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Die Lage der deutschen Arbeiter im Nationalsozialismus bis 1939

Titel: Die Lage der deutschen Arbeiter im Nationalsozialismus bis 1939

Zwischenprüfungsarbeit , 1980 , 27 Seiten

Autor:in: Dr. Volker Brand (Autor:in)

Weltgeschichte - Moderne Geschichte
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Diese Zwischenprüfungsarbeit aus dem Jahr 1980 geht der Situation der deutschen Arbeiter im Dritten Reich nach. Es wird dargelegt, dass die Arbeiterschaft nicht zu den privilegierten Gruppen gehört, die im tausendjährigen Reich besondere Aufstiegeschancen besaß.

„Die deutsche Arbeiterklasse war 1933, wie schon 1914, die am besten organisierte und am besten geschulte Arbeiterklasse Europas; unter den Arbeiterklassen der größeren europäischen Völker war sie die stärkste. Gleichwohl gab sie über Nacht ihren Geist auf, ohne auch nur eine Protestsalve abzugeben, wie es ein Jahr später ihre österreichischen Kameraden taten, die dadurch ihre Selbstachtung retteten. Warum? In den zwölf folgenden Jahren brachte sie Helden hervor. Aber es gelang ihr nicht, auf irgendeine wirksame Weise Widerstand zu leisten. Soweit sie in den Jahren 1933 bis 1939 überhaupt protestierte, geschah dies am Rande und aus wirtschaftlichen, nicht aus politischen Gründen; es ging um Löhne und Arbeitsstunden, nicht aber - so scheint es - um grundsätzliche Opposition. Warum? Im September 1939 marschierte sie wie alle anderen auch. Zwischen 1916 und 1918, mitten im ersten totalen Krieg, hatte sie gestreikt. Zwischen 1943 und 1945 gab es keine Streiks. Warum?“ (Schoenbaum, 1968, 14)

Dieses Zitat aus David Schoenbaums Buch "Die braune Revolution" deutet nicht nur auf ein rätselhaftes Verhältnis der Arbeiterklasse zum nationalsozialistischen Staat hin, es verweist auch auf tiefgreifende Fragestellungen zu diesem Problemfeld, die für die Geschichtswissenschaft eine bedeutende Herausforderung darstellen. Allerdings wird man sich auch heute noch weitgehend dem Urteil David Schoenbaums anschließen müssen, der diese Fragestellungen von der damaligen historischen Nachkriegsliteratur für unbeantwortet hielt. Das liegt sicherlich auch darin begründet, dass bedeutendes dokumentarisches Quellenmaterial entweder nicht mehr vorhanden oder immer noch nicht aus dem Potsdamer Archiv verfügbar ist. Zudem gehen die Meinungen der Historiker zu diesem Thema beachtlich auseinander, wie zum Beispiel bei der Frage, ob die Arbeiterklasse dem NS-Regime resistent gegenüberstand. Daher kann im folgenden das Rollenverständnis der Arbeiterklasse im Nationalsozialismus nur unvollständig wiedergegeben werden. So gilt die besondere Aufmerksamkeit an dieser Stelle der sozialen, politischen und ökonomischen Lage der Arbeiterschaft.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Arbeiterklasse und Nationalsozialismus bis 1933

III. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Arbeiterklasse

IV. Die Zerschlagung der organisierten Arbeiterschaft

V. Die Neuordnung der Klassenverhältnisse

VI. Die Lage der deutschen Arbeiter während der nationalsozialistischen Herrschaft

1. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt nach 1933

1.1 Die Wiederbeschaffung der Arbeit und ihre Bedeutung

1.2. Der Arbeitskräftemangel

2. Die soziale Lage der Arbeiter im Dritten Reich

3. Die politische Stellung der Arbeiterschaft im NS - Staat

4. Die Entwicklung der DAF

5. Die ökonomische Lage des Arbeiters

VII. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale, politische und ökonomische Lage der deutschen Arbeiterschaft im Nationalsozialismus bis zum Jahr 1939, um das komplexe und oft rätselhafte Verhältnis der Arbeiterklasse zum NS-Regime sowie das Ausbleiben breiteren Widerstandes zu beleuchten.

  • Entwicklung des Verhältnisses von Arbeiterschaft und Nationalsozialismus vor 1933.
  • Folgen der Weltwirtschaftskrise für die organisierte Arbeiterschaft.
  • Methodische Zerschlagung freier Gewerkschaften und Neuordnung der Arbeitsbeziehungen.
  • Rolle und Funktion der Deutschen Arbeitsfront (DAF) im NS-Staat.
  • Analyse der ökonomischen Situation, der Beschäftigungspolitik und der Lebensbedingungen der Arbeiter.

Auszug aus dem Buch

Die Zerschlagung der organisierten Arbeiterschaft

Die erste wichtige Aufgabe der am 30.1.1933 von Hindenburg vereidigten Regierung Hitler bestand in der Auseinandersetzung mit den Arbeiterparteien und den Gewerkschaften. Es sprechen viele Hinweise dafür, dass die neue Reichsregierung dieses Problem mit größter Vorsicht angehen wollte, um einen drohenden Generalstreik oder einen Bürgerkrieg zu verhindern. Zum Beispiel ließ Reichsarbeitsminister Franz Seldte Gesetzentwürfe ausarbeiten, die auf einen schrittweisen Abbau der unabhängigen wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiterklasse hinzielten.

