Sehnsuchtsort Balaton. Entwicklungen zwischen Freiheit und Kontrolle für reisende DDR-Bürger in Ungarn


Bachelorarbeit, 2016
90 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

1. Thematische Hinführung und aktuelle Forschungserkenntnisse

1.1. Motivation

„Die vielen Ostdeutschen, die über Jahrzehnte in Richtung Ungarn strömten, die tragen den Balaton in ihrem Herzen. Das ist schwer in Worte zu fassen. Ich glaube, dass die Mauer gefallen ist, das liegt auch ein bisschen am Glanz des Balatons.“1

Mit diesen Worten eröffnet sich der Forschungsgegenstand der vorliegenden Arbeit. Die Entwicklungen in der DDR und Ungarischen Volksrepublik im wirtschaftspolitischen und gesellschaftspolitischen Kontext der Ära Honecker 1971- 1989 auch in Hinblick auf die touristischen Entwicklungen zu analysieren ist bislang nur ein wenig beleuchtetes Forschungsfeld. Dies scheint höchst verwunderlich, lag doch in den Rufen im Herbst 1989 nach Reisefreiheit eine große symbolische Strahlkraft, nachdem zuvor die ungarisch- österreichische Grenze geöffnet worden war und in der Folge die Mauer fiel. Aktuell lässt sich ein, diesem Trend in der Forschung entgegengesetztes, Interesse in Presse, Film und Fernsehen für die Gestaltung von Freizeit und Urlaub beobachten, das, so scheint es fast, um möglichst große Einspielquoten heischend, jedoch auch oft eine heimelige Gesamtatmosphäre des Campinglebens der DDR unter dem Zauber der (N)Ostalgie schafft, ohne die gesamthistorischen Umstände diese Thematik betreffend für Zuschauer und Leser fassbar darstellen zu können. So erscheint der DDR- Tourismus oft mit „Klappfix und Ferienscheck“2, wie es ein Bildband zum Campingleben betitelt, als ein belangloses Alltagsphänomen der DDR, das neben der FFK- Badekultur die campende Familie in einem unpolitischen und diesbezüglich unbedeutenden Raum lediglich um Rezepte und nostalgische Erinnerungen platziert. Differenziertere Spielfilme, wie der dieses Jahr im ZDF ausgestrahlte Dreiteiler „Honigfrauen“3, der Spitzeneinschaltquoten4 erzielen konnte, vermochten ein facettenreicheres und realistischeres Bild der Situation zu zeichnen und spiegelten gleichzeitig das Interesse der Deutschen, geht es um die eigene, unmittelbare deutsch- deutsche Vergangenheit. Dennoch scheint es, als würde neben Stereotypen des „typischen“ Ostdeutschen vor allem ein aus dem Gesamtkontext gerissener, kleiner Ausschnitt, der meistens die Flucht über die österreich- ungarische Grenze zeigt, des großen Ganzen dargestellt. Einen immer geringeren Stellenwert, so scheint es, nehmen dabei kritische und historisch fundierte Forschungsgrundlagen ein, was wiederum auf das mangelnde Interesse an einer historischen Tourismusforschung allgemein und dabei vor allem in der sozialistischen Staatenwelt, wie der DDR und besonders Ungarischen Volksrepublik, verweist.

Besonders aus aktueller Sicht verwundert der Forschungsstand zur Tourismusgeschichte und den theoretischen Erklärungsansätzen, ist doch das Phänomen Tourismus überall allgegenwärtig. Als eine der größten Wirtschaftsbranchen der Welt hat sie dabei global enorme Auswirkungen, sowohl positive, identitätsstiftende und wirtschaftsfördernde Elemente, als auch negative Auswirkungen, wie die Schäden an Mensch und Umwelt durch den Massentourismus. Damals wie heute ist Reisen Teil eines repräsentativen Lebenslaufes und nimmt einen immer größeren Stellenwert in unserer Erlebnis- und Freizeitgesellschaft ein.

Warum ist neben der Tourismusgeschichte die reflektierte Auseinandersetzung und kollektive Aufarbeitung der sozialistischen Vergangenheit, welche noch am Anfang steht5, so wichtig? Diese Frage gehört 28 Jahre nach dem Zerfall des Eisernen Vorhangs und der Deutschen Einheit zu unserer jüngsten europäischen Geschichte und sollte deshalb vor allem in Hinblick auf die aktuellen politischen Geschehnisse im europäischen Staatenbund kollektiv und kritisch aufgearbeitet werden. Eine Aufarbeitung der historischen Ereignisse der jüngsten deutsch- deutschen Geschichte scheint in vielerlei Hinsicht dringend notwendig. Nicht nur zeigen seit 1990 die die Befindlichkeit der Ostdeutschen erfassenden Umfragen noch 1998, dass 50 % der Bürger der ehemaligen DDR mit ihrer Situation unzufrieden sind und den zentralen Werten der Demokratie überwiegend negativ gegenüberstehen. So sind sich nur Minderheiten der zentralen Werte, auf denen unsere Verfassung und die Grundordnung aller freien Gesellschaften ruhen, bewusst, sodass der Staat der DDR, restriktive der Kommunismus, 50 bis 60 % Zustimmungsergebnisse aufweist. Diese Ergebnisse machen deutlich, welch selektiver Prozess des Erinnerns sich hinter der Vergangenheitsaufarbeitung verbirgt und wie bedeutend daher die historische, kritische Analyse und Erforschung vor allem der jüngsten Zeitgeschichte ist, die wie keine andere Zeitepoche äußerst subjektiv im kollektiven Bewusstsein besteht. Um die europäische, demokratische Staatengemeinschaft zu stärken, ist die Fähigkeit sich zu erinnern vor dem Hintergrund von Diktaturerfahrung essentiell und hilft, „die Diktatur nicht zu verniedlichen“.6 Dies mache, so äußerte sich Joachim Gauck, die Notwendigkeit der Aktenöffnung und damit verbunden eine kritische und offene Auseinandersetzung mit dem europäischen Erbe der sozialistischen Regimestaaten der jüngsten Geschichte unabdingbar. Da diese Geschichte aber noch in so greifbarer Nähe liegt und somit in „selektiven Erinnerungen“ wie in denen von Intellektuellen, Lehrern und Politikern besteht, sei sie mit der Nachkriegssituation der alten Bundesrepublik in den 1950- und 60er- Jahren vergleichbar, in welcher eine Verzögerung der Bewusstmachung der wirklichen Realität der Diktatur, eine Art nostalgische Selbstversicherungsphase, bestand. Dieser entgegen zu wirken, das ist die Aufgabe der historischen Aufarbeitung, die sich gegen selektive Erinnerungen richtet und dabei ein immer noch äußerst umfassendes Programm beinhaltet. 7

Das Anliegen dieser Arbeit ist es somit, den Mangel an fundierter Forschung über den DDR- Tourismus aufzuzeigen und in dem folgenden Forschungsschwerpunkt erste Interpretationsansätze zur Tourismusgeschichte am Balaton aufzuzeigen, um damit sowohl (n)ostalgischen Erinnerungen, als auch einer die touristischen Prozesse in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung nicht erfassenden Darstellung entgegenzuwirken:

1.2. Problemstellung und zeitliche Abgrenzung

Wie konnten in einem Staat, der von einer durch den Schießbefehl hermetisch gegen den Westen abgeschotteten Mauer aus Beton sowie gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Ideologie umgeben war Begrenzung und Entgrenzung durch Urlaub, Ferien und Reisen, deren Anspruch gesetzlicher und politischer Bestandteil war, zusammen? Bereits zu Beginn stellt sich diese auf den ersten Blick widersprüchliche Situation dar, die in ihren Besonderheiten sowie Kontinuitäten und Entwicklungen erklärt werden soll. Welche Entwicklungen im wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Kontext sind im Hinblick auf den Sozialtourismus in der DDR und Ungarn zu beobachten und wie entwickelte sich aus dem staatlich kontrollierten ideologisierten Bereich der Sozialpolitik der DDR das Phänomen des Individual- und Campingurlaubs, der letztlich dazu führen sollte, dass die staatliche Kontrolle zunehmend entglitt und dazu führte, dass die Staatssicherheit8 ihre Bürger selbst im Urlaub überwachte. War dieses Unternehmen nicht von Beginn an in sich widersprüchlich und zum Scheitern verurteilt. Wie bedeutend war der Tourismus als politischer Faktor, der das Regime zunächst stärkte und schließlich mit für seinen Untergang verantwortlich war? Und schließlich - welche Rolle nahm die Volksrepublik Ungarn und der Balaton in der Wahrnehmung der DDR- Bürger ein?

