Mixed Martial Arts. Die Rolle der Gewalt in der Entwicklung zum populären Kampfsport


Fachbuch, 2018
55 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract / Zusammenfassung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Fragestellungen
1.2 Forschungs- und Literaturstand

2 Die Geschichte der UFC

3 Ursprünge und Entwicklung des MMA
3.1 Boxen und Ringen
3.2 Pankration
3.3 Weitere internationale Vorstufen des MMA

4 Gesellschaft und Gewalt
4.1 Gewalt in den Medien
4.2 Gewalt im Sport
4.3 Gewalt im MMA - Wirkung und Motive

5 Das Erfolgskonzept der UFC
5.1 Konkurrenz
5.2 Kommerzialisierung

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Anhang

Anhang

Abstract / Zusammenfassung

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung einer neuen Sportart und dem Prozess ihrer Etablierung — entgegen aller zeitgeistigen Moralvorstellungen — in unsere moderne Gesellschaft. Sie zeigt, dass Mixed Martial Arts (MMA) ein Konglomerat aus den unterschiedlichsten internationalen Kampfsportarten ist, deren Geschichte sich mindestens bis ins antike Griechenland zurückverfolgen lässt. Trotz der Verbannung, des Verbots und der Verachtung von MMA, hat es die UFC (Ultimate Fighting Championship) innerhalb von 25 Jahren geschafft, durch Inkorporation der Konkurrenz, geschickte Kommerzialisierung und Risikobereitschaft, aus einer brutalen Attraktion einen regulierten, anerkannten und ?nanziell höchst ertragreichen Sport zu machen (Ford, 2015, S.32). Der Kern der Arbeit beinhaltet die wissenschaftliche Betrachtung der Theorien und Konzepte, mit denen sich der Gewaltaspekt, der einen signi?kanten Bestandteil des (MMA-)Kampfes darstellt, im Hinblick auf seine soziologischen, historischen und psychologischen Motive und Effekte erklären lassen kann. In Anbetracht der aktuell verfügbaren Literatur und der Forschungs-ergebnisse, in diesem doch sehr speziellen Themenbereich, lässt sich herausstellen, dass sowohl der MMA-Sport als auch die Gesellschaft (Rezipienten) eine deutliche Entwicklung in Bezug auf den Gewaltaspekt des Sports und seine perzeptive Wirkung gemacht haben, und dass es mit der Verbreitung der technischen Inhalte und sportlichen Prinzipien zu einem besseren Verständnis und zur allgemeinen Akzeptanz kommt.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Junge minoische Boxer (1550 v.Chr. gemalt auf der Insel Thera).

Abbildung 2 Drei griechische Boxer (336/335 v.Chr.).

Abbildung 3 Ringen heute.

Abbildung 4 Ringen zur Zeit der griechischen Antike (um 500 v. Chr.).

Abbildung 5 Rear Naked Choke (beliebte MMA-Technik).

Abbildung 6 Antiker Würgegriff.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Wichtigste Kampfsportarten mit kombinierten Kampftechniken

Tabelle 2 Quality that drew fan to MMA. Quelle: (Cheever, 2009, S. 37)

Tabelle 3 Aspect fans find most entertaining. Quelle: (Cheever, 2009, S. 41)

1 Einleitung

Im Juli 2016 wird die Kampfsport-Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC) für über 4 Milliarden US-Dollar verkauft (McClearen, 2017, S.3225). Die UFC ist die größte Organisation im Bereich der Mixed-Martial-Arts, ein Sport, der erst seit 24 Jahren existiert und erst seit 16 Jahren von Sportkommissionen überwacht und reguliert wird. Ein Sport, der zu Beginn von jeglicher TV-Übertragung verbannt und aufgrund seiner Brutalität und der polarisierenden Marketingstrategien von vielen Menschen stark verachtet wurde, zog nichtsdestotrotz zigtausende Menschen an, die sich das Spektakel entweder live vor Ort ansahen, oder als Pay-Per-View (PPV)[1] kauften (Holthuysen, 2011, S.38).

