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Phänomene des Sprachmittelns am Beispiel eines homileischen Gesprächs

Title: Phänomene des Sprachmittelns am Beispiel eines homileischen Gesprächs

Seminar Paper , 2001 , 37 Pages

Autor:in: Martina Ochs (Author)

German Studies - Linguistics
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Der Sprachmittler ist der sprachgeschichtlichen Herleitung nach ein Medium, das zwei aufgrund einer Sprachbarriere voneinander getrennte Personen oder Personengruppen zwischen sich plazieren, um über
es das Ziel der kommunikativen Verbindung und des gegenseitigen Verstehens zu erreichen. Prinzipiell müßte die Distanz des Sprachmittlers zu den beiden Sprachparteien gleich groß sein, um der Definition von Mittel gerecht zu werden.1 Die getrennten Seiten sind nun in ihrer Interaktion geleitet von bestimmten, unter anderem auch durch ihre jeweilige Kultur geprägten Erwartungen an ihre Gesprächspartner. Da die Erwartungen der einen Seite unvereinbar sein können mit denen der anderen Seite, muß der Sprachmittler
außerdem kulturell vermitteln.
[...]
_____
1 Vgl. Kluge, F.: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von E. Seebold. 23., erw. Aufl. Berlin; New York: de Gruyter, 1995, S.563; Pinloche , A.: Etymologisches Wörterbuch der
deutschen Sprache. Dictionnaire étymologique de la langue allemande. Troisième édition, revue et corrigée. Paris: Librairie Larousse, 1930, S.376-377 und Drosdowsky, G. (Hrsg.): Duden. Etymologie.
Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. 2., völlig neu bearbeitete u. erw. Aufl. Mannheim, Wien, Zürich: Dudenverlag, 1989.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

TRANSKRIPTION EINES FAMILIÄREN GESPRÄCHS

I. EINLEITUNG

II. ZUM ERHOBENEN MATERIAL

III. AUSWERTUNG

III.1 Indirekte Adressierungen

III.2 Auf den Urheber der zu übermittelnden Äußerung referierende Begleitsätze oder Pronomina

III.3. Die aktive Teilnahme des Sprachmittlers an der Kommunikation

III.3.1 Durch einen der Interaktanten geforderte Teilnahme des Mittlers an der Kommunikation

III.3.2 Aus eigener Motivation initiierte Beiträge des Sprachmittlers

III.3.3 Metasprachliche turns zwischen Sprachmittler und einer Interaktionsseite

IV. NICHT IN DIE ANDERE SPRACHE ÜBERTRAGENE DISKURSABSCHNITTE

IV.1 Kognitionsbedingte Auslassungen

IV.2 Auslassung organisatorischer Gesprächspassagen

IV.3 Vergessen der Mittlerfunktion aufgrund der Involviertheit in die kommunikativen Inhalte

IV.4 Unübersetzes Expertenwissen des Mittlers

IV.5 Auslassung von Fragen

IV.6 Auslassung von Kommentaren zu bereits vollzogenen und gemittelten Äußerungen

V. SCHLUß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene des konsekutiven Dolmetschens in einer familiären, homileischen Situation. Ziel ist es, anhand empirischer Daten aus einer Gesprächstranskription zu analysieren, wie Sprachmittler ihre Rolle ausfüllen, welche Kommunikationsstrategien sie anwenden und wie sich ihr Verhalten von professionellen Dolmetschsituationen unterscheidet.

  • Analyse indirekter Adressierungsformen durch den Sprachmittler.
  • Untersuchung der Perspektivierung und Urheberschaftsmarkierung bei der Sprachmittlung.
  • Aktive Teilnahme des Sprachmittlers als gleichrangiger Kommunikationspartner.
  • Differenzierung von kognitionsbedingten Auslassungen und anderen unübersetzten Diskursabschnitten.
  • Vergleich der familiären Kommunikationssituation mit institutionalisierten Dolmetschkontexten.

Auszug aus dem Buch

III. AUSWERTUNG

Neben wenigen möglicherweise direkten Adressierungen, wie sie vom Dolmetschen bekannt sind (vgl. 25/101, 27/109, 27/111, 29/123 u. 30/128 von Gün sowie 28/118 u. 31/137 von Chr), überwiegen indirekte Adressierungen, wenn sich ein Interaktionspartner mit dem der anderen Sprache austauschen will.

