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Die Überlieferung des Armen Heinrichs von Hartmann von Aue

Title: Die Überlieferung des Armen Heinrichs von Hartmann von Aue

Seminar Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marika Ziron (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die Einordnung der Schaffenszeit Hartmanns von Aue ist nur sehr schwer möglich. Seine Schaffenszeit wird auf die Jahre zwischen 1180 und 1205 datiert. Die Entstehung des armen Heinrichs wird in die Zeit um 1195 eingeordnet. Dies ist jedoch eine keineswegs bewiesene Angabe.
Ebenfalls Probleme bereitet die Zuordnung des Werkes zu einer Gattung. „Als reine Legende fehlt dem Armen Heinrich die zentrale Heiligenfigur, das vollzogene Martyrium und die von ihr bewirkten Wunder. Der Terminus Novelle, für den die unerhörten Begebenheiten der Erzählung sprechen, ist dem deutschen Mittelalter fremd und der neuzeitlichen Gattungstypologie entlehnt. Als Märchen schließlich ist der Arme Heinrich zu wenig wirklichkeitsenthoben, zu sehr dem Element des Höfischen verpflichtet.“ Neben dem „Gregorius“ wird „Der arme Heinrich“ den geistlichen Erzählungen Hartmanns zugeordnet.
Ebensolche Probleme ergeben sich bei der Suche nach dem originalen Wortlaut, den der Autor in seinem Werk verwendet hat. Denn der originale Text des Autors steht uns nicht zur Verfügung. Es existieren mehrere vollständige und unvollständige Überlieferungen des Textes, die aus verschiedenen Zeiten stammen und von verschiedenen Schreibern verfasst wurden. Die verschiedenen heute bekannten Handschriften des armen Heinrichs ähneln sich zum Teil stark, weisen andererseits aber auch enorme Unterschiede auf.
In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit diesen verschiedenen Überlieferungen beschäftigen, sie näher untersuchen und dabei auch versuchen darzustellen, welche der Handschriften dem Originaltext des Autors am nächsten kommt. „…bestenfalls könnte man den armen Heinrich so herstellen, wie ihn Hartmann gedichtet haben könnte“ Hier wird also deutlich, dass es heute nicht möglich ist, sicher zu zeigen, wie Hartmann von Aue den Text verfasst hat. Denn jeder, der eine Abschrift eines Textes hergestellt hat, nahm Veränderungen an der Textgestalt vor. Es entstanden somit Kürzungen, Hinzufügungen und Veränderungen des Wortlautes. Ebenso stammen die heute bekannten Abschriften aus verschiedenen Zeiten und die jeweiligen Schreiber haben ihren Text vermutlich an die Veränderungen der Sprache und Schrift, wie z. Bsp. der zweiten Lautverschiebung angepasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Überlieferungen des Armen Heinrichs

2.1 Allgemeines

2.2. Handschriften

2.2.1 Straßburger Handschrift (A)

2.2.2. Heidelberger Handschrift (Ba)

2.2.3. Kaloczaer Kodex

2.3. Fragmente

2.3.1. St. Florianer Bruchstücke (C)

2.3.2 Indersdorfer Bruchstücke (D)

2.3.3. Benediktbeurer Bruchstücke (E)

2.3.4. Freiburger Exzerpt (F)

3. Schluss

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen handschriftlichen Überlieferungen von Hartmann von Aues Werk „Der arme Heinrich“, um die textkritische Problematik der Rekonstruktion eines originalen Wortlauts darzustellen und die Qualität der verschiedenen erhaltenen Fassungen zu bewerten.

  • Analyse der Überlieferungsgeschichte des Werkes
  • Untersuchung vollständiger Handschriften (A, Ba, Bb)
  • Auswertung fragmentarischer Überlieferungen (C, D, E, F)
  • Textkritischer Vergleich der verschiedenen Abschriften
  • Diskussion zur Rekonstruierbarkeit des Autororiginals

Auszug aus dem Buch

2.2.3. Kaloczaer Kodex

„… diese Sammelhandschrift war seit 1949 verschollen.“ Bis dahin befand sich die Sammelhandschrift in der erzbischöflichen Bibliothek zu Kalocza in Ungarn. „Der Großwardeiner Bischof Gabriel Patacsich brachte, als er Erzbischof von Kalocsa wurde (1776), den Kodex dahin,“ So schreibt Gierach 1913 über den Aufenthalt des Kodex. Seit 1949 jedoch war der Kodex verschwunden, zahlreiche Nachforschungen erzielten keinen Erfolg und so blieb der Aufenthaltsort des Kodex bis 1999 unbekannt. „Kurz und gut - seit über einem Jahr ist der Aufenthalt des Kodex wieder bekannt. Er liegt in der BIBLIOTHECA BODMERIANA in Cologny bei Genf.“

Dieser Kodex enthält 203 Texte, die überwiegend mit den Texten der Heidelberger Handschrift übereinstimmen. Auch die Reihenfolge der Texte ist weitgehend gleich. Die 203 Texte des Kaloczaer Kodex sind ebenfalls auf Pergament geschrieben und wie die Heidelberger Handschrift zweispaltig zu vorwiegend 40 Zeilen verfasst. Die Anfangsbuchstaben eines Reimpaares sind jeweils in einer Leiste eingerückt. Ebenso wie in den beiden anderen Handschriften enthält der Kaloczaer Kodex abwechselnd rote und blaue Initialen nach den Überschriften und an den Abschnittsgrenzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Schwierigkeiten bei der zeitlichen und gattungsmäßigen Einordnung des Werkes sowie das grundlegende Problem der fehlenden Originalhandschrift.

