Zum Aufstieg des Rittersprößlings Octavius zum Princeps Augustus ist viel geschrieben worden, und die Erklärungen für diesen kometenhaften Aufstieg sind ebenso mannigfaltig wie vielschichtig. Persönliches Geschick, Glück, vor allem aber die mit dem Testament Caesars einhergehenden Gewinne an Prestige und Reichtum spielen allesamt eine gewichtige Rolle.
Diese Arbeit wird nur einen Teilaspekt der Gründe für das Emporkommen des Octavius behandeln, und zwar die Rolle, die seine Gefährten dabei spielten. Es wird gezeigt, dass Octavius seinen Einstieg in den Kampf um Caesars Nachfolge den bestens organisierten, wohlhabenden und einflußreichen, vor allem aber seiner gens wohlgesonnener und loyaler, nicht selbst nach Herrschaft strebender Familiares seines Adoptivvaters verdankt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Octavius bis 44 v. Chr.
3. Die ‚graue Eminenz’: Die Familiares Caesars
4. Die Jugendfreunde Octavius’: Maecenas, Agrippa & Rufus
5. Die Verbündeten des M. Antonius im Vergleich
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den kometenhaften Aufstieg des Octavius zum Princeps Augustus unter besonderer Berücksichtigung der zentralen Rolle seiner Gefährten, wobei sowohl die Familiares Caesars als auch seine persönlichen Jugendfreunde analysiert werden, um deren maßgeblichen Beitrag zu seinem Erfolg im caesarischen Erbfolgekrieg zu belegen.
- Analyse der unterstützenden Funktion der Familiares Caesars (Balbus und Oppius).
- Untersuchung der Bedeutung der Jugendfreunde Maecenas, Agrippa und Rufus.
- Vergleich der Loyalität und Leistungsfähigkeit dieser Gefährten mit den Verbündeten des Marcus Antonius.
- Beurteilung des Einflusses politischer, diplomatischer und militärischer Unterstützung auf den Sieg Octavius’.
Auszug aus dem Buch
3. Die ‚graue Eminenz’: Die Familiares Caesars
Lucius Cornelius Balbus entstammte einer angesehenen und reichen Familie aus Gades. Sein Reichtum ist auch aus seiner testamentarischen Verfügung ersichtlich, denn er hinterließ nach seinem Tod jedem römischen Bürger 25 Denare, was 1/3 des Legats Caesars ausmachte. Schon früh trat er in Kontakt zu C. Iulius Caesar (Caesar), vermutlich 68, als dieser seine Quästur in Hispania Ulterior bekleidete und längere Zeit in Gades verbrachte. Balbus wurde sein Praefectus Fabrum und genoß seitdem sein uneingeschränktes Vertrauen. Er war in Rom vor allem Finanzbeauftragter Caesars. Aber er bemühte sich auch um das Zustandekommen des Dreimännerbündnisses von Caesar, Pompeius und Crassus und knüpfte hierbei bereits den Kontakt zu Cicero, der dieses Bündnis ebenso wünschte. Dabei entwickelte sich ein gutes (Arbeits)verhältnis zu Cicero, wie dessen Briefe an Caesar in Gallien zeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, inwieweit die Gefährten des Octavius seinen Aufstieg zum Princeps Augustus ermöglicht haben und grenzt diese von den Verbündeten des Marcus Antonius ab.
2. Octavius bis 44 v. Chr.: Dieses Kapitel beleuchtet die Herkunft des Octavius sowie seine persönliche Situation und politische Ausgangslage zum Zeitpunkt der Ermordung Caesars.
3. Die ‚graue Eminenz’: Die Familiares Caesars: Es wird die Rolle von L. Cornelius Balbus und C. Oppius untersucht, die als erfahrene Berater und Finanzexperten des verstorbenen Caesar für Octavius entscheidend wurden.
4. Die Jugendfreunde Octavius’: Maecenas, Agrippa & Rufus: Der Fokus liegt auf der engen Zusammenarbeit und den spezifischen Funktionen von Maecenas, Agrippa und Rufus im politischen und militärischen Machtkampf.
5. Die Verbündeten des M. Antonius im Vergleich: Ein kontrastiver Vergleich zeigt die mangelnde Geschlossenheit und das Versagen der Gefolgschaft des Marcus Antonius im Gegensatz zum organisierten Umfeld des Octavius.
6. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Erfolg des Octavius primär auf der loyalen und fähigen Unterstützung seiner Gefährten gründete, während Antonius an seiner ineffizienten Gefolgschaft scheiterte.
Schlüsselwörter
Octavius, Augustus, Familiares, Gefährten, Maecenas, Agrippa, Rufus, Marcus Antonius, Bürgerkrieg, Rom, Politik, Loyalität, Finanzbeauftragte, Strategie, Ritterschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Gründen für den kometenhaften Aufstieg des Octavius (Augustus) und analysiert dabei insbesondere die Rolle seiner loyalen Gefährten in diesem Prozess.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Familiares Caesars, die Rolle der Jugendfreunde (Agrippa, Maecenas, Rufus) und den Vergleich zur Gefolgschaft des Marcus Antonius.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale These ist, dass der Sieg des Octavius im caesarischen Erbfolgekrieg maßgeblich auf die Unterstützung und Loyalität seiner fähigen Gefährten zurückzuführen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse antiker Quellentexte (insbesondere Cicero, Appian und Cassius Dio) unter Einbeziehung moderner Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Beiträge der einzelnen Gefährten in verschiedenen Phasen des Bürgerkrieges und stellt diese den Verbündeten des Antonius gegenüber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Augustus, Gefährten, Agrippa, Maecenas, Familiares, Bürgerkrieg und der politische Vergleich zwischen Octavius und Antonius.
Welche Rolle spielten Balbus und Oppius konkret für Octavius?
Sie agierten als erfahrene politische Berater und Finanzexperten, die das Vertrauen Caesars genossen hatten und ihre Netzwerke sowie ihre organisatorische Macht in den Dienst des jungen Octavius stellten.
Warum wird der Selbstmord des Rufus als tragisch eingestuft?
Da Rufus einer der fähigsten militärischen Verbündeten des Octavius war, erscheint sein durch Octavius erzwungener Selbstmord als politisch fragwürdige und wenig plausible Entscheidung innerhalb eines harmonisch wirkenden Lagers.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Hohenstedt (Autor:in), 2014, Die Herrschaft des Augustus. Der Weg zur Macht (43-27 v.Chr.), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385675