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Die Bedeutung von Arbeit und Beruf für Menschen mit Behinderung

Zur beruflichen Sozialisation als Indikator für Vollwertigkeit eines Individuums in der Gesellschaft

Title: Die Bedeutung von Arbeit und Beruf für Menschen mit Behinderung

Seminar Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Fabian Göbel (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Arbeit ist heute mehr als reiner Broterwerb. Durch das Erlernen und die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit wird das Individuum zu einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft, da es nun aktiv zum Erhalt der geltenden Normen beiträgt. Es vollzieht den Schritt von einem in das nächste Lebensalter. Die Aufnahme eines Berufes charakterisiert den Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen, viel mehr als zum Beispiel das Alter. Die berufliche Sozialisation ist also ausschlaggebender Indikator für die Vollwertigkeit eines Individuums in der Gesellschaft. Ansehen, Selbstwert, sozialer und finanzieller Status sind neben der reinen Existenzsicherung die abhängigen Grundkonstanten der beruflichen Tätigkeit.
Wie gestaltet sich nun aber dieser Prozess für Menschen, die aufgrund einer Einschränkung in ihrer Leistungsfähigkeit nicht oder nur unzureichend dazu in der Lage sind, diesen Anforderungen zu entsprechen? Können diese überhaupt zu vollwertigen, akzeptierten und integrierten Mitgliedern der Gesellschaft werden, auch wenn sie die geforderten Qualifikationsmerkmale aufgrund eines Handicaps nicht in dem Maße erfüllen können? Welche Rolle spielt die berufliche Eingliederung und Rehabilitation behinderter Menschen bei der Integration in die Gesellschaft überhaupt, und mit Hilfe welcher Maßnahmen und Institutionen ist dieser Prozess in einem für die Beteiligten befriedigendem Rahmen möglich?

Erwähnenswert erscheint in diesem Zusammenhang auch die allgemeine Arbeitsmarktsituation, denn in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation und konjunktureller Schwierigkeiten sind gerade die Leistungsschwächeren der Gesellschaft mögliche erste Opfer rationalisierender Maßnahmen. Da gerade für die Gruppe der Menschen mit Behinderung nicht nur materiell existentielle, sondern vor allem auch integrative und soziale Aspekte im Vordergrund der Erwerbstätigkeit stehen, verdient der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und sozialer Integration bzw. die Relevanz der Arbeit für Menschen mit Behinderung ein besonderes Interesse.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen

2.1. Behinderung

2.1.1. Medizinisch-juristische Definition

2.1.2. Behindertenpädagogische Definition

2.1.3. WHO-Klassifikationen

2.1.4. Behindertensoziologische Definition

2.2. Rehabilitation

2.3. Arbeit und berufliche Sozialisation

3. Arbeit und Beruf als Teil des menschlichen Lebens

3.1. Die Relevanz von Arbeit und beruflicher Tätigkeit für die Allgemeinbevölkerung

3.1.1. Die Bedeutung der Arbeit als Lebensaltersabschnitt

3.1.2. Sozialer Status, Identität und Selbstwert

3.1.3. Finanzieller Status

3.2. Die Relevanz des beruflichen Eingliederungsprozesses für Menschen mit Behinderung

3.2.1. Gesetzliche Grundlagen der beruflichen Eingliederung

3.2.2. Schulische Rehabilitation

3.2.3. Ausbildung

3.2.3.1. Berufsbildungswerke

3.2.3.2. Berufsförderungswerke

3.2.3.3. Maßnahmen der Werkstätten für Menschen mit Behinderung

3.3. Verschiedene Betriebsmodelle

3.3.1. Integrationsfirmen

3.3.2. Integrationsfachdienste

3.4. Folgen beruflicher Desintegrationsprozesse im Zusammenhang mit Behinderung

3.4.1. Sozialer Status, Identität und Selbstwert

3.4.2. Finanzieller Status

3.4.3. Die Bedeutung von Arbeit und Beruf als Lebensaltersabschnitt im Zusammenhang mit Behinderung

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Arbeit und Beruf für die soziale Identität und Integration von Menschen mit Behinderung in unserer Leistungsgesellschaft. Dabei wird analysiert, wie berufliche Teilhabe den Übergang in das Erwachsenenalter sowie das Selbstwertgefühl beeinflusst und vor welchen spezifischen Barrieren behinderte Menschen beim Zugang zum Arbeitsmarkt stehen.