2.Überlieferungen des Armen Heinrichs: Das Kapitel gibt einen Überblick über den gesamten handschriftlichen Bestand, bestehend aus sieben vollständigen oder fragmentarischen Zeugen, und deren variierende Textqualität.

2.1 Allgemeines: Hier wird der Überblick über die 7 erhaltenen Handschriften/Fragmente gegeben und die Tatsache betont, dass keine Abschrift zu Lebzeiten Hartmanns entstand.

2.2. Handschriften: Dieser Abschnitt widmet sich den drei vollständig erhaltenen Überlieferungsträgern (A, Ba, Bb).

2.2.1 Straßburger Handschrift (A): Diese Handschrift wird beschrieben, die leider 1870 verbrannte, aber als eine der wichtigsten und vollständigsten Quellen galt.

2.2.2. Heidelberger Handschrift (Ba): Die Untersuchung dieser bedeutenden Sammelhandschrift zeigt deren Umfang und deren vermutete Entstehung in Böhmen auf.

2.2.3. Kaloczaer Kodex: Dieses Kapitel behandelt die wechselvolle Geschichte des nach 1949 wiederentdeckten Kodex und dessen enge Verwandtschaft zur Heidelberger Handschrift.

2.3. Fragmente: Hier werden die verbliebenen, unvollständigen Textzeugen (C, D, E, F) analysiert.

2.3.1. St. Florianer Bruchstücke (C): Diese Bruchstücke werden aufgrund ihres hohen Alters als textkritisch besonders wertvoll für die Rekonstruktion des Originals hervorgehoben.

2.3.2 Indersdorfer Bruchstücke (D): Dieses Kapitel beschreibt das Fragment, das neben Hartmanns Werk auch Teile von Freidanks „Bescheidenheit“ enthält.

2.3.3. Benediktbeurer Bruchstücke (E): Hier wird die Vermutung geäußert, dass dieses Fragment auf eine frühe Fassung des Autors ohne Prolog zurückgehen könnte.

2.3.4. Freiburger Exzerpt (F): Das Kapitel thematisiert dieses sehr kurze Textstück, das vermutlich als Federprobe auf einer Handschrift mit Kommentaren zu Ovid und Cicero eingetragen wurde.

3. Schluss: Die Zusammenfassung resümiert, dass das Originalwerk aufgrund der Varianz in den Abschriften nicht zweifelsfrei rekonstruierbar ist und die heutige Forschung vorrangig mit der Straßburger Handschrift und Ergänzungen aus Fragment E arbeitet.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Sekundärliteratur und Texteditionen.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Der arme Heinrich, Handschriftenüberlieferung, Textkritik, Straßburger Handschrift, Heidelberger Handschrift, Kaloczaer Kodex, Fragmente, Mittelalter, Pergament, Überlieferungsgeschichte, philologische Untersuchung, Autororiginal, Abschrift, Edition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der handschriftlichen Überlieferungsgeschichte von Hartmann von Aues „Der arme Heinrich“ und den daraus resultierenden Problemen für die textkritische Forschung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Analyse der erhaltenen vollständigen Handschriften sowie die textkritische Untersuchung der fragmentarischen Überlieferungen zur Rekonstruktion des Originaltextes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Qualität der verschiedenen Abschriften zu untersuchen und darzustellen, welche Handschrift dem Originaltext des Autors am nächsten kommt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die philologische Methode des Vergleichs der verschiedenen Textzeugen (Handschriften und Fragmente) hinsichtlich Schreibweise, Wortbestand und syntaktischer Merkmale.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Einzelvorstellung und kritische Bewertung der drei vollständigen Handschriften (A, Ba, Bb) sowie der vier Bruchstücke (C, D, E, F).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Überlieferungsgeschichte, Textkritik, Sammelhandschriften, Autororiginal und die spezifischen Bezeichnungen der Handschriften (A, Ba, Bb, C, D, E, F).

Warum ist die Identifizierung der Straßburger Handschrift (A) für die Forschung so schwierig?

Die Straßburger Handschrift ist 1870 verbrannt und steht der Forschung daher nur noch indirekt über frühere Abschriften und Beschreibungen zur Verfügung.

Welche besondere Bedeutung kommt den St. Florianer Bruchstücken (C) zu?

Aufgrund ihres Alters aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird ihnen eine Schlüsselrolle für die textkritische Beurteilung beigemessen, da sie dem Ursprünglichen in Wortlaut und Metrik sehr nahestehen.

Was lässt sich über die Entstehung der Benediktbeurer Bruchstücke (E) vermuten?

Es wird vermutet, dass E eine frühe Autorfassung ohne Prolog wiedergibt, was darauf hindeutet, dass Hartmann von Aue das Werk nachträglich überarbeitet haben könnte.

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Details

Title
Die Überlieferung des Armen Heinrichs von Hartmann von Aue
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für germanistische Literaturwissenschaft)
Course
PS Hartmann von Aue "Der arme Heinrich"
Grade
2,0
Author
Marika Ziron (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V38580
ISBN (eBook)
9783638375962
Language
German
Tags
Armen Heinrichs Hartmann Heinrich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marika Ziron (Author), 2005, Die Überlieferung des Armen Heinrichs von Hartmann von Aue, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38580
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