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Zum Vergleich von Catulls Carmen 39 mit Martials Epigramm VI, 39. Galt die biologische Abstammung oder der sozialer Verhaltenskodex als Begründung einer Volkszugehörigkeit in der Antike?

Titel: Zum Vergleich von Catulls Carmen 39 mit Martials Epigramm VI, 39. Galt die biologische Abstammung oder der sozialer Verhaltenskodex als Begründung einer Volkszugehörigkeit in der Antike?

Hausarbeit , 2017 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Magister Artium Norbert Krüßmann (Autor:in)

Latein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Über einen Vergleich zweier Texte einerseits von Catull, andererseits von Martial stammend nähert sich die Arbeit der Fragestellung an, ob biologische Abstammung oder sozialer Verhaltenskodex in der Antike als Begründung einer Volkszugehörigkeit erachtet wurde. Insbesondere wirft die Frage ein neues Licht auf das, was als Rom-Idee in der klassischen Latinität im Raume steht. Eher beiläufig ergibt sich darüber hinaus ein Indiz für die Herausgabe letzter Hand im Falle des Corpus Catullianum.

Augenfälligste Verbindung der beiden Texte und somit in gewisser Weise Voraussetzung für einen solchen Bezug ist die Position innerhalb des Corpus: Ist es Zufall, dass beide Epigramme die Nummer 39 tragen? Implizit ist damit auch die Frage berührt, ob das Corpus Catullianum bereits zu Zeiten Martials die heute vorliegende Ordnung trug, und letztlich, ob es sich bei dem Corpus Catullianum um eine Ausgabe letzter Hand handelt. Die beiden letztgenannten Fragen werden in dieser Arbeit nicht wirklich thematisiert, zumal sich zahllose Berufenere damit bereits beschäftigt haben.

Intensiver befasst sich diese Arbeit mit dem Verständnis der Aussage der beiden Epigramme und dem impliziten Selbstverständnis der Autoren, das aus ihnen spricht. Dass dieses Selbstverständnis dabei gleichzeitig eine Definition einer Romidee beinhaltet – die allerdings ganz und gar verschieden ist von der Romidee eines Vergil – erklärt sich zum einen aus der unterschwelligen Fremdenverachtung, die beiden Texten inhärent ist, zum anderen aber auch gerade aus der hispanischen Herkunft Martials. Insbesondere diese Herkunft ist natürlich von Interesse, wenn man in seinem Werk einen Bezug sehen will auf ein Epigramm, das sich über eine keltiberische Sitte lustig zu machen scheint.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Catulli Carmen 39

2.1 Formale Analyse

2.2 Inhaltliche Interpretation

3. War Martial Keltiberer?

4. Martialis Epigramma VI,39

4.1 Formale Analyse

4.2 Inhaltliche Interpretation

5. Vergleich und Ausdeutung

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den bewussten literarischen Bezug von Martials Epigramm VI,39 auf Catulls Carmen 39. Dabei wird analysiert, wie beide Autoren das Metrum des Hinkjambus nutzen und durch die Thematisierung von Hygiene und Habitus einen Diskurs über römische Identität und kulturelle Zugehörigkeit führen.

  • Analyse und Vergleich der formalen Struktur (Metrum, Elisionen) beider Epigramme.
  • Untersuchung der rhetorischen Mittel zur Charakterisierung von sozialem Fehlverhalten.
  • Analyse der Rolle von Herkunft, Sitte und Habitus für das Selbstverständnis als Römer.
  • Diskussion der literarischen Intertextualität als Indiz für die Ordnung des Corpus Catullianum.

Auszug aus dem Buch

2. Catulli Carmen 39

Carmen 39 ist ein durchgängig im Hinkjambus notierter, 21 Zeilen langer Text und entspricht in diesen beiden formalen Eigenschaften völlig dem Epigramm VI,39 Martials. In sich aber trägt das Carmen einige Finessen, so enthält es an genau 20 Stellen einen Hiat, der 17 mal zur Elision und dreimal zur Aphairesis führt. Das heißt, dass durchschnittlich in fast jedem Vers eine Auslassung notiert ist – ein für römische Lyrik enorm hoher Anteil. Im Vergleich dazu beinhaltet Martials Epigramm 39 nur drei Elisionen, was weit eher dem Durchschnitt entspricht. Aber nicht nur die ausgesprochen große Menge an unausgesprochenen Silben stellt den Leser vor eine Herausforderung, auch die kleinen Wörter mihi und sibi, die für gewöhnlich mit je zwei Kürzen wiedergegeben werden, längt Catull jeweils auf der zweiten Silbe. Beides verleiht dem Carmen eine gewisse Schwierigkeit im Vortrag, die den eleganten und städtischen Leser begünstigt, einen provinziellen Rezipienten und Nichtmuttersprachler aber schnell ins Stottern und Straucheln bringt.

