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Sehnsuchtsort Balaton. Entwicklungen zwischen Freiheit und Kontrolle für reisende DDR-Bürger in Ungarn

Titel: Sehnsuchtsort Balaton. Entwicklungen zwischen Freiheit und Kontrolle für reisende DDR-Bürger in Ungarn

Bachelorarbeit , 2016 , 90 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sabrina Zimmermann (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entwicklungen in der DDR und Ungarischen Volksrepublik im wirtschaftspolitischen und gesellschaftspolitischen Kontext der Ära Honecker 1971-1989 auch in Hinblick auf die touristischen Entwicklungen zu analysieren ist bislang nur ein wenig beleuchtetes Forschungsfeld.

Dies scheint höchst verwunderlich, lag doch in den Rufen im Herbst 1989 nach Reisefreiheit eine große symbolische Strahlkraft, nachdem zuvor die ungarisch- österreichische Grenze geöffnet worden war und in der Folge die Mauer fiel. Aktuell lässt sich ein, diesem Trend in der Forschung entgegengesetztes, Interesse in Presse, Film und Fernsehen für die Gestaltung von Freizeit und Urlaub beobachten, das, so scheint es fast, um möglichst große Einspielquoten heischend, jedoch auch oft eine heimelige Gesamtatmosphäre des Campinglebens der DDR unter dem Zauber der (N)Ostalgie schafft, ohne die gesamthistorischen Umstände diese Thematik betreffend für Zuschauer und Leser fassbar darstellen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung und zeitliche Eingrenzung

1.2. Begrifflichkeiten

1.4. Aufbau und methodischer Zugang

1.5. Historische Entwicklungen in der Honecker- Ära

1.5.1. Medien/ Tourismus

2. Aktueller Forschungsstand

2.1. Allgemeiner Forschungsstand: DDR- Tourismusgeschichte

2.2. Forschungskontroverse zur Leitfrage

2.2.1. Quellenlage

2.2.2. Forschungsdesiderate und offene Fragen

3. Reisen im Rahmen der sozialistischen Verbrüderung zwischen DDR und Ungarn

3.1. etc.: noch auszuarbeiten

4. Reisen im DDR- Erholungswesen zwischen Freiheit und Kontrolle

4.1. Staatlich funktionalisierter Sozialtourismus

4.1.1. Politische Funktion und Organisation

4.1.2. Reiseformen und – Beschränkungen

4.2. Individual- und Campingreisen als Flucht- und Freiraum

4.1.1. Entstehung des Individual- und Campingreisens

4.1.2. Individualreisen und Campingreisen in der Honecker- Ära

4.1.3. Reisen in die sozialistischen Nachbarländer

4.3. Reisen in der Ungarischen Volksrepublik

4.3.1. Aufbau und Organisation des Aufenthalts

4.3.2. Einreisebestimmungen und Beschränkungen

4.3.3. Reiseorganisation und -Ziele

4.4. Die Staatssicherheit als Organ der Kontrolle

5. Widersprüche der Urlaubsrealität am Balaton gegenüber den staatlichen Vorstellungen anhand biographischer und staatlicher Einsichten

5.1. Staatliche Vorstellungen

5.1.1. Staatlich organisiertes Reisen am Balaton

5.1.2. Darstellungen des Balaton- Aufenthalts in der staatlichen Propaganda

5.1.2.1. Der Augenzeuge

5.1.3. Staatliche Vorgaben und Beschränkungen

5.2. Biographische und historiographische Hintergrundfakten zu den Quellen

5.2.1. Biographische und private Quellen

5.2.1.2. Wichtige biographische Erfassungsdaten

5.2.2. Mediale Darstellung als Beispiel der Fremdwahrnehmung

5.2.3. Staatliche Quellen

5.2.3.1.Staatssicherheitsakten

5.2.3.2. Spielfilme

5.2.4. Probleme und Möglichkeiten der Zugänge

5.3. Individuelle Freiräume

5.3.1. Individualreisen als freiheitliche Reiseform

5.3.2. Kulturelle Freiräume durch Ost- Ost und Ost- Westbegegnungen

5.3.2. Politische Freiräume

5.3.3. Kulturelle Freiräume

5.4. Darstellung der Situation in der ausländischen Presse

5.5. Die „Balaton- Brigade“ als staatliches Kontrollinstrument der Reisenden

5.5.1. Darstellungen in den Staatssicherheitsakten

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Freiheit und staatlicher Kontrolle im Tourismuswesen der DDR während der Honecker-Ära, mit einem speziellen Fokus auf Individual- und Campingreisen in die Ungarische Volksrepublik und die Balaton-Region. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie sich das durch staatliche Ideologie und Überwachung eingeschränkte Reisebedürfnis der DDR-Bürger entfaltete und inwiefern der Balaton als Ort der Begegnung und persönlicher Freiheit fungierte.

