Latente Steuern im Einzel- und Konzernabschluss


Hausarbeit, 2016

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zweck latenter Steuern

3. Unterscheidung der Differenzwerte
3.1. Temporäre Differenzwerte
3.2. Permanente Differenzwerte
3.3. Quasi-permanente Differenzwerte

4. Aktive latente Steuern

5. Passive Latente Steuern

6. Rechenbeispiel für aktive latente Steuern

7. Rechenbeispiel für passive latente Steuern

8. Latente Steuern im Einzelabschluss

9. Latente Steuern im Konzernabschluss

10. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Hausarbeit verfolgt das Ziel die Entstehung und Behandlung von latenten Steuern sowohl im Einzelabschluss als auch im Konzernabschluss genauestens zu beschreiben.

Der Hauptteil dieser Hausarbeit gliedert sich in sechs Kapitel. Im ersten Kapitel wird der eigentliche Zweck latenter Steuern genauestens erläutert, wie diese sich ergeben und anschließend behandelt werden. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Differenzwerten, die sich durch die Unterschiede in Handels- und Steuerbilanz ergeben und zeigt auf, welche dieser Unterschiedsbeträge letztendlich als latente Steuern ausgewiesen werden dürfen. Im darauffolgenden Abschnitt wird die Entstehung aktiver latenter Steuern beschrieben, wie sich diese auf den Gewinn auswirken und in den Folgejahren zu behandeln sind. Im vierten Kapitel werden die passiven latenten Steuern erläutert. Folgend wird noch einmal die Behandlung im Einzelabschluss erklärt und abschließend noch ausführlich die Behandlung, sowie die Erfassung von latenten Steuern im Konzernabschluss.

2. Zweck latenter Steuern

Latente Steuern sind gemäß dem Handelsgesetzbuch ein Bilanzposten, der nach dem Temporary-Konzept gebucht wird, wenn zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und den ihnen zugrundeliegenden steuerlichen Wertansätzen Differenzen entstehen1, bei welchen eine zukünftige Steuerbe- oder entlastung zu erwarten ist.2 Die latenten Steuern beruhen also auf einer zeitlich unterschiedlichen Erfassung von Erfolg und Vermögen in der handelsrechtlichen gegenüber der steuerlichen Rechnungslegung.3

Laut Gesetz müssen alle Unternehmenstypen latente Steuern bilanzieren, bei welchem der Rückstellungsbegriff erfüllt ist. Unter anderem müssen zum Beispiel auch die offene Handelsgesellschaft sowie die Kommanditgesellschaft latente Steuern bilden, da diese Rückstellungen in ihrer Handelsbilanz zu bilden haben.4

Latente Steuern sind seit der Einführung des BilMoG für Unternehmen sehr wichtig geworden, da sich durch die neu eingeführten Regelungen die Unterschiede zwischen dem Handels- und Steuerrecht erhöht haben.5 Da auf der einen Seite das handelsrechtliche Vorsichtsprinzip Anwendung findet und auf der anderen Seite das fiskalische Interesse an hohen Steuereinnahmen besteht, laufen die Unterschiede der immer weiter auseinander.6

D steuerliche Ausgleichsposten hat grundsätzlich keine steuerlichen Auswirkungen, sondern dient lediglich dazu, die Steuerbilanz abschließen zu können. Vereinfacht ausgedrückt ist in der Handelsbilanz also jene Steuerbelastung zu bilanzieren, welche sich aus der Versteuerung des Handelsbilanzergebnisses ergeben würde.7 Der aus dieser Verrechnung entstehende Unterschiedsbetrag kann entweder positiv oder negativ sein. Die latenten Steuern stellen, wenn sie positiv (aktiv) sind eine Steuerentlastung und bei Negativität (Passivität) eine Steuerbelastung in den Folgejahren dar.8 Die weitere Behandlung dieser Unterschiedsbeträge werde ich in den nachfolgenden Kapiteln genauer erläutern.

Wäre es dem Unternehmen möglich eine Einheitsbilanz zu erstellen, also, dass die Steuerbilanz der Handelsbilanz entspräche, wäre die Buchung von latenten Steuern nicht nötig, da sie schlichtweg nicht existieren würden. Der steuerliche Gewinn wäre also analog zum handelsrechtlichen Gewinn. Demnach gibt es die latenten Steuern nur, da sich die Rechnungslegungsvorschriften der Handelsbilanz und der Steuerbilanz enorm voneinander unterscheiden, betrachtet man die Ansatz- und Bewertungsvorschriften sowie die Gewinnermittlungsregeln.9

3. Unterscheidung der Differenzwerte

3.1. Temporäre Differenzwerte

Bei temporären Differenzen handelt es sich, wie der Name schon sagt, um Unterschiedsbeträge, welche sich in voraussehbarer Zeit wieder ausgleichen.10 Sie entstehen also dann, wenn sich Unterschiede in den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Jahresergebnissen und Bilanzposten mit großer Wahrscheinlichkeit wieder auflösen. Hierzu gehören auch Abweichungen zwischen der Handels- und Steuerbilanz, welche nichts mit der Periodisierung von Ertragssteueraufwendungen zu tun haben, sondern direkt und erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden.11

3.2. Permanente Differenzwerte

Bei permanenten Differenzwerten gleichen sich die Unterschiede in den Erfolgen und in der Bilanzposition im Zeitablauf nicht aus. Zu diesen permanenten Differenzen zählen unter anderen zum Beispiel die nach EStG definierten „nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben“. Aufgrund dessen, ist es Unternehmen untersagt diese permanenten Differenzwerte als latente Steuern auszuweisen.12

