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Der attische Handel im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr.

Title: Der attische Handel im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr.

Term Paper , 1983 , 18 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Volker Beckmann (Author)

World History - Early and Ancient History
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In dieser Arbeit sollen diejenigen Aspekte und Fragen zur attischen Wirtschaftsgeschichte aufgeführt werden, die unser erkenntnisleitendes Interesse in diesem Essay strukturieren: Welche Berufstypen, Händlerkategorien und Bevölkerungsgruppen befassten sich mit dem Handel von Gütern und Dienstleitungen im Athen des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr.? Hier muss dann auch gefragt werden, inwieweit moderne Begriffe wie Einzel-, Zwischen-, Groß-, Immobilien- Geldhandel auf das Wirtschaftsleben der Antike überhaupt übertragen werden können.

Es sollen die Importgüter, die etwa im Piräus ausgeladen, weiter gehandelt und transportiert wurden und die attischen Exportgüter, die nach auswärts gingen, genannt werden. Die Frage soll gestellt werden, ob sich die Menge bestimmter Import- und Exportgüter bestimmen lässt. Es soll auf eine mögliche Außenhandelspolitik Athens eingegangen werden. Gab es Import- oder Exportverbote? Wurden Importe oder Exporte mengenmäßig begrenzt? Inwieweit förderte der Staat mit Hilfe von Einfuhrverträgen oder Rechtshilfeverträgen den Import von notwendigen Gütern? Gab es Schutz- oder Finanzzölle?

Desweiteren soll die Funktion des "polemarchos", des "prostates" und des "proxenos" erläutert werden. Schließlich wird noch die Frage gestellt, ob - modern gesprochen - Handels- oder Zahlungsbilanzen im 5. oder 4. Jahrhundert v. Chr. irgendwo statistisch festgehalten wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die gewerbetreibenden Berufstypen und Bevölkerungsgruppen

3. Import- und Exportgüter

4. Zur Außen-, Handels- und Zollpolitik Athens

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die wirtschaftsgeschichtlichen Strukturen Athens im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der beteiligten Akteure, der Handelsgüter sowie der staatlichen Handels- und Zollpolitik, um die Komplexität und den Umfang des antiken Außenhandels zu bewerten.

  • Analyse der verschiedenen Berufstypen und Händlerkategorien in der attischen Wirtschaft.
  • Untersuchung der Import- und Exportstrukturen sowie der Bedeutung von Getreide und Rohstoffen.
  • Bewertung staatlicher Maßnahmen, wie Einfuhrverträge und Zollpolitik.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen "Primitivität" versus modernen ökonomischen Strukturen.
  • Evaluation des sozialen Status von Händlern, Metöken und Sklaven im Wirtschaftsleben.

Auszug aus dem Buch

2. Die gewerbetreibenden Berufstypen und Bevölkerungsgruppen

Hasebroek unterscheidet zwischen 'kapelos', Wiederverkaufskapelos, 'emporos' und 'naukleros'. Der 'kapelos' war im Gegensatz zum 'emporos' ein Lokalhändler, der als Einzel- oder auch als Großhändler auftreten konnte. Im ersten Fall stünde er zwischen Großhändler und Konsument, im zweiten Fall zwischen Produzent und Einzelhändler. Der Wiederverkaufskapelos nahm die Funktion eines Zwischenhändlers wahr. 'Naukleroi' und 'emporoi' hatten ein Merkmal gemeinsam: sie waren nämlich kapitallos und mußten in der Regel ein Seedarlehen aufnehmen, um die Waren, die sie in einem 'emporium' aussuchten, bezahlen zu können. Der 'emporos' war ein Fernhändler, der seine Waren entweder persönlich auf dem Schiff eines 'naukleros' begleitete oder einen Supercargo beauftragte, die Waren zu begleiten und an den Zielorten für ihren Verkauf zu sorgen.

