Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die NATO. Ein Unterrichtsentwurf


Unterrichtsentwurf, 2017
15 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Bedingungsanalyse
1.1Soziokulturelle Voraussetzungen
1.1.2 Klassensituation
1.2Anthropogene Voraussetzungen

2.Sachanalyse

3.Didaktische Analyse
3.1Legitimation des Themas auf Basis des Bildungsplans
3.2spezifische Ausgangslage der SuS für das Thema
3.3. Einbettung der Sequenz in die Planungseinheit
3.4Lernzielanalyse/Kompetenzerwerb

4.Methodische Analyse

5.Verlaufsplanung

5.1Unterrichtsskizze

6.Literaturangaben und Onlineverzeichnis

8.Reflexion

1.Bedingungsanalyse

1.1Soziokulturelle Voraussetzungen

Im südlichsten Stadtteil der Stadt M liegt die Realschule XY im Grünen und wird von ca. 450 Schülern (SuS) besucht. Der Stadtteil R ist ein Stadtteil, welcher als ein Arbeiterviertel angesehen wird, da viele Industrieunternehmen in der Nähe angesiedelt sind. Daraus lässt sich schließen, dass die SuS aus sozialschwächeren Familien kommen, die die Bildung nicht, als das wertvollste Gut betrachten. In den Klassen ist ein hohes Maß an Immigrationshintergründen festzustellen.

Der Schulleiter ist Herr Z und der stellvertretende Schulleiter ist Herr H, welcher auch mein Mentor im Fach Politik ist. Das Kollegium besteht aus 34 Lehrpersonen. Eine Stadtbibliothek ist im Hause zu finden, so wie die angrenzende Werkrealschule, die in Zukunft geschlossen werden soll. Deshalb gibt es eine Vereinbarung, dass einige Räume der Realschule zur Verfügung stehen, da es durch die unverbindliche Grundschulempfehlung einen höheren Andrang für die Realschule gibt.

Wenn man die Ausstattung der Schule in Betracht zieht, gibt es Klassenzimmer mit einem Beamer und einen Laptopwagen, aber auch Klassenzimmer, die sich im Hauptschulgebäude befinden, die lediglich eine Tafel und einen Overheadprojektor besitzen. Dadurch, dass es nur zwei Computerräume gibt, die meist besetzt sind, würde man von einer mittelmäßigen Ausstattung der Schule sprechen.

1.1.2 Klassensituation

Das Klassenzimmer der 9c befindet sich im Hauptschulgebäude, deshalb musste ich vorab einen Medienwagen für meine Unterrichtsstunde besorgen. Die Klasse umfasst 24 SuS, die in einem relativ ausgeglichenen Verhältnis von 10 Jungen und 14 Mädchen stehen, die sich im Alter von 15-16 Jahren bewegen. Ich konnte durch mehrere Hospitationsstunden die SuS gut beobachten und habe vor dieser Unterrichtsstunde bereits zweimal meinen Unterricht gehalten.

1.2Anthropogene Voraussetzungen

Die 9c ist eine relativ homogene Klasse, ausgenommen zwei Schüler, die sehr an der Politik interessiert sind. Einer davon hat sein BORS-Praktikum bei einem SPD Abgeordneten absolviert und beteiligt sich in der Partei selbst. Der weibliche Teil der Klasse ist desinteressiert und beteiligt sich nicht am unterrichtlichen Geschehen und bleibt sehr passiv. Sie sind lernfähig, wie sich die Ergebnisse der Klassenarbeit gezeigt hat, aber sind dennoch zu den politischen Themen distanziert. Die Jungen sind lernbereit und beteiligen sich stets im Unterricht. Sie bereichern den Unterricht mit ihren Meldungen, als auch Meinungen.

Die Klasse ist im Allgemeinen lernbereit und motiviert, hat ein angemessenes Lerntempo und ist diszipliniert. Es sind kaum Unterrichtsstörungen zu konstatieren, sie folgen mir mit großer Aufmerksamkeit. Betrachtet man den fachlichen Leistungsstand, sind große Lücken vorzufinden, die auf den vorherigen Referendar zurückzuführen sind und auf das Nichtverfolgen der aktuellen Politik.

