[...] Merkmale der Politikverdrossenheit in Deutschland sind ein Rückgang der Mitgliederzahlen in politischen Organisationen, vor allem Parteien und Gewerkschaften, sowie sinkende Wahlbeteiligungen bei Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen. Die Wahlbeteiligung bei der letzten Bundestagswahl 2002 hat um 3,1 % gegenüber der Wahl von 1998 an Stimmen verloren. Vergleicht man diese Zahlen allerdings mit der Wahlbeteiligung bei der letzten Europawahl, stellt man fest, dass die Deutschen im Gegensatz zu vielen anderen Europäern alles andere als verdrossen gegenüber Wahlen sind, auch wenn die Wahlbeteiligung hier eindeutig zurückgeht. 2004 lag die Wahlbeteiligung europaweit bei 45,7%, insgesamt also 4,1 % weniger als im Wahljahr 1999. Erklärungen wie ‚wir konnten unsere Stammwähler nicht mobilisieren’ oder ‚die Opposition hat eindeutig von der niedrigen Wahlbeteiligung profitiert’ sind häufig genannte Gründe von Parteien für ihr schlechtes Abschneiden bei den Wahlen. Um diesen Verdruss bzw. den Missmut gegenüber der Politik zu verringern, muss nach Ursachen und Maßnahmen geforscht werden, gegen dieselben vorzugehen. Ziel dieser vorliegenden Arbeit ist die Frage nach einer möglichen Politikverdrossenheit der deutschen Bevölkerung am Europäischen Parlament. Es soll zunächst der Begriff der Politikverdrossenheit erläutert werden. Der Hauptteil meiner Arbeit befasst sich mit dem Europäischen Parlament; in Kapitel drei beschreibe ich einleitend die Funktionen, Aufgaben und Kompetenzen des Europäischen Parlamentes, bevor ich mich mit den europäischen Parteien, dem Wahlsystem mit der Auswahl der europäischen Elite befasse. Weiter untersuche ich anhand mehrerer Kriterien (wie z.B. Wahlbeteiligung, Interesse etc.) die Vermittlung zwischen den Bürgern und dem Staat und mache mich damit auf die Suche nach Gründen für die Nichtwahl bzw. die geringe Wahlbeteiligung bei der letzten Europawahl. Zum Schluss dieser Arbeit versuche ich die Frage zu beantworten, ob man bereits von einer Politikverdrossenheit sprechen kann und welche Verbesserungsvorschläge ich unterbreiten würde, dieser zu entfliehen. Es sei erwähnt, dass es sich hierbei um eine vergröberte Darstellung des Sachverhalts handelt, die lediglich einen Einstieg in die Thematik bieten möchte und für sich nicht den Anspruch einer umfassenden Erklärung erhebt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition des Begriffs Politikverdrossenheit
- Das Europäische Parlament
- Die Parteien des Europäischen Parlamentes
- Das Wahlsystem mit der Auswahl der Europäischen Elite
- Gründe für die Nichtwahl
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob es eine Politikverdrossenheit der deutschen Bevölkerung gegenüber dem Europäischen Parlament gibt. Die Analyse konzentriert sich dabei auf die Bedeutung des Begriffs Politikverdrossenheit sowie auf die Funktionsweise des Europäischen Parlaments. Im Zentrum stehen die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger und die Gründe für eine potenzielle Nichtwahlbeteiligung. Die Arbeit möchte einen Beitrag leisten, um die Herausforderungen der politischen Teilhabe in einer europäischen Dimension besser zu verstehen.
- Definition und Bedeutung des Begriffs Politikverdrossenheit
- Funktionen, Aufgaben und Kompetenzen des Europäischen Parlaments
- Wahlsystem und die Auswahl der europäischen Elite
- Faktoren, die die Nichtwahlbeteiligung beeinflussen
- Mögliche Ursachen und Lösungsansätze für die Politikverdrossenheit gegenüber dem Europäischen Parlament
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Arbeit führt in das Thema Politikverdrossenheit ein und beleuchtet die aktuelle Debatte. Sie setzt den Fokus auf die Wahlbeteiligung bei Europawahlen im Vergleich zur Bundestagswahl und erläutert die Notwendigkeit, die Ursachen für den vermeintlichen Missmut gegenüber der Politik zu untersuchen.
Definition des Begriffs Politikverdrossenheit
Dieses Kapitel definiert den Begriff Politikverdrossenheit und zeigt seine vielfältigen Bedeutungen auf. Es betrachtet die Verbindung zu Begriffen wie Parteien- und Politikerverdrossenheit sowie Demokratieverdrossenheit und analysiert die Ursachen für die zunehmende Neigung von Bürgern, sich von Wahlen fernzuhalten.
Das Europäische Parlament
Das Kapitel behandelt die Funktionsweise des Europäischen Parlaments, einschließlich seiner Aufgaben, Kompetenzen und der Funktionsweise des Wahlsystems. Es beleuchtet die Bedeutung der Direktwahl und stellt die Rolle des Europäischen Parlaments als Sprachrohr der Wählerinnen und Wähler heraus.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Politikverdrossenheit, Europäisches Parlament, Wahlbeteiligung, Nichtwahl, europäische Elite, Demokratie, Partizipation, politische Teilhabe und politische Kommunikation. Die Analyse betrachtet die Auswirkungen der Politikverdrossenheit auf die Funktionsweise des Europäischen Parlaments und untersucht die Möglichkeiten, die Bürgernähe und die politische Teilhabe in einem europäischen Kontext zu stärken.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Politikverdrossenheit?
Der Begriff beschreibt eine distanzierte oder ablehnende Haltung der Bürger gegenüber dem politischen System, den Parteien oder Politikern, oft sichtbar durch sinkende Wahlbeteiligung.
Wie hoch ist die Wahlbeteiligung bei Europawahlen?
Die Wahlbeteiligung bei Europawahlen ist traditionell niedriger als bei Bundestagswahlen; 2004 lag sie europaweit beispielsweise nur bei 45,7 %.
Warum gehen viele Menschen nicht zur Europawahl?
Gründe sind oft mangelndes Interesse, das Gefühl, die eigene Stimme ändere nichts, oder die Komplexität der EU-Institutionen, die als bürgerfern wahrgenommen werden.
Was sind die Aufgaben des Europäischen Parlaments?
Das Parlament wirkt an der Gesetzgebung der EU mit, übt Kontrollfunktionen aus und entscheidet über den Haushalt der Europäischen Union.
Wie kann die Politikverdrossenheit verringert werden?
Diskutiert werden Maßnahmen wie eine bessere politische Kommunikation, die Stärkung der Kompetenzen des Parlaments und eine direktere Beteiligung der Bürger.
- Quote paper
- Agnes Szuszkiewicz (Author), 2005, Politikverdrossenheit der Deutschen gegenüber dem Europäischen Parlament?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38592