[...] Mit meiner Arbeit möchte ich mir ein klares Bild von der heutigen Generation junger Mädchen, jenseits ideologischer Überfrachtungen und Zuschreibungen machen. Eine Analyse ihrer aktuellen Lebenswelten an Hand neuster Studien soll mir einen Einblick in Einstellungen, Vorstellungen und Handlungsweisen junger Mädchen verschaffen. Um das Thema einzugrenzen, werde ich mich auf die Aspekte Freundschaft, Partnerschaft und Familie beschränken. Durch die Ausleuchtung dieser Aspekte soll untersucht werden, in wie fern stereotype Zuschreibungen die heutige Generation junger Mädchen tatsächlich noch betreffen, wie sie damit umgehen und letztlich, welche Konsequenzen dies für die sozialpädagogische Mädchenarbeit hat. Um eine neutrale Betrachtungsweise zu garantieren, werde ich die Lebenswelten junger Mädchen nicht nur aus der Geschlechtsperspektive heraus beleuchten, sondern den gesamtgesellschaftlichen Kontext, in welche junge Mädchen eingebettet sind, aufzeigen. So werde ich im zweiten Kapitel- Theorien und aktuelle Beobachtungen zur Lebensphase Jugend-, vorerst den theoretischen Hintergrund der Jugendforschung beleuchten und dann darstellen, wie das Bild der heutigen jugendlichen Generation mit ihren Einstellungen und spezifischen Verhaltensweisen gezeichnet ist. Dies ist notwendig um zu verstehen, unter welchen strukturellen Bedingungen junge Mädchen heute aufwachsen. Das dritte Kapitel –weibliche Adoleszenz - junge Mädchen zwischen individuellem Lebensstil und Rollenkonformität- beschäftigt sich dann mit der Kategorie Geschlecht. Ausgehend von dem Ansatz moderner Geschlechterforschung : „Geschlecht als soziale und kulturelle Konstruktion“ soll aufgezeigt werden, was männliche und weibliche Jugendliche unterscheidet, wie diese Differenz entsteht, wie sie Bedeutung erlangt und wie ihre Herstellungsprozesse verlaufen. Anschließend wird dargestellt, welchen Rollenanforderungen junge Mädchen unter aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen ausgesetzt sind, und welches modernes Mädchenbild ihnen vermittelt wird. Mit dem vierten Kapitel – Die Bedeutung von Freundschaft im Leben junger Mädchen- wird damit begonnen, die aktuellen Lebenswelten junger Mädchen zu analysieren. Dazu werde ich vorab ausführen, welche Bedeutung und Funktion die Gleichaltrigen allgemein für Jugendliche besitzen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorien und aktuelle Beobachtungen zur Lebensphase Jugend
2.1 Theoretischer Abriss über die Jugendphase
2.2 Strukturwandel der Lebensphase Jugend
3. Weibliche Adoleszenz- Junge Mädchen zwischen individuellen Lebensstil und Rollenkonformität
3.1 Geschlechterrollen und Stereotype im Wandel
3.2 Geschlechterrollen in der Kinderliteratur der 90er Jahre
4. Die Bedeutung von Freundschaft im Leben junger Mädchen
4.1 Die Rolle der Peer Group im Jugendalter
4.2 Mädchengruppen- Stellenwert und Funktion von „Freundinnen“
4.3 Die Freizeitgestaltung weiblicher Jugendlicher
5. Liebe und Partnerschaft im Leben junger Mädchen
5.1 Erwartungen und Verhalten junger Mädchen an- und in Partnerschaften
5.2 Sexualverhalten junger Mädchen im Spiegel moderner Jugendsexualität
6. Das Lebensthema Familie- junge Mädchen zwischen Herkunftsfamilie und eigener Lebensform
6.1 Die Bedeutung der Herkunftsfamilie und Ablösungsprozesse junger Mädchen
6.2 Familie und Beruf - zentrale Elemente der Zukunftsplanung junger Mädchen?
7. Die Bedeutung veränderter Lebenswelten für die soziale Mädchenarbeit
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die aktuellen Lebenswelten junger Mädchen im Kontext von gesellschaftlichem Strukturwandel, neuen Rollenanforderungen und dem Einfluss von Peergroups. Ziel ist es, ein differenziertes Bild der heutigen Mädchengeneration zu zeichnen, ihre Handlungsweisen in Familie, Freundschaft und Partnerschaft zu analysieren und Konsequenzen für eine zeitgemäße, geschlechtsbezogene Mädchenarbeit abzuleiten.
- Strukturwandel der Lebensphase Jugend und geschlechtsspezifische Anforderungen
- Wandel von Geschlechterrollen und Stereotypen in Gesellschaft und Literatur
- Die Funktion von Mädchenfreundschaften und Peer-Groups für die Identitätsbildung
- Einfluss von Partnerschaften und Sexualität auf die Lebensentwürfe junger Mädchen
- Herausforderungen durch Herkunftsfamilie und Zukunftsplanung (Beruf vs. Familie)
- Perspektiven für eine moderne soziale Mädchenarbeit (Gender Mainstreaming)
Auszug aus dem Buch
3.2 Geschlechterrollen in der modernen Kinder- und Jugendliteratur
Vorab soll kurz erklärt werden, weshalb ich mich explizit auf die Kinder- und Jugendliteratur beziehe. Laut Alferman werden Geschlechtsrollenerartungen zunehmend von den Medien vermittelt. Neben Fernsehfilmen, Serien und Werbespots nehmen dabei auch Kinder- und Jugendbücher und in diesem Sinne auch Schulbücher einen wichtigen Stellenwert ein.