Um die Entwicklungen der Ungarischen Volksrepublik erfassen zu können, wird es notwendig sein, diese im Zusammenhang des Sozialtourismus der DDR zu betrachten, da sich erst so der touristische, konsumistische und institutionelle Freiraum begreifen lässt, den die DDR- Urlauber am Balaton suchten und- zumindest teilweise und dabei sicherlich je nach individueller Wahrnehmung unterschiedlich- vorfanden. Dabei wird weiterhin essentiell sein, die Kontinuitäten und Brüche innerhalb der wirtschafts- als auch gesellschaftspolitischen Entwicklungen in der DDR und Ungarischen Volksrepublik darzustellen, um ebendiese innerhalb der Entwicklungen des DDR- Tourismus im Allgemeinen und in Ungarn sowie deren Auswirkungen auf den Tourismus und die Gesellschaft herauszuarbeiten. In diese Analyse werden schließlich die individuellen Wahrnehmungen der DDR- Urlauber miteinfließen, um zu analysieren, welche individuellen Spielräume neben der Hauptstadt Budapest im sozialistischen Ungarn und dabei in der beliebtesten und flächen- sowie zahlenmäßig relevantesten erscheinenden Zielregion- der Balaton- Region wahrgenommen wurden. Exemplarisch sollen diese Erkenntnisse durch private Einsichten aus den 1970er- und 80er- Jahren das Bild ergänzen.

Zudem stellt sich die Frage, mit welchen Kontrollinstrumenten die SED- Führung versuchte den sich ihrer staatlichen Kontrolle allmählich entziehenden Entwicklungen im Tourismus, welche sich vom staatlich organisierten Erholungswesen und den hohen institutionellen Hürden sowie mangelhaftem Angebot und Ausstattung entfernten, entgegenzuwirken, als sich die Nischen und Spielräume des „freien“ Individualurlaubs vor allem in Form von Campingurlaub sowie in Nutzung und Beliebtheit bis 1989 stetig vergrößerten. Wie nahmen die Menschen aus der DDR diese Zeit zwischen individueller Entfaltung und der staatlichen Begrenzungen bis in die intimsten Sphären des Privatlebens, dem Urlaub, wahr? Dabei kann der Aspekt der über die ungarisch- österreichischen Grenze flüchtenden DDR- Bürger keine Behandlung finden, da dies den vorliegenden Rahmen sprengen würde. Mit diesen Fragestellungen gerät somit ein in höchstem Maße komplexes Geflecht von Handlungsebenen und Strukturen in den Blick. Die Fragestellung der Arbeit verlangt jedoch an erster Stelle eine Verbindung verschiedener Aspekte. Ziel der Arbeit ist es zusammenfassend, ein Interpretationsangebot, sowohl hinsichtlich der touristischen (Frei-)Räume, die sich ökonomisch, politisch, aber vor allem individuell und sozial in der Ungarischen Volksrepublik und der Balaton- Region eröffnen konnten, als auch hinsichtlich der Begrenzungen und staatlichen Kontrollversuche, die als staatliche Reaktion Aufschluss über die politische und gesellschaftliche Situation geben, aufzuzeigen.

Die gesamte Zeitspanne der DDR hinsichtlich der Tourismusgeschichte zu berücksichtigen hätte den Rahmen der Arbeit gesprengt, sodass sich eine zeitliche Begrenzung nicht nur als dringend notwendig, sondern zugleich auch als eine nicht künstlich hergestellte Trennung erwies. Diese resultiert aus der auf dem VIII. Parteitag 1971 von Erich Honecker formulierten Aufgabe der „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“, die Freizeit und Tourismus in den Blickpunkt politischen Interesses rückte. Wie sich auch in staatlichen Umfragen erfassen lässt, fand dieses Engagement zunächst breite Zustimmung in der Bevölkerung9, verlor jedoch in den 80- er Jahren zunehmend an Attraktivität. Somit stellt sich zwingend die Frage nach dem Stellenwert dieser „sozialen Errungenschaft“ in der Wahrnehmung der Bevölkerung sowie dem systemgefährdendem Potenzial unerfüllter Reisewünsche.

Der gewählte Untersuchungszeitraum erscheint diesbezüglich als besonders erkenntnisreich, da sich hier die von Beginn an ersichtlichen Mängel und daraus resultierenden Entwicklungen bis hin zur Öffnung der ungarisch- österreichischen Grenze 1989 darstellen. Des Weiteren wird die zeitliche Begrenzung durch die in den Umfragedaten des Instituts für Marktforschung, das eine langfristige Trendentwicklung des Tourismuswesens hin zu individuell organisierten Reisen und zum betrieblichen

Erholungswesen ermittelte, unterstützt.10

1.3. Terminologie

In den Kontext des Tourismus fällt eine Vielzahl von Begriffen und Definitionen, wie Urlaub, Reisen, Erholungswesen und Fremdenverkehr, sodass im Vorfeld einer konkreten Analyse des Forschungsgegenstandes in seiner Verortung im Forschungsgegenstand und historischen Kontext eine terminologische Klärung notwendig und sinnvoll erscheint:

Während Urlaub in seiner althochdeutschen Begriffsabstammung urloup - die Erlaubnis wegzugehen- eigentlich lediglich eine zeitlich befristete Befreiung des Arbeitnehmers vom Dienst bedeutet, der das Ziel der Erholung unter Fortzahlung des regelmäßigen Arbeitseinkommens zugrunde liegt, wird der Begriff im Deutschen jedoch häufig mit „Reisen“ gleichgesetzt. Dies verweist auf die äußerst hohe Bedeutung des Tourismus als Teil der Freizeitgestaltung. Da es an dieser Stelle nicht sinnvoll ist, eine umfassende Begriffsgeschichte nachzuzeichnen, werden lediglich die elementaren Entwicklungsstränge der Terminologie nachgezeichnet, um anschließend die auf sozialistischen, planwirtschaftlichen Grundlagen beruhenden Begriffe darzustellen. Diese definitorischen Differenzen, wie sie vor allem im Vergleich mit der BRD ersichtlich werden, lassen sich exemplarisch in der Kategorisierung einer Reise als Urlaubsreise erkennen. So liegt diese in der bundesrepublikanischen Fremdenverkehrszählung mit drei Nächten vor, wohingegen in der DDR- Statistik lediglich Reisen mit vier Übernachtungen als solche erfasst werden, was zu Zahlangaben führt, die nur tendenziell vergleichbar sind.11 Von Tourismus und Urlaub als Teil der modernen Freizeitkultur zu sprechen, ist erst nach der historischen Trennung von Arbeits- und Freizeit möglich, als Reisen breiterer Bevölkerungsgruppen mit geregelter freier Zeit und regelmäßigen sowie ausreichendem Einkommen Teil des Lebens werden konnten. Zudem mussten infrastrukturell die Möglichkeiten bestehen, reproduktiven Bedürfnissen mit angemessenem Aufwand nachkommen zu können, da Reisen eine Aktivität darstellt, die im Kontext der Zeit, des Geldes und des Marktes bzw. der Dienstleistung ungenützte Ressourcen erfordert.12 Bereits Ende des 19. Jahrhunderts musste diese Entwicklung schon sehr deutlich vorangeschritten gewesen sein, auch wenn Tourismus im Vergleich zur heutigen Zeit eine untergeordnete Rolle spielte. Bereits 1973 definierte Theodore Fontaine, ebenso wie 1991 Opaschowski, Urlaub als „Kontrastbegriff zum Alltag“13, welcher charakterisiert ist durch ein nicht- alltägliches Verhältnis zur zeitlichen Komponente, sodass diesbezüglich Begrenzungen weniger wahrgenommen werden. Der Urlaub als Periode, in welcher zum Teil sonst erlebte Normierungen ausgesetzt werden und sich sonst streng beachtete Grenzen, wie physische, generationelle, soziale oder materielle lösen, stellt Tourismus als gesellschaftsübergreifendes Phänomen dar, welches jedoch nicht die Tatsache verdecken darf, dass Reisen als Teil eines spezifischen Symbolsystems immer kulturgeprägt ist.14 Betrachtet man die DDR- Alltagsgeschichte stellt sich die Frage: Welche noch höhere Bedeutung muss Reisen einer Gesellschaft innegewohnt haben, in der individuelle Freizeit - und Entfaltungsmöglichkeiten generell stark eingeschränkt waren?15 Vor allem im abschließenden Kapitel, welches die elementaren individuellen Einsichten am Balaton analysiert, werden diese individuellen Sichtweisen auf das Reisen durch zeitgenössische Stellungnahmen diese Bedeutung sichtbar werden lassen. 1957 heißt es im Großen Brockhaus, dass Sozialtourismus die organisierte Veranstaltung von Urlaubs- und Erholungsreisen ökonomisch schwacher Bevölkerungskreise ist, zu welchem benachbart die Begriffe Billigtourismus und Massentourismus stehen. Dabei ist der relative Begriff Massentourismus nicht mit Billig- oder Sozialtourismus gleichzusetzen, da auch bürgerlicher Tourismus, welcher sich seit dem 19. Jahrhunderts im Kur- und Thermalurlaub formierte, unter diesen Begriff fällt. In der Begriffsgeschichte des Massentourismus nutzte ein, vom scheinbar unaufhaltsam wachsenden Proletariat befremdetes, Kleinbürgertum seit Ende des 19. Jahrhunderts die Termini Massen- Billig- und Sozialtourismus im Gegensatz zur Reise oder zum Urlaub. So setzte sie der auf Individualität bedachte Bürger als eine Art Tourismusschelte16, die dabei als tendenziell zeitloser Begleiter des Tourismus von Beginn an keine bürgerliche Eigentümlichkeit war, ein. Da niemand als Tourist gelten will, sollte die Tourismusschelte soziale Distanz schaffen, welches auch heute noch in dieser Form bestehen kann. Jedoch sind Massentourismus und Individualtourismus keine sozial gebundenen Kategorien, als dass nicht nur bürgerliche und aristokratische Touristen in Massen auftraten und auch einkommensschwache Bürger individuelle Formen des Reisens entwickelten. Auch wenn die Verknüpfung der Begriffe Massentourismus mit Billig- und Sozialtourismus und Individualtourismus mit bürgerlichem Tourismus naheliegt, da einerseits erst die Massenproduktion für alle Einkommensschichten zugängliche Reiseangebote nach 1945 ermöglichte, welche sich bis in die 1980er- Jahre ausprägte, und andererseits zum seit dem 18. Jahrhundert ausgebildeten Selbstverständnis der Bürgerlichkeit die Schätzung von Bildung und Individualität gehörte.17 Tourismus wurde im Vorfeld einer Synonymverwendung mit Fremdenverkehr als der Teil dessen bezeichnet, der das Ziel erfolgt, die physische und psychische Leistungsfähigkeit des Menschen wiederherzustellen, zu erhalten und zu fördern.18 Spätestens seit den 1980er- Jahren, wenn nicht explizit anders gekennzeichnet, werden die Begriffe Tourismus und Fremdenverkehr in Ost- und Westdeutschland synonym verwendet, während sie zuvor in ihrer Bedeutung hinsichtlich dessen abgegrenzt waren, als dass Tourismus lediglich das Reisen zur Erholung bezeichnete, während Fremdenverkehr auch geschäftliche Reisen miteinschloss. 1966 definierte man im Begriffssystem der bundesrepublikanischen Fremdenverkehrsforschung diesen als „Inbegriff der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt Ortsfremder ergeben, sofern durch den Aufenthalt keine Niederlassung begründet und damit keine Erwerbsfähigkeit verbunden wird.“19 Diese Definition wurde 1975 in Innsbruck durch die Voraussetzungen von Tourismus und Erholungswesen ergänzt, wonach der Bewegungsfreiraum genauso gegeben sein müsse, wie angemessene Verkehrsverhältnisse sowie individuelle und kollektive Reiseformen und Verfügbarkeit eines ausreichenden Angebots verschiedener touristischen Einrichtungen.20 Die begriffliche Unterscheidung von Fremdenverkehr und Tourismus ist jedoch wichtig, da jede zeitgeschichtliche Betrachtung des Tourismus auf die Fremdenverkehrsstatistiken zurückgreift, auch wenn diese ohne Erfassung der Reisemotive nur verzerrte Dimensionen und Wege der Touristenströme widerspiegeln. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts wandelte sich der seit der Ära der Reaktion der Revolution 1848/9 verwendete Begriff des Fremdenverkehrs von einem als störend empfundenen Faktor zu einem wertneutralen, der über Tourismus hinaus auch Geschäftsreisen und somit die amtliche Seite miteinschließt.21 Hasso Spode begrenzte 2007 in deutlicher Form den Terminus Tourismus auf die zweckfreie Form des (Freizeit-) Reisens22, wodurch er der historischen Tourismusforschung den wissenschaftlich zu umfassenden Teilbereich des vagen Begriffs „Reisen“ als klaren Gegenstand zuweist. Die vorliegende Arbeit bezieht sich vor allem in der Beschreibung von Alltagswahrnehmungen und konkreten Fällen auf die Begriffe „Urlaub, Urlaubs- und Reiseverkehr“, während die Begriffe „Fremdenverkehr“ und „Tourismus“ als institutionelle Termini gelten.23

1.3.1. Propagandistische Begriffsverwendung

In Hinblick auf Begriffsdeutungen und Erklärungstheorien ist eine spezifische, kritische und reflektierte Anwendung und Interpretation der verschiedenen Begriffe in ihrer staatlichen und kulturellen Symbolik unerlässlich, da sich in Hinblick einer Anwendung der vor allem an westlichen Maßstäben und Entwicklungen orientierten Tourismustheorien auf den Fall des DDR bereits in der Sprache eine klare Differenz zwischen den ost- und westdeutschen Bezeichnungen zeigt.24

