In dieser Untersuchung wird analysiert, welche Auswirkungen staatliche Subventionen auf die Elektromobilität haben. Nach der Darstellung der Begriffe Subventionen und Elektromobilität werden die Ziele der Subventionierung aus Sicht des Staates und aus Sicht der Automobilbranche vorgestellt und beschrieben, welche Akteure auf die Vergabe dieser Subventionen Einfluss nehmen. Abschließend wird eine Kosten-Nutzen-Analyse vorgenommen und eine Bewertung durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen Subventionen und Elektromobilität
3. Ziele der Subventionierung von Elektromobilität
3.1. Staatliche Ziele
3.2. Ziele der Automobilbranche
3.3. Subventionierte Produktionsstufen/Bereiche
4. Verschiedene Akteure und ihr Einfluss auf die Subventionsvergabe
5. Kosten-Nutzen-Analyse
6. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Auswirkungen staatlicher Subventionen auf die Elektromobilität. Dabei wird untersucht, welche Ziele der Staat sowie die Automobilbranche mit der Subventionierung verfolgen, welche Akteure die Vergabe beeinflussen und ob die aktuelle Subventionspraxis im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse gerechtfertigt ist.
- Grundlagen zu Subventionsbegriffen und Elektromobilität
- Analyse staatlicher und branchenspezifischer Zielsetzungen
- Untersuchung von Lobbyeinflüssen auf Entscheidungsträger
- Kosten-Nutzen-Analyse unter Berücksichtigung externer Effekte
- Bewertung der ökologischen Effektivität und wirtschaftlichen Notwendigkeit
Auszug aus dem Buch
3.2. Ziele der Automobilbranche
Um die Ziele der Automobilbranche in Bezug auf die Elektromobilität herauszustellen, reicht der Blick auf die Automobilhersteller nicht aus. Auch Zulieferbetriebe und branchenfremde Unternehmen, deren Erfolg von dem der Automobilbranche abhängt, müssen in die Betrachtung mit einbezogen werden. Der Verband der Automobilindustrie, dem 600 Unternehmen und 4 weitere Verbände angehören, definiert deren gemeinsame Ziele zum Thema Elektromobilität. 15 In den Vordergrund werden ökologische Ziele für die Erschließung des Elektromobilitätsmarkts gestellt. Der Klimaschutz, knapper werdende fossile Brennstoffe und der erhöhte Mobilitätsbedarf sind laut eigener Aussage des Verbandes die Hauptgründe für die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung der Technologie.16
Ob für die Automobilindustrie tatsächlich ökologische Gründe und Ziele im Vordergrund stehen oder ob sie nicht doch eher dazu dienen sollen, die eigentlichen Interessen zu verdecken, darf hinterfragt werden. Mit Sicherheit ist es für die Unternehmen von Vorteil, wenn sie nach außen hin ihre eigenen Ziele als deckungsgleich mit denen des Staates darstellen.
In dem vom Verband herausgegebenen Magazin für Elektromobilität fordern sie den Staat auf, ein Marktumfeld mit einer höheren Nachfrage für die von ihnen produzierten Elektroautos zu schaffen. „Denn Automobilhersteller sind Unternehmer und keine Lehrer. Nur wenn die Nachfrage besteht, werden sie Elektroautos in Großserienproduktion herstellen.“ 17 Aus diesen Worten lässt sich deutlich ablesen, dass es der Automobilindustrie bei ihrem Bemühen um staatliche Transferzahlungen zur Förderung der Elektromobilität in Wirklichkeit vorrangig um wirtschaftliche Interessen und weniger um ökologische Ziele geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ökologische Notwendigkeit der Elektromobilität angesichts fossiler Ressourcenknappheit und skizziert das Forschungsziel der Untersuchung von Subventionsauswirkungen.
2. Begriffsdefinitionen Subventionen und Elektromobilität: Dieses Kapitel definiert den Subventionsbegriff im finanzwissenschaftlichen Kontext und erläutert die technischen Komponenten, die für die Elektromobilität im Pkw-Bereich entscheidend sind.