Ich persönlich habe mich für die Betrachtung der Literatur hinsichtlich der Darstellung moderner Geschlechterrollen entschieden. Dieses Medium scheint mir geeigneter, Modernisierungstendenzen sichtbar zu machen, da sie sich weniger als das Medium Fernsehen auf die Darstellung gängiger Rollenklischees beschränkt.
Die moderne Kinder- und Jugendliteratur, welche auch im Schulunterricht Anwendung findet, soll sich einigen Wissenschaftlern zu Folge dadurch auszeichnen , dass sie nicht nur aktuelle gesellschaftliche Diskurse um Normen und Werte aufgreift , sondern dass sie besonders progressiv ist, „indem sie auch Lebens- und Verhaltensformen darstellt, die gesellschaftlich noch nicht immer „mehrheitsfähig“ sind“, ihr wird in diesem Sinne eine Vorreiterrolle zugeschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Untersuchung der "Lebenswelten junger Mädchen", indem sie widersprüchliche Diskurse in der Geschlechterdebatte aufzeigt und das Forschungsziel definiert.
2. Theorien und aktuelle Beobachtungen zur Lebensphase Jugend: Dieses Kapitel beleuchtet den theoretischen Rahmen der Jugendforschung und die Auswirkungen des Strukturwandels auf die heutige Jugendgeneration.
3. Weibliche Adoleszenz- Junge Mädchen zwischen individuellen Lebensstil und Rollenkonformität: Hier wird der Fokus auf die Kategorie Geschlecht gelegt, wobei soziale und kulturelle Konstruktionen sowie geschlechtsspezifische Rollenanforderungen untersucht werden.
4. Die Bedeutung von Freundschaft im Leben junger Mädchen: Das Kapitel analysiert die Funktion von Freundschaften, Mädchencliquen und Freizeitverhalten als zentrale Sozialisationsinstanzen für junge Mädchen.
5. Liebe und Partnerschaft im Leben junger Mädchen: Untersuchung der Einstellungen und Verhaltensweisen weiblicher Jugendlicher in Paarbeziehungen sowie deren sexuelle Selbstbestimmung im Wandel.
6. Das Lebensthema Familie- junge Mädchen zwischen Herkunftsfamilie und eigener Lebensform: Erörterung der Ablösungsprozesse von der Herkunftsfamilie und der Zukunftsplanung im Hinblick auf den "doppelten Lebensentwurf" von Beruf und Familie.
7. Die Bedeutung veränderter Lebenswelten für die soziale Mädchenarbeit: Kritische Reflexion der bestehenden Mädchenarbeit und Diskussion von Paradigmenwechseln durch Ansätze wie Gender Mainstreaming.
8. Zusammenfassung: Abschließender Überblick über die zentralen Erkenntnisse hinsichtlich der Einstellungen und Handlungsweisen junger Mädchen.
Schlüsselwörter
Lebenswelten junger Mädchen, Adoleszenz, Geschlechterrollen, Sozialisation, Peer-Group, Mädchenfreundschaften, Partnerschaft, Jugendsexualität, Herkunftsfamilie, Zukunftsplanung, Gender Mainstreaming, Mädchenarbeit, soziale Identität, Rollenkonformität, Strukturwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse der Lebenswelten junger Mädchen in der heutigen Zeit, insbesondere unter dem Aspekt, wie sie ihre Rollen in Familie, Freundschaft und Partnerschaft selbst gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen der Strukturwandel der Jugendphase, die Bedeutung von geschlechtsspezifischen Rollenbildern, die Funktion von Mädchenfreundschaften und die Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Lebensentwürfen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein klares und neutrales Bild heutiger Mädchen zu gewinnen, abseits von ideologischen Zuschreibungen, um daraus notwendige Anpassungen für die sozialpädagogische Mädchenarbeit abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Jugendstudien, soziologischer Theorien zur Adoleszenz und geschlechtsspezifischer Forschung der letzten Jahrzehnte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Jugendforschung, die Analyse der Bedeutung von Peer-Groups und Freundschaften, die Untersuchung partnerschaftlicher Beziehungen und Sexualität sowie die Erörterung familiärer Ablösungsprozesse und Zukunftsplanungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Adoleszenz, Geschlechterrollen, Peer-Group, Identitätsbildung, Doppelorientierung, Gender Mainstreaming und soziale Mädchenarbeit.
Wie verändert sich die Mädchenarbeit durch den Ansatz des "Gender Mainstreaming"?
Durch Gender Mainstreaming soll die Mädchenarbeit aus ihrem Nischendasein gelöst und als Querschnittsaufgabe in einer geschlechtsbezogenen Jugendarbeit integriert werden, die den Blick auf beide Geschlechter und deren Verhältnisse untereinander richtet.
Wie stehen junge Mädchen heute zu ihrem Körper und Schönheitsidealen?
Die Arbeit zeigt, dass körperliche Veränderungen bei Mädchen oft mit großen Verunsicherungen einhergehen, wobei Mädchencliquen hier eine beruhigende "Supervisionsfunktion" übernehmen, um mit dem Druck durch Schönheitsnormen umzugehen.
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- Franziska Riedel (Author), 2005, Lebenswelten junger Mädchen unter besonderer Berücksichtigung der Aspekte Familie, Freundschaft und Partnerschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38468