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Die Teilungen Polens 1772-1795. Zwang zum Untergang?

Title: Die Teilungen Polens 1772-1795. Zwang zum Untergang?

Seminar Paper , 2015 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maximilian Hohenstedt (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die Verflechtungen der polnischen und der deutschen Frage, Polen-Litauens, später Polens und Preußens, später Deutschlands, sind entscheidend zum Verständnis der jüngeren Geschichte Europas. Nicht zuletzt stellten die Teilungen Polens einen Präzedenzfall in der europäischen Diplomatie und Machtpolitik dar, der sich in der Deutschen Teilung ebenso als historisches Echo wiederfindet, wie in den aktuellen Entwicklungen in Georgien und der Ukraine. Der Geist der Aufklärung beugte sich der Staatsräson und ein Staat verschwand von der Karte.

Was waren die Gründe hierfür? Präziser gefragt: Wieso verschwand Polen-Litauen binnen knapp eines Vierteljahrhunderts vollständig von den politischen Landkarten Europas?
Um diese Frage zu untersuchen, wird zunächst auf die tieferen Ursachen und Hintergründe des Machtverfalls Polen-Litauens eingegangen. Anhand dreier Hypothesen wird ein theoretisches Konstrukt errichtet werden, das vor allem anhand der Anlässe der ersten Teilung von 1772 überprüft werden wird. Hiernach wird der Beschluß, Polen-Litauen ganz aufzulösen, 1793 und 1795 anhand der Hypothesen gegengeprüft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Die Teilungen der Rzeczpospolita - Hypothesengenerierung:

2.1 Die „Pragmatismus-These“ (H1):

2.2 Die „Opportunismus-These“ (H2):

2.3 Die „Aequilibrium-These“ (H3):

3. Die Rzeczpospolita – Zwang zum Untergang?

3.1 Pragmatismus: Kosten und Nutzen einer Marionette

3.2 Opportunismus: Pommerellen und das Lynarsche Projekt

3.3 Aequilibrium: Automatismus machtpolitischer Logik

4. Die Teilungen 1793 und 1795: Angst vor einem zweiten Frankreich?

5. Fazit:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen des vollständigen Verschwindens von Polen-Litauen von der politischen Landkarte Europas Ende des 18. Jahrhunderts. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage gestellt, wieso Polen-Litauen binnen knapp eines Vierteljahrhunderts seine staatliche Existenz verlor und ob dies zwangsläufig aus der inneren Schwäche resultierte oder primär durch diplomatische Machtpolitik der Nachbarmächte bestimmt wurde.

  • Analyse des Machtverfalls von Polen-Litauen durch drei unterschiedliche Hypothesen (Pragmatismus, Opportunismus, Aequilibrium).
  • Untersuchung des Einflusses der Nachbarmächte Russland, Preußen und Österreich auf die polnische Innenpolitik.
  • Betrachtung der Rolle von König Stanislaus II. August Poniatowski und der Reformbestrebungen des Adels.
  • Bewertung der Auswirkungen der Teilungen von 1772, 1793 und 1795 auf das europäische Mächtegleichgewicht.
  • Historische Einordnung der polnischen Frage im Kontext des Geist der Aufklärung und europäischer Staatsräson.

Auszug aus dem Buch

3.2 Opportunismus: Pommerellen und das Lynarsche Projekt

Seit dem Siebenjährigen Krieg war es für Preußen vorrangig, eine Katastrophe wie den Krieg gegen Rußland zu vermeiden und danach zu trachten, Rußland fortan als Bündnispartner zu gewinnen, um Österreichs Interessen jederzeit unterlaufen zu können. Auch Preußen war an einem schwachen, zerrissenem Polen interessiert, das in seinem Interesse gelenkt und im Notfall als Puffer dienen könnte, zöge man es auf seine Seite, wie es im Siebenjährigen Krieg zwar nicht gelang, aber seitens einiger polnischer Adeliger, wie der Potocki-Fraktion durchaus erwünscht war. Unter Friedrich II aber überwog das Interesse an einem Bündnis mit Rußland. Ein zweites elementares Ziel war der Gewinn Pommerellens mit der Stadt Danzig, um das Herzland Preußens mit Ostpreußen zu verbinden und somit ein zusammenhängendes Staatsgebiet zu schaffen, das nicht mehr als „Königreich der Grenzen“ verspottet zu werden brauchte. Bereits 1969 in St. Petersburg angeregt, wurde dieser Plan im Frühjahr 1771 erneut durch Prinz Heinrich eindringlich vorgetragen, wobei es die preußischen Unterhändler geschickt schafften, die Ängste und Interessen Rußlands und Österreichs gegeneinander auszuspielen. Die Methode, mit welcher Friedrich II vorzugehen gedachte oder die er seinem Nachfolger ans Herz legte, skizzierte er in seinen politischen Testamenten von 1752 und 1768. In diesen Schriften zeigt sich das preußische Kalkül des opportunistischen Zugriffs deutlich und geradezu buchstäblich wurde dieses Projekt 1772 umgesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Zäsur der drei Teilungen Polens ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Grund für das Ende des Staates Polen-Litauen.