  • Entwicklung des DDR-Sozialtourismus und dessen politische Instrumentalisierung
  • Die Rolle Ungarns und der Balaton-Region als "Sehnsuchtsort" und Freiraum
  • Staatliche Überwachung durch das MfS im Kontext touristischer Auslandsaufenthalte
  • Der Einfluss privater individueller Reiseformen auf die gesellschaftliche Situation

Auszug aus dem Buch

1.1. Motivation

„Die vielen Ostdeutschen, die über Jahrzehnte in Richtung Ungarn strömten, die tragen den Balaton in ihrem Herzen. Das ist schwer in Worte zu fassen. Ich glaube, dass die Mauer gefallen ist, das liegt auch ein bisschen am Glanz des Balatons.“

Mit diesen Worten eröffnet sich der Forschungsgegenstand der vorliegenden Arbeit. Die Entwicklungen in der DDR und Ungarischen Volksrepublik im wirtschaftspolitischen und gesellschaftspolitischen Kontext der Ära Honecker 1971- 1989 auch in Hinblick auf die touristischen Entwicklungen zu analysieren ist bislang nur ein wenig beleuchtetes Forschungsfeld. Dies scheint höchst verwunderlich, lag doch in den Rufen im Herbst 1989 nach Reisefreiheit eine große symbolische Strahlkraft, nachdem zuvor die ungarisch- österreichische Grenze geöffnet worden war und in der Folge die Mauer fiel.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Untersuchung des Tourismus in der Honecker-Ära als bisher wenig beachtetes Feld und definiert die Problemstellung sowie den zeitlichen Rahmen.

2. Aktueller Forschungsstand: Hier wird der vorhandene Stand der Tourismusforschung zur DDR und Ungarn kritisch aufgearbeitet und auf bestehende Forschungsdesiderate verwiesen.

3. Reisen im Rahmen der sozialistischen Verbrüderung zwischen DDR und Ungarn: Der theoretische und wirtschaftspolitische Rahmen der Beziehungen beider Länder im Kontext des Sozialtourismus wird hier analysiert.

4. Reisen im DDR- Erholungswesen zwischen Freiheit und Kontrolle: Dieses Kapitel behandelt die staatlich gelenkte Sozialpolitik sowie die Entwicklung des Individual- und Campingreisens als Antwort auf staatliche Restriktionen.

5. Widersprüche der Urlaubsrealität am Balaton gegenüber den staatlichen Vorstellungen anhand biographischer und staatlicher Einsichten: Ein tiefer Einblick in die Diskrepanz zwischen staatlicher Propaganda und individueller Erfahrung der Reisenden am Balaton.

6. Fazit: Eine zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse, die den Stellenwert des Reisens für die Legitimationskrise und das Ende der DDR hervorhebt.

Schlüsselwörter

DDR-Tourismus, Honecker-Ära, Balaton, Sozialtourismus, Individualreisen, Camping, Ungarische Volksrepublik, Staatssicherheit, Reisefreiheit, Freizeitgesellschaft, Ost-West-Begegnungen, SED-Herrschaft, DDR-Alltagsgeschichte, Systemtransformation, Reisebeschränkungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die touristischen Entwicklungen der DDR-Bürger in der Honecker-Ära, insbesondere mit Blick auf Individual- und Campingreisen in die Ungarische Volksrepublik und an den Balaton.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen staatliche Sozialpolitik, individuelle Freiräume, die Rolle des Balatons als Sehnsuchtsort sowie die Überwachung durch die Staatssicherheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das komplexe Spannungsfeld zwischen der staatlich kontrollierten Tourismusideologie und den individuellen Entfaltungsmöglichkeiten der Reisenden aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert tourismushistorische Ansätze, eine kritische Quellenanalyse und die Auswertung individueller Zeugnisse, um ein ganzheitliches Bild zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Zusammenhänge, die Institutionen des Feriendienstes sowie die Wahrnehmung der Urlauber am Balaton.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

DDR-Tourismus, Balaton, Individualreisen, Sozialtourismus, Reisefreiheit, Staatssicherheit und Konsumgesellschaft.

Welche Rolle spielte der Balaton für DDR-Bürger?

Der Balaton fungierte nicht nur als Urlaubsort, sondern als "Tor zum Westen" und als "kulturelles Laboratorium", in dem DDR-Bürger mit westlichen Lebensstilen und Menschen aus anderen Ländern in Kontakt kommen konnten.

Wie versuchte die DDR-Führung, den Individualtourismus zu kontrollieren?

Durch Beschränkungen beim Devisenumtausch, durch die Beobachtung durch die Staatssicherheit (z.B. die "Balaton-Beobachtungsbrigade") und durch den Versuch, Urlaubsreisen in den sozialistischen Rahmen einzubinden.

Ende der Leseprobe aus 90 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sehnsuchtsort Balaton. Entwicklungen zwischen Freiheit und Kontrolle für reisende DDR-Bürger in Ungarn
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Autor
Sabrina Zimmermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
90
Katalognummer
V385639
ISBN (eBook)
9783668601147
ISBN (Buch)
9783668601154
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DDR Ungarn Reisen Balaton
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabrina Zimmermann (Autor:in), 2016, Sehnsuchtsort Balaton. Entwicklungen zwischen Freiheit und Kontrolle für reisende DDR-Bürger in Ungarn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385639
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Leseprobe aus  90  Seiten
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