Die Alpen - Eine touristisch interessante Region als Thema im Rahmen einer Vorbereitung für eine Klassenfahrt


Examensarbeit, 2004

40 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sachanalyse

3. Analyse der Lernbedingung
3.1 Die Klassensituation
3.2 Lernausgangslage im Erdkundeunterricht
3.3 Bemerkungen zu einzelnen Schülerinnen und Schülern

4. Didaktische Überlegungen zur Unterrichtseinheit
4.1 Begründung der Unterrichtseinheit
4.2 Zentrale Ziele der Unterrichtseinheit

5. Methodische Überlegungen zur Unterrichtseinheit

6. Tabellarische Übersicht über die Unterrichtseinheit
6.1 Begründung für die Wahl der Schwerpunktstunden
6.2 Die erste Stunde der Unterrichtseinheit „Die Lage der Alpen in Europa“
6.2.1 Didaktische Überlegung
6.2.2 Lernziele der Stunde
6.2.3 Methodische Überlegung
6.2.4 Reflexion der ersten Unterrichtsstunde
6.3 Die elfte Stunde der Unterrichtseinheit „Unser Dorf Kühdorf“ - Ein Rollenspiel
6.3.1 Didaktische Überlegung
6.3.2 Lernziele der Stunde
6.3.3 Methodische Überlegung
6.3.4 Reflexion der elften Stunde

7. Reflexion der Unterrichtseinheit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Alpen als touristisch interessante Region bieten sich als ein Unterrichtsthema an, das sowohl den physischgeographischen als auch den sozialgeographischen Bereich umfasst. Anstoß für die in der vorliegenden Arbeit beschriebene Unterrichtseinheit in der von mir unterrichteten 9. Klasse der Schule für Lernhilfe gab darüber hinaus eine geplante Klassenfahrt nach Kühtai in den österreichischen Alpen. Dadurch erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit, dass das bereits in der Planungsphase für diese Klassenfahrt erkennbare Interesse der Schülerinnen und Schüler sich positiv auf Motivation, Konzentration und ihre Leistungsbereitschaft auswirken würde.

Die vorliegende Unterrichtseinheit soll nicht nur Teilbereiche, sondern möglichst viele Aspekte den Großraum Alpen betreffend – von den glazialen Formenschätzen bis hin zu den Auswirkungen des Tourismus – behandeln, die in ihrer Komplexität von den Schülerinnen und Schülern erfasst und auf der Klassenfahrt wiedererkannt werden können. Denn erst durch das Fachwissen, das den Schülerinnen und Schülern während der Unterrichtseinheit vermittelt werden soll, wird ihnen die Möglichkeit eröffnet, das Gesamtbild der Alpen unter allen Aspekten zu verstehen. Dieses Ziel soll den Schülerinnen und Schülern während der gesamten Unterrichtseinheit vor Augen geführt werden. Die Erkenntnis, durch die zu lernenden Inhalte zum „Experten“ auf diesem Gebiet zu werden und sich als solcher während der geplanten Klassenfahrt auszuweisen, wird das Interesse der Schülerinnen und Schüler auch für Detailfragen und komplexe Zusammenhänge wecken und während der Unterrichtseinheit aufrecht erhalten.

Das in der Unterrichtseinheit gegen Ende behandelte Thema der Auswirkungen des Tourismus in der Alpenregion eignet sich schließlich wegen seiner leicht erfassbaren Polarität auch und gerade im Bereich der Schule für Lernhilfe, um die Diskussionsbereitschaft bei den Schülerinnen und Schülern und das Verständnis zum Schutz und Erhalt unserer natürlichen Umwelt zu fördern.