Die SuS kennen sämtliche Arbeitsformen und beherrschen eine große Methodenvielfalt, wie z.B. Stationenlernen, Lerntheke, Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Vier-Ecken-Methode, Internetrallye etc., die ich während meiner Hospitationszeit feststellen konnte.

An dieser Stelle muss man besonders betonen, dass die 9c immer ein gutes Klassenklima und eine gute Klassengemeinschaft vorweist. Im Klassenraum ist ein angstfreies Lernen möglich, die SuS helfen sich gegenseitig.

2.Sachanalyse

"Wir, die Völker der Vereinten Nationen - fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, [...] haben beschlossen, in unserem Bemühen um die Erreichung dieser Ziele zusammenzuwirken." [1] Dies sind die Ziele und Prinzipien der Vereinten Nationen, die sich am 24.10.1945, dazu verpflichtet haben die UN-Charta einzuhalten und den Weltfrieden zu sichern. In der Stunde vor meinem Unterrichtsbesuch, habe ich die Vereinten Nationen eingeführt und diese Ziele und Prinzipien verdeutlicht.

Nun wird der Sicherheitsrat der UN zum Unterrichtsgegenstand, welcher die Hauptverantwortung für die Friedenssicherung der Welt trägt. Der UN gehören 193 Staaten an, aber der Sicherheitsrat der UN umfasst 15 Mitglieder, darunter fünf ständige und zehn nicht ständige. Der Beschluss des Sicherheitsrates ist für jeden Mitgliedsstaat bindend. Großbritannien, Frankreich, Russland, China, USA sind die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats und haben als Siegermächte des Zweiten Weltkriegs ein Vetorecht. Mit diesem können sie bei Beschlüssen des Sicherheitsrates Einspruch einlegen und somit allein Resolutionen verhindern. Für eine Beschlussfassung wird eine Mehrheit von neun Stimmen benötigt, wobei Enthaltungen auch möglich sind. Als Konsequenz können die „Vetomächte“, ständigen Mitglieder mit einem Vetorecht, Entscheidungen blockieren. Die gegenseitige Blockade geschah während des Ost-Westkonflikts, da die ehemalige Sowjetunion mit westlichen Staaten im selben Rat saß und andere Interessen vertreten hat. Aber auch heute kommt es zu keinerlei Entscheidungen z.B. die Syrienresolution, die mehrfach durch Russland und China blockiert wurde. Wo verbleiben die Bemühungen der UN für eine Welt ohne Kriege? Wieso können weitere 191 Staaten nicht handeln? Dieses Problem soll durch die SuS erkannt und festgestellt werden.

Zudem gibt es die nicht ständigen Mitglieder, diese werden von der Generalversammlung der UN für je zwei Jahre aus den UN-Mitgliedstaaten gewählt. Die nicht ständigen Mitglieder rotieren nach einem regionalen Schlüssel. Aus Afrika, Asien, Lateinamerika, Europa werden die Staaten bestimmt.

Der UN-Sicherheitsrat verfügt über viele Mittel, um seine Ziele zu erfüllen. Durch Vermittlungen werden Konflikte zwischen Staaten gelöst, durch gewaltlose Sanktionen werden Staaten zur Konfliktbeilegung gezwungen z.B. Boykott, Blockierung der Transportwege. Zuletzt können sie militärische Sanktionen ausüben z.B. militärische Gewalt durch ein „Mandat“. Die UN besitzt über keine eigene Armee, somit müssen die Soldaten von den Mitgliedsstaaten auf freiwilliger Basis gestellt werden.

Außerdem schlägt der Sicherheitsrat die Kandidaten für das Amt des Generalsekretärs/ der Generalsekretärin vor, welche/r in der Generalversammlung, die alle UN-Mitgliedsstaaten umfasst, gewählt wird. Der/die Generalsekretär/in sitzt im Sicherheitsrat, hat aber kein Stimmrecht.