Der von der DDR als Erholungsaufenthalt bezeichnete Aufenthalt im Rahmen des Sozialtourismus betont nicht nur die sichere Komponente im Gegensatz zur Urlaubsreise, die Bewegung vom Alltag weg beschreibt, sondern ist auch begrifflich in die sozialistische Grundüberzeugung der DDR eingebunden, die in ihrer propagierten, freieren und besseren Gesellschaft die Flucht als Notwendigkeit- und sei es auch nur vom Alltag- als solches ausschloss. 25 In Bezug auf die Termini in der DDR waren vor allem die Bezeichnungssysteme der staatlichen Institutionen maßgeblich.26 Ein Autorenkollektiv der DDR definierte „Erholung und Rekreation“ 1989 als „Prozess der Reproduktion und Entwicklung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit durch Freizeitaktivitäten“27 und als „elementare Lebensnotwendigkeit“28, welche in der Gesamtheit der Institutionen des Erholungswesens unterstützt und gewährleistet wird.29 Fremdenverkehr wurde als Gesamtheit des Beziehungsnetzwerkes und der Erscheinungen, die sich aus dem Aufenthalt außerhalb des eigenen Wohnortes ergaben, begriffen und als wesentliches Element des wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Lebens der DDR betont.30 All diese Mittel dienten der Vergemeinschaftung und Etablierung des Urlaubs in die bestehende Ordnung mit dem Ziel den Bürgern keine mentale Flucht zu ermöglichen, sondern sie im Gegenteil noch mehr im Sozialismus zu verwurzeln. Jedoch ist die Wirkung propagandistisch instrumentalisierter Mythen und Rituale begrenzt. In einem sich stetig fortsetzendem Prozess von Nichterfüllung von Versprechen, häufig mangelhafter Ausstattung sowie mangelnder Anzahl von Ferienplätzen ließ diese allmählich verblassen, solange bis 1989 deutlich wurde, dass sie keinerlei Reviltalisierungskraft mehr besaß.31

1.3.2. Tourismustheoretische Erklärungsansätze

Wie bereits deutlich wurde, gingen die Auseinandersetzungen zwischen Staat und Gesellschaft zu einem Großteil daraus hervor, dass grundsätzlich unterschiedliche Deutungen hinsichtlich Sinn und Zweck der Phänomene Reisen, Urlaub und allgemein Tourismus bestanden, welches sich bereits in der oben ausgeführten staatlichen Bezeichnung des Erholungswesens als Tourismusinstitution und dem Erholungsaufenthalt als Urlaub in seiner widersprüchlichen Bedeutungszuschreibung offenbarte. Bis heute ist die Frage, warum und woraus sich das Verlangen nach Reisen und Urlaub entwickelte und welche Beweggründe hinter der ungebrochenen Reiselust stecken, mit zahlreichen theoretischen Erklärungsmodellen zu beantworten versucht worden. Der bis heute wichtigste und einflussreichste Theorieentwurf von Tourismus lag 1958 von Hans Magnus Enzensberger32 vor, der mit diesem an die Historiker appellierte, eine neue Geschichtsschreibung zu schaffen, um im Feld des Tourismus bereits exemplarisch alltagsgeschichtliche Konzeptionen vorwegzunehmen, die sich erst viel später entwickeln sollten. Mit diesem kurzen Essay ist bis heute der Grundstein für eine theoretische Diskussion über den Tourismus an sich sowie seiner Definition gelegt. Enzensberger definierte Tourismus und Urlaub als Gegenwelt33, die in einem aus dem „Glück der Freiheit“34 gespeisten Verlangen erwächst, welches aus der industriellen Gesellschaft hervorgegangen war, ohne jedoch Befriedigung in dieser finden zu können.35 Der Tourismus sei demnach eine Konstruktion, der die Funktion der Erlösung ihrer Anhänger von der Gesellschaft zugrunde liege36, wobei er dabei vom „Fernweh nach der Freiheit“ angetrieben werde. Hier wiederum wird die Kritik an der Zivilisation deutlich, da die Natur das Ziel des Menschen darstellt, sodass die Tourismusflut „eine einzige Fluchtbewegung aus der Wirklichkeit (ist), mit der unsere Gesellschaftsverfassung uns umstellt“37. Zugleich stellt Enzensberger fest, dass der Fluchtversuch immer scheitern muss, da das Reisen in der Industrialisierung wurzelt und verankert ist, sodass sich die Reise als Flucht vor Konsum und Gesellschaft zu einer Ware der Konsumgesellschaft selbst gewandelt hatte. An die trügerische Freiheit, der eine Vergeblichkeit der Flucht innewohnt, der ihm verkauften Massenware „Reisen“ sei der Tourist jedoch längst durch die Tourismusindustrie gewöhnt. So wird Freiheit, die der Einzelne jedoch auch gar nicht als Ziel hat, da er bereits auf die Heimfahrtkarte „(…) pocht“38, als Massenbetrug hingenommen. Diese im Zeitraum des Forschungsgegenstands vieldiskutierte Tourismustheorie bedeutet in letzter Konsequenz, dass in einer freien Gesellschaft kein Grund zur Flucht und somit zum Tourismus bestehen müsste.39 In Abgrenzung zu Enzensberger sieht Hennig im umfangreichsten tourismustheoretischen Ansatz der 1990er- Jahre eine weit weniger normative Akzentuierung und ein Verständnis von Urlaub als Distanz zum gewohnten Umfeld40. Auch wenn Pagenstecher darauf hinweist, dass dadurch nur eine positivere Präzisierung vorgenommen werde41, so ermöglicht dieses Postulat, den dem Tourismus zugrundeliegenden Urlaub als produktive Leistung zu verstehen und die sozialen Beziehungen in diesem sowie neue Gesetzmäßigkeiten im Sozialverhalten herauszuarbeiten.42 Hennig führt diese Betrachtungsweise des Urlaubs als soziale Ausnahmesituation fort und betrachtet diesen als „Fest, Spiel und Ritual“43, welcher die Funktionen religiöser Veranstaltungen ersetze und dadurch das Ausgeschlossene, Verbotene und Unterdrückte zugänglich mache.44 Andere Stimmen sehen die Dichotomie von Arbeit und Freizeit bzw. Urlaub als „vordergründig entlarvt“45 und in einer zunehmend als „Erlebnisgesellschaft“ geprägten Gesellschaft Lebens- und Freizeit als deckungsgleich. Die seit den Freizeitorientierung sei dabei ein Vehikel der sich hauptsächlich in Freizeit und Urlaub ausdrückenden, persönlichen Identität, die sich in einer „radikale(n) Sinnsuche“46 befindet. Die Zentralität der Berufsrolle wandelte sich und wurde in Frage gestellt, sodass statt ihrer die Freizeitgestaltung als statusgebend verortet wurde. Jedoch bestimmt die Gegensätzlichkeit von Alltag und Urlaub die Vorstellungswelt des Reisenden erheblich. Es scheint naheliegend, dass die bis heute andauernde Beurteilung des Urlaubs als Zeit des „Nicht- Arbeitens“ vor allem in der DDR verführerisch gewesen sein muss, legt sie doch die Schlussfolgerung nahe, dass man sich den Urlaub „verdient“ hat. Die auch im Urlaub noch andauernde Unzufriedenheit der DDR- Urlauber lässt sich so mit der Annahme interpretieren, dass der Anspruch eines Urlaubsglücks als „verbrieftes Recht“ angesehen wurde, welches sich aus monatelanger, mehr oder weniger harten, Arbeit ergab. Tiefe Enttäuschung konnte daraus erwachsen, wird dieser Anspruch wie im Falle der DDR- Bürger gar nicht, oder nur unzureichend erfüllt.47

1.4. Forschungsstand

Bevor die für den Forschungsgegenstand relevanten Themen in den einzelnen Kapiteln behandelt werden, soll zunächst ganzheitlich dargestellt werden, welche Versuche der historischen, politischen und kulturellen Interpretation der beiden sozialistischen Staaten DDR und Ungarn bis heute in der Forschung bestehen. Da die Geschichte der realsozialistischen Staaten 1989 endete und somit erst seitdem eine reflektierte und quellenfundierte historiographische Reflexion stattfinden kann, wird zudem der Punkt der Lustration und Aktenöffnung seit dem Untergang der sozialistischen Staaten in die Arbeit als wichtiger Aspekt für Forschung und Quellenlage im Allgemeinen und besonders in Hinblick auf den Forschungsgegenstand der Arbeit einfließen.

