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Effekte und Zusammenhänge einer Therapie bei chronischen Rückenschmerzpatienten

Gemessen an der Hebefähigkeit, der Funktionskapazität im Alltag, der Lebensqualität sowie der Schmerzstärke

Title: Effekte und Zusammenhänge einer Therapie bei chronischen Rückenschmerzpatienten

Master's Thesis , 2017 , 147 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eva Pieper (Author)

Sport - Sport Medicine, Therapy, Nutrition
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Summary Excerpt Details

Rückenschmerzen im unteren Rücken spielen heutzutage bei der deutschen Bevölkerung eine zunehmend große Rolle. Nachdem im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wenig über Rückenschmerzen dokumentiert wurde, gaben bis zu 85 % der Teilnehmer der deutschen Rückenschmerzstudie im Jahr 2003 an, mindestens einmal im Leben an Schmerzen des Rückens gelitten zu haben. Während des vorangegangenen Jahres litten alleine 56 % der Männer und 66 % der befragten Frauen bei einer Umfrage des Robert- Koch-Instituts an Rückenscherzen. 30-40 % aller Erwachsenen in Deutschland leiden aktuell unter Rückenschmerzen von mittlerer Intensität und 10 % dieser Bevölkerung leiden an schweren, chronischen und behandlungsbedürftigen Rückenschmerzen. Davon betreffen 2/3 aller Fälle die Lendenwirbelsäule und etwa 1/3 die Halswirbelsäule. Schmerzen in der Brustwirbelsäule machen nur etwas 2% aus. Neben anderen, weit verbreiteten Krankheiten wie Bluthochdruck, Fehlsichtigkeit und Stoffwechselstörungen ist der Rückenschmerz die häufigste Diagnose. Knapp 30 % aller Rückenschmerzen chronifizieren. Dies wird in der Literatur als „chronic low back pain“ bezeichnet. Laut aktueller Literatur kann man ab rund 3 Monaten des regelmäßigen Schmerzes von chronischen Schmerz sprechen. Trotz vielseitigem Bemühen seitens der Wissenschaft bleiben die meisten Fragen bezüglich Ursache, Risiko und Prognose offen. Die Pathophysiologie wird in nur wenigen Bereichen verstanden. Bei circa 80 % der Rückenschmerzpatienten ist die Ursache der Schmerzen unklar. Es besteht jedoch Konsens darüber, dass meist eine komplexe Problematik vorliegt. Diese besteht aus einem Mix von physiologisch- organischen Quellen, kognitiven und emotionalen sowie sozialen und verhaltensbedingten Faktoren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Grundlegende Theorie und Definitionen

