Der Wiener Kongress / Heinrich von Brentano


Hausarbeit, 2002

19 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Der Wiener Kongress
2.1 Historische Einordnung
2.2 Teilnehmer und Akteure
2.3 Die politischen Ziele des Wiener Kongresses
2.4 Die räumliche Frage: territoriale Neuordnung
2.5 Resümee

3. Heinrich von Brentano
3.1 Persönliche Daten
3.2 Politisches Wirken

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Vorliegende Arbeit beschäftigt sich in einem ersten Teil mit grundlegenden Inhalten und Zusammenhängen des Wiener Kongresses 1814/15, in einem zweiten Teil soll die Person des deutschen Politikers Heinrich von Brentano (1904 - 1964) vorgestellt werden.

Wollte man zwischen diesen beiden Themenbereichen eine Brücke schlagen, könnte man den Aspekt der Deutschen Frage aufgreifen, die in den vergangenen Jahrhunderten innerhalb des europäischen Staatensystems stets von Brisanz und Aktualität war.

Beide Male, nach der Hegemonie Napoleons und auch eineinhalb Jahrhunderte später, nach dem Zweiten Weltkrieg, ist die Einheit Deutschlands zentraler Gegenstand zeitgenössischer Politik.

Ziel soll es sein, in beide Themenbereichen einen kurzer Einblick zu gewähren und die wesentlichsten Zusammenhänge, Daten und Fakten darzustellen.

Die Literaturrecherche erstreckte sich allerdings auch auf weiterführende und vertiefende Literatur und ist der Bibliographie am Ende der Arbeit zu entnehmen.

2. Der Wiener Kongress

„Le Congrès danse et ne marche pas“[1]. Tatsächlich überboten Liebesromanzen, Hintertreppenaffären, Schlafzimmerintrigen, Klatsch und die rauschenden Feste alles bisher Dagewesene, als sich 1814 die alte europäische Gesellschaft in Wien versammelte, um über die Neuordnung Europas zu verhandeln.[2]

Man verstand es, gesellschaftliche Veranstaltungen und Feste als diplomatische Mittel einzusetzen und weiß heute, dass diese für den Ausgang der Verhandlungen nicht unbedeutend waren.[3]

Doch auf dem Wiener Kongress wurde auch gearbeitet. Die folgenden Ausführungen sollen einen ersten Einblick in wesentliche Gegenstände und Zusammenhänge geben.

2.1 Historische Einordnung

Während der Hegemonie Napoleons wurden Europas Grenzen und territoriale Strukturen grundlegend verändert. Nach der verheerenden Niederlage der französischen Armee in Russland (1812) und dem vorläufigen Abschluss der Kämpfe, besiegelt mit dem Sturz Napoleons und dem Pariser Frieden vom 30. Mai 1814,[4] versammelten sich Gesandte aller europäischen Staaten (mit Ausnahme der Türkei) in Wien, um eine Wiederherstellung des europäischen Staatensystems zu erreichen[5] und eine Neuordnung Europas durchzuführen[6].

Der zu diesem Zwecke einberufene Kongress fand von November 1814 bis zum 8. Juni 1815 in der österreichischen Hauptstadt Wien statt.[7]

2.2 Teilnehmer und Akteure

Am Kongress nahmen Großbritannien, Österreich, Preußen, Russland, Schweden, Spanien und Portugal[8] mit insgesamt rund 200 Herrschaften, Städten und Körperschaften teil. Eine herausragende Rolle spielte jedoch das Komitee der vier Großmächte, bestehend aus Rußland (vertreten durch Zar Alexander I. und Nesselrode), Großbritannien (Castlereagh und Wellington), Österreich (Metternich) und Preußen (W. von Humboldt).[9]

Eine Sonderstellung hatte Frankreich inne. Aufgrund der Wiederherstellung der bourbonischen Monarchie und des diplomatischen Geschicks seines Außenministers Talleyrand, gelang es trotz der Niederlage schon bald, im Komitee der Großmächte mitzusprechen.[10]

Herausragender Akteur war zweifelsohne Fürst von Metternich, „österreichischer Außenminister und Staatsmann alter Schule“[11]. Er lenkte die Geschicke des Kongresses maßgeblich und gilt als Schöpfer des nach ihm benannten Systems einer europäischen Gleichgewichtspolitik.[12]

2.3 Die politischen Ziele des Wiener Kongresses

Gerhard TADDEY[13] spricht von fünf Prinzipien der Politik auf dem Wiener Kongress. Neben der Legitimität zur Rechtfertigung der monarchischen Herrschaft, der Autorität entsprechend dem monarchischen Prinzip und der sich daraus ableitenden Solidarität bei der Abwehr revolutionärer Bestrebungen nennt er das Gleichgewichtsprinzip und

den Gedanken der Restauration.

