Historische Motive im Werk "Die Weber" von Gerhart Hauptmann


Hausarbeit, 2017

11 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Biografie des Autors

2. Entstehung des Stücks

3. Die Epoche des Naturalismus im Werk Die Weber

4. Historische Motive im Werk Die Weber

5. Schlussfolgerung

6. Litertaurverzeichnis

Einleitung

In meiner Seminararbeit beschäftige ich mich mit den historischen Motiven in dem Werk Die Weber von Gerhart Hauptmann. Dieses Werk steht in der Epoche des Naturalismus (1880-1900) . In diesem Drama werden die miserablen Zustände in dieser Zeit widerspiegelt.

In dieser Seminararbeit werde ich mich auf folgende Teile basieren und mit einer Schlussfolgerung beenden. Im ersten Teil werde ich die wichtigsten Punkte aus dem Leben von Gerhart Hauptmann herausnehmen. Der zweite Teil wird die Entstehung des Stücks beinhalten. Die Epoche des Naturalismus werde ich im dritten Teil beschreiben und die wichtigsten Motive erwähnen, sowie die Motive des Naturalismus, die im Werk Die Weber vorgekommen sind. Im vierten Teil werde ich mich mit den historischen Motiven beschäftigen, die im Werk von Gerhart Hauptmann vorgekommen sind und anhand der Beispiele aus dem Werk begründen.

Ziel meiner Seminararbeit ist es, die historische Motive die im Werk Die Weber vorkommen sind, zu erläutern und zu begründen.

1. Biografie des Autors

Gerhart Hauptmann wurde am 15.11.1862 im Hotel „Preußische Krone“ in Obersalzbrunn, einem kleinen Kur- und Badeort in Schlesien geboren. Er hat noch drei Geschwister: Johanna, Carl und Georg. Die ganze Familie wurde durch den Hotelbetrieb bestimmt. 1862 muss er die Dorfschule besuchen, damit er, laut seiner Mutter, kein Taugenichts wird. Im Jahr 1874 besuchte er wie sein Bruder Carl die Breslauer Realschule am Zwinger. Von dem Direktor der Schule wurde er als ein sehr schwacher Schüler bezeichnet, weil er gegen die „Schulmaschinerie“ war. Nicht nur das, sonder er saß auch sehr oft in letzten Bank und hatte die schlechtesten Noten. Sein Vater hat ihm empfolen, dass er sich entscheidet, ob er lernen wird oder als Ladwirtschaftslehring auf das Gut seines Onkels gehen möchte. Er entschied sich für das Letzte.[1]

Im Jahr 1877 musste sein Vater Den Hotel verkaufen. Gerhart brach seine Ausbildung ab und wollte sich für die Realschul-Examen aleine, privat vorbereiten, aber scheiterte daran. 1880 tritt er in die Kunst- und Gewerbeschule ein. Zwei Jahre später verlässt er diese Schule und fing an der Universität Jena zu studieren. An einer Reise nach Italien erkrankt er an Typhus und muss zurück nach Deutschland kehren. Nach der Genesung besucht er mit seiner Verlobten die Akademie in Dresden. Nach der Hochzeit mit Marie Thienemann besucht er intesiv literarische, theologische und sozio-politische Studien.[2]

Von 1889/90 hat er an seinem Werk Die Weber angefangen zu arbeiten. Er sammelte verschiede Informationen aus seiner Familie, die er gebrauchen sollte um das Werk zu schreiben. Deshalb machte er zwei Reisen durch die Eulengebirge, um so mehr wie möglich Informationen zu sammeln. Ein Jahr später war Die Weber schon fertig, welches von dem Berliner Präsidenten verboten wurde. 1896 hat er den Grillparzer-Preis in Wien erhalten. Paar Jahre später trente er sich von siener Frau Marie und heiratete Margarete Marschalk. 1912 erhielt er den Nobelpreis für Literatur und wird so neben Goethe der im Ausland meist gelesene Dichter. 1933 entzieht er sich aus dem öffentlichen Leben. Am 6. Juni 1946 starb er in Agneten dorf.[3]

Seine wichtigsten Werke sind:

- Bahnwärter Thiel (Novellistische Studie) (888)
- Vor Sonnenaufgang (Soziales Drama) (1889)
- Das Friedensfest (1890)
- Die Weber (Schauspiel aus den vierziger Jahren) (1893)
- Der Biberpelz (Diebskomödie) (1893)
- Fuhrmann Henschel (1898)
- Rose Bernd (Drama) (1903)
- Und Pippa tanzt (1906)
- Die Ratten (1911)
- Der Ketzer von Soana (1918)
- Vor Sonnenuntergang (1932)
- Das Abenteuer meiner Jugend (1937)
- Atriden-Tetralogie (1940 - 1944)

2. Entstehung des Stücks

Laut Poppe bekam Hauptmann die erste Anregung über die Weber seiner Heimat zu schreiben im Jahr 1880. Für dieses Werk hatte Hauptmann eingehende Studien gemacht, die ihm erst durch die Rückkehr in die schlesische Heimat möglich, mindestens aber sehr erleichtert wurden. Im April 1891 unternahm er eine Reise in das Eulengebirge, wo er noch mit Augenzeugen des Aufstandes von 1844 sprechen konnte. Zwischen den Frühjahren 1891 und 1892 schrieb er in Schreiberhau sein Werk, das zunächst mundartlichen Titel „De Waber“ hatte.[4]

Was ich in diesen Weberhütten enthüllte, war – ich möchte sagen: Das Elend in seiner klassischen Form. Man kann diesen Ausdruck befremdlich finden. So will ich mich etwas näher erklären. Großstadtelend, Jammer und Schrecken der Lasterhöhlen und des Verbrechens sind vielfach scheußlich und abstoßend. Das Innere dieser halb zerfallenen Berghütten, in deren Mitte das rhythmische Wuchten des Webstuhls, das Schnalzen und Scheppern des Schiffchens tonte, war gleichsam beim ersten Blick anziehen.[5]

Dieser Zitat stammt von Gerhart Hauptman während seiner Reise nach Schlesien. Aus diesem Zitat können wir sehen, was für Eindrücke er hatte, während seines Aufenthalts in den Eulengebirgen.

Nach Schwab-Felisch wurde das Werk Die Weber auf Hochdeutsch am 2. März 1892 fertighestellt. Nur ein Tag später wurde die öffentliche Aufführung des Stücks durch den Polizeipräsidenten verboten. Begründung dafür war es, dass das Stück zu Klassenhass aufreizen würde, unter anderem durch die Deklamation des Weberliedes und die Schilderung des Aufstandes.[6]

„Die Uraufführung erfolgte am 26. Februar 1893 in einer geschlossenen Vorstellung des Vereins Freie Bühne unter Brahm im Deutschen Theater. Die öffentliche Aufführung auch der neuen Fassung blieb vorerst polizeilich verboten“[7] Poppe behauptet, dass Gerhart kein soziales Drama im engerem Sinne, kein Tendenzstück mit sozialer oder politischer Absicht schreiben wollte, sondern es ging ihm ausschließlich nur um die Menschen[8].

Gerhart Hauptmann man schrieb im Vorwort des Dramas, dass er dieses Drama seinem Vater gewidmet hatte.

Meinem Vater

ROBERT HAUPTMANN

widme ich dieses Drama

Wenn ich Dir, lieber Vater, dieses Drama zuschreibe, so geschiet es aus Gefühlen heraus, die Du kennst und die an dieser Stelle zu zerlegen keine Nötigung besteht. Deine Erzählung vom Großvater, der in jungen Jahren, ein armer Weber, wie die Geschilderten hinterm Webstuhl gesessen, ist der Keim meiner Dichtung geworden, die, ob sie nun lebenskräftig oder morsch im Inneren sein mag, doch das Beste ist, was „ein armer Mann wie Hamlet ist“ zu geben hat.

Dein Gerhart[9]

Dieses Vorwort gab er in der Fassung auf Hochdeutsch, nach dem der Polizeipräsident die öffentliche Aufführung verboten hatte.

3. Die Epoche des Naturalismus im WerkDie Weber

Naturalismus allgemein bezeichnet eine Stilrichtung, bei der die Wirklichkeit ohne jegliche Ausschmückungen oder subjektive Ansichten exakt abgebildet wird. Der Naturalismus gilt auch als Radikalisierung des Realismus.

