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Das Atomabkommen zwischen der 5-1 Gruppe und dem Iran. Eine Analyse der Verhandlungen

Title: Das Atomabkommen zwischen der 5-1 Gruppe und dem Iran. Eine Analyse der Verhandlungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Peter Gerhardt (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Als sich die 5+1 Gruppe mit dem Iran nach jahrzehntelangen Verhandlungen auf einen gemeinsamen Vertrag über das iranische Atomprogramm einigen konnte sprach US-amerikanische Präsident Obama von einer „historischen Vereinbarung“, während Israel, einer der schärfsten Kritiker des Atomabkommens, von einem „historischen Fehler“ sprach. Der Iran beteuert zwar stets sein Atomprogramm diene nur friedlichen Zwecken, Aussagen von Exiliranern und die jahrelange Verschleierung der Atomforschung zeigen das Gegenteil. Nach der Einigung vergangenen Jahres, stellen sich viele Kritiker die Frage, welche Garantien die USA haben, dass der Iran im Geheimen nicht doch an den Bau von Atombomben arbeitet. Kann der Vertrag überhaupt langfristig bestehen bleiben? Mit Hilfe verhandlungstheoretischer Methoden wird in dieser Arbeit versucht, die Atomverhandlungen zwischen den USA und der EU mit dem Iran zu analysieren. Als theoretische Grundlage wird die Rational-Choice Theorie und das daraus entwickelte Konzept des two-level games von Robert Putnam verwendet.

Zunächst erfolgt eine chronologische Darstellung der Atomverhandlungen zwischen der Internationalen Staatengemeinschaft und dem Iran bis zur endgültigen Einigung auf einen Vertrag in Wien am 14. Juli 2015. Die vorangegangenen fast 15 Jahre waren geprägt von Hinhaltetaktiken und Vertragsbrüchen seitens des Iran. Die Voraussetzungen für eine Einigung waren
denkbar schlecht. Warum es dennoch zu einer Einigung gekommen ist, wird Gegenstand der Hausarbeit sein.

Dazu ist es notwendig, die möglichen Motive und Handlungsmöglichkeiten des Irans und der Internationalen Staatengemeinschaft bei den Atomverhandlungen zu betrachten. Aufgrund der Komplexität der politischen Beziehung des Iran mit dem Westen werden die Atomverhandlungen nur stark verkürzt dargestellt. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Frage, welche Ziele beide Akteure verfolgt haben und warum es nach der Theorie des two-level games zu einer Vertragsvereinbarung gekommen ist. Die Akteure der 5-1 Gruppe werden dabei als einheitlicher Akteur mit einheitlichen Zielen betrachtet. Zum Schluss erfolgt eine Zusammenfassung der Erkenntnisse und eine Einschätzung hinsichtlich der Beständigkeit des Vertrages.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie des Verhandelns in Konflikten

3. Chronologie der Atomverhandlungen mit dem Iran

4. Verhandlungen der Internationalen Staatengemeinschaft mit dem Iran

4.1 Strategien und Motive des Iran

4.2 Strategien und Motive der 5+1 Gruppe

4.3 Ergebnis der Verhandlungen mit verhandlungstheoretischer Interpretation

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Atomverhandlungen zwischen der 5+1 Gruppe und dem Iran unter Anwendung der Rational-Choice-Theorie sowie des Konzepts der "Two-Level Games" von Robert Putnam, um zu verstehen, warum trotz gegensätzlicher Interessen ein Abkommen erzielt werden konnte.

  • Grundlagen der Verhandlungstheorie in internationalen Konflikten
  • Chronologischer Ablauf der Atomverhandlungen bis zum Abkommen 2015
  • Strategien, Motive und innenpolitische Zwänge des Irans
  • Handlungsmöglichkeiten und Zielsetzungen der 5+1 Gruppe
  • Theoretische Interpretation des Vertragsergebnisses und dessen Beständigkeit

Auszug aus dem Buch

4.1 Strategien und Motive des Iran

Dem Iran geht es nach eigener Aussage wohl primär um die Gewährleistung einer autarke Energieversorgung des Landes und die längerfristige Einnahme von Devisen durch den Verkauf von Erdgas und Öl. Aufgrund der stetig steigenden Bevölkerungszahl, ist auch von einem höheren Energiebedarf des Irans auszugehen. Um bei der Energieversorgung vollständig autark zu sein, ist es erforderlich, dass der Iran die Technik des gesamten Brennstoffkreislaufs beherrscht, welche sowohl die Urananreicherung als auch die Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffzellen umfasst. Die EU hat dem Iran bereits im Jahr 2005 zugesichert bei dem Ausbau der Kernenergie zu helfen, wenn der Iran im Gegenzug auf eine eigene Anreicherung verzichtet. Die Energieversorgung des Irans wäre damit aber dauerhaft vom westlichen Ausland abhängig, die iranische Regierung schlug dieses Angebot deshalb zügig aus.