2. Die Teilungen der Rzeczpospolita - Hypothesengenerierung: Dieses Kapitel etabliert drei zentrale Hypothesen – Pragmatismus, Opportunismus und Aequilibrium –, um die Ursachen des Staatsuntergangs theoretisch zu rahmen.

3. Die Rzeczpospolita – Zwang zum Untergang?: Hier wird die These vom selbstverschuldeten Untergang kritisch hinterfragt und die Rolle der inneren Strukturen sowie der ausländischen Einflussnahme analysiert.

4. Die Teilungen 1793 und 1795: Angst vor einem zweiten Frankreich?: Dieses Kapitel untersucht die politischen Reaktionen nach 1791, insbesondere die Angst der Teilungsmächte vor revolutionären Tendenzen in Polen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Untergang primär das Resultat des Scheiterns polnischer Versuche war, ein selbstbestimmtes nationales Schicksal außerhalb der russischen Hegemonie zu gestalten.

Schlüsselwörter

Polen-Litauen, Teilungen Polens, Rzeczpospolita, Preußen, Russland, Österreich, Machtpolitik, Stanislaus II. August Poniatowski, Diplomatie, Staatsräson, Liberum Veto, Machtbalance, Reformen, Souveränität, Mächtegleichgewicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung, die zum vollständigen Verschwinden des Staates Polen-Litauen im späten 18. Jahrhundert durch die Teilungen zwischen Preußen, Russland und Österreich führte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Felder sind die europäische Diplomatie des 18. Jahrhunderts, die Rolle der Großmächte in Osteuropa, verfassungsrechtliche Probleme der Adelsrepublik sowie die Auswirkungen politischer Reformversuche auf die staatliche Existenz.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob Polen-Litauen aufgrund eigener Schwäche unterging oder ob das Handeln der absolutistischen Nachbarmächte, die den Staat instrumentalisierten, das entscheidende Kriterium für das Ende seiner Souveränität darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Untersuchung basiert auf einer historischen Ursachenforschung, bei der theoretische Hypothesen generiert und an den realen Ereignissen, insbesondere der Teilung von 1772, überprüft sowie im weiteren Verlauf gegengeprüft werden.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Hypothesenbildung, eine kritische Analyse der inneren Verfassungsprobleme und Abhängigkeiten Polens sowie die Darstellung der konkreten diplomatischen und militärischen Druckmittel der Nachbarmächte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Begriffe wie Rzeczpospolita, Machtbalance, Teilungsmächte, Hegemonie, Reformtätigkeit und Souveränitätsverlust beschreiben den inhaltlichen Schwerpunkt der Arbeit.

Welche Bedeutung hatte das Liberum Veto für den Untergang des Staates?

Das Liberum Veto wird als eine Institution beschrieben, die eine absolutistisch-zentrale Verwaltung verhinderte und es ausländischen Mächten ermöglichte, durch Bestechung und Blockade von Reformen die Souveränität Polens systematisch zu untergraben.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Königs Stanislaus II. August Poniatowski?

Der König wird als eine Figur dargestellt, die zwar versuchte, Polen zu reformieren und aus der Abhängigkeit zu lösen, jedoch durch das Handeln der russischen Zarin Katharina II. und den Druck der Nachbarmächte letztlich scheiterte.

Inwiefern beeinflusste die Französische Revolution die Teilungen 1793 und 1795?

Die Angst vor anti-absolutistischen und revolutionären Tendenzen, wie sie in Frankreich aufkamen und in Polen nach der Maiverfassung 1791 befürchtet wurden, beschleunigte das Bestreben der Teilungsmächte, den polnischen Staat endgültig zu beseitigen.

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Details

Title
Die Teilungen Polens 1772-1795. Zwang zum Untergang?
College
LMU Munich  (Historisches Seminar)
Course
Einführung in die Geschichte Rußlands als Vielvölkerreich
Grade
1,0
Author
Maximilian Hohenstedt (Author)
Publication Year
2015
Pages
15
Catalog Number
V385710
ISBN (eBook)
9783668607538
ISBN (Book)
9783668607545
Language
German
Tags
Geschichte Russland Zarenreich Vielvölkerreich Polen Teilungen Teilungen Polens Polnische Teilungen 1772 1795 1793 1772-1795 Polen-Litauen Rzeczpospolita
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
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Maximilian Hohenstedt (Author), 2015, Die Teilungen Polens 1772-1795. Zwang zum Untergang?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385710
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