Bedeutung und Rolle des "hinzugekommenen Seienden" in den Büchern IV bis VII der Metaphysik des Aristoteles


Hausarbeit, 2014
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Einordnung der "Metaphysik" und erste Bestimmung des hinzugekom- menen Seienden

2. Die Substanz und das hinzugekommene Seiende

3. Das hinzugekommene Seiende in
3.1. Buch IV (Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch)
3.2. Buch V (Lexikon philosophischer Begriffe)
3.3. Buch VI (Ausschluss des hinzugekommenen Seienden)
3.4. Buch VII (das Wesen als Wesenswas)

Zusammenfassung und kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die "Metaphysik" des Aristoteles besteht aus 14 Büchern, bei denen sowohl der Titel als auch die Zusammenstellung nicht von ihm selbst stammen, son-dern erst ca. 200 Jahre nach seinem Tod wohl von Andronikos von Rhodos zugeordnet wurden. Aristoteles nannte das, was wir heute unter seiner Meta-physik verstehen, erste Philosophie, die Suche nach den ersten Prinzipien und Ursachen des Seienden, insofern es ist. Die Kernfrage lautet, was ist das Wesentliche des Seins, das Sein des Seienden, insofern es ist und wie können wir es bestimmen? Die Antwort darauf gibt Aristoteles in Form seiner Substanztheorie, bei der die Dinge wesentliche Eigenschaften, die ihnen substanziell zugehören, und unwesentliche Eigenschaften, die ihnen nicht substantiell zukommen, besitzen. Die Untersuchung dieses hinzugekommenen Seienden in den Büchern IV bis VII ist Gegenstand dieser Arbeit.

In Kapitel 1 erfolgt eine kurze Einordnung der "Metaphysik" des Aristoteles in den Kontext seiner philosophischen Epoche und eine vorläufige, mehr intuitiv bestimmte Einführung des Begriffs des hinzugekommenen Seienden.

Das hinzugekommene Seiende kann nicht ohne den Träger, zu dem es hinzugekommen ist und nicht ohne dessen zugehöriges Sein, isoliert betrachtet werden. Die Substanz als Träger mit ihren wesentlichen Eigenschaften ist also zu beschreiben, um die unwesentlichen, hinzugekommenen Eigenschaften davon abzugrenzen und genauer bestimmen zu können. Dies erfolgt in Kapitel 2, in Bezug auf die Substanztheorie aber nur insoweit, wie es für die präzisere Kennzeichnung des hinzugekommenen Seienden und damit im Hinblick auf die Aufgabenstellung zielführend ist.

Im dritten Kapitel schließlich werden die Rolle und Bedeutung des hinzugekommenen Seienden in den einzelnen Büchern IV bis VII behandelt. Es ist sicher auch Gegenstand in anderen Teilen der "Metaphysik", aber die ausgewählten Bücher sind durchaus hinreichend repräsentativ für die verschiedenen Aspekte der Bedeutung und Rolle des hinzugekommenen Seienden, zumal auch gerade diese vier Bücher unterschiedliche Qualität und Zielsetzung aufweisen.

Buch IV etabliert die Wissenschaft vom Seienden als Seiendes sowie den Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch, Buch V ist ein Lexikon philoso-phischer Begriffe mit Mehrfachbedeutung, in den Kapiteln 2 und 3 des VI. Buches wird auf das hinzugekommene Seiende zentral eingegangen und im Buch VII, dem ersten wichtigen Teil der Substanzbücher spielt das hinzuge-kommene Seiende eine eher untergeordnete - eben akzidentelle - Rolle.

1. Einordnung der "Metaphysik" und erste Bestimmung des hinzugekommenen Seienden

Die 14 Bücher zur "Metaphysik"[1] von Aristoteles sind nicht nur eines seiner wichtigsten Werke, sondern auch die zum Thema mit einflussreichsten und besonders kontrovers diskutierten Beiträge in der gesamten abendländischen Philosophie bis zur Gegenwart. Das zugrundeliegende Gedankengut steht in engem Zusammenhang mit dem philosophischen Umfeld im antiken Griechenland von den Vorsokratikern bis hin eben zu Aristoteles im 4. Jhd. v.Chr.

