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Stockfotografie als Antwort auf den Visualisierungszwang? Kommerzialisierung von Bildern in der Pressefotografie

Titel: Stockfotografie als Antwort auf den Visualisierungszwang? Kommerzialisierung von Bildern in der Pressefotografie

Akademische Arbeit , 2011 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anja Hornbostel (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wir sind von Bildern umgeben und pausenlos sehen wir Bilder vor unserem inneren Auge – ob wir wollen oder nicht. Hat sich ein Bild in unsere Erinnerung eingeschleust, scheint es auf ewig dort zu verharren.
Was aber macht Bilder so mächtig? Bilder haben sich in den letzten 15.000 Jahren entwickelt: von den Höhlenzeichnungen der Vorzeit über Ritz- und Meißelarbeiten, Wandmalereien, Gemälde, Zeichnungen oder Fotografien, Animationen oder Vorstellungsbilder. Spätestens mit dem Einzug des Internet erhielten Bilder auf der medialen Ebene eine ganz neue Bedeutung: Bilder lassen sich kostengünstig und schnell duplizieren und verbreiten.
Heute ist die Masse der Bilder unerschöpflich geworden, aber wie steht es mit der Qualität und wie reagiert der Empfänger? Ist es für ihn das bildgewordene Paradies oder eine lästige übergekochte Farbensuppe?
Bildagenturen wie „Getty Images“ und “Corbis“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, digitale Bilder zu sammeln, in einer Datenbank zu speichern und relativ kostengünstig für jedermann zur Verfügung zu stellen. Selbst die publizistischen Medien greifen heute auf Stockfotos zurück.

Kann dabei die Stockfotografie als Antwort auf den Visualisierungszwang dienen? Mit dieser Frage werde ich mich in der folgenden Arbeit auseinander setzten – vor allem im Bezug auf die Pressefotografie ist dieser Disput lohnend. Denn gerade hier bestehen unterschiedliche Ansprüche an die Fotos: Stockfotos, die möglichst schnell vom Betrachter vergessen werden sollen stehen gegen Bilder der Nachrichtenbilderstattung, die sich als Erinnerung in den Köpfen der Rezipienten auf immer festsetzen sollen. Können also Stockfotos die Fotos der Pressefotografie ablösen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Iconic Turn

3 Die Macht der Bilder

3.1 Über die Bedeutung und Notwendigkeit der Bilder im Journalismus

3.2 Bedeutung von Schlüsselbildern – und der Notwendigkeit, dass diese Bilder nicht in Vergesseheit geraten.

4 Stockfotografie

4.1 Kommerzialisierung der Bilder durch Stockfotografie

4.2 Mitwirkende und Verantwortliche

4.3 Merkmale der Stock Fotografie

4.4 Anforderungen an Stockfotografie

4.5 Stockfotografie in Abgrenzung zu Nachrichtenbildern

4.6 Anwendungsbereiche der Stockfotos

4.7 Stockfotografie in Magazinen

4.8 Pressefotos ohne Journalismus

4.9 Problematik der Verwendung der Stockfotografie im Journalismus

5 Zwischenergebnis Stockfotografie

6 Zusammenfassung und Diskussion

7 Quellenangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Stockfotografie als visuelles Mittel in modernen Medien und setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob diese Bilder eine angemessene Antwort auf den gegenwärtigen Visualisierungszwang darstellen, insbesondere im direkten Vergleich zur authentischen Pressefotografie.

  • Die Entwicklung und Bedeutung von Bildern im medialen Kontext (Iconic Turn).
  • Die ökonomischen Mechanismen und Anforderungen der globalen Stockfotografie-Industrie.
  • Die funktionale Abgrenzung von Stockfotos gegenüber journalistischen Nachrichtenbildern.
  • Ethische Fragestellungen und Problematiken bei der Verwendung von Symbolbildern in den Medien.

Auszug aus dem Buch

4.5 Stockfotografie in Abgrenzung zu Nachrichtenbildern

Trotz der Traumwelt-Atmosphäre, die die Stockfotos erzeugen sollen, ist die primäre Anforderung, dass der Betrachter die Bilder nicht in seiner Erinnerung verankern kann – er soll sich das Bild anschauen und im nächsten Moment wieder vergessen. Dies gelingt, indem er das Gesehene nicht mit eigenen Erfahrungen in Verbindung zu bringen oder eine persönliche Bindung aufzubauen sucht.

Der Vorteil, der sich aus diesem Umstand für die Bildagentur ergibt liegt auf der Hand: Das Bild ist nach kurzer Zeit wieder verwendbar.