  • Soziologische Einordnung des Behindertenbegriffs und der beruflichen Sozialisation
  • Bedeutung der Arbeit für den sozialen Status und die persönliche Identität
  • Analyse der gesetzlichen Grundlagen und existierender Rehabilitationssysteme
  • Darstellung verschiedener Ausbildungs- und Beschäftigungsmodelle (z.B. WfbM, Integrationsfirmen)
  • Untersuchung der Folgen beruflicher Desintegration für Betroffene

Auszug aus dem Buch

3.4.1. Sozialer Status, Identität und Selbstwert

Das Leben in der Betriebsgemeinschaft gewährleistet gerade Menschen mit Behinderung eine Statussicherheit, da sie dort die Möglichkeit bekommen, ihre Fähigkeiten und Kentnisse der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Die Anerkennung, die ihnen seitens der Kollegen und Mitarbeiter entgegengebracht wird ist ein wichtiger Stabilisationsfaktor, ohne den es zu Vereinsamung, Stagnation und Lethargie kommen kann, da die sozialen Netzwerke behinderter Menschen in der Regel kleiner sind als die Nichtbehinderter. Oftmals beschränken sich die sozialen Beziehungen behinderter Menschen auf das engere familiäre Umfeld, deshalb bringt auch der tägliche Milieuwechsel zwischen den Lebensräumen des Privat- und Berufsbereiches sowohl eine wohltuende Abwechslung und als auch Rhythmisierung des Alltags.

Halten wir uns vor Augen, dass berufliche Rehabilitation gleichzusetzen ist mit sozialer Integration (wobei die Integration in anderen Lebensbereichen ebenfalls wichtig, aber in diesem Kontext nicht entscheidend ist), so ist es bedeutsam, dass „die gesundheitsfördernde, stressmindernde und schützende Wirkung [...] sozialer Integration [...] im Rahmen der Belastungs- und Bewältigungsforschung eindeutig nachgewiesen worden [ist].“ Das meint, dass das Individuum bei fehlender Integration verschiedenen Stressoren ausgesetzt ist, die gerade bei Menschen mit Behinderung einen langfristigen und schädigenden Charakter einnehmen können, da oftmals die Möglichkeit zur Selbsthilfe aufgrund der Behinderung nicht besteht. Daraus können sich sowohl psychische als auch physische Probleme für den Betroffenen ergeben, wie Bildung von Stereotypen, Rückzug, Vitalitätsverlust, aber auch Selbst- und Fremdaggression.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Arbeit als zentralen Faktor für die soziale Teilhabe und den Übergang zum Erwachsensein ein.

2. Begriffserklärungen: Es erfolgt eine Differenzierung verschiedener Behindertenbegriffe unter Berücksichtigung medizinischer, pädagogischer und soziologischer Sichtweisen.

3. Arbeit und Beruf als Teil des menschlichen Lebens: Dieses Hauptkapitel analysiert den Stellenwert der Erwerbstätigkeit sowohl für die Allgemeinbevölkerung als auch für Menschen mit Behinderung, inklusive der spezifischen Rehabilitations- und Beschäftigungssysteme.

4. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die aktuelle schwierige Arbeitsmarktsituation und betont die Notwendigkeit sozialpolitischer Anpassungen zur echten Integration.

Schlüsselwörter

Arbeit, Beruf, Behinderung, Rehabilitation, berufliche Sozialisation, soziale Integration, Identität, Selbstwert, Leistungsgesellschaft, Eingliederung, Werkstätten für behinderte Menschen, Integrationsfirmen, Arbeitsmarkt, Statuspassage, Desintegration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die soziologische Bedeutung von Arbeit und Beruf für die Lebensgestaltung und soziale Identität von Menschen mit Behinderung in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Themenfelder berufliche Sozialisation, soziale Integration, der Zusammenhang zwischen Status und Erwerbstätigkeit sowie die verschiedenen Institutionen der beruflichen Rehabilitation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle die berufliche Eingliederung bei der gesellschaftlichen Integration spielt und ob die derzeitigen Maßnahmen ausreichen, um Menschen mit Behinderung eine vollwertige soziale Position zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Fachquellen sowie aktuelle arbeitsmarktpolitische Berichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Bedeutung von Arbeit für die Allgemeinbevölkerung und die spezifische Untersuchung der Eingliederungsprozesse für Menschen mit Behinderung, inklusive gesetzlicher Grundlagen und unterschiedlicher Betriebsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind soziale Integration, berufliche Rehabilitation, Identitätsbildung, Leistungsgesellschaft und der soziologische Behinderungsbegriff.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der Beschäftigungspflicht?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Ziel der Beschäftigungspflicht durch die hohe Anzahl von Arbeitgebern, die sich mittels Ausgleichszahlungen freikaufen, verfehlt wurde.

Welche Rolle spielen Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) laut der Untersuchung?

WfbM werden als Teil eines Sonderarbeitsmarktes betrachtet, die zwar eine Beschäftigung sichern, aber oft eine desintegrative Wirkung entfalten, da nur sehr wenige Menschen den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen.

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Details

Title
Die Bedeutung von Arbeit und Beruf für Menschen mit Behinderung
Subtitle
Zur beruflichen Sozialisation als Indikator für Vollwertigkeit eines Individuums in der Gesellschaft
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)  (Sozialwesen)
Grade
1,3
Author
Fabian Göbel (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V38666
ISBN (eBook)
9783638376617
ISBN (Book)
9783638654524
Language
German
Tags
Bedeutung Arbeit Beruf Menschen Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Göbel (Author), 2003, Die Bedeutung von Arbeit und Beruf für Menschen mit Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38666
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