1.4.1. Tourismusgeschichte der DDR

1977 legte Anton Filler, der selbst langjähriger Mitarbeiter der Abteilung Feriendienst und 1989 ihr letzter Leiter war, mit der Dissertation „Die Entwicklung des Feriendienstes der Gewerkschaften als Erholungsträger der Arbeiterklasse von seinen Anfängen bis 1975“48 die erste Untersuchung zur Tourismusgeschichte vor. Dieses Werk ist als exemplarische Arbeit der Geschichtswissenschaft der DDR zu betrachten.

Ein Jahr darauf mit einer zweiten Auflage 1985 erschien in der BRD in der von der Friedrich- Ebert- Stiftung publizierten Reihe „DDR. Realität- Argumente“ das Heftchen „Urlaub und Tourismus in beiden deutschen Staaten“. Ohne über eine quantitative Abschätzung hinauszugehen, steckt das Werk lediglich den Rahmen des Tourismus in der DDR im Vergleich zum Westen ab, um ein wenig überraschendes Fazit bezüglich der Spannungen zwischen Massentourismus und Politisierung zu ziehen, welches von der historischen Forschung angesichts der nach 1989 vorherrschenden Totalitarismustheorie als kaum verwertbar für weitere Arbeiten wahrgenommen wurde. Der Katalog zur Ausstellung „Endlich Urlaub!“ des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik49 und der von Hasso Spode publizierte Sammelband „Goldstrand und Teutonengrill“50 lieferten schließlich ambitionierte Ansätze, welchen Ende der 90er- Jahre Arbeiten von Patrick Benoits51 und die soziologischen Untersuchungen von Heike Bähre52 folgten. Der dieser Arbeit vielfach zugrundeliegende Sammelband von Hasso Spode verfolgte zum ersten Mal die Intention, das tourismusgeschichtliche Forschungsfeld der DDR wissenschaftlich zu erfassen, welches als ein begrenzter Teilbereich bis heute ein Forschungsdesiderat darstellt.53

Das Forschungsfeld des Tourismus- und Urlaubswesens der DDR bleibt jedoch aufgrund der kaum vorhandenen historischen Tourismusforschung über das eigene Land erschwert und ist deshalb, nicht etwa nach Quotierung des Bevölkerungsanteils in einer höheren Zahl von Publikationen über den westdeutschen Tourismus, vernachlässigt. Eine vermehrte Publizierung fand ohnehin erst ab 1994 statt. Der Vorreiter dazu war der 1991 erschienene Sammelband „Zur Sonne, zur Freiheit! Beiträge zur Tourismusgeschichte“, welcher sich ebenso auf Symposien der interdisziplinären Arbeitsgruppe `Tourismusgeschichte` am Institut für Tourismus der Freien Universität Berlin bezog. Des Weiteren liefert das Bonner Haus der Geschichte 1996 mit der „fulminante(n)“54 Ausstellung „Endlich Urlaub“ sowie einem gleichnamigen Ausstellungskatalog einen wichtigen Beitrag.

Auch wenn sich eine Entwicklung dahingegen abzeichnet, dass der Tourismuswissenschaft- und Geschichte zunehmend Interesse entgegengebracht wird und das Thema Massenreisen mittlerweile einen legitimen Gegenstand der Historie und historisch arbeitenden Nachbardisziplinen darstellt, so muss Spode feststellen, dass sowohl die Geschichte das Tourismus zu wenig beachtet, als auch umgekehrt die Tourismuswissenschaft ihren Blick zu einseitig mehr in die Zukunft, als in die Vergangenheit, richtet. Zwar bekundet die Tourismuswissenschaft sich nicht mehr allein aktuellen, wirtschaftlich- nutzerorientierten Perspektiven und Fragen zuzuwenden, sondern auch sozio-kulturelle und historiographische Dimensionen dieses Felds analytisch miteinzubeziehen, dennoch sei Skepsis angebracht, da Geschichte meist als „(…) Luxus, wenn nicht als potenziell gefährlicher Ballast“55 betrachtet werde56, auch wenn die historische Tourismusforschung einen spannungsreichen Blick in die Alltags-, Kultur- und Sozialgeschichte eröffnet, welcher einen großen Beitrag zu unserem Selbstverständnis liefern kann.57

Görlich hebt die Ende 2009 erschienene Doktorarbeit Heike Wolters „Ich haare aus im Land und geh, ihm fremd“58 als die bis heute umfassendste Untersuchung zum Thema hervor, die nicht nur eine Reihe von Fakten zusammengetragen hat, sondern auch über die rechtlichen Rahmenbedingungen des Reisens in der DDR reliabel informiert. Dennoch schreibe Wolters nicht wie im Untertitel versprochen die Geschichte des DDR- Tourismus, sondern beschränke sich vielmehr auf die 70er- und 80er- Jahre, obwohl bereits in den Jahren nach der Gründung des Feriendienstes 1947 die strukturellen und ideologischen Strukturen des ostdeutschen Tourismus gelegt worden seien. Zudem befasse sie sich nur knapp mit der privaten Seite, die sie in den Spannungen zwischen Staat und Bürger dabei weitgehend ausblendet.

Betrachtetet man nun alle diese Entwicklungen, muss man abschließend feststellen, dass sich in der historischen DDR- Tourismusforschung bisher noch kein inhaltlich stimmiges Bild, wie es beispielweise in Hinblick auf die NS- Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ besteht, herausgebildet hat. Deshalb ist es dringend notwendig, sich mit dem Urlaubswesen in der DDR erneut wissenschaftlich zu beschäftigen, vor allem auch, „(…) weil sich zugleich ein wachsendes `(n)ostalgisches` Interesse der Öffentlichkeit zu diesem Thema abzeichnet.“59 Hier zu nennen seien exemplarisch zwei Werke: Neben dem unter dem Titel „Urlaub, Klappfix, Ferienschecks“60 erschienen Werk, welches eine Mischung aus literarisch- satirischen Texten, Kochrezepten und Fotos beinhaltet, leistet auch das spätere Werk über das FFK- Baden keinen ersichtlichen, historiographischen Beitrag zum Verständnis des DDR- Urlaubs61. Auch im Fernsehen erfreut sich die Thematik immer mehr Beliebtheit, wenn leider aber auch hier Vereinfachungen und Verallgemeinerungen ersichtlich werden, wenn beispielsweise zentrale politische Entscheidungen als „schwachsinnig“ beschrieben werden, ohne dass diese von den Redakteuren in die historischen Kontexte eingeordnet werden62.63 Die bereits bestehenden Werke, die dieser Arbeit zugrunde liegen, dienen neben ihrer Rolle innerhalb der aktuellen Forschungsdiskussion, vor allem als theoretischer Ausgangspunkt.

1.4.2. Kontroverse und - Desiderate hinsichtlich des Erkenntnisinteresses

Es mag überraschen, dass die Tourismusgeschichte angesichts ihrer enormen kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung bis heute „(…) eher ein MauerblümchenDasein fristet “64. Dafür gibt es, wie bereits ersichtlich wurde, vielfältige Gründe, sodass einerseits eine hohe Anzahl von Quellen vorliegt, die aber dabei nicht als geschlossener Korpus greifbar ist und andererseits ein eigenständiger konzeptionellmethodologischer Zugang zum Gegenstand fehlt.