Im Jahre 2001 sahen Lorenzo und Frank Fertitta — wohlhabende Casino-Besitzer aus Las Vegas — und der Boxpromoter Dana White eine Zukunft für MMA und kauften die strauchelnde UFC ursprünglich für 2 Millionen US-Dollar auf (ebd., S.41). Nach vielen Problemen, Schulden und gerichtlichen Hürden gelang es ihnen MMA vom Rand der Gesellschaft mitten ins Zentrum der amerikanischen Medienlandschaft zu schieben und den Wert ihrer Organisation um das Zweitausendfache zu erhöhen und damit in die Geschichtsbücher einzugehen mit dem größten Deal der Sportgeschichte (McClearen, 2017, S.3225).

Bis heute hat die Nachfrage und der Erfolg der UFC nicht abgenommen, die Events werden regelmäßig von Millionen treuen Fans in vielen verschiedenen Ländern verfolgt (Cheever, 2009, S.34), und durch intelligente Marketingstrategien werden die Begriffe, UFC und MMA, heute teilweise sogar synonym verwendet (Ford, 2015, S.39).

Viele Menschen stellen sich jedoch die Frage, wie es sein kann, dass ein Sport, der von vielen Kritikern immer noch als blutig und brutal beschrieben wird (Cheever, 2009, S.35), in unserer heutigen, Gewalt ablehnenden Gesellschaft immer mehr an Popularität dazu gewinnt, im regulären Fernsehen zur Hauptsendezeit ausgestrahlt wird und die Stars der UFC den Sport transzendieren und in Magazinen und im TV von vielen männlichen und weiblichen Zuschauern idolisiert werden.

Im Rahmen dieser Arbeit wird zunächst die Geschichte der UFC und sowohl die moderne Entwicklung des MMA als auch seine historischen Ursprünge aufgezeigt. Im nächsten Schritt werden theoretische Konzepte der Sozialwissenschaft, Kulturgeschichte und Medienwirkungsforschung betrachtet, um herauszustellen welche Erklärungen sich dafür finden lassen, dass ein für heutige Verhältnisse sehr gewalttätiger Sport wie MMA Anklang findet, und welche Motive und Effekte hinter genau dieser Gewalt stecken. Schließlich werden Faktoren und Methoden aufgezeigt, mit denen es die UFC geschafft hat, MMA aus dem Rand ins Zentrum der amerikanischen und teilweise auch internationalen Gesellschaft zu positionieren.

1.1 Fragestellungen

Durch die Untersuchung der oben genannten Bereiche und der Auseinandersetzung mit den theoretischen und empirischen Ergebnissen, verfolgt diese Arbeit das Ziel, folgende Fragestellungen zu beantworten:

a. Welche Entwicklung hat die UFC seit ihrer Entstehung gemacht und wie hat sich diese auf MMA ausgewirkt ?
b. Was sind die Ursprünge des MMA und wie unterscheidet es sich von anderen Kampfsportarten ?
c. Welche Einstellung hatten/haben Menschen zur Gewalt, welche Faktoren stecken dahinter und was macht die Attraktivität von Gewalt aus ?
d. Ist es primär der Gewalt-Aspekt im MMA, der die Menschen an den Sport fesselt und fasziniert ?
e. Was sind die wichtigsten Elemente, mit denen es die UFC es geschafft hat, MMA sowohl in der Sportwelt als auch in der modernen Gesellschaft zu etablieren ?

