Mein Stundenentwurf orientiert sich an einer Klasse mit 30 SchülerInnen der 6. Jahrgangsstufe. In diese Klasse gehen Türken, Bosnier, Serben, Griechen, Italiener, Iraner, Polen, Vietnamesen und Deutsche. Mit diesen verschiedenen Nationalitäten treffen in dieser Klasse auch eine Vielzahl von Religionen aufeinander: Muslime, orthodoxe Christen, Katholiken, Protestanten, Buddhisten und Atheisten. „Die Speisen haben vermutlich einen sehr großen Einfluss auf den Zustand der Menschen.“1 „Ein leerer Magen ist ein schlechter Ratgeber.“2 „Liebe geht durch den Magen.“3 Diese Zitate zeigen, welche Rolle die Speisen in einer Kultur spielen, wie sie die Menschen und das Leben prägen. Durch bestimmte Speisen-, Speisenzubereitungen und Essensregeln identifizieren sich die verschiedenen Kulturen und Religionen. Die Ernährung ist somit ein wichtiger Aspekt des interkulturellen und interreligiösen Lernens, bei dem sich die SchülerInnen ihrer eigenen kulturellen und religiösen Sozialisation bewusst werden können. Ziel dieser fächerübregreifenden Unterrichtseinheit ist es ein Klassenkochbuch zu erstellen, in dem Rezepte für Gerichte aus den Herkunftsländern der SchülerInnen und die Vorschriften für die Essensvorbereitung sowie die Verbote bestimmter Speisen der einzelnen Religionen enthalten sind. Dabei sollen verschiedene Lernziele erreicht werden. Das primäre Lernziel ist den SchülerInnen zunächst die landes- und religionstypischen Unterschiede in der Ernährung aufzuzeigen und sie schließlich damit vertraut zu machen. Denn dieses Wissen öffnet einen Weg zur Annäherung an andere Kulturen und ermöglicht so ein interkulturelles und interreligiöses Miteinander. Das Kennenlernen und Hinterfragen der eigenen Esskultur trägt dazu bei, dass sich Kinder nichtdeutscher Herkunft, die in Deutschland leben, besser mit ihrer Kultur und Religion identifizieren können und ermöglicht deutschen Kindern einen vorurteilsfreien Umgang mit fremden Gebräuchen. [...] 1 Verfasser unbekannt 2 Albert Einstein (1879-1955), dt.-amerik. Physiker (www.zitate.com) 3 Verfasser unbekannt
Gliederung
1. Bedingungsfeldanalyse
2. Sachanalyse und Ziele der Unterrichtseinheit
3. Umfang der Unterrichtseinheit
4. Begründungszusammenhang
4.1. 1. Stunde
4.1.1 Thema der 1. Stunde: Lieblingsessen und Einführung
4.1.2 Ziele der 1. Stunde
4.2. 2. und 3. Stunde
4.2.1 Thema der 2. und 3. Stunde
4.2.2 Ziele der 2.und 3. Stunde
4.3 4. Stunde
4.3.1 Thema der 4. Stunde
4.3.2 Ziele der 4. Stunde
4.4. 5. und 6. Stunde
4.4.1 Thema der 5. und 6. Stunde
4.4.2 Ziele der 5. und 6. Stunde
4.5 7. Stunde
4.5.1 Thema der 7. Stunde
4.5.2 Ziele der 7. Stunde
4.6 Durchführung des Klassenfestes
4.6.1 Thema
4.6.2 Ziele des Klassenfestes
4.7 8. Stunde
4.7.1 Thema der 8. Stunde
4.7.2 Ziele der 8. Stunde
5. Didaktisch-methodischer Kommentar
6. Anhang
6.1. Verwendete Literatur
6.2. Internetlinks und Literaturtipps für Lehrer und Schüler
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Erstellung eines interkulturellen und interreligiösen Klassenkochbuchs, um Schülern der 6. Jahrgangsstufe die Vielfalt der Esskulturen ihrer Mitschüler näherzubringen und Vorurteile abzubauen. Die zentrale Forschungsfrage bzw. didaktische Intention ist dabei, wie durch die Auseinandersetzung mit landes- und religionstypischen Ernährungsgewohnheiten ein vorurteilsfreier Umgang zwischen Schülern verschiedener kultureller und religiöser Herkunft gefördert werden kann.
- Interkulturelles und interreligiöses Lernen durch gemeinsame Ernährungspraxis
- Stärkung der Identifikation mit der eigenen kulturellen und religiösen Herkunft
- Förderung der Kompetenz zum Verfassen von Vorgangsbeschreibungen im Deutschunterricht
- Praktische Erprobung von Teamarbeit und kreativer Gestaltung in der Buchherstellung
- Abbau von Vorurteilen durch gemeinsames Kochen und interkulturellen Dialog
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse und Ziele der Unterrichtseinheit
„Die Speisen haben vermutlich einen sehr großen Einfluss auf den Zustand der Menschen.“1 „Ein leerer Magen ist ein schlechter Ratgeber.“2 „Liebe geht durch den Magen.“3 Diese Zitate zeigen, welche Rolle die Speisen in einer Kultur spielen, wie sie die Menschen und das Leben prägen. Durch bestimmte Speisen-, Speisenzubereitungen und Essensregeln identifizieren sich die verschiedenen Kulturen und Religionen. Die Ernährung ist somit ein wichtiger Aspekt des interkulturellen und interreligiösen Lernens, bei dem sich die SchülerInnen ihrer eigenen kulturellen und religiösen Sozialisation bewusst werden können.
