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Die ausgrenzende Einheit. Wie Inklusion und Exklusion Nationalstaaten formten

Titel: Die ausgrenzende Einheit. Wie Inklusion und Exklusion Nationalstaaten formten

Hausarbeit , 2017 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Silvia Denzler (Autor:in)

Weltgeschichte - Moderne Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Ausarbeitung soll auf die Bedeutung des Begriffspaars Inklusion und Exklusion in Relation zur Nationsgründung eingegangen werden. Die vor diesem Hintergrund stattfindende Untersuchung wird zunächst die Entstehung und die Merkmale des Nationenkonzepts betrachten – mit der Vorbedingung der Öffentlichkeit als transregionale Kommunikationsplattform. Im weiteren Verlauf werden das Prinzip der Inklusion und Exklusion und dessen historische Anwendung in menschlichen Gesellschaften beschrieben. Im letzten Teil sollen die Auswirkungen des korrelaten Begriffspaars der Inklusion und Exklusion auf die Bildung von Nationen untersucht werden.

Inzwischen existiert die Idee der Nation seit ungefähr 250 Jahren. Das ist im Vergleich zu den Erzählungen vieler nationaler Mythen ein relativ junges Alter. Denn würde man den Aussagen dieser Mythen, mit denen sich viele Nationen legitimieren, Glauben schenken, dann würde so manche Nation bereits seit prähistorischen Zeiten existieren. Im aktuellen Forschungsdiskurs herrscht inzwischen der Konsens, Nationen als ein ideelles Konstrukt gebildeter Eliten zu verstehen. Lediglich unter den Vertretern der unterschiedlichen Analyseansätze zur Nationenentstehung herrscht ein Dissens in Bezug auf allgemein gefasste Aussagen über nationalistische Bewegungen. Dabei stehen jedoch andere Fragen im Mittelpunkt, wie z.B.: Ist eine Unterscheidung in Staatsnation und Kulturnation möglich und waren Ethnien und Sprache oder doch Wille und Ökonomie für die Nationsgründung entscheidend?

Ganz unabhängig davon, welche Beweggründe letztlich zur Bildung einer Nation geführt haben mögen, war jede Nationenentstehung stets von dem Prinzip der Inklusion und Exklusion begleitet. Denn bei jeder Nationsbildung kam es bei einer oder mehreren Gemeinschaften zu inkludierenden Prozessen, die zugleich andere bzw. sich selbst von anderen Gemeinschaften exkludierten. Ein Fall einer inkludierenden Nationsbildung war die Vereinigung Deutschlands im Jahr 1871. Als Beispiel für eine exkludierende Nationsbildung kann die Staatsgründung Griechenlands im Jahr 1821 genannt werden. Wichtig dabei ist die Beachtung, dass Inklusion stets mit Exklusion einhergeht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Nation und Nationalismus als elitäres Konstrukt

1. Öffentlichkeit als neue und elitäre Kommunikationsplattform

2. Die Idee der Nation und des Nationalismus und deren Identität

III. Das Prinzip der Inklusion und Exklusion in der Geschichte

IV. Inklusion und Exklusion als Teil der Nationsbildung

V. Fazit

VI. Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Bedeutung des Begriffspaars Inklusion und Exklusion bei der Entstehung und Formung von Nationalstaaten. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch soziale Inklusions- und Exklusionsprozesse sowie die Etablierung nationaler Identitäten ein Wir-Gefühl geschaffen wurde, das die Basis für moderne Nationalismen bildete.

  • Die Rolle der Öffentlichkeit als transregionale Kommunikationsplattform
  • Entwicklung des Nationenbegriffs und der Nationalismus-Phasen
  • Historische Kontinuitäten und Brüche von Inklusions- und Exklusionsprinzipien
  • Identitätsstiftende Kriterien wie Sprache, Kultur, Kunst und Siedlungsgebiet
  • Die Funktion von Nationalstolz als Vehikel zur Nationsbildung

Auszug aus dem Buch

1. Öffentlichkeit als neue und elitäre Kommunikationsplattform

Um die Entstehung des Nationalismus und seine inkludierende und exkludierende Eigenschaft besser verstehen zu können, ist es wichtig, die Genese der Nationenidee nachzuverfolgen. Ein wichtiger Faktor der Nationsbildung war ein Wir-Gefühl von transregionalen Gemeinschaften. Solch ein Wir-Gefühl von weit auseinandergelegenen Gemeinschaften war jedoch bis zum Mittelalter nicht selbstverständlich. Denn meist beschränkte sich eine Gemeinschaft auf die umliegenden Dörfer bzw. Städte innerhalb kleinerer Territorien. Auch wenn es Staaten gab, die zahlreiche Ländereien umfassten, war lediglich der Monarch bzw. dessen Dynastie das identitätsstiftende Moment neben den örtlichen Gemeinschaften. Demzufolge war eine Gemeinschaftsbildung, beispielsweise innerhalb des Heiligen Römischen Reiches, beschränkt. Dies hatte zur Folge, dass sich im Regelfall Menschen aus Münster nicht direkt mit Menschen aus Bern identifizieren konnten – abgesehen von der Religion, deren Bindungskraft während der Reformationszeit jedoch schwand. Die gleiche Beschränkung traf nicht nur auf das Heilige Römische Reich zu, sondern auch auf Gemeinschaften wie beispielsweise in Frankreich, das seit dem Mittelalter einen zentralistischen Staat bildete.