Die Tourismushistoriographie ist des Weiteren als ein jeweils untergeordnetes Fachgebiet der empirischen Sozialwissenschaft bzw. Betriebswirtschaft u.a. in tourismuswissenschaftlichen Untersuchungen in besonderem Maße im Kontext des Aktualitätsbezugs und ökonomischen Verwertbarkeit betrachtet worden, sodass die Tourismusgeschichte als eigenständiges Feld geschwächt ist. Wenig überraschend ist somit, dass in der Tourismusgeschichte stärker als in anderen Schuldisziplinen der Geschichtswissenschaft allgemeinere gesellschaftliche und wissenschaftliche Perspektiven miteinfließen. Neben diese treten nationale Spezifika: So besteht die ausgesprochene Neigung in der angloamerikanischen Tourismusforschung, die klassische Pilgerreise als säkuläre Form des Reisens und folglich die Motivation des Tourismus als sakrale und ersatzreligiöse Handlung zu verklären. So wie der Tourismus- Theorie des Quereinsteigers Hans- Magnus Enzensberger, der vor dem Hintergrund des Forschungsdesiderats des Tourismus, um welchen Zeithistoriker, Soziologen etc. „(…) eher einen Bogen machten(..)“65 1958 die bisher wohl anregendste Tourismus- Theorie veröffentlichte, die neomarxistische Herkunft als erste und bedeutendste wissenschaftliche Veröffentlichung der 1968er- Bewegung anzumerken ist, so finden sich auch in Beiträgen wie der von Hasso Spode Einflüsse der britischen Sozialgeschichte. Aktuell ist ein kulturhistorischer Trend zu beobachten, zu welchem sich jedoch im Gegensatz die wenigen Arbeiten zum DDR- Tourismus befinden und bedauerlicherweise ein relatives Desinteresse an der Thematik wiederspiegeln. Auffällig ist zudem, dass der in Enzensbergers Essays so deutlich zu lesende kritische Impetus heute nicht mehr zu finden ist, während Hasso Spodes Ansätze des Sozialtourismus als „Übergangsphänomen“ eine Ausnahme darstellen66. Jedoch ist zu bedenken, dass Geschichte immer Übergangsphänomene betrachtet und auch der derzeit dominierende, scheinbar schrankenlose, kommerzielle Tourismus als ein zu historisierendes Übergangsphänomen zu untersuchen ist. Auch wenn es um die bundesdeutsche Tourismusgeschichte besser bestellt ist, ändert dies nichts daran, dass die Tourismushistoriographie zu den vernachlässigten Feldern der deutschen Geschichtswissenschaften zählt. Während innerhalb der Frühneuzeitforschung dem Protourismus, wie der Pilgerreise oder Grand Tour67 , bis heute ein breites Interesse entgegengebracht wird, fristet die historische Forschung zum 19. und 20. Jahrhundert und dabei vor allem zur DDR ein symptomatisches Dasein. Die vielen Schwierigkeiten die sich in der Tourismushistoriographie ergeben, zeigen sich bereits im Umgang mit zentralen Sozialkategorien und Thesen, wie die von Pagenstecher formulierte, dass sich „(…) im Massentourismus nach dem Zweiten Weltkrieg (…) das Bürgertum seine touristische Definitionsmacht eingebüßt (hat) “68, die dabei aber eigentlich nur Fragen aufwirft. Der Versuch, Urlaub als Politikum zu verstehen, wird in erster Linie dadurch erschwert, dass sich die bisherigen theoretischen Erklärungsansätze auf westliche Gesellschaften beziehen und dabei zudem oft das Politische ausblenden. So erscheint der westliche Tourismus als ein insgesamt im Wesentlichen autonomes, vom Staat unabhängiges Phänomen, das lediglich Touristen und die Tourismusindustrie beinhaltet69. Gegenteilig verfallen die Reflexionen des Urlaubswesens innerhalb Diktaturen in die Verwendung eines sehr starken, totalitären Politikbegriffs. Exemplarisch dafür ist Claude Kaspar zu nennen, der bereits 1975 feststellte, dass der Tourismus im totalitären Staat den Charakter einer staatlichen Angelegenheit annehmen kann, sodass es möglich ist, diesen politischen Zielen unterzuordnen und planmäßig zu kontrollieren. So wird der Tourismus innerhalb von Diktaturen als gänzlich von politischen Entscheidungen gelenkt und ohne jegliche Eigendynamik dargestellt, wohingegen der westliche im paradoxen Gegensatz dazu als autonom erscheint.70 Da das Phänomen Tourismus an sich heute wie damals jedoch viel zu facettenreich und verästelt ist, erscheint eine Zuordnung zu einer Theorie schlicht unmöglich. Einerseits ist zudem Vorsicht geboten hinsichtlich der „relativ äußerlichen Daten“71, die ein gleichförmiges Verhalten von Touristen nahelegen und zu einer nicht belegbaren Theoriebildung führen. Andererseits ist ein Verzicht auf empirische Daten, welche notwendig sind, um den Grad der Repräsentativität spezifischer Phänomene zu erläutern, undenkbar. Dennoch muss dabei stets beachtet werden, dass Theorien immer auch historisch sind und strikte Konzepte vor allem bei weit gefassten Zeiträumen den Blick verengen. Da es sich beim Phänomen des Tourismus immer um Prozesse handelt, sind jedoch auch zu enge Datierungen irreführend. Historisch fließend und variabel bedingte Faktoren der Tourismusentwicklung sind zu erfassen, was wiederum nahelegt, dass auch der moderne Tourismus, sowie jede Etappe, die regional und zeitlich begrenzt betrachtet wird, unter Ausschluss der vorhergehenden Entwicklungsphasen unverständlich bleibt.72 Nachdem bereits in Bezug auf den DDR- Tourismus an sich ein so großes Desiderat an offenen Wissenschaftsfeldern und offenen Fragen besteht, ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich im Kontext des DDR- Tourismus in Ungarn und exemplarisch dafür am Balaton nur Bruchstücke in den dargestellten Sammelbändern finden lassen, die nicht nur unbedingt einer weiteren wissenschaftlichen Analyse bedürfen, sondern ein spannendes Forschungsfeld für die vorliegende Arbeit fundieren, aus welchem sich aus den vorhandenen Werken der Forschungsliteratur erste Interpretationsansätze und eine transferierende Kompression der bisherigen Forschungsergebnisse ergeben. Von Klimo stellt fest, dass die Historiographie zur Geschichte Ungarns auch in den Jahren nach der sozialistischen Periode 1989, in welcher Ungarn als Teil der Kommunistischen Partei fungierte, Schwierigkeiten hatte, eine unabhängige und reflektierende Perspektive einzunehmen. Da anders als beispielsweise in der Historiographie Großbritannien, welcher nicht drohte, in die Nähe „staatsfeindlicher“ Aktivitäten zu geraten, keine breite pluralistische Zeitgeschichtsforschung entstehen konnte, bestehen bis heute zahlreiche Forschungsdesiderate, sodass er sein Werk, welches die gesamte Geschichte Ungarns nach 1945 darstellt, als einen ersten Versuch sieht, Fragen zu formulieren und die bisher gelieferten Antworten aufzuzeigen.73 Hinsichtlich der Sekundärliteratur aus dem ungarischen Raum ist festzustellen, dass sich im Kontext der Recherchen keine Werke in deutscher Übersetzung hinsichtlich der Thematik erschlossen. Wie jedoch in der übrigen Forschungsliteratur deutlich wurde, scheint es, dass die erkenntnisreiche und für einen ganzheitlichen Ansatz so essentielle, ungarische Perspektive ausschließlich in der Romanliteratur reflektiert wird. Während ein Zugriff zu den wirtschaftspolitischen und allgemeinen touristischen Entwicklungen in Ungarn und der DDR in der Forschungsliteratur bestand, ergab sich ein grundlegendes Defizit an historiographischer Literatur hinsichtlich des DDR- Tourismus in der Ungarischen Volksrepublik sowie vor allem hinsichtlich des Tourismus am Balaton, während in der Roman- und Lyrikliteratur und medialen Aufarbeitung weitaus größeres Interesse festzustellen ist. Der durch das Collegium Hungaricum Berlin und das Wilhelm- Fraenger- Institut 2009 im Zuge der gleichnamigen Ausstellung herausgegebene Sammelband „Deutsche Einheit am Balaton. Die private Geschichte der deutsch- deutschen Einheit“ stellt bezüglich der individuellen Wahrnehmungen der DDR- Urlauber am Balaton das grundlegende Werk dar, dessen materiale und schriftliche Zeitzeugnisse u.a. als gesicherte Quellengrundlagen zur individuellen Wahrnehmung fungieren, um die umfangreiche Sammlung zeitgeschichtlicher Wahrnehmung aufzugreifen und so die private Seite des DDR- Tourismus in den Kontext der politischen, staatlichen und ökonomischen Prozesse und Entwicklungen zu setzen.