2. Sachanalyse

Die Alpen sind der mächtigste und höchste Gebirgszug Europas. Sie erstrecken sich in einem weiten Bogen über 1300 Kilometer Länge und 60 bis 360 Kilometer Breite zwischen dem mitteleuropäischen Flachland und dem Mittelmeer und bilden die Wasserscheide für die vier großen Flusseinzugsgebiete von Rhein, Donau, Po und Rhône. Beginnend mit dem Colle di Cadibona im Westen, markieren sie lange den Grenzverlauf zwischen Frankreich im Westen und Italien im Osten. Ihre größte Höhe über dem Meeresspiegel erreichen sie mit 4807 Metern am Montblanc. Danach verlaufen sie in Richtung Osten, werden im Süden begrenzt von den Oberitalienischen Seen, umfassen nördlich davon einen großen Teil der Schweiz und erstrecken sich weiter über Liechtenstein, Österreich und das süddeutsche Voralpengebiet. Im Osten teilt sich die Kette der Alpen anschließend in mehrere parallel verlaufende Gebirgszüge, die im Norden zum Donautal hin auslaufen und im Süden in Slowenien mit dem Krainer Schneeberg enden. Insgesamt haben acht Länder Anteil an den Alpen: Italien, Frankreich, Monaco, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland und Slowenien (vgl. Kiesbye, Gabriele, 2003, S.5f).

Betrachtet man die heutige imposante Gestalt der Alpen, verrät nichts, dass sich im Erdaltertum (Paläozoikum) vor etwa 270 Millionen Jahren anstelle der heutigen Alpen ein Meer befand, dessen Ablagerungen am Grund langsam im Lauf von Jahrmillionen über den Meeresspiegel emporgehoben wurden. Die Thethys. So hieß das große erdumspannende „Mittelmeer“, das vom Paläozoikum bis ins Tertiär bestand und sich von Europa, Nordafrika (heutiges Mittelmeer und Kleinasien), das Himalaya-Gebiet bis Südostasien (Hinterindien) ausdehnte (siehe Anhang, S.I, Abb.1). Die Auffaltung der Alpen, die unter die Gruppe der Faltengebirge (eine Großstruktur der Erde in Gestalt eines Gebirges, die vom Faltenbau bestimmt ist) einzuordnen sind, vollzog sich in zwei Phasen. Die erste Phase endete vor etwa 250 Millionen Jahren. Die zweite Phase begann in der Kreidezeit (Mesozoikum) vor etwa 130 Millionen Jahren, als die afrikanische Platte anfing, sich langsam nach Norden in Richtung Eurasien zu bewegen. Die Ufer der Thethys begannen sich einander anzunähern. Erheblich schneller vollzog sich die Entwicklung in den letzten 20 Millionen Jahren. Durch den enormen Druck hoben sich die Gesteins- und Sedimentschichten am Grunde des Thethysmeeres, falteten sich mehrmals und bildeten die Urform der Alpen (siehe Anhang, S.I, Abb. 2).

Das heutige Landschaftsbild in den Alpen ist im wesentlichen das Werk eiszeitlicher Gletscher. Im Laufe der letzten Jahrmillionen haben sich die Gletscher mehrmals ausgedehnt und wieder zurückgezogen, da die fünf Eiszeiten Europas immer wieder durch Warmzeiten unterbrochen wurden. Letztmalig waren die Alpen vor etwa

12 000 Jahren vollständig von Eis bedeckt. Die heutige Schweiz und ein großer Teil Österreichs lagen unter einem 1500 Meter mächtigen Eispanzer, die Gletscherzungen reichten bis in die jetzige Poebene (vgl. Moroli, Martina, 2001, S.12).