Damit stellt das Stockfoto das absolute Pendant zu klassischen Bildern der Pressefotografie dar. Diese dienen nämlich ursprünglich als Gedächtnisstütze und erheben den Anspruch, einprägsam zu sein. Wer allerdings versucht, sich eine Reihe von Stockfotos zu merken, wird wohl scheitern. Roland Barthes hat versucht, den Unterschied zwischen üblicher Fotografie und Stockfotografie deutlich zu machen. Er meint dazu: „Das eigentlich alle Bilder, die wenigstens ein paar Details enthalten und Konkretes zeigen, das Interesse des Betrachters befriedigen – das so genannte ‚studium‘ belohnen – bieten manche Fotos noch eine Zugabe das so genannte ‚punctum‘, das ganz individuell erfahren wird oder für jeden Betrachter in etwas anderem bestehen kann (ebd. S. 58).“ Jenes punctum weckt beim Betrachter die Hoffnung, noch mehr zu entdecken. „Aus Interesse wird Eifer, gar Leidenschaft, darüber hinaus besitzt ein ‚Punctum‘ eine ‚Expansive Kraft‘ und stimuliert die Erinnerung (ebd.).“

Das Besondere der Stockfotografie aber besteht darin, dass ihre Bilder nicht einmal einem durchschnittlichen Interesse entgegenkommen und jegliche Neugier enttäuschen. Es gibt nichts Neues zu entdecken – nein, es handelt sich bei Stockfotos um 'Visuelle Floskeln (ebd.)“ – als Pendant zu Höflichkeitsfloskeln unseres alltäglichen Sprachgebrauchs wie: ‚Guten Tag…‘, ‚Wie geht es Ihnen…?‘, ‚Ich freue mich, Sie zu sehen…‘. Floskeln eben – die man, alsbald ausgesprochen oder gehört, ebenso schnell wieder vergisst.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung thematisiert die omnipräsente Macht von Bildern und stellt die Forschungsfrage, ob Stockfotografie als Antwort auf den medialen Visualisierungszwang fungieren kann.

2 Iconic Turn: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Wandel zum Bild („Iconic Turn“) und betont die durch das Internet und die digitale Fotografie massiv gesteigerte Bedeutung visueller Repräsentationen.

3 Die Macht der Bilder: Hier wird analysiert, warum Bilder eine starke emotionale Wirkung entfalten und welche spezifischen Anforderungen an die journalistische Bildberichterstattung gestellt werden.

4 Stockfotografie: Dieser umfangreiche Hauptteil beleuchtet die Entstehung, Merkmale und ökonomischen Aspekte der Stockfotografie sowie die problematische Abgrenzung gegenüber journalistisch wertvollen Pressefotos.

5 Zwischenergebnis Stockfotografie: Ein Resümee der bisherigen Erkenntnisse, welches feststellt, dass Stockfotos zwar für illustrative Zwecke nützlich sind, in der aktuellen Nachrichtenberichterstattung jedoch versagen.

6 Zusammenfassung und Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die Gründe für den Siegeszug der Bilder zusammen und diskutiert die Notwendigkeit einer sorgfältigen Bildauswahl in publizistischen Medien.

7 Quellenangaben: Ein Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Stockfotografie, Iconic Turn, Pressefotografie, Bildagenturen, Symbolbild, Nachrichtenberichterstattung, Bildwissenschaft, Visualisierung, Kommerzialisierung, Bildauthentizität, digitale Bildmedien, Bildredaktion, Journalismus, Bildsprache, Visuelle Floskeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung von Stockfotografie in den modernen Medien und hinterfragt deren journalistische Relevanz und ethische Vertretbarkeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bildtheorie (Iconic Turn), den ökonomischen Strukturen der Stockfotografie-Industrie und der Differenzierung zu authentischer Pressefotografie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es zu erörtern, ob Stockfotos eine angemessene Antwort auf den heutigen Visualisierungszwang in der Nachrichtenberichterstattung bieten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und vergleicht theoretische Konzepte der Bildforschung mit den praktischen Anforderungen der heutigen Medienlandschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erörtert?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung, die Anforderungen und die Verwendungsbereiche von Stockfotos sowie die spezifischen Probleme bei deren Einsatz in einem journalistischen Kontext.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Stockfotografie, Symbolbild, Authentizität, Bildagentur, Journalismus und der Iconic Turn.

Warum warnt die Autorin vor der unbedachten Nutzung von Stockfotos im Journalismus?

Weil Stockfotos lediglich als "Visuelle Floskeln" fungieren, die keine inhaltliche Tiefe besitzen und den Leser bezüglich der Authentizität der dargestellten Informationen täuschen könnten.

Welchen Unterschied sieht die Autorin zwischen Pressefotos und Stockfotos?

Während Pressefotos den Anspruch haben, Ereignisse nachhaltig im Gedächtnis zu verankern, sind Stockfotos darauf ausgelegt, schnell wieder vergessen zu werden, um eine hohe Umlaufgeschwindigkeit in den Datenbanken zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt der Deutsche Presserat in der Argumentation?

Er dient als Referenzinstanz, da er bereits früh den Begriff "Symbolbild" definierte, um die Problematik der Kennzeichnung von rein illustrativen Fotos in der Presse zu verdeutlichen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stockfotografie als Antwort auf den Visualisierungszwang? Kommerzialisierung von Bildern in der Pressefotografie
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1,7
Autor
Anja Hornbostel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V384928
ISBN (eBook)
9783668597921
ISBN (Buch)
9783668597938
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stockfotografie antwort visualisierungszwang kommerzialisierung bildern pressefotografie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anja Hornbostel (Autor:in), 2011, Stockfotografie als Antwort auf den Visualisierungszwang? Kommerzialisierung von Bildern in der Pressefotografie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384928
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Leseprobe aus  22  Seiten
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