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Der Weg zum autonomen Selbstporträt in der frühneuzeitlichen Malerei. Selbstporträt gleich Selbstdarstellung?

Titel: Der Weg zum autonomen Selbstporträt in der frühneuzeitlichen Malerei. Selbstporträt gleich Selbstdarstellung?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 23 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Marcus Schütze (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In jeder aufkommenden Tendenz, nicht nur den künstlerischen, liegt eine ihr eigens motivierte Bestrebung zugrunde, die sie Souveränität erlangen lassen soll. Das Erreichen dieser Etappe im Prozess des Werdens markiert einen Status der Autonomie, unabhängig von ihrer erhaltenden Dauer. Mit der Renaissance begab sich die Malerei aus den Kirchen in die Paläste, öffentlichen Hallen und Museen, dem Handwerk wurde eine neue Auffassung — eine neues Denken zuteil und das Selbstporträt entwirft die Philosophie des Malers. Doch wie dienlich ist die Verbindung von Philosophie und Kunst um noch von Autonomie zu sprechen? Welchen Platz nimmt das schaffende Individuum in dieser Synthese ein, wenn es doch nur wieder Restriktionen erliegt.

Es ist die Absicht dieser Arbeit herauszustellen, unter welchen Bedingungen sich ein autonomes Selbstporträt bildete. Welche instinktiven und willentlichen Versuche gemacht wurden und welche Schwierigkeiten sich dem entgegenstellten. Dafür soll ein überschaubarer Bilderkatalog genutzt werden der sich über einen Zeitraum von der Spätrenaissance bis in den Realismus des 19. Jahrhunderts erstreckt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mehr als nur ein Anflug von Selbstbewusstsein

3. Ein zurückhaltendes Selbstbewusstsein

4. Ein wahres Selbstbewusstsein

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen und die historische Entwicklung des autonomen Selbstporträts von der Spätrenaissance bis zum Realismus des 19. Jahrhunderts. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie der Künstler seine eigene Persönlichkeit und sein Gemüt verbildlicht, während er sich gleichzeitig von kunsthistorischen Konventionen und den Erwartungen des Auftraggebers emanzipiert.

  • Die Rolle des Spiegels und der Indirektheit im malerischen Selbstporträt.
  • Abgrenzung zwischen konzeptueller Selbstprojektion und wahrer Selbstdarstellung.
  • Der Wandel vom handwerklichen Könner zum schöpferischen, autonomen Individuum.
  • Die Funktion von Verkleidung und Maskierung als Mittel zur psychologischen Öffnung.
  • Analyse prominenter Beispiele (u.a. Dürer, Caravaggio, Poussin, David und Courbet).

Auszug aus dem Buch

3. EIN ZURÜCKHALTENDES SELBSTBEWUSSTSEIN

Für Stoichita folgt das »unabhängige Selbstporträts« in Form einer logischen Entwicklung aus der »konzeptuellen Selbstprojektion«, die sich am Status verschieden erfolgreicher Künstler ablesen lässt. Im Vordergrund dieser Art des Selbstporträt steht das Herausstellungsmerkmal des Malers, was sich insbesondere in Motiven äußert die den Künstler im Akt des Malens zeigen. Attribute wie Pinsel, Palette, Leinwand oder Atelier werden dabei häufig bedient, so wie das darstellen des Modells. Zwar zeigt sich der Maler dem Betrachter, jedoch für diesen in einem eher dokumentarischen den persönlichem Charakter.

Der Künstler nutzt seine ihm sich anbietenden Attribute in Form einer Rüstung mit der er vor die Gesellschaft tritt, was den Schluss zulässt: er präsentiert sich weniger als individuelles Wesen, denn als talentierter Könner. Aus einer konzeptuellen Beziehung, wie noch bei Dürer und Caravaggio, wurde eine kontextuelle die stets einen deutlichen Verweis auf den Hintergrund des Werkes in sich trägt.