Bereits die Naturphilosophen, wie die "Milesier" Thales, Anaximenes und Anaximander fragten nach den Ursachen der Dinge, nach einem ersten Prinzip, sahen aber vorrangig materielle Dinge als Urstoff (z.B. Wasser und Luft), aber auch bereits das Unbegrenzte als allgemeineres Prinzip, oder auch die Atome, wie bei Demokrit. Aristoteles wandte gegen die Naturphilosophen ein, dass das Materielle zwar den existierenden Dingen unterliegt als das, woraus sie sind, nicht aber, was sie sind. Auch dies sah Aristoteles sicher nicht als Erster, denn bereits Parmenides (ca. 540-470 v. Chr.) und Heraklit (um 500 v. Chr.) gingen davon aus, dass das, was real materiell existiert, nichtmaterielle Ursachen haben muss. Parmenides weist dabei auf den Unterschied zwischen Sinneswahrnehmung und Denken hin, während Heraklit die Ursache der Dinge in der Bewegung und Veränderung sieht, dem "alles ist im Fluss" (panta rhei), wie ihm nachgesagt wird. Den nächsten Schritt einer sich in Ansätzen entwickelnden Metaphysik vollzieht Sokrates (469-399 v. Chr.) mit der Unterscheidung zwischen Individuellem sowie logisch und begrifflich Allgemeinen. Er versuchte durch seine gezielte "Was ist x?"-Fragetechnik die allgemeinen Eigenschaften von x herauszulösen und als die Definition von x zu kennzeichnen. Sein Schüler Platon (427-347 v. Chr.) greift in sehr fundamentaler Weise das Allgemeine im Gegensatz zu den Einzeldingen in Form seiner Ideenlehre auf. Die Ideen sind das eigentliche, unveränderliche Seiende, die wahrnehmbare Wirklichkeit ist ein abgeleitetes, veränderliches eher "Erscheinendes" als "Seiendes", die realen Dinge haben eine Teilhabe an den Ideen, ohne dass sie sie jemals erreichen können. Der Vorwurf gegen diese Konzeption der Metaphysik, u.a. von Aristoteles, ist, dass dieses Getrenntsein (chorismos) zu einer "Weltverdoppelung" in Form von zwei Seinsbereichen führt[2]. Ob dieser Chorismos im Sinne der "Weltverdoppelung" so gemeint war[3] und inwieweit er widersprüchliche Konsequenzen nach sich zieht, ist für die weitere Fragestellung nicht wichtig. Wichtig ist festzuhalten, dass Aristoteles durchaus mit Platon in einer prinzipiellen Unterscheidung vom Allgemeinen und Individuellen übereinstimmt, aber in der Frage, was der Ausgangspunkt des selbständig Seienden ist, Platon diametral gegenübersteht. Aristoteles lehnt die Ideen als vorrangige Realität des Seienden, aus denen sich die uns bekannte Wirklichkeit mehr oder minder ableitet, ab, zugunsten einer umgekehrten Sicht, von den sinnlich wahrnehmbaren Einzeldingen als der selbstständigen Realität auszugehen und dann mit entsprechenden Methoden Erkenntnisse über das Allgemeine zu erlangen.

Wie einleitend gesagt, nannte Aristoteles das, was wir heute unter seiner Metaphysik verstehen[4], erste Philosophie, die Suche nach den ersten Prinzipien und Ursachen des Seienden, insofern es ist[5]. Die real existierenden Einzel-dinge sind zwar Ausgangspunkt und Gegenstand der Betrachtung, nicht aber ihr Wesen selbst. Sie sind die Träger der Eigenschaften, die das Wesentliche und damit es selbst bestimmen. Nach diesem Wesentlichen wird im Rahmen der Wissenschaft vom Wesen (ousia) gefragt. Wenn etwas Wesentliches gesucht und gefunden wird, so kann man zunächst etwas salopp folgern, muss es auch etwas Unwesentliches geben. Dieses Unwesentliche ist in einer ersten Näherung das hinzugekommene Seiende (symbebekos) gegenüber dem zugehörigen Seienden, die unwesentlich gegenüber der wesentlich an einem Subjekt hängenden Eigenschaften. Ein Beispiel: Bei den Aussagen "Sokrates existiert" oder "Sokrates ist ein Mensch" kann sich die Existenz oder das "Mensch-Sein" nicht ändern oder wegfallen, ohne dass sich nicht auch Sokrates als Subjekt (im logischen Sinne) oder Substanz (ousia im ontologischen Sinne) auflöst. Bei "Sokrates trägt einen Bart" ist der Bart ein Hinzugekommenes, eine Eigenschaft, die sich ändern oder sogar wegfallen kann, ohne dass Sokrates aufhört, als Mensch zu existieren oder seine Identität zu verlieren.