3.3. Quasi-permanente Differenzwerte

Unter quasi-permanent werden Differenzen verstanden, welche sich in den Folgejahren wahrscheinlich abbauen, jedoch der genaue Zeitpunkt bis dato noch nicht abzuschätzen ist. Eine andere Möglichkeit, wie ein quasi-permanenter Differenzwert entstehen kann ist, wenn der Abbau erst mit der Liquidation, also dem Verkauf der Wertanlage einhergeht. Zu diesen gehören beispielsweise auch Betriebsgrundstücke, welche nicht zum Verkauf bestimmt sind.13

4. Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern ergeben sich, wenn die Steuerrückstellung zu hoch angesetzt wurde. Die Differenz wird in diesem Fall gewinnerhöhend im Posten „aktive latente Steuern“ gebucht. Darüber hinaus sind bei der Berechnung der aktiven latenten Steuern steuerliche Verlustvorträge zu berücksichtigen, insofern innerhalb der folgenden fünf Jahre verrechenbare Gewinne erwartet werden.14

Aktive latente Steuern führen in den Folgejahren zu einer Steuerentlastung. Man kann sie gewissermaßen als schon bezahlte Steuern ansehen, welche sich in den Folgejahren gewinnmindernd auf den handelsrechtlichen Abschluss auswirken.15

In Bezug auf die Verbuchung herrscht in Deutschland ein Ausweiswahlrecht, nachdem die aktiven und passiven latenten Steuern unsaldiert erfasst werden können. Ist dies der Fall, so sind auf der Aktivseite die aktiven latenten Steuern entweder im Ganzen mit einem eventuell entstehenden Überhang oder nur bis zur Höhe der passiven latenten Steuern zu bilanzieren.16 Das Unternehmen kann selbst entscheiden, ob es den Überhang der latenten Steuern ausweist oder nicht.17 Diese Überlegungen ergeben sich durch das in Deutschland gesetzlich geregelte Vorsichtsprinzip.18

Anhand des nachfolgenden kleinen Beispiels wird nun die aktive latente Steuer etwas genauer erklärt. In diesem Beispiel ergibt sich eine Differenz, da der Handelsbilanzbuchwert der Rückstellung größer ist als jener in der Steuerbilanz. Daraus folgt, dass das Reinvermögen in der Handelsbilanz geringer ist als jenes in der Steuerbilanz. Es würde sich also ein steuerlicher Gewinn ergeben, welcher durch die Bildung aktiver latenter Steuern berücksichtigt würde.19

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. Grobhäuser/ Maier/ Kies; Finanz und Steuern: Besteuerung der Gesellschaften; S. 509.

2 Vgl. von Wysocki/ Wohlgemuth/ Brösel; Konzernrechnungslegung; S. 305.

3 Vgl. Bitz/ Schneeloch/ Wittstock/ Patek; Der Jahresabschluss: Nationale und internationale Rechtsvorschriften, Analyse und Politik; S. 192.

4 Vgl. Wolfgang Eggert; Latente Steuern im kleinen und mittleren Unternehmen; S. 29.

5 Vgl. Küting/ Weber; Der Konzernabschluss: Praxis der Konzernrechnungslegung nach HGB und IFRS; S. 209.

6 Vgl. Grobhäuser/ Maier/ Kies; Finanz und Steuern: Besteuerung der Gesellschaften; S. 511.

7 Vgl. Wolfgang Eggert; Latente Steuern in kleinen und mittleren Unternehmen; S. 6.

8 Vgl. Bitz/ Schneeloch/ Wittstock/ Patek; Der Jahresabschluss: Nationale und internationale Rechtsvorschriften, Analyse und Politik; S. 191.

9 Vgl. Bitz/ Schneeloch/ Wittstock/ Patek; Der Jahresabschluss: Nationale und internationale Rechtsvorschriften, Analyse und Politik; S. 192.

10 Vgl. Ebd.

11 Vgl. Rudolf Heno; Jahresabschluss nach Handelsrecht, Steuerrecht und internationalen Standards (IFRS); S. 362.

12 Vgl. Bitz/ Schneeloch/ Wittstock/ Patek; Der Jahresabschluss: Nationale und internationale Rechtsvorschriften, Analyse und Politik; S. 193.

13 Vgl. Bitz/ Schneeloch/ Wittstock/ Patek; Der Jahresabschluss: Nationale und internationale Rechtsvorschriften, Analyse und Politik; S. 193.

14 Vgl. ebd.

15 Vgl. Küting/ Weber; Der Konzernabschluss: Praxis der Konzernrechnungslegung nach HGB und IFRS; S. 209.

16 Vgl. Bitz/ Schneeloch/ Wittstock/ Patek; Der Jahresabschluss: Nationale und internationale Rechtsvorschriften, Analyse und Politik.

17 Vgl. Küting/ Weber; Die Bilanzanalyse: Beurteilung von Abschlüssen nach HGB und IFRS; S. 92.

18 Vgl. Grobshäuser/ Maier/ Kies; Finanz und Steuern: Besteuerung der Gesellschaften; S. 510.

19 Vgl. Rudolf Heno; Jahresabschluss nach Handelsrecht, Steuerrecht und internationalen Standards (IFRS); S. 364.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Latente Steuern im Einzel- und Konzernabschluss
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, ehem. Fachhochschule Landshut
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V386516
ISBN (eBook)
9783668604407
ISBN (Buch)
9783668604414
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
latente, steuern, einzel-, konzernabschluss
Arbeit zitieren
Nico Wegertseder (Autor:in), 2016, Latente Steuern im Einzel- und Konzernabschluss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386516

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