1. (2/6 Chr): Sag ihr mal, daß sie lauter sprechen soll.

zeigt deutlich, daß mit der Äußerung eine Reaktion von Gia intendiert ist. Trotzdem richtet sich Chr nicht direkt an die Person, die die Nachgeschichte übernehmen soll, sondern indirekt, indem sie Kl bittet, die Aufforderung mit der Proposition „lauter sprechen“ an den gewünschten Adressaten (sag ihr) weiterzugeben. Beim professionellen Dolmetschen dagegen wird der Translator in der Regel nicht als Ansprechpartner wahrgenommen und daher auch nicht erst zu der Handlung, für die man ihn bezahlt, animiert. Statt dessen vollzieht sich dort die Adressierung meist direkt in der jeweiligen Ausgangssprache der Kommunikationspartner. Bei einem Anliegen wie oben, fände sich also vermutlich eine Bitte wie: „Könntest du bitte etwas lauter sprechen.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Definiert den Begriff des Sprachmittlers und grenzt diesen von professionellen Dolmetschern unter Berücksichtigung institutioneller Anforderungen ab.

II. ZUM ERHOBENEN MATERIAL: Beschreibt den familiären Kontext der Gesprächsaufnahme und setzt diesen in Kontrast zu formalisierten, wissenschaftlich untersuchten Dolmetschsituationen.

III. AUSWERTUNG: Analysiert detailliert die Rolle des Sprachmittlers als aktiven Kommunikationspartner und die Art und Weise, wie er indirekt adressiert oder selbst initiativ wird.

IV. NICHT IN DIE ANDERE SPRACHE ÜBERTRAGENE DISKURSABSCHNITTE: Untersucht die Gründe für das bewusste oder unbewusste Auslassen von Gesprächsinhalten, einschließlich kognitiver Aspekte und des Vergessens der Mittlerfunktion.

V. SCHLUß: Fasst zusammen, dass die untersuchten Phänomene als Anpassung an die jeweilige Situation zu verstehen sind und zeigt die Implikationen für die Qualität der Kommunikation auf.

Schlüsselwörter

Sprachmittlung, Konsekutives Dolmetschen, Familiäre Kommunikation, Indirekte Adressierung, Perspektivierung, Diskursanalyse, Interkulturelle Kommunikation, Sprachbarriere, Urheberschaftsmarkierung, Kommunikationsstrategien, Transkriptionsanalyse, Alltagskommunikation, Reduktion, Übersetzungsprozess, Sprachmittlerrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Phänomenen des Sprachmittelns in einer familiären, nicht-professionellen Gesprächssituation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Rolle des Sprachmittlers als gleichrangiger Kommunikationspartner, indirekte Adressierungsformen und der Umgang mit Sprachbarrieren im familiären Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den konsekutiven Dolmetschprozess an konkretem empirischen Material nachzuvollziehen und typische Merkmale der Sprachmittlertätigkeit zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die gesprächsanalytische Untersuchung von Transkripten einer familiären Unterhaltung, die mit den theoretischen Modellen der Interkulturellen Kommunikation kontrastiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die aktive Teilnahme des Sprachmittlers am Gespräch, die indirekten Adressierungen sowie verschiedene Gründe für das Auslassen oder Nicht-Übertragen von Diskursabschnitten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Sprachmittlung, Konsekutives Dolmetschen, Familiäre Kommunikation, Indirekte Adressierung, Perspektivierung und Interkulturelle Kommunikation.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Sprachmittlers in dieser Arbeit von der eines professionellen Dolmetschers?

Der Sprachmittler ist selbst Teilnehmer im Gespräch, bringt eigene Meinungen ein und vergisst teilweise seine Mittlerrolle, während ein professioneller Dolmetscher neutral bleibt.

Welche Konsequenzen hat das „Vergessen der Mittlerrolle“ für das Gespräch?

Es führt zu Informationsverlusten oder Störungen der Kohärenz, da Beteiligte, die die andere Sprache nicht beherrschen, vom Gesprächsinhalt ausgeschlossen werden.

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Details

Title
Phänomene des Sprachmittelns am Beispiel eines homileischen Gesprächs
College
University of Hamburg  (Insitut für Germanistik I)
Course
Seminar 1c: Dolmetschen, Übersetzen, Sprachmitteln
Author
Martina Ochs (Author)
Publication Year
2001
Pages
37
Catalog Number
V3859
ISBN (eBook)
9783638123860
Language
German
Tags
Laiendolmetschen italienisch-deutsch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Ochs (Author), 2001, Phänomene des Sprachmittelns am Beispiel eines homileischen Gesprächs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3859
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