1.2 Forschungs- und Literaturstand

Neue Sportarten, die internationale Attraktivität vorweisen und finanziell signifikante Erträge generieren, sind eine Seltenheit in unserer modernen Zeit und die Tatsache, dass ein Unternehmen mit einem verhältnismäßig kleinen Investment, innerhalb von weniger als 25 Jahren, eine Werterhöhung von über 200.000% erreicht, ist von großer Signifikanz für viele wissenschaftliche Bereiche (Ford, 2015, S.2). Noch interessanter ist es, dass die UFC dies mit einem Vollkontaktsport wie MMA geschafft hat. Dies ist der Grund, warum sich diese Arbeit mit der Entwicklung des MMA und seiner gesellschaftlichen Etablierung durch die UFC beschäftigt.

Bis heute haben sich nicht viele Wissenschaftsbereiche mit MMA und der UFC befasst, nur wenige von ihnen haben hierbei nach Gründen für die Attraktivität von MMA für seine Rezipienten gesucht, und noch weniger haben sich mit Motiven und Auswirkungen von Gewalt im Kampfsport oder speziell im MMA auseinandergesetzt. Der Mangel an wissenschaftlichen Quellen rührt unter anderem daher, dass viele Reaktionen und Motive — vor allem zu Beginn der UFC — nicht mehr im Nachhinein überprüfbar sind und meist aus Beobachtungen, Interviewantworten und Erfahrungen stammen, die von Organisatoren, Kämpfern, Moderatoren, Reportern und Fans gemacht wurden, welche zur Anfangszeit der UFC aktiv oder passiv in die Veranstaltungen und Prozesse involviert waren.

Sowohl die Forschung in Bezug auf die Motive, die Menschen dazu bewegen Kampfsport und Gewalt zu betrachten als auch die Wirkung, sei es positiver (Begeisterung, Befriedigung) oder negativer Natur (Ekel, Verabscheuung, Kritik), ist noch relativ jung und unausgereift. Ist es das Ziel, diesen Fragestellungen auf den Grund zu gehen, ist es zwingend notwendig, andere Bereiche unter die Lupe zu nehmen, die beispielsweise Gewalt, Aggressionen, Macht und Kampf auf historischer, sozialer oder psychologischer Ebene und in Bezug auf gewalthaltige Medieninhalte — fiktiven und wenn möglich realen Ursprungs — untersuchen. Doch selbst nach erfolgreicher Betrachtung aller nützlichen Schlussfolgerungen auf diesen Gebieten, bleiben noch sehr viele Fragen offen, die von den meist heterogenen Ergebnissen nicht zur Genüge beantwortet werden können, und es lässt sich trotz aller Bemühungen kein allgemein gültiger Konsens feststellen. Diese Arbeit untersucht die genannten Gebiete und versucht, mit Hilfe der Fragestellungen, Antworten zu finden, die diese Phänomene verständlich und nachvollziehbar machen.

2 Die Geschichte der UFC

[...]


[1] Pay-Per-View (PPV) ist eine in den USA geläufige Form des Bezahlfernsehen, bei der man für eine einmalige Übertragung zahlt.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Mixed Martial Arts. Die Rolle der Gewalt in der Entwicklung zum populären Kampfsport
Autor
Jahr
2018
Seiten
55
Katalognummer
V385129
ISBN (eBook)
9783960952008
ISBN (Buch)
9783960952015
Dateigröße
3028 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
MMA, Mixed Martial Arts, Kampfsport, Fighting, Combat sports, combat, Kampf, Kampf und Gesellschaft, Gewalt und Gesellschaft, Martial Arts, UFC, Ultimate Fighting Championship, Ultimate Fighting, Gewalt, Medien, Gewaltkonsum, Gewalt in den Medien, Medienwirkungsforschung, Nutzen- und Belohnungsansatz, Gewaltmedien, Geschichte des Kampfsports, Ringen, Boxen, Pankration, Gewalt im Sport, Jiu Jitsu, BJJ
Arbeit zitieren
Florent Aradinaj (Autor), 2018, Mixed Martial Arts. Die Rolle der Gewalt in der Entwicklung zum populären Kampfsport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385129

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