In dieser Arbeit wird die psychologische Methode des Psychodramas vorgestellt und ein Transfer auf den konkreten Anwendungsfall von Teamarbeit und -entwicklung vorgenommen. Inklusive praktischem Beispiel, Kurzbiografie zu Moreno, "Vater des Psychodramas", und den zentralen Inhalten und Begrifflichkeiten des Psychodramas.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretischer Hintergrund des Psychodramas
1.1 Jacob Levi Moreno – Gründungsvater des Psychodramas
1.2 Menschenbild
1.3 Wesentliche Elemente psychodramatischen Arbeitens
2. Anwendung des Psychodramas in der Teamarbeit und –entwicklung
2.1 Team aus der Sicht des Psychodramas
2.2 Ein Beispiel aus der Praxis
3. Schlusswort
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Psychodrama als theoretisch fundiertes und praktisch anwendbares Instrument zur Analyse sowie zur Förderung von Teamarbeit und Teamentwicklung. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie psychodramatische Konzepte – wie das Menschenbild Morenos, verschiedene Arbeitsphasen und spezifische Rollentechniken – genutzt werden können, um gruppendynamische Prozesse besser zu verstehen, Konflikte innerhalb von Teams konstruktiv zu bearbeiten und die Leistungsfähigkeit von Teams nachhaltig zu steigern.
- Theoretische Grundlagen des Psychodramas und dessen Ursprünge
- Methoden und Instrumente des Psychodramas im Kontext der Gruppenarbeit
- Psychodramatische Sichtweise auf Teamstrukturen und funktionale Rollen
- Ursachen und Bearbeitungsmöglichkeiten von Teamkonflikten
- Praxisnahe Anwendung durch Fallbeispiele und Stegreifspiele
Auszug aus dem Buch
2.2 Ein Beispiel aus der Praxis
In einer Gruppe von sieben Personen wird ein Stegreifspiel durchgeführt. Ein Gruppenmitglied übernimmt die Rolle der Psychodrama-Leiterin. Als Szene gibt sie ein Cafe in der Innsbrucker Altstadt am Nachmittag vor. Die anderen Gruppenmitglieder dürfen sich je eine Karte ziehen, auf der die Beschreibung einer Person steht. Daraufhin dürfen sie gemeinsam eine Bühne gestalten, indem Tische und Stühle ähnliche wie in einem Cafe platziert werden. Schließlich positionieren sich die Gruppenmitglieder so, wie sie es für ihre Rolle für stimmig halten. Die Psychodrama-Leiterin eröffnet das Stegreifspiel, indem sie die anderen Personen dazu auffordert, einfach loszuspielen. Rentner Dietmar, 68 Jahre, bestellt etwas und verwickelt die Kellnerin Ute, 51, in ein Gespräch. Kellnerinnen Steffi, 25, und Anna, 22, sitzen zunächst untätig rum. Etwas unschlüssig sieht auch Cafebesitzer Bernhard, 56, aus. Seine Frau Gabi, 53, sitzt abseits vom Geschehen und sieht der Szene zu. Das Stegreifspiel wirkt anfangs erzwungen und manche Personen scheinen noch nicht wirklich in ihrer Rolle zu sein. Daher fordert die Psychodrama-Leiterin noch mal dazu auf, sich an die Vorgaben auf den Karten zu halten und zu versuchen, gemäß ihrer Rollen zu handeln. Die Gruppenmitglieder nehmen diesen Hinweis auf und es kommt zu mehreren Interaktionen.
Gabi versucht mit ihrem Mann Bernhard in ein Gespräch zu kommen, doch dieser ist gleichzeitig mit den Kellnerinnen beschäftigt, denen er Anweisungen gibt. Anna zeigt sich wenig motiviert, die Anweisungen umzusetzen. Da Bernhard etwas unschlüssig und machtlos wirkt, greift die Psychodrama-Leiterin erneut ein und agiert als Doppel von Bernhard. Sie bietet ihm ihre Interpretationen seiner Situation an: Bernhard müsse doch Ärger empfinden, weil die Kellnerinnen, insbesondere Anna, nicht ordentlich arbeiten. Er müsse doch das Bedürfnis haben, sich als Chef durchzusetzen. Auf Nachfragen räumt das Gruppenmitglied, welches Bernhard spielt, ein, sich so zu fühlen. Also wird die Szene weitergespielt und Bernhard versucht, sich durchzusetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretischer Hintergrund des Psychodramas: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Psychodramas, angefangen beim Begründer Jacob Levi Moreno über dessen Menschenbild bis hin zu den zentralen Instrumenten und Phasen der psychodramatischen Arbeit.
2. Anwendung des Psychodramas in der Teamarbeit und –entwicklung: Hier wird die Brücke zur Praxis geschlagen, indem Konzepte des Psychodramas auf die Definition von Teams, die Analyse von Konflikten und konkrete Teamentwicklungsprozesse angewendet werden.
3. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Möglichkeiten, die das Psychodrama als Beratungs- und Analyseinstrument für die Arbeit mit Teams bietet.
Schlüsselwörter
Psychodrama, Jacob Levi Moreno, Teamentwicklung, Teamarbeit, Spontaneität, Kreativität, Rollenhandeln, Stegreifspiel, Rollentausch, Doppeln, Soziogramm, Gruppendynamik, Pathologie sozialer Beziehungen, Funktionale Rollen, Intervention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Psychodrama als Werkzeug zur Verbesserung von Teamarbeit und zur gezielten Unterstützung von Teamentwicklungsprozessen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind das Menschenbild nach Moreno, die methodischen Instrumente des Psychodramas, die gruppendynamische Analyse von Teams und die Bearbeitung von Rollenkonflikten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie psychodramatische Methoden – wie das Stegreifspiel oder der Rollentausch – effektiv in der Teamberatung eingesetzt werden können, um soziale Strukturen und Arbeitsbeziehungen zu klären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die Konzepte aus der Psychodrama-Literatur auf den Kontext der Teamentwicklung überträgt und durch ein Praxisbeispiel veranschaulicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung (Morenos Psychodrama) und die praktische Anwendung, in der Fragen zur Teamstruktur, zu Konfliktursachen und zu Interventionsmöglichkeiten für Teamberater beantwortet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Psychodrama, Rollenhandeln, Teamentwicklung, Spontaneität und gruppendynamische Intervention charakterisieren.
Was genau versteht der Autor unter „funktionalen Rollen“ in einem Team?
Unter funktionalen Rollen werden Rollen verstanden, die primär aufgrund externer Anforderungen und Aufgaben konstruiert sind, wobei die Erfüllung dieser Erwartungen für das Team im Vordergrund steht.
Welche Rolle spielt das „Stegreifspiel“ in dem angeführten Praxisbeispiel?
Das Stegreifspiel dient dazu, soziale Interaktionen innerhalb der Gruppe sichtbar zu machen, unbewusste Spannungen oder Rollenkonflikte zu verdeutlichen und den Teilnehmern eine spielerische Erprobung neuer Verhaltensweisen in der Rolle zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Pia Dröber (Autor:in), 2012, Das Psychodrama als Instrument von Teamarbeit und Teamentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384908