Ein Gletscher entsteht immer oberhalb der Schneegrenze, wo der Neuschnee das ganze Jahr über nicht schmelzen kann, weshalb diese Region als „Nährgebiet“ des Gletschers bezeichnet wird. Der feinkörnige Winterschnee verwandelt sich im Laufe der Zeit zu grobkörnigem Altschnee (Firn). Unter dem Druck seiner Last entsteht schließlich aus Firn festes Eis. Druck wiederum erzeugt Wärme und das Eis beginnt im Inneren zu schmelzen. Zwischen den Firnkörnchen entstehen hauchdünne Schichten aus Schmelzwasser und der Gletscher beginnt in Richtung des „Zehrgebietes“ zu fließen. Das Zehrgebiet liegt unterhalb der Schneegrenze, wo die Eismassen im Laufe vieler Jahre allmählich abschmelzen (siehe Anhang, S.II, Abb. 3). Während des Fließens zertrümmert und zermahlt der Gletscher Felsen, schleift Geröll und größere Gesteinsbrocken mit sich in das Tal und lagert sie an seiner Stirnseite ab (ebd., S.12f). Diese größeren, wallartigen Schutthaufen nennt man Endmoränen (franz. moraine = Geröll).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die stetige Erosion durch Wasserläufe und Gletscher formte die Täler der Alpen. Die durch die fluvial-erosive („vom Fluss geschaffen“) Wirkung des fließenden Wassers entstandenen Täler nennt man Kerbtäler. Sie sind schmal, mit schräg nach oben verlaufenden Hängen und dem charakteristischen Querschnitt in Form eines V. Deshalb werden diese Täler auch häufig als V-Täler bezeichnet. Die von den Gletschern gebildeten Täler, mit flacher Talsohle und steil auffragenden Seiten, erinnern in ihrer Trogform an ein U, weshalb man sie Trog- oder U-Täler nennt (siehe Abbildung 4). In der Region der Stubaitaler- und Ötztaleralpen, in die unsere Klassenfahrt führen wird, lassen sich diese verschiedenen Talformen gut wiedererkennen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kerbtal Trogtal

Doch nicht nur als „Gestalter des heutigen Landschaftsbildes“ haben die Gletscher eine große Bedeutung. Noch vor 100 Jahren diente das Eis der Gletscher den ganzen Sommer hindurch zu Kühlungszwecken, zum Beispiel in Lebensmittelbetrieben. Heute noch sind Gletscher lebenswichtige Trinkwasserspeicher und sichern den Ausgleich des Wasserhaushaltes über Jahrhunderte hinweg, indem sie Wasser als Eis binden und wieder freigeben können.

Auch wenn die Alpen über zahlreiche Pässe und Täler passierbar sind, bilden sie aufgrund ihrer Höhe und der engen Folge aneinander gereihter Gipfel eine markante klimatische Barriere für die verschiedenen Ökosysteme und die unterschiedliche Flora und Fauna Nord- und Südeuropas. Die Alpen trennen die kühlen und feuchten Länder in Mittel- und Westeuropa von dem sommertrockenen und heißen Süden am Mittelmeer (siehe Anhang, S.II, Abb. 5). Der östliche Teil der Alpen wird eher vom trockenen kontinentalen Klima beeinflusst. Das Wetter innerhalb der Alpen kann aber, je nach Lage und Höhe, extrem unterschiedlich sein.

Das Wetter und die zum Teil enormen Höhenunterschiede innerhalb der Alpen haben wiederum einen großen Einfluss auf die Vegetation. So sinkt die durchschnittliche Jahrestemperatur mit steigender Höhe um ca. 0,580C je 100 Meter Höhe. Bis 1000 Meter Höhe wachsen in den Alpen noch Gemüse und Getreide. Die Landschaft ist von Laubwald geprägt. Daran schließen Nadelwälder (in den Südalpen bis in 1800 Meter Höhe, in den Nordalpen bis in 2200 Meter Höhe) an. Am meisten verbreitet, je nach klimatischen Gegebenheiten, sind Fichten, Tannen, Kiefern und Lärchen. Durch ihre mit einer schützenden Wachsschicht überzogenen Nadeln, welche die Bäume vor Feuchtigkeitsverlust schützen, und aufgrund ihrer nach unten ausladenden Zweige, die die Bäume vor Schneebruch bewahren, haben die Nadelbäume der Alpen es geschafft, sich an die extremen klimatischen Bedingungen im Hochgebirge anzupassen. Die Waldgrenze ist ein Bereich, wo die noch einigermaßen geschlossenen Baumbestände enden. In Höhen über 2200 Meter wachsen nur noch vereinzelt Büsche und Bäume, die einen günstigen Standort haben. Diese Grenzlinie wird als Baumgrenze bezeichnet und beschreibt den Bereich im Gebirge, in dem als Folge von Kälte, zu geringen Sommertemperaturen, Trockenheit und anderen Faktoren keine Bäume mehr gedeihen können. Oberhalb dieser gedachten Grenzlinie gehen die Nadelbäume in die alpine Stufe der Matten (Alpwiesen) über (vgl. Kiesbye, Gabriele, 2003, S.27ff)