3. Ziele der Subventionierung von Elektromobilität: Hier werden die divergierenden Interessen von Staat und Automobilindustrie beleuchtet und die spezifischen Forschungsbereiche der Subventionsförderung identifiziert.
3.1. Staatliche Ziele: Staatliche Förderungen werden hier primär als Instrument zur Erreichung klimapolitischer Ziele, zur Verringerung der Importabhängigkeit und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit begründet.
3.2. Ziele der Automobilbranche: Das Kapitel arbeitet heraus, dass die ökologischen Argumente der Industrie oft strategisch genutzt werden, um wirtschaftliche Interessen und Absatzförderung in den Vordergrund zu stellen.
3.3. Subventionierte Produktionsstufen/Bereiche: Es wird analysiert, wie sich das finanzielle Volumen der Förderung auf Forschung und Entwicklung in den letzten Jahren entwickelt hat und welche Förderprogramme existieren.
4. Verschiedene Akteure und ihr Einfluss auf die Subventionsvergabe: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von Politik und Lobbygruppen bei der Entscheidungsfindung für Subventionszahlungen.
5. Kosten-Nutzen-Analyse: Die Analyse prüft mittels mikro- und makroökonomischer Theorie, ob ein staatlicher Markteingriff aufgrund externer Effekte ökonomisch legitimierbar ist.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass aktuelle Subventionen zwar begründbar, aber bei wirtschaftlich starken Unternehmen nicht zwingend notwendig sind und die ökologische Bilanz stark vom deutschen Strommix abhängt.
Schlüsselwörter
Elektromobilität, Subventionen, Marktdurchbruch, Automobilbranche, Klimaschutz, Kosten-Nutzen-Analyse, Externe Effekte, Forschungsförderung, Wettbewerbsfähigkeit, Lobbyarbeit, Staatseingriffe, Antriebstechnologie, Absatzförderung, Umweltbonus, Strommix
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch die staatliche Subventionierung der Elektromobilität in Deutschland und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen ökologischen Zielen und wirtschaftlichen Interessen der Automobilindustrie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Subventionen, die Zielsetzungen verschiedener Akteure wie Politik und Industrie, den Einfluss von Lobbyarbeit sowie die ökonomische Rechtfertigung durch eine Kosten-Nutzen-Analyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen staatlicher Subventionen und bewertet, ob diese notwendig sind, um den Marktdurchbruch von Elektroautos zu erzielen und gesellschaftlich optimale Ergebnisse zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine finanzwissenschaftliche und ökonomische Analyse, insbesondere durch die Anwendung der Kosten-Nutzen-Analyse sowie die Untersuchung externer Effekte im Kontext der Marktallokation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Begriffsdefinitionen die staatlichen und industriellen Zielsetzungen, die Akteurskonstellationen bei der Subventionsvergabe sowie die theoretische Herleitung staatlicher Markteingriffe diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Elektromobilität, Subventionen, externe Effekte, Klimaschutz und Marktallokation charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Lobbyarbeit laut der Untersuchung?
Die Arbeit identifiziert ein Risiko darin, dass die Automobilindustrie ihren Einfluss in Gremien wie der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ nutzt, um Transferzahlungen zu erhalten, die über rein gemeinnützige Interessen hinausgehen.
Warum hinterfragt der Autor die Subventionen für große Unternehmen?
Der Autor stellt kritisch fest, dass führende Unternehmen wie Daimler, Bosch und Siemens trotz Milliarden-Gewinnen staatliche Förderung in Anspruch nehmen, und hinterfragt daher die Notwendigkeit dieser finanziellen Unterstützung.
Inwiefern beeinflusst der Strommix die Bewertung der Elektromobilität?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der ökologische Nutzen von Elektroautos limitiert bleibt, solange der Strommix in Deutschland weiterhin einen hohen Anteil fossiler Energiequellen enthält.
- Arbeit zitieren
- B.Sc. Sebastian Mielke (Autor:in), 2016, Eine ökonomische Analyse der Auswirkungen von Subventionen am Beispiel der Elektromobilität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386843