Das der Iran seit über 20 Jahren versucht sein Atomprogramm geheimzuhalten, lässt darauf schließen, dass die Atomforschung vordergründig aus sicherheits- und machtpolitischen Motiven vorangetrieben wurde. Das Streben nach der Atombombe beruht vermutlich auf den Erfahrungen der Iraner aus dem irakisch-iranischen Krieg von 1980 bis 1988. Die iranische Führung ging nicht nur aufgrund von westlichen Geheimdienstinformationen davon aus, dass Saddam Hussein an der Herstellung von Atomwaffen arbeitete. Hätte der Iran zur damaligen Zeit Atomwaffen besessen, hätte Saddam Hussein nach Iranischer Auffassung wohl kaum angegriffen. Mit dem Besitz von Atomwaffen könnte der Iran außerdem die dominante Macht vor dem Erzfeind Saudi-Arabien im Mittleren Osten werden. Für den Regimeerhalt ist das Atomprogramm ebenfalls von großer Bedeutung: Die Iraner würden ein nukleares Abschreckungspotenzial erhalten, dass sie vor Angriffen anderer Staaten schützt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Atomverhandlungen ein, stellt die Forschungsfrage nach den Gründen für das Zustandekommen des Abkommens und skizziert die methodische Grundlage mittels "Two-Level Games".

2. Theorie des Verhandelns in Konflikten: Dieses Kapitel erläutert die Rational-Choice-Theorie und das Konzept der "Two-Level Games" als analytischen Rahmen zur Untersuchung strategischen Verhaltens in internationalen Verhandlungen.

3. Chronologie der Atomverhandlungen mit dem Iran: Es erfolgt eine detaillierte zeitliche Darstellung der diplomatischen Bemühungen und der Entwicklung des iranischen Atomprogramms von 1968 bis zum Abkommen im Juli 2015.

4. Verhandlungen der Internationalen Staatengemeinschaft mit dem Iran: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert die Akteure, ihre spezifischen Motive, Interessenkonflikte sowie die jeweiligen Handlungsoptionen im Rahmen der Verhandlungen.

4.1 Strategien und Motive des Iran: Untersuchung der iranischen Ziele hinsichtlich Energieautarkie, Machtansprüchen im Nahen Osten und des innenpolitischen Drucks durch die wirtschaftliche Lage.

4.2 Strategien und Motive der 5+1 Gruppe: Darstellung der westlichen Zielsetzung, insbesondere die Verhinderung einer iranischen Atommacht, unter Berücksichtigung außenpolitischer Prioritäten.

4.3 Ergebnis der Verhandlungen mit verhandlungstheoretischer Interpretation: Analyse der Vertragseckpunkte und deren Einordnung in die Verhandlungstheorie, wobei die Frage der langfristigen Wirksamkeit kritisch hinterfragt wird.

5. Fazit: Das Fazit bewertet die Ergebnisse, die Zukunftsfähigkeit des Vertrages sowie die Abhängigkeit von zukünftigen politischen Entwicklungen in den USA und dem Iran.

Schlüsselwörter

Atomabkommen, 5+1 Gruppe, Iran, Rational-Choice-Theorie, Two-Level Games, Urananreicherung, Sanktionen, Atomprogramm, Verhandlungstheorie, Sicherheitspolitik, Außenpolitik, Rohani, Atomwaffen, Internationale Beziehungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der langjährigen Atomverhandlungen zwischen dem Iran und der 5+1 Gruppe, die im Juli 2015 zu einem gemeinsamen Abkommen in Wien führten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung internationaler Verhandlungen, die historische Entwicklung des iranischen Atomprogramms und die Analyse der gegensätzlichen Interessen sowie Handlungsoptionen der beteiligten Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, unter Anwendung der "Two-Level-Game"-Theorie zu erklären, warum es trotz der Komplexität und tiefgreifender politischer Differenzen zu einer Vertragsvereinbarung kommen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Rational-Choice-Theorie und das daraus entwickelte Konzept des "Two-Level Games" von Robert Putnam als methodischen Ansatz zur Untersuchung der Verhandlungsprozesse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich detailliert der Identifikation der Motive und Strategien des Irans sowie der 5+1 Gruppe und analysiert die erreichten Kompromisse im Lichte der angewandten Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Atomabkommen, 5+1 Gruppe, Iran, Two-Level Games, Urananreicherung und Sicherheitspolitik charakterisieren.

Inwiefern beeinflussten innenpolitische Faktoren das "win-set" des Irans?

Die wirtschaftliche Notlage durch Sanktionen und der Druck der Bevölkerung zwangen Präsident Rohani dazu, Verhandlungen aufzunehmen, während er gleichzeitig konservative Vetospieler innerhalb des Regimes berücksichtigen musste.

Wie bewertet der Autor die langfristige Stabilität des Abkommens?

Der Autor äußert Skepsis bezüglich der Zukunftsfähigkeit des Vertrages, da er mangelnde Kontrollmechanismen sieht und befürchtet, dass politische Regierungswechsel in den USA oder der Aufstieg von Hardlinern im Iran das Abkommen gefährden könnten.

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Details

Title
Das Atomabkommen zwischen der 5-1 Gruppe und dem Iran. Eine Analyse der Verhandlungen
College
University of Erfurt
Grade
1,7
Author
Peter Gerhardt (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V385821
ISBN (eBook)
9783668611573
ISBN (Book)
9783668611580
Language
German
Tags
atomabkommen gruppe iran eine analyse verhandlungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Gerhardt (Author), 2015, Das Atomabkommen zwischen der 5-1 Gruppe und dem Iran. Eine Analyse der Verhandlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385821
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