Ziel dieser fächerübregreifenden Unterrichtseinheit ist es ein Klassenkochbuch zu erstellen, in dem Rezepte für Gerichte aus den Herkunftsländern der SchülerInnen und die Vorschriften für die Essensvorbereitung sowie die Verbote bestimmter Speisen der einzelnen Religionen enthalten sind. Dabei sollen verschiedene Lernziele erreicht werden. Das primäre Lernziel ist den SchülerInnen zunächst die landes- und religionstypischen Unterschiede in der Ernährung aufzuzeigen und sie schließlich damit vertraut zu machen. Denn dieses Wissen öffnet einen Weg zur Annäherung an andere Kulturen und ermöglicht so ein interkulturelles und interreligiöses Miteinander. Das Kennenlernen und Hinterfragen der eigenen Esskultur trägt dazu bei, dass sich Kinder nichtdeutscher Herkunft, die in Deutschland leben, besser mit ihrer Kultur und Religion identifizieren können und ermöglicht deutschen Kindern einen vorurteilsfreien Umgang mit fremden Gebräuchen.
Auch deutsche Kinder bekommen einen Zugang zu ihren Traditionen, die oft in Vergessenheit geraten sind. Viele Kinder sind sich z.B. gar nicht bewusst, dass ihre Lieblingsspeisen, wie z.B. Pizza und Spaghetti, nicht ursprünglich „typisch deutsch“ sind. Dabei sollen die SchülerInnen sich mit anderen Kulturen und Religionen auseinander setzen, Neugier, Offenheit und Verständnis für diese entwickeln sowie Ängste eingestehen und abbauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsfeldanalyse: Das Kapitel beschreibt die heterogene Zusammensetzung einer 6. Schulklasse hinsichtlich ihrer nationalen und religiösen Vielfalt als Ausgangslage für die Unterrichtseinheit.
2. Sachanalyse und Ziele der Unterrichtseinheit: Hier wird die Bedeutung der Ernährung für das interkulturelle Lernen begründet und das Projekt zur Erstellung eines Klassenkochbuchs als Mittel zur Förderung gegenseitigen Verständnisses eingeführt.
3. Umfang der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel legt den zeitlichen Rahmen von acht Unterrichtsstunden sowie optionalen Zusatzveranstaltungen wie einem Klassenfest fest.
4. Begründungszusammenhang: Dieser Hauptteil gliedert die Unterrichtseinheit in konkrete Phasen, von der Einführung über die Rezeptarbeit und die Berücksichtigung von Religionsvorschriften bis hin zur Buchherstellung und der abschließenden Reflexion.
5. Didaktisch-methodischer Kommentar: Das Kapitel erläutert das Grundprinzip des fächerübergreifenden, handlungsorientierten Lernens und betont die Notwendigkeit eines respektvollen Klassenklimas.
6. Anhang: Das Kapitel bietet eine Übersicht über die verwendete Literatur sowie weiterführende Internetquellen für Lehrkräfte und Schüler.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Lernen, Interreligiöses Lernen, Klassenkochbuch, Ernährungsbildung, Schulentwicklung, Projektarbeit, Vorgangsbeschreibung, Identitätsbildung, Religion, Kultur, Esskultur, Vorurteilsabbau, Handlungsorientierung, Grundschule, Diversität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Entwurf für eine fächerübergreifende Unterrichtseinheit für die 6. Jahrgangsstufe dar, in deren Mittelpunkt die Erstellung eines interkulturellen und interreligiösen Klassenkochbuchs steht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtseinheit?
Die Themenfelder umfassen die Auseinandersetzung mit der eigenen und fremden Esskultur, die Erforschung landes- und religionstypischer Speisevorschriften sowie die praktische Herstellung eines Buches.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Schülern durch die Beschäftigung mit kulinarischen Unterschieden den Zugang zu anderen Kulturen und Religionen zu erleichtern, Identitätsbildung zu unterstützen und durch einen vorurteilsfreien Dialog ein friedliches Miteinander zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in diesem Entwurf verwendet?
Es wird ein schüler- und handlungsorientierter Ansatz in kooperativen Lernformen gewählt, bei dem die Einbeziehung der Lebenswirklichkeit der Schüler und ihrer Eltern sowie eine praxisnahe Projektarbeit im Vordergrund stehen.
Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?
Der Hauptteil gliedert die Unterrichtseinheit detailliert in acht einzelne Phasen: von der Einführung (Lieblingsgerichte), über die formale Rezeptarbeit, die religiöse Recherche, die handwerkliche Buchherstellung bis hin zur Organisation eines Klassenfestes und der finalen Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie interkulturelles Lernen, Kochbuchprojekt, Identitätsbildung, Respekt, Handlungsorientierung und religiöse Vielfalt charakterisiert.
Wie werden die Schüler bei der Erstellung des Klassenkochbuchs in die Pflicht genommen?
Die Schüler tragen Verantwortung für die Beschaffung und Aufarbeitung des Materials. Sie lernen, Rezepte formal korrekt zu beschreiben, Informationen über religiöse Speisegebote zu recherchieren und die kreative Gestaltung sowie den Buchbindeprozess eigenständig durchzuführen.
Warum ist das Klassenfest als Bestandteil der Einheit so relevant?
Das Fest dient als praktische Anwendung des erworbenen Wissens. Hier findet der direkte, interkulturelle Austausch statt, bei dem die Schüler die im Unterricht recherchierten und zubereiteten Speisen gemeinsam probieren und bewerten.
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- Claudia Armbruster (Author), 2005, Unterrichtseinheit: Interreligiöses und interkulturelles Klassenkochbuch (6. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38502