Weniger offensichtlich verhält es sich im Selbstporträt (Abb.06.) von Nicolas Poussin. Das Pariser Gemälde spielt, abseits von seinem Titel, nicht darauf an das es von ihm stammt. Es präsentiert sich mehr als Porträt denn als ein Selbstporträt. „Dies ist kein Selbstporträt. Was ihr seht, ist Poussin, der auf jemanden wartet, der fähig wäre, ihn seines Namens würdig darzustellen.“ . Seine Aussage besteht darin: „…es dem Betrachter zu präsentieren als das, was es wirklich ist, nämlich ein Gemälde.“ , woraus sich der kontextuelle Bezug ergibt, welcher die Möglichkeit der Aussage über den Charakter den Augen des Betrachters verwehrt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der künstlerischen Autonomie ein und beleuchtet die Schwierigkeit, die eigene Philosophie im Selbstporträt ohne den Druck ästhetischer Restriktionen zu manifestieren.

2. Mehr als nur ein Anflug von Selbstbewusstsein: Dieses Kapitel erörtert anhand der Thesen von Gottfried Boehm die indirekte Natur des Selbstporträts und die Rolle der Individualisierung als notwendige Voraussetzung für ein authentisches Selbstbildnis.

3. Ein zurückhaltendes Selbstbewusstsein: Hier wird die Entwicklung von der konzeptuellen zur kontextuellen Selbstprojektion analysiert, wobei Künstler wie Poussin und Carracci als Beispiele für eine distanzierte, dokumentarische Darstellung dienen.

4. Ein wahres Selbstbewusstsein: Das Kapitel widmet sich dem Aufkommen einer radikalen Selbstdarstellung bei Künstlern wie Jacques-Louis David und Gustave Courbet, die sich von alten Konventionen lösen und den Fokus auf den psychischen Zustand des Individuums legen.

5. Schluss: Der Schluss fasst die Emanzipationsgeschichte des Selbstporträts zusammen und konstatiert, dass das Bildnis als ein stetiger Prozess der Rückbesinnung auf den Autor zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Selbstporträt, Autonomie, Kunstgeschichte, Spätrenaissance, Realismus, Mimesis, Selbstreflexion, Individualität, Gottfried Boehm, Victor I. Stoichita, Maskierung, Künstlerseele, Caravaggio, Rembrandt, Gustave Courbet.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des autonomen Selbstporträts in der europäischen Malerei vom 16. bis zum 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der künstlerischen Autonomie, die Problematik der Selbstdarstellung im Spannungsfeld zwischen Maskierung und Enthüllung sowie der Wandel der Künstlerrolle.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen Künstler ihr Innerstes im Selbstporträt offenbaren konnten, während sie sich gleichzeitig aus traditionellen Konventionen befreiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine bildanalytische Untersuchung unter Einbeziehung kunsttheoretischer Ansätze, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit Theorien von Gottfried Boehm und Victor I. Stoichita.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Kategorien des Selbstporträts – von der konzeptuellen Projektion bis zur psychologisch motivierten Selbstdarstellung – anhand ausgewählter Werke bedeutender Maler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autonomie, Selbstreflexion, Individualität und die Differenzierung zwischen Rollenbild und Authentizität definiert.

Warum spielt das "maskierte Selbstporträt" bei Caravaggio eine so große Rolle?

Die Maskierung erlaubt Caravaggio, Emotionen in das Werk einzubringen und sich dem Betrachter zu zeigen, ohne das Bild vollständig der expliziten Selbstdarstellung unterzuordnen.

Welche besondere Bedeutung kommt dem Werk von Gustave Courbet zu?

Courbet markiert einen Wendepunkt, da er durch eine nahezu physische Präsenz in seinen Selbstporträts die Distanz zwischen Betrachter und Bild überbrückt und somit eine neue Form der emotionalen Teilnahme ermöglicht.

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Details

Titel
Der Weg zum autonomen Selbstporträt in der frühneuzeitlichen Malerei. Selbstporträt gleich Selbstdarstellung?
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Kunstgeschichte Neuzeit
Note
1,2
Autor
Marcus Schütze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V385618
ISBN (eBook)
9783668600737
ISBN (Buch)
9783668600744
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstporträt Neuzeit Kunstgeschichte Dürer Courbet David Carracci Poussin Caravaggio Boehm Alberti Stoichita
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Schütze (Autor:in), 2014, Der Weg zum autonomen Selbstporträt in der frühneuzeitlichen Malerei. Selbstporträt gleich Selbstdarstellung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385618
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Leseprobe aus  23  Seiten
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