An dieser Stelle muss man besonders betonen, dass die heutige Zusammensetzung des Sicherheitsrats nicht repräsentativ für alle Völker stehen kann und eine Reform unumgänglich ist, denn der UN-Sicherheitsrat ist unbestritten handlungsunfähig geworden. Die Verhältnisse der Weltordnung von 1945 haben sich geändert, somit sollte sich auch ein Bündnis mitverändern lassen, der heute nicht 50 Staaten angehören, sondern 193. In unserer Welt gibt es neue Gefahren, die unseren Frieden bedrohen, darum ist eine freundschaftliche Zusammenarbeit aller Staaten erforderlich, um dagegen anzukämpfen.[2]

In der weiteren Stunde ist ein weiteres Bündnis von Staaten das Thema der Unterrichtsstunde. Es handelt sich um „North altantic treaty organization“, der so genannte Nordatlantikpakt, auch NATO oder OTAN, welcher in Folge des verschärfenden Ost-Westkonfliktes im Jahre 1949 von 10 westeuropäischen Staaten, von der USA und Kanada gegründet worden ist. Einer der wichtigsten Gründe war es die Sowjetunion mit diesem Militär-bzw. Verteidigungsbündnis abzuschrecken. Die Mitgliedsstaaten hatten sich dazu verpflichtet bei einem Angriffsfall dem entsprechenden Staat Beistand zu leisten, d.h. den Bündnisfall im Artikel 5 auszuüben. Nach den Anschlägen des 11.Septembers 2001, wurde der Bündnisfall erstmals ausgerufen, infolgedessen marschierten die NATO-Truppen in Afghanistan ein, um das Netzwerk Al-Qaida und das Taliban-Regime zu bekämpfen.

„Die Parteien verpflichten sich, in Übereinstimmung mit der Satzung der Vereinten Nationen, jeden internationalen Streitfall, an dem sie beteiligt sind, auf friedlichem Wege so zu regeln, daß der internationale Friede, die Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden, und sich in ihren internationalen Beziehungen jeder Gewaltandrohung oder Gewaltanwendung zu enthalten, die mit den Zielen der Vereinten Nationen nicht vereinbar sind.“[3] Hierbei ist es ersichtlich, dass die NATO die UN-Charta berücksichtigt und in seinen Vertrag die Prinzipien der UN aufgenommen hat. Betrachtet man die NATO, so ist sie das Ergebnis des Nichtfunktionierens der Vereinten Nationen.

Die Bundesrepublik Deutschland trat im Jahre 1955 der NATO bei. Parallel wurde der Warschauer Pakt unter der Führung der Sowjetunion mit den Ostblockländern gegründet, welches den Gegenentwurf/Gegner der NATO darstellte.

Inzwischen umfasst die NATO 28 Mitglieder, welches in Folge des Zerfalls der Sowjetunion, des Warschauer Paktes zu begründen ist. Somit erfuhr die NATO eine Osterweiterung und die BRD wurde am 3.Oktober 1990 wiedervereinigt.

Heute stellt sie ein politisch-militärisches Bündnis dar, da sich mit der Zeit neue Aufgaben erschlossen haben. Dazu zählen die Friedenssicherung, die Anti-Terroreinsätze und die Hilfsmissionen. Die NATO erfüllt nun die Rolle eines globalen Sicherheitsakteurs, d.h. sie entwickelte sich zu einer global eingreifenden Ordnungsmacht, zur so genannten „Weltpolizei“.[4]

[...]


[1] UN-Charta: http://www.un.org/en/sections/un-charter/chapter-i/index.html

[2] http://www.bpb.de/internationales/weltweit/vereinte-nationen/48583/sicherheitsrat

[3] Der Nordatlantikvertrag, Washington DC, 4. April 1949: http://www.nato.int/cps/en/natolive/official_texts_17120.htm?blnSublanguage=true&selectedLocale=de

[4] http://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/181725/65-jahre-nato-02-04-2014 http://www.bpb.de/themen/GPDDDN,0,0,NATO.html

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die NATO. Ein Unterrichtsentwurf
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1,5
Autor
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V385047
ISBN (eBook)
9783668611559
ISBN (Buch)
9783668611566
Dateigröße
760 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sicherheitsrat, vereinten, nationen, nato, unterrichtsentwurf, politik, didaktik, politikdidaktik, bildungsplan, unterrichtsskizze, sekundarstufe1
Arbeit zitieren
Fatma Gülkopan (Autor), 2017, Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die NATO. Ein Unterrichtsentwurf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385047

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