Rekordtransfers im Fußball

Eine Reaktion von Hoffenheim Trainer Julian Nagelsmann auf den Transfer von Neymar Jr. unter den Blickpunkten der Sportmoral und der Wirtschaftssoziologie


Seminararbeit, 2017
14 Seiten, Note: 2.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Kritik von Julian Nagelsmann

3 Zwei Blickwinkel auf die Reaktion von Julian Nagelsmann
3.1 Sportmoral
3.2 Wirtschaftssoziologie und allgemeine Marktwirtschaft
3.3 Spannungsfeld Sportmoral und Wirtschaft

Literaturverzeichnis

Anhang.

1 Einleitung

Viele Fußballfans fragen sich, wie es in der Zukunft mit dem Fußball weitergeht. Ein Geschäft das mehr und mehr im Geld zu versinken scheint. Das Geld scheint Hauptakteur zu sein und nicht mehr die Vereine oder die Spieler an sich, wenn man vielen Meinungen Glauben schenken darf. Doch ist dies wirklich der Fall? Beschränkt sich der Fußball ausschließlich nur noch auf das Geld?

Die hohen Transfersummen sind ein Beispiel für die hohe Liquidität des Fußballs. Hochangesehene Trainer äußern sich kritisch über solche Fälle. So auch Hoffenheim Trainer Julian Nagelsmann, der sich kritisch gegenüber dem Transfer von Neymar Jr. äußert. Eine Äußerung, die Fragen aufwirft, was das Geschäft des Fußballs angeht. Fragen im Sinne der Sportmoral, jedoch auch Fragen die den Fall eher hintergründig hinterfragen, wenn es darum geht, die Wirtschaft und den Handelsmarkt des Fußballs zu analysieren und zu verstehen.

Im Folgenden werden genau diese beiden Punkte weitestgehend in die Thematik eingebracht und anhand der Aussage von Julian Nagelsmann analysiert. Vorweg wird der Fall genau beschrieben und es wird versucht Hintergründe für solch kritische Hinterfragungen zu finden.

Ziel der Arbeit wird es sein, einen Einblick in die immer wieder kritisierte Welt des Fußballs, mit dem Hauptaugenmerk auf die Transfersummen, zu geben. Des Weiteren werden die rezenten Geschehnisse anhand der Sportmoral, Sportethik und der Wirtschaftssoziologie analysiert, sodass man sich einen Überblick über das hoch aktuelle Thema verschaffen kann.

2 Die Kritik von Julian Nagelsmann

Nach dem Rekordtransfer von Superstar Neymar Jr., der für 222 Millionen Euro vom F.C. Barcelona zu Paris Saint-Germain wechselte, wurde dem Fußballgeschäft sehr viel Kritik entgegengebracht. Gefühlt jeder Trainer, der im Profifußball ansässig ist, wurde zu den aktuellen Geschehnissen befragt, obwohl dies nicht die erste Transfersumme ist, die sich zumindest als fragwürdig herausstellen könnte. Die meisten Trainer äußerten sich negativ zu den jüngsten Entwicklungen.

Doch fangen wir erstmal von vorne an. Neymar Jr. wechselte Anfang August für 222 Millionen Euro den Verein. Eine Summe die bis dato auf dem Transfermarkt als unbezahlbar erschien. So rechnete auch nicht der F.C. Barcelona damit, dass ein Verein jemals die festgeschriebene Ablösesumme bezahlen würde. Doch ein alleiniger Investor von Paris Saint-Germain nahm sich dessen an und kaufte den Spieler für die festgeschriebene Summe aus seinem noch laufenden Vertrag heraus. Hinzu kommen dann noch das Gehalt des Spielers, das auf 150 Millionen Euro für die nächsten 5 Jahre veranschlagt ist, zusätzliche Steuerzahlungen in Millionenhöhe und private Prämien die an Spielerberater, Vater des Spielers oder auch in die eigene Spielertasche fließen. So rechnet man mit einem endgültigen Preis von bis zu einer halben Milliarde Euro für „zwei sehr begabte Beine“ (Beschorner T., 2017).

Auf einer Pressekonferenz der TSG Hoffenheim, nach dem Transfer von Neymar Jr., beschwerte sich Hoffenheim Trainer Julian Nagelsmann über die jüngsten Geschehnisse wie folgt: "Mein Wunsch ist es, dass es irgendwann mal eine Umverteilung gibt. Sprich, man macht eine Obergrenze von einer Million und 221 Millionen gehen an bedürftige Kinder oder Menschen auf der Welt, dann wäre es sinnvoll". (Sport1 Redaktion, 2017) Er greift hiermit die Kritik vieler Trainer der Bundesliga auf, dass die Transfersummen nicht mehr real wären. Man würde sozusagen den Bezug zum Sport an sich und den Draht zu den Zuschauern durch solche Summen verlieren. Er plädiert auf eine Umverteilung der Gelder und auf eine Obergrenze. (Sport1 Redaktion, 2017)

Die Frage die sich stellt ist, inwiefern seine Argumentationen auf eigene Interessen und wirtschaftliche Punkte ausgelegt sind, nach dem Gedanken, dass der Konkurrenz mehr Geld zur Verfügung steht und sich seine Chancen auf sportlichen Erfolg somit dezimieren oder aber er an die Moral und Ethik im Sport und den gesunden Menschenverstand appelliert, da ein Großteil der Gesellschaft solche Summen als irreal bezeichnen.