Diese Maßnahmen entsprachen Vorstellungen, die mit denen konservativer Unternehmerkreise Konform waren, liefen aber keineswegs auf eine unmittelbare Liquidierung der Arbeiterbewegung hinaus.

Obwohl schon in den ersten Märztagen mehrere Gewerkschaftshäuser von der SA besetzt, die Einrichtungen zerstört, Akten beschlagnahmt und Funktionäre brutal misshandelt wurden, versuchte der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund noch in dieser Zeit, mit der NSDAP loyal zu kooperieren, um die Gewerkschaftsarbeit fortsetzen zu können.

Als sich herauskristallisierte, dass die Maßnahmen gegen die Gewerkschaftshäuser ohne geschlossene Antwort der Arbeiterschaft blieben, entschlossen sich Hitler und Reichsorganisationsleiter Ley die unerwartet günstige und frühe Gelegenheit für eine radikale Lösung zu nutzen. So wurde im Zeichen eines geschickten Propagandazuges der 1. Mai zum Tag der Arbeit deklariert, um fadenscheinig die Verbundenheit der neuen Regierung mit der Arbeiterschaft zu demonstrieren. Es gelang sogar, die freien Gewerkschaften zu einer zustimmenden Resolution zu bewegen. Dieser Tag, so sagten sie, bedeute die Verwirklichung eines alten Traumes der Arbeiterklasse.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Problematik des Verhältnisses der deutschen Arbeiterklasse zum NS-Staat und stellt zentrale Fragen zum Ausbleiben von Widerstand.

II. Arbeiterklasse und Nationalsozialismus bis 1933: Dieses Kapitel skizziert das Wählerverhalten der Arbeiterschaft und das begrenzte Sympathieverhältnis zur NSDAP vor der Machtübernahme.

III. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Arbeiterklasse: Es wird analysiert, wie die Massenarbeitslosigkeit und der wirtschaftliche Druck die Substanz der Arbeiterbewegung zersetzten.

IV. Die Zerschlagung der organisierten Arbeiterschaft: Dieses Kapitel beschreibt die schrittweise und schließlich radikale Eliminierung der Gewerkschaften und Arbeiterorganisationen durch das NS-Regime.

V. Die Neuordnung der Klassenverhältnisse: Hier wird der Aufbau der Deutschen Arbeitsfront (DAF) und die Etablierung einer neuen Sozialverfassung erläutert.

VI. Die Lage der deutschen Arbeiter während der nationalsozialistischen Herrschaft: Umfassende Untersuchung der Arbeitsmarktpolitik, der sozialen Stellung, der DAF, des Arbeitskräftemangels und der wirtschaftlichen Lage der Arbeiter.

VII. Schlussbemerkung: Die Zusammenfassung reflektiert die Gründe für die psychologische Integration der Arbeiterschaft in das NS-Regime trotz des Verlusts ihrer Rechte.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Arbeiterklasse, Deutsche Arbeitsfront, DAF, Gewerkschaften, Weltwirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Sozialpolitik, NS-Staat, Lebensstandard, Aufrüstung, NSBO, Arbeitsmarkt, Widerstand, Klassenverhältnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziale, politische und ökonomische Situation der deutschen Arbeiterschaft unter der nationalsozialistischen Herrschaft bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Zerschlagung der Gewerkschaften, der Aufbau der Deutschen Arbeitsfront, die Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik sowie die Entwicklung der Lebensbedingungen und der politische Status der Arbeiter.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit versucht zu erklären, warum die deutsche Arbeiterschaft trotz des massiven Verlusts ihrer Rechte und Organisationen keinen organisierten Widerstand gegen das NS-Regime leistete und wie die psychologische Bindung an den Staat gelang.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-sozialwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, historischer Fachliteratur (wie von Tim Mason oder David Schoenbaum) und statistischen Daten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Übergang von der Arbeitslosigkeit zum Arbeitskräftemangel, den sozialen Folgen der NS-Politik für Arbeiterfamilien sowie der ökonomischen Umstrukturierung durch die DAF.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Nationalsozialismus, Arbeiterklasse, Gewerkschaften, DAF, Arbeitsmarktpolitik, Sozialpolitik und Lebensstandard.

Welche Rolle spielte die Deutsche Arbeitsfront (DAF) für die Arbeiter?

Die DAF fungierte als Instrument des Staates zur totalen Erfassung und Kontrolle der Arbeiterschaft, ersetzte die Gewerkschaften und diente primär der Leistungssteigerung zugunsten der Rüstungswirtschaft.

Wie bewertet der Autor das Ausbleiben von Widerstand?

Der Autor argumentiert, dass die unbestreitbaren Erfolge bei der Beseitigung der Arbeitslosigkeit und das Gefühl einer "politischen Hängematte" bei vielen Arbeitern zu einer Akzeptanz des Regimes führten, da soziale Distanzen subjektiv als geringer empfunden wurden.

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Details

Titel
Die Lage der deutschen Arbeiter im Nationalsozialismus bis 1939
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Geschichtswissenschaft)
Autor
Dr. Volker Brand (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1980
Seiten
27
Katalognummer
V386627
ISBN (eBook)
9783668608368
ISBN (Buch)
9783668608375
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutschland Nationalsozialismus NS Drittes Reich Arbeiter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Volker Brand (Autor:in), 1980, Die Lage der deutschen Arbeiter im Nationalsozialismus bis 1939, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386627
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Leseprobe aus  27  Seiten
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