Vorrangiges Ziel war es, nach den Wirren des Krieges und der Revolutionen erneut Stabilität und Ordnung auf dem Kontinent herzustellen.[14]

Das Metternichsche System des europäischen Gleichgewichts

Die Realisierung eines europäischen Mächtegleichgewichts stellte einen der Eckpfeiler der Politik von Metternichs dar. Das Streben eines Staates nach der Vorherrschaft auf dem Kontinent sollte durch Intervention des „Europäischen Konzerts“[15] rechtzeitig zunichte gemacht werden.

Ziel war die künftige Vermeidung einer Hegemonie, etwa gleich der Frankreichs unter Napoleon. Fünf ausgewogene Großmächte sollten den Frieden in Europa sichern und revolutionären Bewegungen zuvorkommen.[16]

Restauration

Unter Restauration ist die „Wiederherstellung einer früheren Ordnung“[17], in diesem Fall die politische Lage von 1792[18], zu verstehen. Zwar wurden territoriale Verschiebungen, von denen fast alle europäischen Staaten durch die Eroberungen Napoleons betroffen waren, rückgängig gemacht, und vertriebene Fürsten kehrten zurück, jedoch wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ebenso wie die geistlichen Fürstentümer nicht erneuert.[19] Der Kongress merkte schnell, dass sich eine vollständige Wiederherstellung der vorrevolutionären Verhältnisse nicht realisieren lassen würde.[20]

Der Deutsche Bund

Der auf dem Wiener Kongress geschaffene Nachfolger des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war das Produkt der politischen Neuordnung Deutschlands. Dem Grundsatz des Gleichgewichts entsprechend sollte der Deutsche Bund als Gegenpol zu Russland und Frankreich agieren können, ohne selbst zur Hegemonialmacht aufzusteigen. Diesen Anforderungen schien der Staatenbund souveräner Fürsten und freier Städte unter der Vorherrschaft Preußens und Österreichs gerecht zu werden. Der Deutsche Bund war ein loser, jedoch unauflöslicher Zusammenschluss ohne gemeinsames Oberhaupt, ohne gesetzgebende Versammlung, ohne gemeinsame Gerichte sowie ohne gemeinsame Verfassung.[21]

Forderungen nach einem Nationalstaat blieben unberücksichtigt[22], die von vielen erhoffte deutsche Einheit wurde nicht verwirklicht.[23]

[...]


[1] Taddey (1983), S. 1335.

[2] Vgl. Weis (1978), S. 342.

[3] Vgl. Taddey (1983), S. 1335.

[4] Vgl. Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 292.

[5] Vgl. Taddey (1983), S. 1335.

[6] Vgl. Braitling (1999), S. 526.

[7] Vgl. Braitling (1999), S. 526.

[8] Vgl. Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 292.

[9] Vgl. Taddey (1983), S. 1335.

[10] Vgl. Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 292f.

[11] Ludewig (1996), S. 16.

[12] Vgl. Görtemaker (1994), S. 73.

[13] Vgl. Taddey (1983), S. 1335.

[14] Vgl. Ludewig (1996), S. 16.

[15] Görtemaker (1994), S. 71.

[16] Vgl. Ludewig (1996), S. 17.

[17] Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 294.

[18] Vgl. Taddey (1983), S. 1335.

[19] Vgl. Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 294.

[20] Vgl. Ludewig (1996), S. 16.

[21] Vgl. Ludewig (1996), S. 17.

[22] Vgl. Ludewig (1996), S. 17.

[23] Vgl. Görtemaker (1994), S. 76.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Wiener Kongress / Heinrich von Brentano
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte)
Veranstaltung
Einführung in die Neuere Geschichte
Note
1,3
Jahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V38619
ISBN (eBook)
9783638376259
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Achtung: 7 Seiten Literaturnachweis
Schlagworte
Wiener, Kongress, Heinrich, Brentano
Arbeit zitieren
Anonym, 2002, Der Wiener Kongress / Heinrich von Brentano, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38619

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