Die Aufgabe für eine Präsenzveranstaltung bestand darin zu definieren, welche Idee Sie von einem Erwachsenen nach der Lektüre des Studienmodells EB 0100 Zugänge zur Erwachsenenbildung haben. Dazu sollte bei der
Überlegung beschriebenen Konzepte des Studienbriefs EB 110 Porträts und Konzeptionen
zur Erwachsenenbildung einbezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Definition des Erwachsenen in der modernen Gesellschaft
2.1 Abgrenzung von Jugendlichen
2.2 Der Prozess des Erwachsenwerdens
2.3 Herausforderungen der Begriffsbestimmung
3. Konzepte zur Betrachtung des Lebenslaufs
3.1 Entwicklungspsychologische Konzepte
3.2 Phasenpsychologische Betrachtung
3.3 Systemtheoretische Ansätze
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Abgrenzung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen in der heutigen Gesellschaft und beleuchtet, wie sich der Begriff des "Erwachsenseins" unter dem Einfluss einer modernen Weiterbildungsgesellschaft und veränderter Lebensentwürfe definiert.
- Wandel der Erwachsenenrolle in der modernen Gesellschaft
- Abgrenzungskriterien zwischen Jugend und Erwachsenenalter
- Einfluss der Weiterbildungsgesellschaft auf die Biographie
- Kritische Analyse entwicklungspsychologischer Lebenslaufmodelle
- Systemische Perspektiven auf Individuationsprozesse
Auszug aus dem Buch
Die Andersartigkeit des Erwachsenen
Die Erwachsenenpädagogik ist die Wissenschaft von der Bildung und des Lernens Erwachsener. Sie unterscheidet sich grundlegend und stellt die Andersartigkeit zwischen Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen heraus. Die Andersartigkeit Erwachsener gegenüber Jugendlichen wird durch das Wort „heranwachsen“ bzw. „aufwachsen“ verdeutlicht. Bei Erwachsenen wird das Wort „erwachsen“ bzw. „Erwachsensein“ benutzt. Der Begriff „heranwachsen“ bzw. „herauswachsen“ beschreibt den Entwicklungsprozess vom Jugendlichen zum Erwachsenen.
Jugendliche wachsen zu etwas heran und haben Ihren Bezugspunkt in der Zukunft. Bei Erwachsenen, die sich mit dem Wort „erwachsen“ unterscheiden gibt es bereits einen substantiellen Bezugspunkt. Von diesem Punkt aus entwickelt sich der Erwachsene weiter und lässt ihn hinter sich. Körperlich ausgewachsen heißt nicht gleich erwachsen sein. Der Erwachsene oder das Erwachsensein bildet sich im Kontext eines semantischen Felds durch die Einfärbung des Ausdrucks dadurch wird sein Denkzugang geprägt und begrenzt, der Erwachsene wächst heran. Heute leben wir in einer Kultur von Halberwachsenen. Man spricht auch von kindlicher Gesellschaft.
Keiner weiß wann die Entwicklung zum Erwachsenen abgeschlossen ist. Diejenigen die Erwachsen sein sollten sehen 20 Jahre jünger aus und sind unfähig jüngere zu belehren. Dies ist auf unsere gute Ernährung und sportliche Betätigung zurück zu führen. Der kindlichen Gesellschaft fehlt die Fähigkeit zur Reifung und zur Reife zu gelangen. Selten wird im erwachsenenpädagogischen Mainstream der Individuationsprozess oder das Thema innere Reifung aufgegriffen. Es gibt Vorarbeiten für ein entwicklungstheoretisches Konzept hierzu. Jedoch dominiert immer noch systemisches Denken den Entwicklungs- bzw. Individuationsgedanken. Für unser wissenschaftliches denken könnten wir Leitintegration anstatt Leitdifferenzen verstärken. Die Realität bildet sich nicht nur aus Differenz, sondern besteht durch Integration fort.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die zunehmende Schwierigkeit der Abgrenzung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen in der modernen Gesellschaft.
2. Die Definition des Erwachsenen in der modernen Gesellschaft: Das Kapitel beleuchtet den Wandel des Erwachsenenbegriffs durch gesellschaftliche Veränderungen wie die Weiterbildungsgesellschaft und neue Lebensentwürfe.
3. Konzepte zur Betrachtung des Lebenslaufs: Dieser Teil analysiert verschiedene psychologische und systemische Modelle zur Beschreibung des menschlichen Reifeprozesses und deren Grenzen.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Lebenslanges Lernen, Erwachsensein, Weiterbildungsgesellschaft, Individuationsprozess, Entwicklungspsychologie, Sozialisation, Lebenslaufmodell, Reifung, Generationenverhältnis, Identitätsbildung, Systemtheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Bestimmung des Begriffs "Erwachsener" und analysiert, warum die traditionelle Abgrenzung zwischen Jugend und Erwachsenenalter in der modernen Gesellschaft zunehmend erodiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung von Bildung im Erwachsenenalter, der Wandel von Lebensläufen und die kritische Auseinandersetzung mit entwicklungspsychologischen Konstrukten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Erwachsenenpädagogik den Menschen nach der Jugend in seiner Kompetenzentwicklung begleiten kann, wenn die klassischen Reifekriterien an Bedeutung verlieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die theoretische Auseinandersetzung mit Fachkonzepten der Erwachsenenbildung und Psychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Differenzierung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen, die Auswirkungen der "Weiterbildungsgesellschaft" sowie die Problematik universaler Entwicklungsmodelle.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Erwachsenenbildung, Individuationsprozess, lebenslanges Lernen und die Dynamik des Lebenslaufs.
Wie unterscheidet die Pädagogik zwischen Jugendlichen und Erwachsenen?
Die Pädagogik nutzt die Begriffe "heranwachsen" für den Prozess der Jugend und "erwachsen sein" für den erreichten Status, wobei dieser Übergang heute als fließender und weniger klar definiert betrachtet wird.
Warum fällt eine Definition des Erwachsenenalters heute schwer?
Aufgrund von Faktoren wie verzögertem Berufseinstieg, gestiegener Lebenserwartung durch bessere Ernährung und dem Wandel gesellschaftlicher Rollenbilder verschwimmen die Grenzen zwischen den Generationen.
- Arbeit zitieren
- B. Eng. Anja Seidel (Autor:in), 2015, Welche Idee von einem Erwachsenen haben Sie? Einsendeaufgabe im Fach „Erwachsenenbildung“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386088