3 Zwei Blickwinkel auf die Reaktion von Julian Nagelsmann

3.1 Sportmoral

Wenn man über Moral und Ethik im Sport redet, stößt man meistens auf den Grundsatz der Fairness. Fairness, eher unter dem Motto „Fairplay“, wurde im Laufe der letzten Jahre im Fußball sehr viel thematisiert. Hier ging es aber lediglich darum, wie man sich auf dem Spielfeld und gegebenenfalls noch an der Seitenlinie des Spielfeldes verhält. Es gilt außerdem als einer der Grundsätze der olympischen Idee von Coubertin, definiert als ein geordnetes und geregeltes Handeln um einen Wettkampf zu ermöglichen. (Franke, 2011, S.43) Fairplay wurde sozusagen als Regel dargestellt und vermittelt. Jedoch sollte dieser moralische Grundsatz keine Regel sein, sondern Fairness sollte sich aus dem inneren eines Menschen in Verbindung mit sportlichen Handlungen hervorheben. (Gerhardt & Lämmer, 1993)

Gehen wir näher auf die Thematik der Rekordtransfers ein. Julian Nagelsmann plädiert indirekt genau an diese Sportethik mit dem Grundgedanken der Fairness. Er sagt, dass es ihm um eine Umverteilung der Gelder geht, in Richtung der sozialen Gerechtigkeit (Spenden für Bedürftige Kinder in dem Fall), jedoch bleibt das eigene Interesse in solch einer Behauptung nicht aus. Nagelsmann, wie auch andere Trainer kritisieren die Summen der Transfers scharf, jedoch könnte der Grund hierfür auch die eigenen Interessen sein. Man könnte sagen, dass man die Summen kritisiert, weil der eigene Verein nicht bereit ist eine solche Summe vorzulegen und so seine eigenen Chancen auf sportlichen Erfolg sinken.

Auch wenn die olympische Sportethik in vielen Sportarten an ihre Grenzen stößt und teilweise nicht mehr vorzufinden ist, streben einzelne Organisationen um genau diesen Erhalt der Werte. So auch zum Beispiel der Europaverband des Fußballs UEFA, mit der Einführung des „Financial Fairplay“. (Spiegel Online, 2017) Hier geht es darum, dass ein Verein nur noch so viel Geld ausgeben darf, wie er auch einnimmt. Dies ist ein Versuch, die hohen Schulden, die Vereine Teilweise durch Transfers provozieren, zu drosseln. Wird dies nicht eigehalten werden Sanktionen gegen den Verein ausgesprochen. In dem Fall von Neymar Jr. wurde auch genau auf diese Regelung eingegangen. Die UEFA prüft im Moment inwieweit der Transfer den Richtlinien gerecht wird. Da das Geld allerdings von einem einzigen privaten Investor aus dem Nahen Osten kommt und dies nicht dem Kapital des Vereins angehört, dürfte es schwierig werden für die UEFA, diesen Transfer zu sanktionieren. Außerdem führt der Transfer zu einer erheblichen Popularität des Fußballs, was so viel heißt wie: zusätzliche Einnahmen und neue Sponsoren für die UEFA. Somit hat die UEFA ein Dilemma, einerseits wollen sie die Moral nicht verletzen und versuchen den Financial Fairplay zu etablieren, andererseits hat die UEFA selber einen hohen Nutzen an den Rekordtransfers. Somit werden hier auch immer persönliche Interessen vertreten und so kommt es oft zu einer Abweichung von diesem Olympischen Gedanken, nicht nur durch Sportler, sondern auch durch Funktionäre.

Hinzukommt, dass Vereine, wie Paris Saint-Germain in so einem Fall eher über die Sanktionen hinwegsehen. „Warum sollte ein Akteur indem Falle ein Verein auf die Chance eines Millionentransfers verzichten, wenn es andere genauso tun, auch wenn dies nicht den Regeln entspricht“. (Franke E., 2011, S.76) Der Verein sieht die Konkurrenz und deren Millionentransfers und möchte seine eigene Chance auf solch einen Transfer nicht verpassen. Hiermit verbunden scheint nicht nur ein sportlicher Gewinn, sondern auch erheblichen finanzielle Gewinnchancen, die der Verein aus dem Spieler zieht.

Jedoch spielen auch andere Aspekte der Moral, bei der Aussage von Julian Nagelsmann eine wichtige Rolle. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass diese Summen nicht mehr greifbar sind. Sie werden sozusagen als irreal, nicht realitätsgetreu und nicht vertretbar dargestellt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Rekordtransfers im Fußball
Untertitel
Eine Reaktion von Hoffenheim Trainer Julian Nagelsmann auf den Transfer von Neymar Jr. unter den Blickpunkten der Sportmoral und der Wirtschaftssoziologie
Note
2.0
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V386885
ISBN (eBook)
9783668608160
ISBN (Buch)
9783668608177
Dateigröße
2159 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Transfer, Geld, Transfersummen, Sportmoral
Arbeit zitieren
Rick Hess (Autor), 2017, Rekordtransfers im Fußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386885

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