1.5. Aktenöffnung und historiographische Einsichtsmöglichkeiten seit 1989

Hinsichtlich der Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit kann die unübersehbare Vorbildwirkung des deutschen Ansatzes, der in einer konsequenten und rechtstaatlichen Vorgehensweise im Kontext des Stasi- Unterlagen- Gesetzes und der Einrichtung der Behörde des Bundebeauftragten steht, nur dann wirken, wenn eine vergleichbare Aktenlage vorliegt. Daher wird auch in Zukunft eine vergleichende Betrachtung der Akten und Archive ehemaliger Geheimpolizeien von großer Hilfe sein.74 Vor allem für die propädeutische Geschichtsforschung ist die Öffnung der DDR- Archive eine seltene Möglichkeit, nicht nur politische Forschungsfelder der DDRForschung, sondern auch ganz andere, teilweise sehr weitgefasste Blickwinkel auf den Aufbau der sozialen Welt zu erlangen.

Als probates Mittel, um gängige Erklärungsmodelle aufzulösen, eröffnet eine historiographische, kritische und reflektierte Betrachtung des Forschungsgegenstands zugleich die Perspektive der Wandelbarkeit des Menschen und ist somit unerlässlich.75 Anders verhielt es sich in Ungarn, in welchem nach 1989 die Akten der Staatssicherheit nur eingeschränkt geöffnet wurden und das Innenministerium reformiert, aber nicht aufgelöst wurde. Im Mittelpunkt der Aufarbeitung stand im Gegensatz zur bundesdeutschen offenen Aufarbeitung der „Spitzel“, der medial in einer Art „Peep- Show- Effekt“ inszeniert wurde. Im Verlauf wurde so eine objektive und historische Betrachtung einzelner Fälle unmöglich.76 1994 verabschiedete das erste frei gewählte Parlament in Ungarn das Lustrationsgesetz77, welches eine Öffnung für Betroffene und Forscher nicht vorsah. Wegen der anstehenden Parlamentsneuwahlen entgingen die Abgeordneten des alten Parlaments der Überprüfung, was dazu führte, dass von Seiten des Verfassungsgerichts und der Bevölkerung Druck entstand, das Gesetz zu revidieren. In der Folge wurde eine Kommission zur Erschließung der Unterlagen des Innenministeriums ernannt, das u.a. die internationale Zusammenarbeit des ungarischen Staatssicherheitsdienstes aufdecken sollte. Dieses stellte fest, dass etwa 92 % der diesbezüglichen Unterlagen fehlten und somit eine Lustration in Ungarn erheblich erschwert ist. In den folgenden Jahren entstand schließlich ein Historisches Amt für die Verwaltung der Dokumente des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes und 1996 ein Gesetz zur Überprüfung der Innoffiziellen und geheimen Offiziere. In der Folge des Lustrationsgesetzes verhielt es sich jedoch so, dass sowohl die Opfer, als auch die Forscher geringere bzw. gar keine Möglichkeiten der Einsichtnahme besaßen, wohingegen sie dies unter dem Archivgesetz hatten. Als Ideologie diente nach 1989 zunächst der „friedliche Übergang“ zur Demokratie, als deren Bestandteil die Aktivitäten und die Rolle der Staatssicherheit im Parteienstaat geheim blieben. Die Konflikte in der Aktenöffnung in Deutschland wurden in der ungarischen Presse hochgespielt, ja sogar eindeutig verfälscht, um diese Ideologie zu unterstützen. So sollten laut Pressemeldungen fast unzählbare Ehen und Freundschaften auseinandergegangen sein. In einer echten „Verschwörung des Schweigens“, die immer weniger mit einem friedlichen Übergang, sondern vielmehr mit der früheren Schuld zu tun hatte, zeichnete das Gesetz in der Folge schwarz- weiß Bilder und legte alles als streng geheim fest, welches ausreichte, um die Opfer und „Nein- Sager“ zu verunsichern und neben der Rehabilitierung des Gulaschkommunismus zur Bestätigung der kollektiven Schuld führte.78

1.6. Quellenlage

Einen besonderen Reiz hinsichtlich der Beschäftigung mit dem Phänomen Tourismus bzw. Reisen stellt die Tatsache dar, dass diesbezüglich eine sehr heterogene Quellenbasis vorliegt. So können Informationen einerseits aus staatlichen Akten der SED- Führung und Stasi gewonnen werden und spiegeln damit in erster Linie staatliche Seite des Tourismus wieder, um Interpretationen hinsichtlich Bedeutung, Kontrollverlust und Einschätzung des sich wandelnden Tourismus zuzulassen. Andererseits können zudem Rezeptionen in Film, Fernsehen, Literatur, Lyrik, Musik und Kunst weitere wichtige Erkenntnisse in der zeitgenössischen Wahrnehmung liefern, welche jedoch in weiteren Forschungsarbeiten betrachtet werden müssen, da sich die vorliegende Arbeit auf die Betrachtung individueller Wahrnehmungen der Urlauber am Balaton bezieht.

[...]


1 Grunert, Ulrich: Ungarn als „kleine Freiheit inklusive“, in: Can Togay, Janos: Vorwort, in: Janos, Can Togay/ Haase, Jürgen (Hg.): Deutsche Einheit am Balaton. Die private Geschichte der deutsch- deutschen Einheit, Berlin 2008.

2 Siehe: Pierau, Ralf u.a.: Urlaub, Klappfix, Ferienscheck. Reisen in der DDR, Berlin 2003.

3 Honigfrauen, der große Eventdreiteiler. ZDF, ausgestrahlt im ZDF am 23.4.2017.

4 Im Zeitraum 23.4.- 17.5.2017: 451 000 Aufrufe in der ZDF- Mediathek.

5 Gauck, Joachim: Warum Aufarbeitung kommunistischer Diktatur? in: Unverhau, Dagmar (Hg.): Lustration, Aktenöffnung, demokratischer Umbruch in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn, S.5 ff.

6 Ebed.: S. 4.

7 Ebed.: S.5.

8 In der Folge: Stasi.

9 Siehe hierzu exemplarisch: Umfragen „Jugend und Touristik 1983- 1984“ sowie „Jugendtouristik 1988“ des Zentralinstitus für Jugendforschung, 22.3.2006, http:// isysweb.za.uni-köln.de/, zit. n. Wolter, Heike: Ich harre aus im Land und geh, ihm fremd“, S. 18.

10 Wolter, Heike: Ich harre aus im Land und geh, ihm fremd“, S. 18- 19.

11 Vgl. für die Bundesrepublik: Studienkreis für Tourismus, Urlaubsreisen, verschiedene Jahrgänge, S. 13, zit. n. Wolter: S. 22.