Zu Beginn der 1880er Jahre kam es zu großen Fortschritten und Weiterentwicklungen in den Wissenschaften, z.B. 1884 wurde die Dampfturbine, 1887 die Schallplatte und 1893 der Dieselmotor erfunden.

Bestimmend für die innen- und außenpolitische Entwicklung war Reichskanzler Bismarck. Im Deutschen Reich und in Europa wurde durch ihn eine gewisse Stabilität geschaffen, die erst wieder abnahm, als Bismarck 1890, wegen politischen Differenzen mit dem neuen Kaiser Willhelm II., zurücktreten musste.[10]

Einer der Merkmale des naturalistischen Dramas ist das der Dialekt beibehalten wurde, um die sozialen Probleme der Gesellschaft so realistisch wie möglich darzustellen. Gerhart Hauptman hat Die Weber im schlesischen Dielekt geschrieben.

Ich konnte die Weber schreiben, denn wie gesagt, ich behersche den Volksdialekt. Ich würde ihn also, war mein Beschluss, in die Literatur einführen. Dabei dachte ich nicht an sogennante Heimatkunst oder Dichtung, die den Dialekt als Kuriosum benützt und meistens von oben herab humoristisch auswertet, sondern dieser Volkston war mir die natur- und kunstgegebene, dem Hochdeutschen ebenbürtige Ausdrücksform. Ich wollte dem Dialekt siene Würde zurückgeben.“[11]

Die sozialen Probleme der Gesellschaft waren auch einer der Merkmale des Naturalismus und Hauptmann beschreibte die sozialen Probleme der Weber im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts.

„Erschütternde lebenswahre Bilder, deren geschichtliche Vorbilder oft bekannt sind, gehen am Zuschauer vorrüber. Die Menschen sprechen und handeln wie im Leben, wie es Hauptman seit seiner Jugend kannte und vor diesem Werk auf die Gebiete des Geschehens noch gründlich studierte“[12] Neben Arno Holz, gehört auch Gerhart Hauptmann zu den wichtigsten autoren der Epoche des Naturalismus. Auch seine Werke Die Weber, Bahnwärter Tiel, Vor Sonnenaufgang und Fuhrmann Henschen gehören zu der bekanntesten Literatur des Naturalismus.

4.Historische Motive im WerkDie Weber

Im Hauptmanns Die Weber sind einige historische Motive vogekommen. Der Grundmotiv, auf den sich das Werk basiert und auf welchen Merkmalen es erstanden ist, ist der Weberaufstand im Schlesien, der 1844 passiert ist.

Nach poppe wirkte sich die Arbeitskriese im schlesischen Leinengewerbe für die Weber auf das verhängnisvollste aus. Sie arbeiteten in einem Verlagssystem und waren völlig abhängig von Händlern und Verlegern, die alle Last auf die an sich schon schwachen Schultern der Arbeiter abwarten.[13]

[...]


[1] Gerhart Hauptmann: Die Weber, S. 5

[2] Reiner Poppe: Erläuterungenzu Gerhart Hauptman Die Weber, S. 7

[3] Ebd., S. 13

[4] Reiner Poppe: Erläuterungen zu Gerhart Hauptman Die Weber, S. 18

[5] Gerhart Hauptmann: Die Weber, S. 83

[6] Ebd , S. 81

[7] Reiner Poppe: Erläuterungenzu Gerhart Hauptman Die Weber, S. 19

[8] Ebd, S. 58

[9] Gerhart Hauptmann: Die Weber, S. 18

[10]Naturalismus“ http://www.literaturwelt.com/epochen/natural.html am 6.5.2017.

[11] Gerhart Hauptmann: Die Weber, S. 11

[12] Reiner Poppe: Erläuterungen zu Gerhart Hauptman Die Weber, S. 78

[13] [13] Reiner Poppe: Erläuterungen zu Gerhart Hauptman Die Weber, S. 23

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Historische Motive im Werk "Die Weber" von Gerhart Hauptmann
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V385404
ISBN (eBook)
9783668600751
ISBN (Buch)
9783668600768
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
historische, motive, werk, weber, gerhart, hauptmann, naturalismus
Arbeit zitieren
Ilhana Arnaut (Autor), 2017, Historische Motive im Werk "Die Weber" von Gerhart Hauptmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385404

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