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"Wer bin ich?". Eine Untersuchung zum Kriterium der Personenidentität

Title: "Wer bin ich?". Eine Untersuchung zum Kriterium der Personenidentität

Bachelor Thesis , 2013 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Denis Wanic (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit versucht sich dem Kriterium der Personenidentität zu nähern, um letztlich zu beantworten, was als ein solches Kriterium denkbar sein kann. Auf der Suche nach der richtigen Antwort wird zunächst mit dem Kriterium der Erinnerung gearbeitet. Dabei wird näher gebracht, warum gerade dieses Kriterium so attraktiv erscheint, um die Identität einer Person auszumachen, und warum John Locke sich für dieses Kriterium aussprach.

Im weiteren Verlauf soll festgestellt werden, an welcher Stelle Erinnerungen als Kriterium an ihre Grenzen kommen. Es entsteht nämlich dann ein Problem, wenn man Personenidentität unterschiedlich definiert. Sieht man diese lediglich als ein Merkmal, welches eine Unterscheidung eines Individuums zu anderen leisten soll, ergibt sich, dass man Erinnerungen ohne größere Probleme benutzen kann, um Identität zu bestimmen. Definiert man Personenidentität, so dass sie darüber hinaus auch in der Lage sein soll, die Kontinuität eines Individuums mit sich selbst im zeitlichen Verlauf zu berücksichtigen, scheinen Erinnerungen als Kriterium an ihre Grenzen zu stoßen.

Letztlich soll zu dem Schluss geleitet werden, dass das Verhältnis zwischen Leib und Seele so aussieht, dass letztlich nur der Körper existent ist und Geistiges lediglich körperlich realisierte Hirnzustände darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitend

2. Leib und Seele: Woraus besteht das Ich?

3. Erinnerung

4. Williams Gegenargumentation

5. Unterscheidung zu Anderen und Kontinuität des Selbst

6. Der Körper ist das Ich

6.1 Materialismus

6.2 Existenz als Kriterium

7. Ausleitend

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das philosophische Kriterium der Personenidentität mit dem Ziel, eine fundierte Antwort auf die Frage zu finden, was ein Individuum über die Zeit hinweg als dieselbe Person ausmacht.

  • Analyse des Leib-Seele-Problems als Grundlage für die Identitätsdebatte.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Gedächtnis als möglichem Identitätskriterium nach John Locke.
  • Diskussion der Gegenargumente von Bernard Williams bezüglich der Rolle des Körpers.
  • Untersuchung der materialistischen Sichtweise auf das Bewusstsein und den Geist.
  • Herleitung des Körpers als notwendige Konstante für die raum-zeitliche Kontinuität des Selbst.

Auszug aus dem Buch

4. Williams Gegenargumentation

Im letzten Abschnitt wurde erörtert, dass ein Kriterium der Erinnerungen geeignet ist, um die Identität von Personen auszumachen. Wie so oft in der Philosophie gibt es dennoch Positionen, die den Versuch einer Gegenargumentation eröffnen. Auch wenn man glaubt eine richtige Antwort gefunden zu haben, lohnt es immer sich mit den Gegenpositionen zu beschäftigen, da man womöglich von ihnen lernen und die eigene Meinung optimieren kann. Ein ernstzunehmender Einwand gegenüber Erinnerungen als Kriterium der Personenidentität stammt von Bernard Williams. Dieser versucht darzulegen, „[…] daß [sic] die Identität des Körpers immer eine notwendige Bedingung der Personenidentität ist […]“16 und damit Erinnerungen alleine stehend, nicht als geeignetes Kriterium herhalten können. Dazu konstruiert er ein Beispiel bei dem eine Person alle seine Erinnerungen verliert und gleichzeitig über die Erinnerungen eines anderen Menschen verfügt.