2.1.1 Rückenschmerzen

2.1.2 Sportwissenschaftliche Grundlagen

2.1.3 Rückenschmerzen und mögliche physiologische Zusammenhänge

2.2 Therapieansatz bei chronischen Rückenschmerzen

2.2.1 Multimodale Interdisziplinäre Schmerztherapie

2.2.2 Ziele einer multimodalen, interdisziplinären Schmerztherapie

2.2.3 Evidenz multidisziplinärer Therapien

2.4 Multimodale interdisziplinäre Therapie als Intervention

2.4.1 Intervention

2.4.2 Work-Hardening

2.5 Zur Fragestellung

2.5.1 Forschungsstand und Erkenntnisse der untersuchten Parameter

2.5.2 Fragestellungen

3 Methoden

3.1 Hypothesen, Studiendesign und Untersuchungsplanung

3.1.1 Hypothesen

3.1.2 Studiendesign

3.1.3 Einschlusskriterien und Ausschlusskriterien

3.1.4 Variablen

3.1.5 Zeitplan

3.1.6 Setting

3.2 Parameter und Testverfahren

3.2.1 Progressive Isoinertial Lifting Evaluation (PILE)

3.2.2 Funktionsfragebogen Hannover (FFbH-R)

3.2.3 Short Form-36 (SF-36)

3.2.4 Schmerzstärke: Numerische Rating-Skala (NRS)

3.3 Datengewinnung

3.3.1 Erhebung

3.3.2 Aufbereitung

3.3.3 Auswertung

4 Ergebnisse

4.1 Stichprobe

4.2 Erhebungszeitraum 1

4.2.1 Deskriptive Statistik

4.2.2 Schließende Statistik: Korrelationen

4.3 Erhebungszeitraum 2

4.3.1 Deskriptive Statistik

4.3.2 Schließende Statistik: Korrelationen

4.4 Veränderungen vom 1. zum 2. Erhebungszeitraum

4.4.1 Deskriptive Statistik

4.4.2 Schließende Statistik: Mittelwertunterschiede

4.5 Zusätzliche Auswertungen

5 Diskussion

5.1 Einordnung der Ergebnisse in die aktuelle Forschung: Zusammenhänge der Parameter

5.2 Einordnung der Ergebnisse in die aktuelle Forschung: Veränderungen der Parameter

5.3 Weitere Schlussfolgerungen

5.4 Mögliche Erklärungsansätze

5.5 Methodenkritik

5.6 Ausblick

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Effekte und Zusammenhänge einer multimodalen, interdisziplinären Therapie bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, inwiefern funktionelle Hebefähigkeit, alltagsbezogene Funktionskapazität, Lebensqualität und Schmerzstärke durch diese Therapie beeinflusst werden und wie diese Parameter untereinander korrelieren.

  • Multimodale, interdisziplinäre Schmerztherapie (MMST)
  • Chronische unspezifische Rückenschmerzen (CLBP)
  • Funktionelle Hebefähigkeit (PILE) als Belastungstest
  • Zusammenhang zwischen körperlicher Leistungsfähigkeit und Lebensqualität
  • Evaluation von Therapieerfolgen in tagesklinischen Settings

Auszug aus dem Buch

Angstvermeidungsverhalten bei Rückenschmerzen

Eine der vielen möglichen Ursachen für wiederkehrende Rückenschmerzen sind das Unterlassen von bestimmten, schmerzhaften Bewegungen und Belastungen (Michael Pfingsten, 2005). Untersuchungen zeigten, dass angstbesetzte Bewegungen automatisch vermieden werden (Vlaeyen, Kole-Snijders, Boeren, & van Eek, 1995). Dieses Einschränken von Bewegungen im Zusammenhang mit psychologischen Mechanismen gilt vor allem als Beitrag zur Chronifizierung des Schmerzes. Das gänzliche Vermeiden von Bewegung aufgrund von Angst vor Schmerzen ist der Gipfel dieses sogenannten „Angstvermeidungsverhaltens“.

In der weiteren Konsequenz bedeutet dieses ein zunehmendes Beeinträchtigungserleben, wodurch Rückenschmerzen auch ein Problem der Bedeutungsgebung, also kognitiver Bewertungsprozesse, sind (Michael Pfingsten, 2005). Auch Kiselev unterstreicht, dass kognitive Aspekte und eine positive Beeinflussung des Angstvermeidungsverhaltens eine entscheidende Rolle für den Therapieerfolg spielen (Kiselev, 2006). Das Angstvermeidungs-Modell (Fear-Avoidance-Modell) beschreibt den chronischen Status als eine gelernte Konsequenz, die sich aus einer angstmotivierten Vermeidung von Bewegung und Belastung ergibt (Michael Pfingsten, 2005). Darüber hinaus spielen Sturzängste möglicherweise eine im Alter zunehmende Rolle bei der Reduzierung der Aktivitäten (Leonhardt & Laekeman, 2010).

Multimodale Therapien sind besonders bei LBP-Patienten mit ausgeprägtem Vermeidungsverhalten (Hildebrandt & Pfingsten, 2009) erfolgreich. Patienten müssen erfahren, dass Bewegung und Belastung nicht schaden, sondern notwendig sind. Es müssen vielfältige Therapiebausteine entwickelt werden, die interdisziplinär abgestimmt sind und Motivationsstrategien beinhalten (Leonhardt & Laekeman, 2010). Das Angstvermeidungs-Modell beinhaltet wichtige Implikationen für den Umgang mit Rückenschmerzen und das therapeutische Vorgehen (Michael Pfingsten, 2005). Dazu gehören die Vermeidung negativer Erwartungseffekte, Konfrontation und die Behandlung nach den Prinzipien der Angsttherapie. Dieser psychologische Therapieansatz ist in einem multiprofessionellen Konzept integriert. Ein gemeinsames Vorgehen unter einem übergeordneten integrativen Konzept der funktionellen Wiederherstellung auf verschiedenen Ebenen ist geprägt durch eine Konfrontation von angstbesetzten Belastungen (Hildebrandt & Pfingsten, 2009).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Epidemiologie und hohe Relevanz von chronischen Rückenschmerzen sowie die Komplexität ihrer Pathophysiologie.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert chronische Rückenschmerzen, diskutiert Rumpfmuskelsysteme und erläutert das Konzept sowie die Evidenz multimodaler interdisziplinärer Schmerztherapien (MMST).

