Verben werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Dabei spielen ihre Bedeutung, ihr Anteil an Verbphrasen und ihre Kombinierbarkeit eine Rolle. Die Verteilung der Klassen und deren Bezeichnung wird in jeder Grammatik anders dargestellt. Die Termini Kopulaverben, Modalverben, Modalitätsverben und Funktionsverben werden in nahezu jeder deutschen Grammatik verwendet und erklärt. Dennoch besteht keine eindeutig einheitliche Meinung der Linguisten, was Definitionen und Klassifizierungen der oben genannten Verben betrifft. Ich möchte in meiner Arbeit klären, welche Bedeutung und Funktion Kopulae, Modalverben, Modalitätsverben und Funktionsverben haben, worin sie sich unterscheiden und wo ihre Gemeinsamkeiten liegen. Dabei werde ich auf die Ansichten der Linguisten der Dudenredaktion sowie auf die von Wilfried Kürschner, Gerhard Helbig, Joachim Buscha, Hans-Werner Eroms, Kirsten Adamzik, Walter Jung, Peter Eisenberg, Elke Hentschel und Halrald Weydt eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kopulaverben
2.1. Eigene Definition
2.2. Definition nach Wilfried Kürschner
2.3. Definition nach Gerhard Helbig und Joachim Buscha
2.4. Definition nach Kirsten Adamzik
2.5. Definition nach Peter Eisenberg
2.6. Definition nach Elke Hentschel und Harald Weydt
3. Modalverben
3.1. Eigene Definition
3.2. Definition nach Wilfried Kürschner
3.3. Definition nach Gerhard Helbig
3.4. Definition nach Hans-Werner Eroms
3.5. Definition nach Kirsten Adamzik
3.6. Definition nach Walter Jung
3.7. Definition nach Elke Hentschel und Harald Weydt
4. Modalitätsverben
4.1. Eigene Definition
4.2. Definition nach W. Kürschner
4.3. Definition nach G. Helbig und J. Buscha
4.4. Definition nach H.-W. Eroms
4.5. Definition nach K. Adamzik
4.6. Definition nach E. Hentschel und H. Weydt
5. Funktionsverben
5.1. Eigene Definition
5.2. Definition nach W. Kürschner
5.3. Definition nach G. Helbig und J. Buscha
5.4. Definition nach H.-W. Eroms
5.5. Definition nach K. Adamzik
5.6. Definition nach W. Jung
5.7. Definition nach P. Eisenberg
5.8. Definition nach Duden
5.9. Definition nach E. Hentschel und H. Weydt
6. Zusammenfassung
6.1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Verbklassen
6.2. Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die theoretische Einordnung und funktionale Bedeutung der deutschen Verbgruppen Kopulaverben, Modalverben, Modalitätsverben und Funktionsverben. Ziel ist es, durch den Vergleich verschiedener linguistischer Ansätze und eigener Definitionen ein praxisorientiertes Verständnis für die Didaktik von Deutsch als Fremdsprache (DaF) zu schaffen.
- Vergleichende Analyse der Definitionen verschiedener Linguisten zu den genannten Verbklassen.
- Untersuchung von syntaktischen und semantischen Merkmalen der Verbgruppen.
- Klärung der Abgrenzung von Modalverben und Modalitätsverben.
- Diskussion der Rolle von Funktionsverben und Funktionsverbgefügen.
- Didaktische Reduktion für den DaF-Unterricht zur Vermeidung von Lernerschwernissen.
Auszug aus dem Buch
3.1. Eigene Definition
Die 6 Modalverben dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen stehen mit dem Infinitiv ohne zu zusammen. Sie drücken eine Fähigkeit, Möglichkeit, Notwendigkeit, Willen, Wunsch etc. aus. Modalverben besitzen in der 1. und 3. Person Singular Präsens Indikativ keine Endung. Man kann sie i.d.R. nicht ins Passiv setzen und keinen Imperativ von ihnen bilden.
*Sie hatte zahlen gemusst. ‡ Sie musste zahlen.