12 Wolter: S. 22.

13 Opaschowksi: Mythos Urlaub, S. 15, zit. n. Wolter: S. 23.

14 Kramer: Kulturanthropologie des Tourismus, S. 56- 59.

15 Wolters: S. 23.

16 Hachtmann: S. 12.

17 Hachtmann, Rüdiger: Tourismus- Geschichte, Stuttgart 2007, S. 11-

18 Ebed., zit. n. Wolter, S 25.

19 Hunziger/ Krapf: Grundriss der Allgemeinen Fremdenverkehrslehre, S. 21.

20 Wolter: S. 25.

21 Hachtmann: S. 14.

22 Spode: Reisen und Tourismus, zit. n. Wolter, S. 24.

23 Wolter: S. 24- 26.

24 Schulze: S. 15.

25 Kähler, Hermann: Sehnsucht?, in: Unterwegs 3 (1959), H. 5, S.1., zit. n. Görlich: S. 21.

26 Vgl. Oehler: Definitionen des Bereiches Freizeit und Erholung, zit. n. Wolter, S 24.

27 Oehler: Erholungswesen, S. 13.

28 Ebd., S. 13.

29 Winkler: Lexikon der Sozialpolitik, S. 175, zit. n. Wolter, S. 25.

30 Ebed., zit. n. Wolter, S 25.

31 Schulze: S. 15.

32 Enzensberger, Hans Magnus: Eine Theorie des Tourismus, in: Ebed., Einzelheiten, Frankfurt a.M. 1962, S. 147- 168, zit. n. Görlich: S. 17.

33 Köstlin: S. 6.

34 Görlich: S. 18.

35 Enzensberger: S. 720.

36 Ebed.: S. 712.

37 Ebed.: S. 719.

38 Ebed.: S. 720.

39 Görlich: S. 17- 19.

1960 er- Jahren fortschreitende 40 Scheuch, Erwin/ Scherhorn, Gerhard: Freizeit- Konsum (Handbuch der empirischen Sozialforschung, Bd. 11, 2. Aufl., Stuttgart 1977

41 Pagenstecher: Der bundesdeutsche Tourismus, S. 22.

42 Hennig: Reiselust, S. 43 ff., zit. n. Görlich: S. 19.

43 Ebed.: S. 74 ff. u. 91 ff., zit. n. Görlich: S. 19.

44 Görlich: S. 19.

45 Cantauw, Christiane (Hg.): Arbeit, Freizeit, Reisen. Die feinen Unterschiede im Alltag, 3. Arbeitstagung der DGV- Tourismusforschung vom 23. Bis zum 25. März 1994, Münster 1995 S. 7.

46 Schulze, Gerhard, zit. n. Cantauw: S. 7.

47 Cantauw: S. 9.

48 Filler, Anton: Die Entwicklung des Feriendienstes der Gewerkschaften als Erholungsträger der Arbeiterklasse von seinen Anfängen bis 1975, Diss. (A), Dresden 1977, zit. n. Görlich: S. 10.

49 Endlich Urlaub! Die Deutschen reisen, hg. v. der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Köln 1996.

50 Spode, Hasso (Hrsg.): Goldstrand und Teutonengrill. Kultur- und Sozialgeschichte des Tourismus in Deutschland 1945 bis 1989, Institut für Tourismus, Berichte und Materialien Nr.15, Berlin 1996.

51 Benoit, Patrick: „Gewerkschaftlich erkämpfter Urlaubsplatz...“ Das Urlaubswesen in der DDR- Ein Teil der staatlichen Sozialpolitik, unveröffentlichte Lizentiatsarbeit Bern 1997.

52 Bähre, Heike: Tourismuspolitik in der Sytemtransformation. Eine Untersuchung zum Reisen in der DDR und zum ostdeutschen Tourismus im Zeitraum 1980 bis 2000, Berlin 2003.

53 Spode, Hasso (Hrsg.): Goldstrand und Teutonengrill. Kultur- und Sozialgeschichte des Tourismus in Deutschland 1945- 1989. Eine Einführung, S. 26.

54 Ebed.: S. 8.

55 Ebed.: S. 8.

56 Ebed.: S. 8.

57 Ebed.: S. 8.

58 Wolter, Heike: "Ich haare aus im Land und geh, ihm fremd“. Die Geschichte des Tourismus in der DDR (Deutsches Museum, Beiträge zur Historischen Verkehrsforschung, Bd. 10) Frankfurt a. M/ New York 2010.

59 Görlich: S. 12.

60 Pierau, Ralf: Urlaub, Klappfix, Ferienscheck. Reisen in der DDR, Berlin 2003.

61 Sommer- Sonne- Nackedeis. FFK in der DDR, zusammengestellt von Thomas Kupfermann, 2.koor. Auflage, Berlin 2008.

62 So in: Wo der Osten Urlaub machte, 3. Folge: Warnemünde: Fünf Sterne fürs Volk, ein Film von Steffen Schneider, 2004.

63 Görlich: S. 12- 13.

64 Hachtmann: S. 17.

65 Ebed.: S. 18.

66 Spode: Tourismus in der Gesellschaft der DDR, S. 26.

67 Die Grand Tour war die Bezeichnung für die ab dem 15./16. Jahrhundert zunächst vor allem in England verbreitete Reise junger Adliger durch Mitteleuropa nach Italien, mit dem Ziel des Erziehungsabschlusses durch Erlernen und Einüben der „Etiquette“ der europäischen Höfe.

68 Pagenstecher: Bundesdeutscher Tourismus, S. 40, zit. n. Hachtmann, S. 21.

69 Hennig, Christoph: Reiselust. Touristen. Tourismus und Urlaubskultur, Frankfurt a. M./Leipzig 1999.

70 Kaspar, Claude: Die Fremdenverkehrslehre im Grundriss (St. Galler Beiträge zum Fremdenverkehr und zur Verkehrswissenschaft. Bd. 1), Bern/Stuttgart 1975, S. 47.

71 Scheuch, Ferien und Tourismus, S. 313, zit. n. Hachtmann, S. 22.

72 Hachtmann.: S. 17- 22.

73 Ebed.: 10- 11.

74 Busse, Peter: Zum Geleit, in: Unverhau, Dagmar (Hg.): Lustration, Aktenöffnung, demokratischer Umbruch in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Referate der Tagung des BStU und der Akademie für Politische Bildung Tutzing vom 26.- 28.10.1989, S. 1.

75 Ebed.: S. 11- 13.

76 Manfred, Wilke: Vorwort, in: Dalos, György: Die Zusammenarbeit zwischen dem MfS der DDR und der Staatssicherheit der Volkrepublik Ungarn. Umgang mit politischem und kulturellem Dissens in den siebziger und achtziger Jahren, Berlin 2003, S. 31.

77 XXIII. Gesetz des Jahres 1994 vom 8. März 1994, in: Unverhau, Dagmar (Hg.): Lustration, Aktenöffnung, demokratischer Umbruch in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn, S. 169.

78 Laszlo, Varga: Vom Erbe des Kommunistischen Staatssicherheitsdienstes in Ungarn, in: Ebed., S 173- 175.

Ende der Leseprobe aus 90 Seiten

Details

Titel
Sehnsuchtsort Balaton. Entwicklungen zwischen Freiheit und Kontrolle für reisende DDR-Bürger in Ungarn
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
90
Katalognummer
V385639
ISBN (eBook)
9783668601147
ISBN (Buch)
9783668601154
Dateigröße
2150 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DDR, Ungarn, Reisen, Balaton
Arbeit zitieren
Sabrina Zimmermann (Autor), 2016, Sehnsuchtsort Balaton. Entwicklungen zwischen Freiheit und Kontrolle für reisende DDR-Bürger in Ungarn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385639

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