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Die Schuldfrage im Kontext des Romans "Der Vorleser" von Bernhard Schlink

Title: Die Schuldfrage im Kontext des Romans "Der Vorleser" von Bernhard Schlink

Pre-University Paper , 2017 , 25 Pages , Grade: 15

Autor:in: Felix Drechsler (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der Protagonisten Hanna Schmitz und Michael Berg und ihrem Umfeld die juristische und moralische Schuldfrage, im gegebenen Rahmen, zu beantworten. Zudem wird ein repräsentativer Vergleich sowohl zwischen den Hauptpersonen und ihrer Generation als auch zwischen der fiktiven Angeklagten Hanna Schmitz und der im Rahmen des Majdanek-Prozesses verurteilten Hermine Braunsteiner-Ryan gezogen. Dem vorangestellt erfolgt eine zeitliche Darstellung der NSG-Verfahren sowie ein kurzes Resümee des Majdanek-Prozesses.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Anwendbarkeit des Schuldprinzips und der moralischen Schuld auf den Roman „Der Vorleser“

2. Herausarbeitung der moralischen und juristischen Schuldfrage in Bernhard Schlinks „Der Vorleser“

2.1 Inhalt der zu analysierenden Lektüre „Der Vorleser“

2.2 Das für ihre Generationen repräsentative Verhalten der Hauptpersonen Michael Berg und Hanna Schmitz

2.2.1 Michaels Figur als Repräsentant der Nachkriegsgeneration

2.2.2 Hannas Figur als Repräsentantin der Kriegsgeneration

2.3 Erarbeitung der moralischen und juristischen Schuld in „Der Vorleser“

2.3.1 Die individuelle Schuld Hannas

2.3.1.1 Hannas juristisches Vergehen durch den sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen

2.3.1.2 Hannas juristische und moralische Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus

2.3.2 Die individuelle Schuld Michaels

2.3.2.1 Michaels Verrat an Hanna

2.3.2.2 Michaels moralischer Schuldkonflikt angesichts seiner Liebe zu einer NS-Verbrecherin

2.3.3 Die Kollektivschuld der Kriegsgeneration

2.3.3.1 Das gemeinschaftliche Vergehen der ersten Generation im und nach dem Zweiten Weltkrieg

2.3.3.2 Die mit dem Schweigen der ersten Generation bezüglich ihrer Schuld verbundenen Folgen

3. Gegenüberstellung des fiktiven Prozesses Hannas im Buch und des Majdanek-Prozesses

3.1 Allgemeiner Überblick über die juristische Verfolgung ehemaliger NS-Verbrecher in Deutschland

3.2 Der Majdanek Prozess – Ein Resümee

3.3 Vergleich der fiktiven Angeklagten Hanna Schmitz und ihres Prozesses mit der Person Hermine Braunsteiner-Ryans

4. Die mit Schlinks Roman einhergehende Problematik der Verharmlosung von NS-Verbrechern

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieser Arbeit ist es, die juristische und moralische Schuldfrage anhand der Protagonisten Hanna Schmitz und Michael Berg zu analysieren und zu beantworten, sowie einen Vergleich zwischen der fiktiven Figur und historischen NS-Tätern zu ziehen, um die Komplexität der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit darzustellen.

  • Analyse der moralischen und juristischen Schuld bei Hanna Schmitz und Michael Berg.
  • Untersuchung der generationenübergreifenden Schuldwahrnehmung und -aufarbeitung.
  • Juristische Einordnung der Taten anhand des Strafgesetzbuches und Völkerstrafgesetzbuches.
  • Vergleich des fiktiven Schicksals von Hanna Schmitz mit der realen NS-Täterin Hermine Braunsteiner-Ryan.
  • Diskussion über die Problematik der Verharmlosung von NS-Tätern durch literarische Darstellung.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Michaels Figur als Repräsentant der Nachkriegsgeneration

Michael ist in seiner Rolle als Hauptperson ein Repräsentant der zweiten und somit während des Krieges oder unmittelbar nach dem Krieg geborenen Generation. Die Jahre nach Michaels Geburt spielten hierbei hinsichtlich der politischen und juristischen Aufarbeitung der Vergangenheit eine besondere Rolle. Ergo ist es nur plausibel, dass Schlink die fünfziger Jahre als Zeitpunkt des Beginns seiner Erzählung wählte.

So wurde im Oktober 1950 der Bundesgerichtshof eröffnet, welcher als „Pfeiler der Rechtseinheit“ fungierte, und „seitdem auch zentrale Revisionsinstanz für alle vor Strafkammern […] verhandelten Prozesse wegen NS-Verbrechen wurde“.

