In den letzten Jahren konnte eine enorme Steigerung der Bedeutung der Ressource Wissen festgestellt werden. Organisationen haben diesen Trend erkannt und versuchen mit einer effizienteren Verwendung dieser Ressource ihre Innovationskraft zu verbessern und somit ihre eigene Wettbewerbskraft zu erhöhen.
Durch die vermehrte Auslagerung der Produktion in andere Länder ist eine veränderte Arbeitsteilung festzustellen. Deutschland entwickelt sich zur Wissensgesellschaft, was diese immaterielle Ressource an Bedeutung gewinnen lässt. Die damit verbundene Veränderung des Wettbewerbs und die internationalen Lernprozesse machen es notwendig, das Wissen optimal zu erfassen, zu vervielfältigen und an den geforderten Stellen verfügbar zu machen.
Vor allem für KMU stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Das Know-how ist oft auf bestimmte Wissensträger fokussiert und die Dringlichkeit des Transfers dieses Wissens an andere Standorte zu transferieren, ist den einzelnen Personen meist nicht bewusst. Zudem wird in kleineren Unternehmen oft nicht das Budget und die Ressourcen bereitgestellt, welches für die Implementierung und den Betrieb eines effizienten Wissensmanagementsystems (WMS) benötigt wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Definitionen
2.1 Wissensmanagement
2.2 Informationen und Wissen
2.3 Implizites und explizites Wissen
3 Unternehmensstruktur
3.1 Unternehmenskultur
3.2 Anreizsysteme
3.3 Funktional- und hierarchieübergreifendes WMS
3.4 Rahmenbedingungen
4 Modelle und Methoden des WMS
4.1 Wissenstreppe
4.2 SECI-Modell
4.3 Bausteine des Wissensmanagement
4.4 Methoden und Tools
5 Phasen der Implementierung
6 Chancen und Risiken
7 Aufwand vs. Nutzen
7.1 Wissensbilanz
7.2 Bilanzierung von Wissen
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, Konzepte für den marktorientierten Aufbau und die Sicherung von Wissen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu entwickeln. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie ein Wissensmanagementsystem (WMS) trotz begrenzter Ressourcen in KMU erfolgreich implementiert werden kann, um langfristige Wettbewerbsfähigkeit durch effiziente Wissensnutzung zu gewährleisten.
- Grundlagen des Wissensmanagements und Abgrenzung von Informationen zu Wissen.
- Bedeutung der Unternehmenskultur und geeigneter Anreizsysteme für den Wissensaustausch.
- Modelle zur Strukturierung von Wissen sowie praktische Methoden und IT-gestützte Tools für den Mittelstand.
- Phasenmodell der Implementierung eines WMS und Bewertung von Aufwand gegenüber dem Nutzen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Unternehmenskultur
Die Unternehmenskultur beschreibt die Grundgesamtheit gemeinsamer Werte, Normen und Einstellungen aller im Unternehmen tätigen Personen. Dies hat grundlegenden Einfluss auf die Handlungen und das Verhalten der Mitarbeiter und Führungskräfte.
Deshalb spielt dieser Faktor eine Schlüsselrolle für das WMS, denn es beeinflusst die Bereitschaft zu kommunizieren, Wissen preis zu geben und Fehler zuzugeben und diese auch zu erlauben. Nur wenn Fehler gestattet sind, ist der Versuch der Adaption und Anwendung des Wissens anderen Kollegen/innen möglich.
Es existieren viele Blockaden, welche eine solche Kultur verhindern. Aussagen wie z. B. „Wissen ist Macht“ oder „Das ist mein Thema“ lassen darauf schließen, dass die Mitarbeiter eine Gefahr sehen, wenn sie ihr Wissen teilen. Eine frühe Einbindung der Mitarbeiter in den Prozess und das Aufzeigen der Wissensziele kann dem entgegenwirken. Es ist als Voraussetzung anzusehen, dass der Vorteil des kollektiven Wissens erkannt wird und die Möglichkeiten und Synergien, die sich durch den Austausch ergeben hervorzuheben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenwahl, definiert das Ziel der Arbeit und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau.
2 Definitionen: Hier werden grundlegende Begrifflichkeiten wie Wissensmanagement, der Unterschied zwischen Informationen und Wissen sowie zwischen implizitem und explizitem Wissen geklärt.
3 Unternehmensstruktur: Dieses Kapitel behandelt die Voraussetzungen in der Unternehmenskultur, Anreizsysteme und die Notwendigkeit einer funktional- sowie hierarchieübergreifenden Einbindung.
4 Modelle und Methoden des WMS: Vorstellung theoretischer Modelle wie der Wissenstreppe oder des SECI-Modells sowie praxistauglicher Methoden und Tools für den Mittelstand.
5 Phasen der Implementierung: Detaillierte Beschreibung der notwendigen Schritte zur Einführung eines Wissensmanagementsystems, von der Initialisierung bis zum Transfer.
6 Chancen und Risiken: Analyse der potenziellen Wettbewerbsvorteile durch Wissensmanagement sowie der spezifischen Risiken, wie etwa Fehlinvestitionen.
7 Aufwand vs. Nutzen: Gegenüberstellung der investierten Ressourcen und der erzielbaren Synergieeffekte inklusive der methodischen Ansätze zur Wissensbilanzierung.
8 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Konzipierung eines WMS in KMU unter Berücksichtigung der Herausforderungen bei begrenzten Ressourcen.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, KMU, Unternehmenskultur, Wissensbilanz, SECI-Modell, Wissenstreppe, Implementierung, Wissensgesellschaft, Wettbewerbsfähigkeit, Implizites Wissen, Explizites Wissen, Innovationskraft, Projektmanagement, Wissensressourcen, IT-Landschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzipierung und Implementierung von Wissensmanagementsystemen speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Unternehmenskultur, dem organisatorischen Aufbau, verschiedenen Modellen des Wissensmanagements und den methodischen Phasen der Implementierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wissen marktorientiert aufgebaut und gesichert werden kann, um in KMU Geschäftserfolge zu erzielen und Wettbewerbsvorteile zu generieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autoren nutzen eine Literaturanalyse bestehender Modelle (wie SECI-Modell, Wissenstreppe) und ergänzen diese durch praktische Handlungsempfehlungen zur Prozessimplementierung in KMU.
Welche Themen werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen insbesondere die strukturellen Voraussetzungen, die Einbindung der Mitarbeiter, konkrete Tools zur Wissensverwaltung sowie eine Aufwand-Nutzen-Analyse detailliert erörtert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wissensmanagement, KMU, Unternehmenskultur, Wettbewerbsfähigkeit, Implementierung und Wissensbilanz sind die prägenden Begriffe.
Wie gehen die Autoren mit dem Problem des "impliziten Wissens" um?
Die Arbeit identifiziert implizites Wissen als personengebunden und schwierig zu übertragen; als Lösung werden soziale Interaktion und eine förderliche Unternehmenskultur vorgeschlagen.
Warum wird im Kontext von KMU vor einer "Fehlinvestition" gewarnt?
Da KMU oft über begrenzte Budgets verfügen, besteht das Risiko, dass der Aufwand für ein WMS den Nutzen übersteigt, wenn Wissensziele nicht klar definiert oder Ergebnisse nicht nachhaltig dokumentiert werden.
- Quote paper
- Markus Netter (Author), Christian Stemper (Author), 2017, Konzipierung eines Wissensmanagementsystems für kleine und mittlere Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386141