Zu den unterschiedlichen Begriffen folgende kurze Anmerkung:

- gr.: symbebekos - das, was gerade so zusammengekommen ist, im Unterschied zu dem, was einer Sache an sich zukommt.[6]
- lat.: accidens - das Unwesentliche, die Zufälligkeit, im Unterschied zu dem, was einer Sache wesentlich zukommt.
- dt.: Akzidens - entspricht dem Lateinischen, Verwendung z.B. bei H. Bonitz.
- dt.: hinzugekommene Seiende, wird so von F. Bassenge übersetzt.

Aristoteles verwendet das mit Akzidens übersetzte symbebekos manchmal mehr in Richtung "Unwesentliches" (in den "Kategorien"[7] ), manchmal mehr in Richtung "Zufälliges"(in der "Metaphysik"). Im Folgenden werden Akzidens, das hinzugekommene Seiende, akzidentell und "hinzugekommen(erweise)" einheitlich synonym verwendet. Die genauere Bestimmung des Akzidens-Begriffs erweist sich in zweierlei Hinsicht als problematisch:

1) Aristoteles modifiziert das früher in den "Kategorien" definierte Akzidens in der "Metaphysik".

2) Der Akzidens-Begriff ist eng verbunden mit dem Wesen-Begriff, der ousia, die ihrerseits einer der vielleicht komplexesten und am meisten kontrovers interpretierten Begriffe der "Metaphysik" ist. Selbst Aristoteles bestimmt ihn in den "Kategorien" anders als später in der "Metaphysik".

Man könnte nun geneigt sein, es sich leicht zu machen, um das Problem zu umgehen, indem man den schwierigen ousia-Begriff ex negativo aus dem Akzidentellen bestimmt, aber dies birgt die Gefahr eines Zirkelschlusses zwischen Definiens und Definiendum. Für das Verständnis des hinzugekommenen Seienden ist es daher unabdingbar, den ousia-/Substanz-Begriff bis zu einem gewissen Grade zusammen mit dem Akzidens-Begriff zu bestimmen.

2. Die Substanz und das hinzugekommene Seiende

Bei der Bestimmung der Substanz in der "Metaphysik" greift Aristoteles zumindest begrifflich auf die früheren Schriften der "Kategorien" und der "Physik" zurück. So werden die Begriffe der Substanz, Akzidens und Kategorien aus der Kategorienlehre und der Hylemorphismus (Materie-Form-Struktur) aus der "Physik" übernommen, aber in modifizierter Bedeutung und wesentlich weiterentwickelt sowie tiefergehend begründet.

In den "Kategorien" wird "sein" in zehn Arten charakterisiert[8]: als Substanz(1) ("Sokrates ist/existiert" und "Sokrates ist ein Mensch"), Quantität(2) ("Sokrates ist 1,78m groß"), Qualität(3)("Sokrates trägt einen Bart"), Relation(4), Wo(5), Wann(6), Lage(7), Haben(8), Wirken(9) und Leiden(10). Aristoteles arbeitet hier einen zentralen existenziellen Unterschied des Sein-Begriffes heraus. Die 1. Kategorie beschreibt als Substanz den konkreten, individuellen Menschen Sokrates, der Träger und Zugrundeliegendes (hypokeimenon) für die anderen neun Kategorien ist. Letztere haften als unwesentliche Eigenschaften an der Substanz, sind in ihr ohne Teile davon zu sein, kommen ihr zu. Diese Nichtsubstanzen sind die Akzidentien, sie sind seiend, aber nicht eigenständig, sondern hängen als hinzugekommenes Seiende von der Substanz ab. Ihr Charakteristikum ist wie oben angegeben, dass sie sich verändern oder auch wegfallen können, ohne dass die Substanz vergeht. Die Substanz ist also das Wesen einer Sache. Nun wird Wesen im Deutschen in zweifacher Weise verwendet, einmal als konkretes Wesen, z.B. der individuelle Sokrates, ein zweites Mal als allgemeines Wesen von etwas, z.B. "Das Wesen des Menschen". Die Zweideutigkeit des Wesensbegriffes im Deutschen hat ihre Entsprechung im ousia-Begriff, d.h. der Substanzbegriff wird in zweifacher Weise auch von Aristoteles als 1. und 2. Substanz gebraucht:

1. Substanz: Das Seiende, das Individuum, der einzelne Mensch Sokrates. 2. Substanz: die allgemeine Bestimmung des Wesens der 1. Substanz, die über den Artenbegriff vorgenommen wird, wie das Mensch-Sein.

Die 2. Substanz ist insofern seiend als sie von einer 1. Einzelsubstanz ausgesagt werden kann. Die o.a. Beispiele der 1. Kategorie geben die 1. und 2. Substanz des "Sokrates" wider.

Festzuhalten ist, dass es gemäß der "Kategorien" prinzipiell drei Eigenschaften der Dinge gibt, die wesentlichen Eigenschaften der 1. Substanz und 2. Substanz sowie die nichtsubstantiellen Akzidentien. In einer etwas holzschnittartig pointierten Ausdrucksweise kann man sagen, dass in den "Kategorien" das Sein aus Substanzen und Nichtsubstanzen als ousia und Akzidens bestimmt wird. In der "Metaphysik" erfolgt deren Weiterentwicklung differenzierter mit durchaus wesentlichen Änderungen.

Als Beleg dafür dient z.B. die Unterscheidung des Akzidens in zwei Arten gemäß Buch V Kapitel 30[9]:

"Hinzugekommenes heißt: [1] was zwar an einem Ding besteht - und ihm der Wahrheit gemäß zugesprochen werden kann -, aber nicht mit Notwendigkeit und nicht zumeist;"

Der Bart, den Sokrates vielleicht trägt, erfüllt die Anforderung einer akzidentellen Eigenschaft, aber die Definition ist jetzt etwas anders.

Zweitens gilt[10]:

"[2] In einer anderen Bedeutung heißt hinzugekommen das, was an einem Dinge zwar von ihm selbst her besteht, aber nicht in seinem Wesen enthalten ist: z.B. zwei Rechte als Winkelsumme am Dreieck. Hinzugekommenes in diesem Sinne kann ewig sein."

Gegenüber den "Kategorien" ist das eine Modifikation des Akzidensbegriffes.

Ebenso verändert sich in der "Metaphysik" der Substanzbegriff, indem nicht mehr von 1. und 2. Substanz gesprochen wird. Erhalten bleibt, dass die realen individuellen Dinge, die früheren 1.Substanzen (im weiteren Einzelsubstanzen genannt), weiterhin den Ausgangspunkt für die Überlegungen bilden, insbesondere also auch Träger der Akzidentien sind.[11] Weiterhin sagt Aristoteles, nennt man auf eine andere Weise auch noch dasjenige Substanz, was als Bestandteil der Einzelsubstanzen Ursache für deren Sein ist.[12] Damit tritt auch der Bezug zum Gegenstand der ersten Philosophie zutage, der Wissenschaft, die das Sein des Seienden untersuchen will, sofern es ist. Aber wenn es nun um die ersten Prinzipien und Ursachen geht, dann muss tiefergehend gefragt werden, was es denn heißt, Substanz zu sein. Die Einzeldinge selbst können nicht die ersten Prinzipien und Ursachen sein, weil sie dann ursächliche Substanz eines getrennt, aber beweglich Bestehenden wären und somit von der Naturwissenschaft/Physik beantwortet werden könnten, die dann erste Wissenschaft zu nennen wäre. Das noch stärkere Argument des Aristoteles ist, dass es gar keine Wissenschaft von dieser Substanz gäbe, weil die individuellen Einzeldinge nicht wissenschaftsfähig sind. Gesucht ist also die Substanz der Einzelsubstanz.