Hier liegt den ganzen Winter über Schnee und der Sommer ist von einer sehr kurzen Vegetationszeit gekennzeichnet (siehe Anhang, S.III, Abb. 6).

Die Pflanzen der alpinen Wiesen weisen oft eine starke Behaarung auf, die sie vor Wasserverlust, Frost und intensiver Strahlung schützt, wie zum Beispiel das Edelweiß. Ihr dichtes Wurzelgeflecht vermindert die Bodenerosion und speichert große Mengen Glukose, die im Pflanzensaft wie ein Frostschutzmittel wirkt. Das Wachstum der Pflanzen setzt meist direkt nach der Schneeschmelze ein, denn in einer Höhe von 2200 Metern gibt es nur noch ca. zweieinhalb schneefreie Monate. Das ist die Zeit, die der Pflanze zur Verfügung steht, um Blätter, Blüten und Samen zu bilden. Typische Alpenpflanzen sind die Alpenrose, Eisglöckchen, Frauenschuh, Schneerose, Edelweiß oder der blaue Enzian. Doch auch diese anpassungsfähigen Pflanzen können nur bis zu einer bestimmten Höhe existieren. Oberhalb von 3000 Meter Höhe beginnt die lebensfeindliche Zone. Dort gibt es kaum noch Jahreszeiten. Nur ein kurzer Sommer unterbricht den fast ewigen Winter. Diese Höhengrenze zwischen dem ganzjährig schneebedeckten und dem im Sommer schneefrei werdenden Gebiet wird Schneegrenze genannt. Hier bedecken nur noch Flechten oder Moose den Boden.

Doch nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Tiere der Alpen haben sich den besonderen landschaftlichen und klimatischen Bedingungen angepasst. Der Schneehase, der im Sommer ein braunes Fell hat, ist so kaum vom Gestein zu unterscheiden. Doch besitzt er, wie das Schneehuhn auch, die Fähigkeit, sein Kleid den Farben der Umgebung anzupassen. So ist sein Fell im Winter, abgesehen von den braunen Haarbüscheln an den Löffeln, den Augen und der Nase, völlig weiß. Besonders gut an das Leben in felsigem, steilem Gelände angepasst sind die Gämse und der Alpensteinbock. Ihr Blut enthält viele rote Blutkörperchen, so können sie trotz der dünnen Luft im Hochgebirge genügend Sauerstoff aufnehmen. Der Alpensteinbock wurde früher viel gejagt und war bereits vom Aussterben bedroht. Inzwischen hat sich die Population wieder erholt. In Höhen zwischen 1500 und 3000 Metern leben die Murmeltiere. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern. Im Oktober ziehen sich die Murmeltiere in ihren Bau zurück und halten bis zum April Winterschlaf. Es ist das größte Nagetier der Alpen und dennoch bekommt man es selten zu sehen. Lediglich die schrillen Pfiffe, die das Murmeltier bei Gefahr ausstößt, sind häufig zu hören. Weitere Vertreter der Alpentiere sind die Alpendohle, das Hermelin, die Alpenspitzmaus, der Alpensegler und der Alpenmistkäfer, um nur einige zu nennen (vgl. Bätzig, Werner, 1997, S.45ff)