Doch auch durch den direkten Kontakt mit Hanna steht Michael „pars pro toto“ für seine Generation, er ist es, der sich Hanna nähert und den Kontakt sucht, nicht sie. Wenngleich auch dieser Kontaktaufbau jedes Mal aufs Neue scheitert und somit ausschlaggebend für die Unmöglichkeit eines Kommunizierens mit der Kriegsgeneration ist, so verdeutlicht er doch, dass es ein Anliegen seitens der zweiten Generation ist, die Vergangenheit aufzuarbeiten und sich mit ihr zu befassen. Gleichzeitig wird Michael jedoch die Rolle des Richtenden und Entscheidenden zuteil, denn während er zunächst passiv das Geschehen im Gerichtssaal verfolgt hatte, so ist er später aktiver Teilnehmer.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Anwendbarkeit des Schuldprinzips und der moralischen Schuld auf den Roman „Der Vorleser“: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Schuld und Strafe basierend auf dem Schuldprinzip sowie philosophische Ansätze von Karl Jaspers zur moralischen Schuld.

2. Herausarbeitung der moralischen und juristischen Schuldfrage in Bernhard Schlinks „Der Vorleser“: Dieser Abschnitt analysiert die spezifischen individuellen und kollektiven Schuldkomplexe der Hauptfiguren sowie deren repräsentative Bedeutung für die Nachkriegs- und Kriegsgeneration.

3. Gegenüberstellung des fiktiven Prozesses Hannas im Buch und des Majdanek-Prozesses: Das Kapitel setzt die literarische Prozessführung in Bezug zur historischen Realität der NS-Prozesse und vergleicht Hanna Schmitz mit der realen KZ-Aufseherin Hermine Braunsteiner-Ryan.

4. Die mit Schlinks Roman einhergehende Problematik der Verharmlosung von NS-Verbrechern: Abschließend wird kritisch diskutiert, inwiefern die Darstellung einer Analphabetin als Täterin die moralische Verurteilung der Verbrechen erschwert und das Täterbild verzerrt.

Schlüsselwörter

Der Vorleser, Bernhard Schlink, Schuldfrage, NS-Verbrechen, Nachkriegsgeneration, Kriegsgeneration, Kollektivschuld, Analphabetismus, moralische Schuld, juristische Schuld, Majdanek-Prozess, Hermine Braunsteiner-Ryan, Banalität des Bösen, Aufarbeitung, Strafrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die juristische und moralische Schuldfrage im Roman „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink im Kontext der Aufarbeitung des Nationalsozialismus.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die individuelle Schuld der Protagonisten Hanna und Michael, die Kollektivschuld der Generationen sowie der Vergleich zwischen literarischer Fiktion und historischen NS-Prozessen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Schuldfrage anhand der Hauptfiguren zu beantworten und zu prüfen, ob der Roman trotz literarischer Freiheit ein adäquates Bild der NS-Täter vermittelt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit kombiniert eine literaturwissenschaftliche Analyse mit juristischen Begriffsdefinitionen und vergleicht diese mit historischen Dokumenten und Prozessergebnissen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der individuellen Schuld von Hanna und Michael, die Diskussion der Kollektivschuld der Kriegsgeneration sowie einen detaillierten Vergleich mit dem realen Majdanek-Prozess.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Schuldprinzip, Banalität des Bösen, NSG-Verfahren, Generationenkonflikt und moralische Verantwortung.

Warum ist der Analphabetismus von Hanna für die Schuldfrage so wichtig?

Der Analphabetismus dient im Roman als psychologisches Substrat für Hannas Verhalten und erschwert die eindeutige moralische Verurteilung, da er Mitleid erweckt und von der Schwere ihrer Taten ablenken kann.

Inwiefern beeinflusst Michael Bergs Liebe seine Rolle bei der Schuldaufarbeitung?

Seine Liebe zu einer NS-Täterin führt zu einem unauflösbaren moralischen Zwiespalt und einer Identitätskrise, die ihn daran hindert, sich vollständig von der Tätergeneration zu distanzieren.

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Details

Title
Die Schuldfrage im Kontext des Romans "Der Vorleser" von Bernhard Schlink
Course
Wissenschaftspropädeutisches Seminar: „Schuld" in der Literatur des 18.-21. Jahrhunderts (Fachbereich Deutsch)
Grade
15
Author
Felix Drechsler (Author)
Publication Year
2017
Pages
25
Catalog Number
V386631
ISBN (eBook)
9783668610088
ISBN (Book)
9783668610095
Language
German
Tags
schuldfrage kontext romans vorleser bernhard schlink
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Drechsler (Author), 2017, Die Schuldfrage im Kontext des Romans "Der Vorleser" von Bernhard Schlink, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386631
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