Nennen wir den Mann, dessen Charakter sich so radikal verändert hat, Karl und nehmen an, daß [sic] er nach dem Aufwachen behauptet, sich daran zu erinnern, bestimmte Ereignisse erlebt und bestimmte Handlungen ausgeführt zu haben, an die er sich früher nicht zu erinnern beanspruchte, und daß […] er sich ferner auf Befragen nicht daran erinnern kann, andere Ereignisse erlebt und andere Handlungen ausgeführt zu haben, an die er sich früher wohl erinnert hat.17

Das Kriterium der Erinnerungen scheint hier an seine Grenzen zu gelangen. Wir haben zwar erörtert, dass Erinnerungen geeignet sind um sich selbst von anderen Individuen zu unterscheiden18, doch wirkt es erst mal abwegig zu sagen, dass ein Mensch den wir eben noch als Karl kannten, heute nicht mehr Karl ist, weil er sich nicht mehr an Dinge erinnert, die Karl erlebt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitend: Die Einleitung führt in die grundlegende philosophische Fragestellung nach der Natur des Ichs und der Personenidentität ein.

2. Leib und Seele: Woraus besteht das Ich?: Dieses Kapitel beleuchtet das Leib-Seele-Problem und diskutiert verschiedene Ansätze zur Zusammensetzung des Ichs.

3. Erinnerung: Hier wird das Erinnerungsvermögen als potenzielles Identitätskriterium nach John Locke analysiert und hinterfragt.

4. Williams Gegenargumentation: Dieser Abschnitt behandelt die Einwände von Bernard Williams, der die Notwendigkeit körperlicher Identität betont.

5. Unterscheidung zu Anderen und Kontinuität des Selbst: Das Kapitel befasst sich mit der Differenzierung zwischen Identität als Unterscheidungsmerkmal und als zeitliche Kontinuität.

6. Der Körper ist das Ich: Hier wird die These vertreten, dass der physische Körper die notwendige Konstante für die Personenidentität darstellt.

6.1 Materialismus: Die materialistische Perspektive auf den Menschen und das Bewusstsein als körperlich realisierten Zustand wird erläutert.

6.2 Existenz als Kriterium: Das Kapitel führt das Konzept der Lebenshistorie als Identitätskriterium ein.

7. Ausleitend: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und bekräftigt die Notwendigkeit des Körpers für eine schlüssige Theorie der Personenidentität.

Schlüsselwörter

Personenidentität, Identität, Ich, Leib-Seele-Problem, Erinnerung, John Locke, Bernard Williams, Körper, Kontinuität, Materialismus, Bewusstsein, Selbst, Lebenshistorie, Mentales, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, was eine Person über die Zeit hinweg als dieselbe identifizierbar macht und kritisiert dabei herkömmliche geistbasierte Ansätze.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind das Leib-Seele-Verhältnis, die Verlässlichkeit des Gedächtnisses als Identitätsmerkmal sowie die Bedeutung des physischen Körpers.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein tragfähiges Kriterium für die Personenidentität zu finden, das sowohl die Unterscheidung von anderen als auch die zeitliche Kontinuität des Selbst erklären kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine philosophische Diskursanalyse, bei der er bestehende Theorien wie die von John Locke reflektiert und kritisch gegen Gegenargumente von Bernard Williams abwägt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schwächen gedächtnisbasierter Identitätsmodelle und untermauert durch materialistische und neurowissenschaftliche Argumente die zentrale Rolle des Körpers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Personenidentität, Körper, Erinnerung, Kontinuität und Materialismus.

Wie unterscheidet der Autor zwischen der Person und dem Menschen nach John Locke?

Der Autor identifiziert Locke als jemanden, der Mensch (physischer Körper) und Person (Körper mit immateriellem Geist) trennt, wobei der Autor selbst das Konzept des immateriellen Geistes ablehnt.

Warum wird das Gedankenexperiment von Karl und Robert in der Arbeit genutzt?

Das Experiment dient dazu, die logischen Widersprüche aufzuzeigen, die entstehen, wenn Erinnerungen ohne eine körperliche Verankerung als alleiniges Kriterium für Identität verwendet werden.

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Details

Title
"Wer bin ich?". Eine Untersuchung zum Kriterium der Personenidentität
College
University of Erfurt  (Seminar für Philosophie)
Grade
1,3
Author
Denis Wanic (Author)
Publication Year
2013
Pages
27
Catalog Number
V386675
ISBN (eBook)
9783668607347
ISBN (Book)
9783668607354
Language
German
Tags
Descartes Materialismus Existenz Leib Seele
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Denis Wanic (Author), 2013, "Wer bin ich?". Eine Untersuchung zum Kriterium der Personenidentität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386675
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