*Dürfe! ‡ Du darfst! *Dürfet! ‡ Ihr dürft!
Bei der Perfektbildung wird kein Partizip II gebildet – an dessen Stelle steht der Infinitiv (sog. „Ersatzinfinitiv“) des Modalverbs (vgl. *Er hätte sie nicht schlagen gedurft. ‡ Er hätte sie nicht schlagen dürfen.).
Modalverben kann man nicht anhand eines spezifischen Merkmals von anderen Verben unterscheiden. Hier bedarf es einer Zusammenfassung sämtlicher Merkmale, um sie von anderen Verbklassen abzugrenzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, verschiedene linguistische Perspektiven auf die Kategorisierung von Verben zu klären und deren Relevanz für den DaF-Unterricht aufzuzeigen.
2. Kopulaverben: Dieses Kapitel stellt verschiedene linguistische Definitionen für Kopulaverben (sein, werden, bleiben) vor und beleuchtet deren Funktion, ein Prädikativum mit dem Subjekt zu verbinden.
3. Modalverben: Das Kapitel definiert Modalverben anhand ihrer grammatikalischen Besonderheiten und semantischen Funktionen und diskutiert deren objektiven sowie epistemischen Gebrauch.
4. Modalitätsverben: Hier wird der Fokus auf Modalitätsverben gelegt, die sich durch die Verbindung mit einem Infinitiv mit "zu" auszeichnen und den Modalverben in ihrer Funktion nahestehen.
5. Funktionsverben: Das Kapitel behandelt Funktionsverben als inhaltsleere Verben, die in Verbindung mit Substantiven oder Präpositionalphrasen als Funktionsverbgefüge das Prädikat bilden.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten Verbklassen und zieht eine schlussfolgernde Bilanz hinsichtlich der didaktischen Anwendung im DaF-Kontext.
Schlüsselwörter
Kopulaverben, Modalverben, Modalitätsverben, Funktionsverben, Funktionsverbgefüge, Prädikat, Sprachwissenschaft, Deutsch als Fremdsprache, DaF, Verbklassifizierung, Grammatik, Syntax, Semantik, Infinitiv, Prädikativum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der sprachwissenschaftlichen Kategorisierung der deutschen Verbgruppen Kopulaverben, Modalverben, Modalitätsverben und Funktionsverben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Definitionen, syntaktischen Eigenschaften und semantischen Funktionen dieser vier Verbklassen sowie deren Abgrenzung zueinander.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine kritische Gegenüberstellung linguistischer Ansichten, um eine vereinfachte und praxisorientierte Systematik für Lehrende und Lernende im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und vergleichende Analyse einschlägiger linguistischer Fachliteratur, ergänzt durch eigene Definitionen der Verfasserin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert jede Verbklasse detailliert anhand der Definitionen renommierter Linguisten wie Kürschner, Helbig, Buscha, Eroms, Adamzik, Eisenberg und Hentschel/Weydt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kopulaverben, Modalverben, Funktionsverbgefüge, grammatische Kategorisierung und didaktische Reduktion charakterisiert.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Modalverben und Modalitätsverben?
Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist die Infinitivkonstruktion: Modalverben stehen mit dem Infinitiv ohne "zu", während Modalitätsverben mit dem Infinitiv mit "zu" gebraucht werden.
Warum wird das Verb "brauchen" im Kapitel Zusammenfassung gesondert diskutiert?
Es wird diskutiert, ob "brauchen" aufgrund seiner Sprachentwicklung vom Modalitätsverb zum Modalverb einzuordnen ist, wobei die Autorin die Einordnung als Modalitätsverb bevorzugt.
Welches Fazit zieht die Autorin für den DaF-Unterricht?
Die Autorin plädiert dafür, Kategorisierungen für DaF-Lerner so einfach und klar wie möglich zu gestalten, um durch zu viele Ausnahmen verursachte Verunsicherungen zu vermeiden.
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- Constance Hanke (Author), 2005, Die Verbgruppen Kopula, Modalverben, Modalitätsverben und Funktionsverben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38579