Für das gesuchte Wesen der Einzeldinge kommen vier Kandidaten in Frage[13]:

- hypokeimenon - das Zugrundeliegende als Substrat;
- (to) ti en einai - "(das)-was-es-war-zu-sein" als "(das)-was-es-für-etwas- heißt-dies-zu-sein" auch "Wesenswas" (H.Bonitz) oder zugehöriges Sein (F. Bassenge) genannt;
- genos (Gattung);
- katholou (Allgemeines);

Aristoteles hält das Zugrundeliegende zunächst für den aussichtsreichsten Kandidaten, weil die anderen Seinsweisen von ihm ausgesagt werden ohne selbst von etwas anderem ausgesagt zu werden und es Träger der Bestimmungen und Eigenschaften ist. Was ist das Substrat: Materie, Form, oder Materie und Form? Die Materie(Stoff) ist, obwohl sie sich zunächst dafür anbietet, nicht das Gesuchte, denn wenn man von der Materie als Träger der Eigenschaften alle Eigenschaften wegnimmt, bleibt etwas gänzlich Unbestimmtes, also das Gegenteil von dem gesuchten Substantiellen. Stoff und Form zusammen können es auch nicht sein, denn eines liegt als das Frühere dem Anderen zugrunde. Da für Aristoteles die Form das Frühere ist, kommt sie zur weiteren Untersuchung in Frage. Aristoteles greift hier den Hylemorphismus, die Materie-Form-Struktur auf, die er bereits in der "Physik" entwickelt hat. Demzufolge setzen sich die Einzeldinge aus Materie und Form zusammen, die Materie als prinzipiell zunächst unbestimmt Zugrundeliegendes, aus dem etwas wird und die Form als das die Materie bestimmende, zu dem sie konkret im Einzelding wird. Mit dem im Hylemorphismus inhärenten Prozessgedanken des Werdens und damit der Veränderung gelingt es Aristoteles in eleganter Weise, das schon von den Vorsokratikern immer wieder diskutierte Erklärungsproblem des Entstehens und Vergehens der Dinge in sein Metaphysik-Konzept zu integrieren. Die weitere, ebenfalls brillante Folgerung aus der Materie-Form-Struktur ist, dass zweimal Allgemeines auf begriffslogischer Ebene, nämlich dass unbestimmte Material und die allgemeine Form, sich erst im Zusammenkommen als reale Einzelsubstanz konstituieren. Diese Konstruktion erlaubt es, das Allgemeine mit dem Einzelnen zu verbinden, indem es zwar eine denkunabhängige, nicht aber getrennt existierende, sondern in den Einzeldingen verwirklichte Realität darstellt.[14] Damit bleibt die Bedeutung des Allgemeinen wie bei Platon erhalten, nur ontologisch nicht mehr getrennt wie bei Platon, sondern als vom Einzelnen unterscheidbar aber nicht trennbar.[15]

[...]


[1] Im Folgenden Met = (Met, 1960) von F. Bassenge übersetzt

[2] Met, 990b4

[3] vgl. Beckmann, 2008, 62f

[4] als Einführung zur Philosophie des Aristoteles s. z.B. Rapp, 2004

[5] Met, 1003a21

[6] Horn und Rapp, 2008, 412

[7] Kat, 1995

[8] Kat, 1995, Kapitel 4

[9] Met, 1015a24

[10] Met, 1025a31

[11] Met, 1017b13

[12] Met, 1017b14

[13] Met, 1028b33

[14] Beckmann, 2008,

[15] Beckmann, 2008,

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Bedeutung und Rolle des "hinzugekommenen Seienden" in den Büchern IV bis VII der Metaphysik des Aristoteles
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Philosophie)
Veranstaltung
Aristoteles, Metaphysik
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V386132
ISBN (eBook)
9783668609235
ISBN (Buch)
9783668609242
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aristoteles, Metaphysik, Akzidens, Seiende, Ousia, hinzugekommene Seiende
Arbeit zitieren
Dr. Bernd Schreiber (Autor), 2014, Bedeutung und Rolle des "hinzugekommenen Seienden" in den Büchern IV bis VII der Metaphysik des Aristoteles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386132

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