Aufgrund der Artenvielfalt, der eindrucksvollen Landschaften und der sowohl im Sommer wie auch im Winter für den Tourismus interessanten Regionen entwickelten sich die Alpen im Laufe des 20. Jahrhunderts mit etwa 5 Millionen Ferienbetten und 120 Millionen Feriengästen pro Jahr zu einer der größten Tourismusregionen der Welt (vgl. WWF, 2004, S.9). Der Fremdenverkehr hat in den Alpen zu umfassenden struktur- und naturräumlichen Veränderungen geführt. Wo einst die Landwirtschaft die einzige Einkommensquelle war, hat der Tourismus die Arbeits- und Lebensbedingungen nachhaltig verändert. Bergbauern haben zusätzliche Arbeit an Schiliften, in Hotels oder Restaurants angenommen. Bauerhöfe stellen Zimmer für Sommer- und Wintertouristen zur Verfügung.

Die touristische Eroberung der Alpen begann 1786 mit der Erstbesteigung des Montblanc. Spätestens mit dem Ausbau des Schienennetzes Ende des 19. Jahrhunderts verbesserte sich die Erreichbarkeit der Alpen für breite Schichten der Bevölkerung. In den 1950er-Jahren vollzog sich der letzte einschneidende Wandel im äußeren Erscheinungsbild der Alpen, als das Schifahren zum Massensport wurde. Die Entstehung riesiger Wintersportzentren, wie zum Beispiel in Sestrière im italienischen Piemont, ließ den Anteil an Wintersportlern enorm ansteigen (vgl. Moroli, Martina, 2001, S.56). Bis heute hat der Wintersporttourismus eine große Auswirkung auf die Ökologie und Ökonomie der Alpenländer. Doch auch die Erschließung neuer Gebiete für den Sommertourismus ist nicht aufzuhalten. Insbesondere alle outdoor-Aktivitäten - von Kletter- und Wanderaktivitäten über spezifische Wassersportarten wie Canyoning, Rafting in den Alpenflüssen usw. bis hin zum Mountainbiken und zum Golfsport - verändern die Natur- und Kulturlandschaft der Alpenregionen nachhaltig. Der Bau von Straßen und Parkplätzen und die Abholzung von Waldflächen zur Erschließung neuer Schigebiete tragen weiter zur Zerstörung der Landschaft bei und die daraus resultierenden Folgen für das alpine Ökosystem sind mittlerweile unübersehbar. Besonders im Sommer werden die Folgen dieses Massentourismus sichtbar. Durch Schneeraupen zerstörte Vegetationsdecken, das Fehlen schützenden Baumbestandes und die daraus resultierende Zunahme an Murenabgängen und Hangabrutschungen sind nur einige Beispiele.

Tourismus gilt einerseits als wirtschaftliche Notwendigkeit für strukturschwache Alpenregionen, die sich für andere Industriezweige wenig eignen. So werde etwa die Abwanderung der Bewohner in den landwirtschaftlich nur mehr wenig genutzten Tallandschaften gestoppt, Tourismus schaffe zahlreiche, wenngleich eher saisonale Arbeitsplätze und erhöhe damit gleichzeitig das Steuereinkommen der Regionen. Andererseits ist Tourismus ein Faktor, der sowohl die Lebenshaltungskosten der Bewohner entscheidend erhöht und u. a. zur Steigerung der Bodenpreise führt (Nachfrage nach Zweitwohnsitzen) und zudem, wie beschrieben, das alpine Ökosystem nachhaltig schädigen kann. Die Schlagwörter „sanfter Tourismus“ oder „nachhaltiger Tourismus“ führten Ende der 1980er-Jahre zu einem Umdenken seitens der Tourismusbranche. Oft versuchen ganze Tourismusregionen gemeinsam schonendere Fremdenverkehrskonzepte zu entwickeln. So sollen die Verlegung von Schipisten an ökologisch weniger gefährliche Standorte, die Einstellung des Schibetriebes ab einer bestimmten, zu niedrigen Schneehöhe und das Verbot von Kunstschnee dem Schutz der Alpen dienen. Dem darauf zurückzuführenden Rückgang der Zahl der Wintersporttouristen steht allerdings ein Anstieg der Besucherzahlen in den Sommermonaten gegenüber.