Bei den Philosophen Aristoteles und Platon gab es ein aristokratisches Vorurteil gegenüber dem Einzelhandel, dem Handwerk und dem abhängigen Arbeiter. Dies hatte zwei Gründe. Zum einen galt es nach Aristoteles als vornehm, kein banausisches Handwerk auszuüben, da es ein Merkmal eines freien Mannes sei, nicht in Abhängigkeit von einem anderen zu leben. Platon schlug in seinem Idealstaat vor, den Einzelhandel auf Metöken und Ausländer zu beschränken. Zudem glaubten die Philosophen, daß der Kleinhandel eine korrumpierende Wirkung ausübe, weil bei diesem nur geringe Gewinnspannen erzielt werden konnten. Hier müßte man natürlich gleich fragen, welche Haltung die Philosophen gegenüber Seedarlehensgebern einnahmen, da hier die Gewinnspanne ja noch höher sein konnte als beim Einzelhandel. Platon beispielsweise wollte das Kreditprinzip aus dem Markt ausschalten. Nur Geld sollte gegen Ware und Ware gegen Geld ausgetauscht werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Situation Athens während des Peloponnesischen Krieges ein und thematisiert die Abhängigkeit der Gesellschaft vom Außenhandel.

2. Die gewerbetreibenden Berufstypen und Bevölkerungsgruppen: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Handelsakteuren wie 'kapelos', 'emporos' und 'naukleros' und beleuchtet die philosophische sowie gesellschaftliche Sicht auf diese Berufe.

3. Import- und Exportgüter: Hier werden die wichtigsten Handelsgüter Attikas aufgelistet und der Umfang der athenischen Tribut- und Rohstoffimporte detailliert analysiert.

4. Zur Außen-, Handels- und Zollpolitik Athens: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen des Handels, inklusive der Zollvorgaben, Einfuhrverträge und der Rolle von Diplomaten wie dem 'proxenos'.

5. Resümee: Das Resümee vergleicht die antike Wirtschaft mit mittelalterlichen Strukturen und schlussfolgert, dass der athenische Handel primär als Vermögensanlage und zur Versorgungssicherung diente.

Schlüsselwörter

Athen, Außenhandel, Wirtschaftsgeschichte, Peloponnesischer Krieg, Metöken, Seedarlehen, Importgüter, Exportgüter, Zollpolitik, Handwerk, Aristoteles, Platon, Piräus, Handelspolitik, antike Wirtschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den wirtschaftsgeschichtlichen Bedingungen in Athen während des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr., insbesondere mit der Organisation des Außenhandels.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die soziale Einordnung von Händlern, die ökonomische Analyse von Warenströmen und die politische Regulierung des Handels durch den attischen Staat.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es, die Komplexität des athenischen Wirtschaftslebens zu erfassen und zu hinterfragen, inwieweit moderne wirtschaftswissenschaftliche Begriffe auf die Antike anwendbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Texte und der Auseinandersetzung mit wirtschaftshistorischen Forschungsbeiträgen, wie denen von K.J. Beloch und J. Hasebroek.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Berufstypen, die Identifizierung spezifischer Import- und Exportgüter sowie die Analyse von Zollpolitik und Rechtskonventionen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Fachbegriffen gehören 'Emporos', 'Naukleros', Metöken, Seedarlehen und das athenische Tributwesen.

Wie unterschieden sich 'kapelos' und 'emporos'?

Der 'kapelos' agierte als Lokalhändler im Einzel- oder Großhandel, während der 'emporos' als Fernhändler tätig war, der Waren über See transportierte.

Welche Rolle spielten die Metöken für den athenischen Handel?

Metöken waren maßgeblich am athenischen Überseehandel beteiligt und bildeten ein notwendiges, kosmopolitisches Gegengewicht zur autarkistischen Ausrichtung der Polis.

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Details

Title
Der attische Handel im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr.
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie)
Course
Kurs: 'Ökonomie' in der Antike
Grade
3,0
Author
Volker Beckmann (Author)
Publication Year
1983
Pages
18
Catalog Number
V385696
ISBN (eBook)
9783668601628
ISBN (Book)
9783668601635
Language
German
Tags
Berufstypen: kapelos naukleros emporos Vertragstypen: spondai symmachia synthekai symbola symbolai Import- Exportgüter diplomatischer Vertreter: proxenos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Volker Beckmann (Author), 1983, Der attische Handel im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385696
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