3 Methoden: Hier werden das Studiendesign, die Hypothesen, die eingesetzten Testverfahren wie PILE und FFbH-R sowie der Ablauf der Datenerhebung detailliert beschrieben.

4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die empirischen Daten zur Stichprobe sowie die deskriptiven und schließenden statistischen Ergebnisse zu den Erhebungszeiträumen t1 und t2.

5 Diskussion: Die Ergebnisse werden in den Kontext aktueller Forschung eingeordnet, methodenkritisch reflektiert und um Schlussfolgerungen sowie einen Ausblick ergänzt.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit hinsichtlich der Wirksamkeit der MMST und der Zusammenhänge zwischen den untersuchten Parametern.

Schlüsselwörter

Chronische Rückenschmerzen, Multimodale interdisziplinäre Schmerztherapie, MMST, Funktionskapazität, PILE, Hebefähigkeit, Lebensqualität, SF-36, FFbH-R, Angstvermeidungsverhalten, Fear-Avoidance-Modell, Rehabilitation, Sporttherapie, Schmerzstärke, Rückenzentrum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung von chronischen Rückenschmerzen und der Wirksamkeit einer multimodalen, interdisziplinären Schmerztherapie (MMST) bei betroffenen Patienten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft sportwissenschaftliche Aspekte (Leistungsfähigkeit, Hebefähigkeit) mit psychologischen Faktoren (Angstvermeidung) und medizinischen Therapieansätzen in einem interdisziplinären Setting.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Auswirkungen einer vierwöchigen MMST auf die Hebefähigkeit, die Funktionskapazität im Alltag, die Lebensqualität und die Schmerzstärke bei Patienten zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine empirische Längsschnittstudie mit Datenerhebungen zu zwei Zeitpunkten (t1 vor und t2 nach der Therapie) sowie Korrelationsanalysen zur Untersuchung von Zusammenhängen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Schmerzproblematik, die Darstellung der therapeutischen Interventionen (z.B. Work-Hardening) und die statistische Auswertung der klinischen Daten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Chronische Rückenschmerzen, MMST, PILE, Funktionskapazität, Lebensqualität und Rückenzentrum charakterisiert.

Warum spielt die PILE-Messung eine so wichtige Rolle?

Der PILE-Test (Progressive Isoinertial Lifting Evaluation) dient als objektiver Maßstab für die funktionelle Hebefähigkeit und Arbeitsleistung der Patienten unter kontrollierten Bedingungen.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Ergebnissen?

Ja, die Autorin stellt fest, dass bei Frauen und Männern teilweise unterschiedliche Korrelationen zwischen den Schmerzparametern und der physischen Leistungsfähigkeit bestehen, was durch unterschiedliche Bewältigungsstrategien oder das Angstvermeidungsverhalten erklärt werden könnte.

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Details

Title
Effekte und Zusammenhänge einer Therapie bei chronischen Rückenschmerzpatienten
Subtitle
Gemessen an der Hebefähigkeit, der Funktionskapazität im Alltag, der Lebensqualität sowie der Schmerzstärke
College
Academy for health and sport
Grade
1,0
Author
Eva Pieper (Author)
Publication Year
2017
Pages
147
Catalog Number
V386054
ISBN (eBook)
9783668617599
ISBN (Book)
9783668617605
Language
German
Tags
CLBP MMST PILE FFbH NRS SF-36 Rückenschmerzen Therapie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Pieper (Author), 2017, Effekte und Zusammenhänge einer Therapie bei chronischen Rückenschmerzpatienten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386054
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