Eben dieser Gegensatz zwischen gebildetem Stadtrömer und bildungsfernem Provinzrömer unterliegt dem gesamten Carmen aber als Denkfigur, die sich inhaltlich zunächst in der Angemessenheit der Mimik, dann als Pointe in der Angemessenheit der Hygiene äußert. Und formal macht eben die Textgestalt selbst im Leser einen ebensolchen Unterschied, denunziert also gewissermaßen jeden ungeübten Leser durch einen stolpernden, holprigen Vortrag als provinziell und damit – in Verbindung mit dem Inhalt – als potentiellen Urintrinker.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Hinkjamben bei Catull und Martial sowie Darlegung der These, dass ein bewusster Bezug Martials auf Catulls Carmen 39 existiert.

2. Catulli Carmen 39: Formale Analyse und inhaltliche Interpretation des catullischen Gedichts, wobei Hygiene als Indikator für ein unrömisches Verhalten dekonstruiert wird.

3. War Martial Keltiberer?: Diskussion über Martials Selbstverständnis als Bürger Roms bei gleichzeitiger Verwurzelung in seiner spanischen Heimat Bilbilis.

4. Martialis Epigramma VI,39: Analyse des Martials-Epigramms, welches die Ehebruchsthematik aufgreift und das Bild eines Panoptikums der Hässlichkeit entwirft.

5. Vergleich und Ausdeutung: Zusammenführung der Ergebnisse zur Intertextualität und zur moralischen Bewertung der römischen Oberschicht durch beide Autoren.

6. Schluss: Fazit zur Bedeutung der Romidee in beiden Werken und zur Wahrscheinlichkeit der existierenden Ordnung des Corpus Catullianum bereits in der Antike.

Schlüsselwörter

Catull, Martial, Hinkjambus, Epigramm, Römische Identität, Hygiene, Intertextualität, Ehebruch, Habitus, Corpus Catullianum, Antike Literatur, Philologie, Keltiberer, Romidee, Sozialkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem literarischen Vergleich zwischen Catulls Carmen 39 und Martials Epigramm VI,39.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte römischer Identität, soziale Abgrenzung durch Hygiene und Habitus sowie die literarische Intertextualität zwischen den beiden Autoren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es nachzuweisen, dass Martial in seinem Epigramm VI,39 bewusst auf Catulls 39. Carmen Bezug nimmt und damit eine eigene moralische Wertung über römisches Verhalten transportiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die klassische philologische Methode: formale Metrik-Analyse, inhaltliche Interpretation, Auswertung von Sekundärliteratur und textkritische Erwägungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die formale Struktur (Metrik) und inhaltliche Aspekte beider Epigramme, stellt die Frage nach der Herkunft der Autoren und vergleicht ihre jeweilige Perspektive auf das Thema "fremde Sitten" und deren Verhöhnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Intertextualität, römische Identität, Hinkjambus, Hygiene als Diskursthema und die moralische Positionierung von Catull und Martial.

Wie definiert Martial in seinem Epigramm die "Römer"?

Martial verknüpft Römisches nicht nur mit Herkunft, sondern stark mit moralischer Integrität und dem korrekten sozialen Habitus, wobei er die Oberschicht aufgrund ihres Ehebruchs als "unrömisch" demaskiert.

Welche Rolle spielt der Hinkjambus in beiden Werken?

Der Hinkjambus ist kein bloßes formales Merkmal, sondern wird von den Autoren gezielt eingesetzt – bei Martial insbesondere, um durch metrische Unregelmäßigkeiten inhaltliche Pointen zu verstärken oder Bezüge zum catullischen Text zu etablieren.

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Details

Titel
Zum Vergleich von Catulls Carmen 39 mit Martials Epigramm VI, 39. Galt die biologische Abstammung oder der sozialer Verhaltenskodex als Begründung einer Volkszugehörigkeit in der Antike?
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für klassische Philologie)
Veranstaltung
Martial
Note
1,0
Autor
Magister Artium Norbert Krüßmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V385704
ISBN (eBook)
9783668604926
ISBN (Buch)
9783668604933
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Martial Catull Carmen 39 Epigramm VI 39 Urin Hygiene Romidee römische Tugenden Keltiberer Hendekasyllabus Provinzrömer Ehebruch Sex Kastrat Xenophobie Homophobie Fremdenangst Schwulenangst lex Iulia de adulteriis coercendis honor honos Corpus Catullianum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magister Artium Norbert Krüßmann (Autor:in), 2017, Zum Vergleich von Catulls Carmen 39 mit Martials Epigramm VI, 39. Galt die biologische Abstammung oder der sozialer Verhaltenskodex als Begründung einer Volkszugehörigkeit in der Antike?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385704
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