Welche Auswirkungen hat die fernmündliche Reanimationsanleitung der Leitstellendisponenten und Leitstellendisponentinnen auf das quantitative Reanimationsverhalten von medizinischen Laien? Dieser Forschungsfrage soll im Folgenden wissenschaftlich nachgegangen werden.
Zunächst wird der Ablauf einer Reanimation beschrieben, gefolgt von einer Darstellung, wie eine Herz–Lungen–Wiederbelebung im Rahmen eines Erste Hilfe Kurses bzw. unter fernmündlicher Anleitung vermittelt werden kann. Unbeachtet bleiben hierbei die medizinischen Vorgänge während eines Herzkreislaufstillstandes.
Nachfolgend sind in Kapitel 3 die an einer Telefonreanimation beteiligten Personengruppen mit ihren medizinischen Kenntnissen dargestellt, um in Kapitel 4 die konkreten Auswirkungen einer fernmündlichen Reanimationsanleitung erörtern zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Reanimation
2.1 Reanimationsanleitung im Rahmen von Erste Hilfe Kursen
2.2 Fernmündliche Reanimationsanleitung
3 Beteiligte Personengruppen
3.1 Leitstellendisponent / Leitstellendisponentin
3.2 Medizinischer Laie
4 Auswirkungen der fernmündlichen Reanimationsanleitung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der fernmündlichen Reanimationsanleitung (Telefonreanimation) durch Leitstellenpersonal auf das quantitative Reanimationsverhalten von medizinischen Laien im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands.
- Grundlagen der Reanimation und deren Vermittlung in Erste-Hilfe-Kursen
- Prozess und Herausforderungen der fernmündlichen Reanimationsanleitung (T-CPR)
- Rolle und Qualifikation des Leitstellenpersonals
- Reanimationskompetenz und Hilfsbereitschaft medizinischer Laien
- Effektivität der Telefonreanimation hinsichtlich Überlebenschancen und Laienreanimationsquote
Auszug aus dem Buch
2.2 Fernmündliche Reanimationsanleitung
Bei einer fernmündlichen Reanimationsanleitung ist es weder möglich die Abläufe und Tätigkeiten im Vorfeld zu trainieren, noch ist eine visuelle Anleitung des Notfallzeugen möglich. Dadurch kommt einer einfach und verständlich gesprochenen Handlungsanweisung eine herausragende Bedeutung zu.
Eine solche gesprochene Anleitung, eine Telefonreanimation (T-CPR), ist keine neue Entwicklung, sie wurde bereits 1985 im Journal of Public Health beschrieben und ist in den Leitlinien des European Resuscitation Council seit 2010 fest verankert, wird jedoch in deutschen Leitstellen sehr unterschiedlich praktiziert (Hackstein et al., 2014).
Bei einer fernmündlichen Reanimationsanleitung ist zunächst von dem Leitstellendisponenten oder der Leitstellendisponentin durch gezielte Fragen der Herzkreislaufstillstand festzustellen, um mit der telefonischen Reanimationsanleitung beginnen zu können. Dies wird als eine der schwierigsten Aufgaben von Leitstellendisponentinnen und Leitstellendisponenten beschrieben. Besonders das Unterscheiden von Schnappatmung und normaler Atmung ist eine schwierige und fehleranfällige Handlung bei einer solchen Notrufabfrage (Maurer, Mayr, Kaiser, Schinnerl, Baubin, 2015). Durch eine T-CPR kann zum Notfallzeitpunkt das Wissen über die Reanimationsdurchführung vom Leitstellenpersonal an den Ersthelfer oder die Ersthelferin weitergegeben werden. Ebenso kann Unterstützung vermittelt und Defizite von medizinischen Laien abgebaut werden (Marung, 2013). Zur Unterstützung des Leitstellenpersonals wird in einigen Leitstellen auf eine strukturierte Notrufabfrage zurückgegriffen und in anderen Leitstellen mit Hilfe von Protokollen abgefragt. Ein solches standardisiertes Vorgehen hat sich als günstig erwiesen, um eine möglichst effiziente Abfrage und Anleitung zu erzielen (Hackstein et al., 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen der fernmündlichen Reanimationsanleitung durch Leitstellenpersonal auf das Reanimationsverhalten von Laien und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2 Reanimation: Dieses Kapitel definiert die Reanimation als lebensrettende Maßnahme und erläutert sowohl die klassische Vermittlung in Erste-Hilfe-Kursen als auch das spezielle Verfahren der telefonischen Anleitung (T-CPR).
3 Beteiligte Personengruppen: Hier werden die Rollen und Qualifikationen der beteiligten Akteure – konkret des Leitstellenpersonals sowie der medizinischen Laien – sowie deren jeweilige Voraussetzungen für eine Telefonreanimation analysiert.
4 Auswirkungen der fernmündlichen Reanimationsanleitung: Dieses Kapitel bewertet den Nutzen der T-CPR durch verschiedene Studien, wobei der Fokus auf dem zeitlichen Vorteil, der Steigerung der Überlebensrate und der Erhöhung der Ersthelferquote liegt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Wirksamkeit der T-CPR zur Steigerung der Hilfsbereitschaft, weist aber auf den weiteren strukturellen Handlungsbedarf und die Notwendigkeit einheitlicher Konzepte in Deutschland hin.
Schlüsselwörter
Reanimation, Telefonreanimation, T-CPR, Leitstellendisponent, Laienhelfer, Erste Hilfe, Herzkreislaufstillstand, Überlebenschance, Notrufabfrage, Basisreanimation, Herzdruckmassage, Atemspende, Rettungsdienst, Ersthelferquote, Qualitätssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der fernmündlichen Anleitung zur Reanimation durch Rettungsleitstellen und deren Einfluss auf das Verhalten von Laienhelfern in Notfallsituationen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Grundlagen der Laienreanimation, die Qualifikation von Leitstellenpersonal, die methodische Durchführung der Telefonreanimation (T-CPR) sowie die statistische Auswertung von Überlebenschancen und Ersthelferquoten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche Auswirkungen die fernmündliche Reanimationsanleitung durch Leitstellendisponenten auf das quantitative Reanimationsverhalten von medizinischen Laien hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Literatur- und Analysearbeit, die den aktuellen Kenntnisstand anhand von Fachliteratur, Leitlinien und Studien zusammenfasst und erörtert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reanimationsgrundlagen, die Analyse der beteiligten Personengruppen (Disponenten und Laien) sowie die detaillierte Untersuchung der Auswirkungen und Erfolgsfaktoren der T-CPR.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Telefonreanimation (T-CPR), Laienreanimation, Herzdruckmassage, Rettungsleitstelle, Überlebensrate und Ersthelferquote charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Schnappatmung und normaler Atmung bei der Notrufabfrage so schwierig?
Die Unterscheidung gilt als eine der fehleranfälligsten Aufgaben des Leitstellenpersonals, da sie unter hohem Zeitdruck und Stress erfolgt und für den Anrufer medizinisch schwer zu differenzieren ist.
Warum wird bei der Telefonreanimation für Laien von der Atemspende abgeraten?
Die Anleitung zur Beatmung ist zeitintensiv, komplex für Ungeübte und verzögert den Beginn der lebenswichtigen Herzdruckmassage, weshalb der Fokus bei Laien verstärkt auf der reinen Druckmassage liegt.
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- Volker Julius (Author), 2017, Fernmündliche Reanimationsanleitung und ihre Auswirkungen auf das Reanimationsverhalten von Laienhelfern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/384985