Dieser Umstand des regional begrenzten Weltbildes sollte sich jedoch zu Beginn der frühen Neuzeit ändern. Denn mittels des Buchdrucks konnten nicht nur Bücher, die zuvor in mühsamer Handarbeit geschrieben wurden, massenhaft gedruckt und verkauft werden, sondern auch Flugblätter und Zeitungen entstanden nun als informationstransportierende Medien, die in der Lage waren, das regional begrenzte Weltbild aufzubrechen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der Nationenidee ein und postuliert, dass jede Nationenentstehung untrennbar mit Inklusions- und Exklusionsprozessen verbunden ist.

II. Nation und Nationalismus als elitäres Konstrukt: Dieses Kapitel analysiert, wie das Bürgertum durch neue Kommunikationsplattformen wie die Öffentlichkeit die Grundlagen für den Nationalismus schuf und wie sich Identitätskriterien über Zeit wandelten.

III. Das Prinzip der Inklusion und Exklusion in der Geschichte: Hier wird die soziologische Definition des Begriffspaars erläutert und dessen historische Anwendung von der Antike bis zum Mittelalter und der Frühen Neuzeit nachgezeichnet.

IV. Inklusion und Exklusion als Teil der Nationsbildung: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Konzepte mit der praktischen Nationsbildung und untersucht, wie Identitätsmerkmale zur Abgrenzung nach außen genutzt wurden.

V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Nationalstolz als extremes Wir-Gefühl den Inbegriff einer ausgrenzenden Einheit bildet, die durch triviale Kriterien instrumentalisiert wurde.

VI. Ausblick: Der Ausblick reflektiert die Tauglichkeit des Analyseansatzes der Inklusion und Exklusion für die Nationalismusforschung und erkennt dessen Wert als Werkzeug trotz seiner Komplexität an.

Schlüsselwörter

Inklusion, Exklusion, Nationalismus, Nation, Nationsbildung, Öffentlichkeit, Identität, Wir-Gefühl, Nationalstolz, Bürgertum, Geschichte, Souveränität, Gesellschaft, Grenzziehung, Patriotismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische und soziologische Rolle von Inklusions- und Exklusionsmechanismen bei der Entstehung von Nationen und der Ausbildung nationaler Identitäten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Genese des Nationalismus, die Rolle des Bürgertums, die Bedeutung der Öffentlichkeit als Kommunikationsplattform sowie die Instrumentalisierung kultureller und sprachlicher Identitätskriterien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Inklusions- und Exklusionsprinzip als essenzieller, oft aber unbewusster Bestandteil der Nationsbildung fungierte, um ein exklusives Wir-Gefühl zu erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die einschlägige Fachliteratur (wie z.B. Anderson, Hobsbawm, Habermas) zur theoretischen Fundierung heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Voraussetzungen für Nationalismus, die historische Variabilität von Inklusion/Exklusion (von der Antike bis zur Neuzeit) und die spezifischen Kriterien der Nationsbildung detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Inklusion, Exklusion, Nation, Nationalismus, Identität, Öffentlichkeit und Nationalstolz.

Warum wird der Nationalstolz in der Arbeit als "Vehikel" bezeichnet?

Die Autorin bezeichnet ihn als Vehikel, da er ein effektives psychologisches Mittel darstellt, um Massen zu mobilisieren und die Identifikation mit einer Nation zu festigen, oft auf Basis trivialer Merkmale.

Welche Rolle spielte das Milet-System im Osmanischen Reich in diesem Kontext?

Das Milet-System wird als Beispiel für eine "inkludierende Exklusion" angeführt, bei der unterschiedliche Kulturen innerhalb eines Reiches zwar separiert, aber friedlich koexistieren konnten.

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Details

Titel
Die ausgrenzende Einheit. Wie Inklusion und Exklusion Nationalstaaten formten
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Mythen und Bilder der türkischen Nation
Note
1,3
Autor
Silvia Denzler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V386674
ISBN (eBook)
9783668608412
ISBN (Buch)
9783668608429
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nation Nationalismus Nationalstolz Inklusion Exklusion Nationen Nationbiulding Öffentlichkeit Nationalismusforschung Nationalstaaten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Silvia Denzler (Autor:in), 2017, Die ausgrenzende Einheit. Wie Inklusion und Exklusion Nationalstaaten formten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386674
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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