffen sind, ergibt sich eine höhere Ungenauigkeit gegenüber dem „In-the-Cycle-Rating“.[55] Insgesamt schätzen Altman/Rijken die Prognosegenauigkeit von Ratingagenturen hinsichtlich der Einschätzung von Kreditausfällen jedoch als relativ hoch ein.[56]

Externe Ratings werden zunehmend im Mittelstand auch für Unternehmen ab 10 Mio. EUR Jahresumsatz angeboten. Vorteile können diese Unternehmen hinsichtlich des Zugangs zu Finanzierungsquellen auch außerhalb ihrer Hausbanken und des direkten Vergleichs mit ihren Wettbewerbern auch im internationalen Vergleich erzielen. Euler Hermes vertreibt seit Juni 2017 ein mittelstandsorientiertes TRIB-Rating.[57] Eine Stärke liegt in dem permanenten Branchen-Benchmarking und beratungsorientierten Ansatz.

3.3 Fehlerquellen bei Ratingsystemen

Die Genauigkeit der Prognosen von Ratingsystem sollte möglichst hoch sein. „ Die Trennschärfe von Ratingsystemen beschreibt die Fähigkeit, im Voraus ausfallgefährdete Kreditnehmer zu erkennen. Ein maximal trennscharfes Ratingsystem könnte demnach bereits im Vorfeld alle später ausfallenden Kreditnehmer exakt identifizieren. In der Praxis gibt es solche Ratingsysteme jedoch nicht. Eine hohe Trennschärfe wird attestiert, wenn die tendenziell guten Ratingklassen insgesamt einen geringen Anteil der später ausfallenden und einen hohen Anteil der später nicht ausfallenden Kreditnehmer aufnehmen, während es sich in den tendenziell schlechten Klassen genau umgekehrt verhält.“[58]

[...]


[1] Gleißner, W./ Füser, K. (2014), S. 18.

[2] Vgl. Langer, C./ Eschenburg, K./ Eschbach, R. (2013), S. 39 f.

[3] Gleißner, W. (2017), S. 23.

[4] Ahrweiler, S./ Börner, C. (2003), S. 26.

[5] Zimmermann, V. (2015), S. 17.

[6] Vgl. Langer, C./ Eschenburg, K./ Eschbach, R. (2013), S. 42.

[7] Vgl. Busch, K. (2008), S. 358.

[8] Vgl. Kley, C. (2003), S. 146.

[9] Vgl. Everling, O. (2008), S. 62.

[10] Kley, C. (2003), S. 177.

[11] Vgl. Everling, O. (2008), S. 395.

[12] Everling, O. (2008), S. 58.

[13] Kley, C. (2003), S. 161 f.

[14] Vgl. Everling, O. (2008), S. 58.

[15] Vgl. Hofbauer, G./ Bergmann, S. (2008), S. 51.

[16] Hofbauer, G./ Bergmann, S. (2008), S. 51 ff.

[17] Vgl. Hofbauer, G./ Bergmann, S. (2008), S. 53.

[18] Vgl. Everling, O. (2008), S. 68.

[19] Vgl. Gleißner, W./ Füser, K. (2014), S. 167.

[20] Zimmermann, V. (2015), S. 17.

[21] Wöltje, J. (2012), S. 54.

[22] Vgl. Gleißner, W./ Füser, K. (2014), S. 159.

[23] Gleißner, W./ Füser, K. (2014), S. 159.

[24] Vgl. Gleißner, W./ Füser, K. (2014), S. 159.

[25] Die Gesamtkapitalrentabilität gibt die Gesamtkapitalverzinsung für Eigen- und Fremdkapital an.

[26] Der dynamische Verschuldungsgrad spiegelt die Kapitaldienstfähigkeit wider. Die benötigte Anzahl der Jahre zur Tilgung der Schulden bei kompletter Verwendung des Cashflows wird berechnet.

[27] Die Zinsdeckungsquote gibt die Deckung des Zinsaufwandes durch das operative Ergebnis an.

[28] Die Liquidität, darstellbar in 3 Liquiditätsgraden, deckt kurzfristige Verbindlichkeiten ab.

[29] Vgl. bspw. Baetge, J. / Kirsch, Hans-J./ Thiele, S. (2004).

[30] Vgl. Hermeier, B./ Frère, E./ Heuermann, M. (2005), S. 3.

[31] Vgl. Hofbauer, G. et al. (2015), S. 23.

[32] Vgl. Everling, O. (2003), S. 176.

[33] Vgl. Müller, S./ Brackschulze, K./ Mayer-Friedrich, M. (2011), S. 14.

[34] Vgl. Müller, S./ Brackschulze, K./ Mayer-Friedrich, M. (2011), S. 15.

[35] Vgl. Börner, C. J./ Rühle, J. (2015), S. 454.

[36] Vgl. Everling, O. (2003), S. 186.

[37] Vgl. Schumacher, M. (2006), S. 15.

[38] Vgl. Kley, C. (2003), S. 155.

[39] Vgl. Börner, C. J./ Rühle, J. (2015), S. 454.

[40] Vgl. Westerfeld, S./ Heusler, M. (2009), S. 74 f.

[41] Vgl. Westerfeld, S./ Heusler, M. (2009), S. 74.

[42] Vgl. Westerfeld/ S./ Heusler, M. (2009), S. 53 ff.

[43] Vgl. Behr P./ Güttler, A. (2004), S. 19 ff.

[44] Vgl. Gleißner,W./ Füser, K. (2014), S. 62.

[45] Vgl. Ahrweiler, S./ Börner, S. (2003), S. 27.

[46] Vgl. Bernet, B./ Westerfeld, S. (2008), S. 1028.

[47] Vgl. Pecher, M. (2003), S. 193 ff.

[48] Vgl. Ahrweiler, S./ Börner, C. (2003), S. 26.

[49] Vgl. Schumacher, M. (2006), S. 38.

[50] Vgl. Ahrweiler, S./ Börner, C. (2003), S. 27.

[51] Vgl. Reichling, P. et al. (2007), S. 94 f.

[52] Vgl. Reichling, P. et al. (2007), S. 95.

[53] Vgl. Gleißner W./ Füser, K. (2014), S. 83.

[54] Vgl. Altman, E./ Rijken, H. (2005), S. 3.

[55] Vgl. Altman, E./ Rijken, H. (2005), S. 22.

[56] Vgl. Altman, E./ Rijken, H. (2005), 26.

[57] Vgl. Euler Hermes, Press Release vom 13. Juni 2017 (o.V.,geladen 31.7.2017).

[58] Everling, O. (2008), S. 510.

Ende der Leseprobe aus 83 Seiten

Details

Titel
Ratings bei der Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen. Maßnahmen zur Verbesserung der Beurteilungen
Autor
Jahr
2018
Seiten
83
Katalognummer
V384652
ISBN (eBook)
9783956872914
ISBN (Buch)
9783956872938
Dateigröße
5315 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rating, KMU, BAsel I, Kleine und mittlere Unternehmen, Basel III, Finanzierungsinstrumente, Kreditvergabe
Arbeit zitieren
Eric Michels (Autor), 2018, Ratings bei der Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen. Maßnahmen zur Verbesserung der Beurteilungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384652

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