Der moderne Alpinismus und die Erschließung neuer Klettergärten und „Wanderparadiese“ locken immer mehr Menschen in die Alpen. Dabei werden häufig die Gefahren beim Bergwandern unterschätzt. Viele Touristen verunglücken nur deshalb, weil sie unvorbereitet eine Wanderung planen und sich nicht bei Alpenvereinen, beim Fremdenverkehrsamt oder mit Hilfe guter Wanderkarten und Bergführer kundig machen. Es gibt wichtige, einfache Regeln, die vor und während einer Bergwanderung Beachtung finden sollten. Das richtige Verhalten bei plötzlich aufziehenden Gewittern, die gewissenhafte Planung einer Tour im Hinblick auf die eigene Kondition und das eigene Können, die richtige Ausrüstung (festes Schuhwerk, regenfeste Kleidung etc.) sind nur einige wichtige Aspekte, die bei der Planung einer Bergwanderung berücksichtigt werden müssen. Gerade beim Wandern mit Gruppen gilt: Das schwächste Gruppenmitglied bestimmt das Tempo und die Gruppe bleibt stets zusammen, denn häufig werden gerade von ungeübten Wanderern oder Kindern die Gefahren im Gebirge unterschätzt.

3. Analyse der Lernbedingung

3.1 Die Klassensituation

Die Unterrichtseinheit „Die Alpen – Eine touristisch interessante Region als Thema im Rahmen einer Vorbereitung für eine Klassenfahrt“ wurde in der Klasse 9L der Theodor-Litt-Schule (Abteilung für Lernhilfe) in Michelstadt durchgeführt.

Im Folgenden möchte ich einen kurzen Überblick über die Zusammensetzung der Klasse 9L geben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der gegenwärtigen Zusammensetzung besteht die Klasse 9L der Theodor-Litt-Schule seit September 2003. Sie setzt sich aus sieben Mädchen und fünf Jungen im Alter von 15 bis 17 Jahren zusammen. Ich unterrichte diese Lerngruppe seit dem Beginn des letzten Schuljahres eigenverantwortlich im Erdkundeunterricht. Zwischen den einzelnen Schüler(n)/innen und mir hat sich im Laufe des Schuljahres nach und nach ein gutes Vertrauensverhältnis entwickelt. Sie kommen mit ihren Problemen und Wünschen zu mir und scheuen sich auch nicht, etwas zu kritisieren. Auch das Sozialverhalten und die Hilfsbereitschaft unter den Schülerinnen und Schülern ist durchweg als positiv zu bezeichnen. Diese positive Entwicklung lässt sich auf die regelmäßigen Besprechungen am Ende einer Unterrichtsstunde zurückführen, die den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, ihr Arbeits- und Sozialverhalten selbstkritisch zu reflektieren. Die Lerngruppe ist lebhaft und aufgeweckt.

Einigen Schülerinnen und Schülern fällt es dennoch zeitweise schwer, sich an Gesprächsregeln zu halten. Sie müssen öfters ermahnt werden, nicht dazwischenzureden. Insgesamt gesehen beteiligen sich die Schüler und Schülerinnen intensiv am Unterricht. Sie haben oft neue Ideen, die an den vermittelten Stoff anknüpfen, und werden angeregt, zu einem bestimmten Themenbereich freiwillig, eigenständig Informationen zu recherchieren.

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Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Die Alpen - Eine touristisch interessante Region als Thema im Rahmen einer Vorbereitung für eine Klassenfahrt
Hochschule
Studienseminar in Bensheim Heppenheim
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
40
Katalognummer
V38532
ISBN (eBook)
9783638375580
Dateigröße
561 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alpen, Eine, Region, Thema, Rahmen, Vorbereitung, Klassenfahrt
Arbeit zitieren
Philipp Dembowski (Autor), 2004, Die Alpen - Eine touristisch interessante Region als Thema im Rahmen einer Vorbereitung für eine Klassenfahrt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38532

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