"Die Region kann mit der Ski-WM gewinnen" , "Tor für Deutschland – Chancen für Deutschland, sich als Reiseland zu profilieren!" oder "Die Welt blickt auf München" . So oder ähnlich titeln Artikel der regionalen oder Fachpresse häufig vor Sportveranstaltungen. Grund genug diese Schlagzeilen zu hinterfragen. Gemäss diesen Aussagen profitieren Regionen oder deren Tourismus von der Durchführung einer Sportveranstaltung und lassen eine durchweg optimistische Sichtweise erkennen. Aber sind die Auswirkungen einer solchen Veranstaltung tatsächlich nur positiv?
In dieser Arbeit wollen wir uns mit allen Effekten, egal ob positiv oder negativ, befassen. Ziel ist es über allgemeine Wirkungen zu den speziellen Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf touristische Destinationen zu gelangen.
Als Grundlage dienen im Kapitel "Begriffsbestimmungen und Einordnungen" die Definitionen von Destination und Sportgroßveranstaltung. Letztere erfordert zudem eine Einordnung im touristischen Markt. Im folgenden Kapitel beschäftigt sich unsere Arbeit zuerst mit den verschiedenen Erfassungsmethoden, zur Messung der Auswirkungen. Danach findet eine Klassifizierung der Auswirkungen statt, die sich einerseits auf die allgemeinen und andererseits speziell auf die touristischen Auswirkungen stützt. Mit einer Zusammenfassung der touristischen Auswirkungen wird dieses theoretisch gehaltene Kapitel abgerundet. Zur anschaulicheren und praxisorientierteren Darstellung der Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf Destinationen dienen uns im letzten Kapitel drei Beispiele. Sowohl diese als auch die vorhergehenden theoretischen Ausführungen beschränken sich auf Sportgroßveranstaltungen, die einmalig an einem Ort, über mehrere Tage hinweg stattfinden.
Durch diese Vorgehensweise soll der Leserin/ dem Leser ein kritischer Umgang im Hinblick auf die einleitenden Schlagzeilen ermöglicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen und Einordnungen
2.1 Destination
2.2 Sportgroßveranstaltung
2.2.1 Bezug zum Event-Tourismus
2.2.2 Bezug zum Sport-Tourismus
3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen
3.1 Methoden zur Erfassung
3.2 Klassifizierung der Auswirkungen
3.2.1 Allgemeine Auswirkungen
3.2.2 Auswirkungen auf Destinationen
3.2.3 Zusammenfassung und Bewertung
4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland
4.1 Olympische Spiele München 1972
4.2 Nordische Ski-Weltmeisterschaften Oberstdorf 1987 und 2005
4.3 FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Effekte von Sportgroßveranstaltungen auf touristische Destinationen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die häufig postulierten, durchweg optimistischen Erwartungen an derartige Events durch die tatsächlichen Auswirkungen auf das touristische Angebot und die langfristige Nachfrage gerechtfertigt sind.
- Grundlagen der Begriffsbestimmung von Destinationen und Sportgroßveranstaltungen
- Methoden zur Erfassung und Bewertung sportökonomischer Auswirkungen
- Systematische Klassifizierung ökonomischer, ökologischer und sozialer Effekte
- Analyse von Fallbeispielen: Olympische Spiele 1972, Nordische Ski-WM 1987/2005 und FIFA WM 2006
- Kritische Reflexion der Werbewirkung und der langfristigen Imagebildung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Allgemeine Auswirkungen
Die Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen können sehr unterschiedlich sein. Zum einen kann man zwischen positiven und negativen Effekten unterscheiden. In zeitlicher Hinsicht gibt es kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen. Diese zeitliche Unterscheidung wird vor allem im zweiten Punkt dieses Kapitels, den Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf Destinationen, eine Rolle spielen. Außerdem gibt es direkte und indirekte sowie monetär bewertbare und nicht bewertbare Effekte.
Die nun folgendenden Ausführungen sollen zunächst die möglichen allgemeinen Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf einen Ort oder eine Region aufzeigen. Sie halten sich an das Buch Sportgroßveranstaltungen – ökonomische, ökologische und soziale Wirkungen von Paul Gans, Michael Horn und Christian Zemann. In diesem Buch wurden aus 1.700 Sportgroßveranstaltungen, die zwischen 1999 und 2001 stattfanden, 200 ausgewählt und im Nachhinein bewertet. Ergebnisse anderer Studien sind durch Fußnoten gekennzeichnet.
Ob und in welchem Ausmaß diese im folgendend dargestellten Auswirkungen tatsächlich eintreffen, hängt von der Art der durchgeführten Veranstaltung ab. Einflussfaktoren sind hier die Zuschauer- und Teilnehmerzahl, die Regelmäßigkeit der Austragung am selben Standort, die Dauer der Veranstaltung und die Siedlungsstruktur.
Die Abbildung 3.2.1/1 soll zunächst einen Überblick über die Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen geben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage zur kritischen Hinterfragung der optimistischen Erwartungen an Sportgroßveranstaltungen und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
2. Begriffsbestimmungen und Einordnungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Destination und Sportgroßveranstaltung und bettet diese in den touristischen Kontext ein.
3. Erfassung, Klassifizierung und Bewertung der Auswirkungen: Hier werden wissenschaftliche Methoden zur Wirkungsanalyse vorgestellt und die ökonomischen, sozialen sowie ökologischen Effekte klassifiziert.
4. Beispiele für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland: Dieser Teil illustriert die theoretischen Ergebnisse anhand dreier deutscher Fallbeispiele und vergleicht die tatsächlichen mit den prognostizierten Auswirkungen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen, stellt die Überbewertung der Werbeeffekte heraus und plädiert für optimierte ganzheitliche Studienansätze.
Schlüsselwörter
Sportgroßveranstaltung, Destination, Tourismus, Event-Tourismus, Sporttourismus, Kosten-Nutzen-Analyse, Wertschöpfungsstudien, Nachfrageeffekte, Werbeeffekte, Imagebildung, Olympische Spiele, Nordische Ski-WM, FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, Destinationsmanagement, Regionalentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen, die Sportgroßveranstaltungen auf die Destinationen haben, in denen sie stattfinden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die ökonomischen, ökologischen und sozialen Effekte von Großveranstaltungen sowie deren Einfluss auf die touristische Nachfrage und das Image einer Region.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die oft optimistische Sichtweise auf Sportgroßveranstaltungen wissenschaftlich zu hinterfragen und zu prüfen, ob die erhofften langfristigen Effekte, insbesondere Werbe- und Nachfrageeffekte, tatsächlich eintreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien und wendet diese auf den touristischen Kontext an, insbesondere unter Einbeziehung ökonomischer Bewertungsansätze wie der Kosten-Nutzen-Analyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine detaillierte Erfassung der Auswirkungen und eine praxisnahe Überprüfung anhand deutscher Beispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Sportgroßveranstaltung, Tourismus, Nachfrageeffekte, Imagebildung und ökonomische Wirkungsanalyse.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zu den langfristigen Werbeeffekten?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der sogenannte Werbeeffekt und die damit verbundene Imageverbesserung häufig überbewertet werden und langfristig oft keine messbare Steigerung der Nachfrage auslösen.
Warum wird den Olympischen Spielen 1972 eine besondere Bedeutung beigemessen?
Die Spiele dienen als Beispiel für die infrastrukturelle Beschleunigung einer Stadt und zeigen auf, wie internationale Großereignisse die Entwicklung einer Destination langfristig prägen können.
- Quote paper
- Stephan Fischer (Author), Karin Höß (Author), 2004, Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf Destinationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38676