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Forschungsbericht über die Schlacht von Lützen. Welchen Forschungsgewinn liefert die Archäologische Forschung?

Titel: Forschungsbericht über die Schlacht von Lützen. Welchen Forschungsgewinn liefert die Archäologische Forschung?

Bachelorarbeit , 2017 , 74 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Alexander Gebelein (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der methodische Ansatz, der in dieser Arbeit verfolgt wird, beruht auf der Herangehensweise von John Keegan, den er in seinem Werk „Das Antlitzt des Krieges“ von 1978 anwandte und die Schlachten des 17. Jahrhunderts nach einem viel allgemeineren Prinzip darstellte. Unterteilt in Infanterie gegen Infanterie oder Kavallerie gegen Artillerie, schafft er es anhand dieser Herangehensweise dem Leser die tatsächlichen Kampfweisen näherzubringen und vermittelt ihm das Gefühl bei der Schlacht dabei gewesen zu sein.

Um das Schlachtgeschehen verlässlich zu rekonstruieren, dienen dem Historiker der frühen Neuzeit schriftliche und bildliche Quellen. Im Falle des dreißigjährigen Krieges handelt es sich dabei um Schlachtpläne, Kupferstiche, wie denen im Theatrum Europaeum, Malereien und Briefe.

Um eine überzeugende Darstellung der Schlacht von Lützen bemüht sich die historische Forschung seit inzwischen fast 150 Jahren. Doch Widersprüche in schriftlichen sowie bildlichen Quellen lassen keinen zufriedenstellenden Schluss zu. Den Anspruch dieses Rätsel zu lösen, erhebt die Schlachtfeldarchäologie. Denn nur das Schlachtfeld selber kann die objektive Wahrheit preisgeben, welche anhand von subjektiven Quellen nicht zu erlangen ist. Die Untersuchungen in Lützen haben sich zu dem größten Schlachtfeldarchäologischen Projekt in Europa herauskristallisiert. Seit 2006 arbeiten Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen daran, das Gelände der Schlacht zu erforschen und zu prospektieren. Das Projekt begründet ein Forschungsfeld in Deutschland, welches bis dato Hobbyhistorikern oder Schlachtfeldbuddlern überlassen wurde, die in Staaten wie Amerika, Großbritannien oder Polen schon für Aufsehen gesorgt haben. Dabei wurde ein Massengrab mit 47 gefallenen Soldaten entdeckt, welches in dieser Größenordnung Europaweit nicht zu finden war. Sie sollen erzählen, wie nicht nur ihre letzten Stunden abgelaufen sind sondern wie ihr Leben verlief. Anhand der Skelette lassen sich Aussagen zum Sterbealter, der Herkunft, den Lebensbedingungen und Aktivitäten, zu Vorerkrankungen und verheilten Verletzungen sowie zur möglichen Todesursache treffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erweiterter Forschungsstand

2.1. Historiographische Quellen

2.2. Historiographische Forschungsliteratur

2.3. Der Wert von Schlachtfeldern als historische Quelle

2.4. Schlachtfeldarchäologischer Forschungsstand

2.5. Ausgrabungen Lützen

3. Historischer Rahmen

3.1. Gustav II. Adolf und die Schweden

3.2. Albrecht Wallenstein

3.3. Bis zur Schlacht bei Lützen

4. Heerwesen und Taktik des 17. Jahrhunderts

4.1. Handfeuerwaffen

4.2. Infanterie

4.2.1. Pikeniere

4.2.2. Musketiere

4.3. Kavallerie

4.4. Artillerie

5. Wesentliche Strömungen

5.1. Spanisch-mediterrane Schule

5.2. Die kaiserlich-/ lingistische Armee

5.3. Oranische Heeresreform

5.4. Die Armee Gustav Adolfs

6. Die Schlacht bei Lützen

6.1. Beschreibung Schlachtfeld

6.2. Archäologische Funde

6.3. Anmarsch , Aufstellung

6.4. Spielen mit Stücken

6.5. Kavallerie gegen Kavallerie

6.6. Infanterie gegen Kavallerie

6.7. Infanterie gegen Infanterie

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das militärgeschichtliche Potenzial der Schlachtfeldarchäologie am Beispiel der Schlacht bei Lützen (1632). Dabei wird die zentrale Forschungsfrage gestellt, welchen spezifischen Erkenntnisgewinn diese moderne archäologische Methode im Vergleich zu traditionellen schriftlichen und bildlichen Quellen liefert, um das tatsächliche Heerwesen und die Kampfweisen des 17. Jahrhunderts zu rekonstruieren.

  • Rekonstruktion von Schlachtabläufen durch archäologische Funde (Schlachtfeldarchäologie).
  • Analyse des militärischen Heerwesens und taktischer Formationen des Dreißigjährigen Krieges.
  • Kritische Auseinandersetzung mit historiographischen Quellen, wie Flugschriften und Augenzeugenberichten.
  • Untersuchung der Rolle von Pionieren wie Gustav II. Adolf und Albrecht von Wallenstein.
  • Bedeutung von technologischen Entwicklungen in der Waffentechnik und deren Einfluss auf die Taktik.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Lützen ist eine kleine Stadt in Sachsen-Anhalt, deren Name in Schweden wohl bekannter ist als in Deutschland“, schrieb Maik Reichel, ehemaliger Bürgermeister und Museumsleiter der Stadt Lützen. Nach julianischem Kalender, der von Schweden zum Teil bis in das 18. Jahrhundert verwendet wurde, fand am 06. November 1632, nord-östlich angelehnt an Lützen und der nach Leipzig führenden Via Regia, eine bedeutende Schlacht des dreißigjährigen Krieges statt.

Sie ist weniger aus militärischer Sicht für die lebhafte Erinnerungskultur bedeutend. Inger Schuberth sieht auch nicht darin die Bedeutung Lützens, dass sich die beiden herausragenden Persönlichkeiten des dreißigjährigen Krieges, Gustav II. Adolf König von Schweden und Retter der Protestanten und Albrecht von Wallenstein Generalissimus der kaiserlichen Truppen, zum ersten Mal in einer offenen Feldschlacht gegenüberstanden. Sie sieht in dem Tod des lutherischen König Schwedens in dem protestantischen Kernland die Bedeutung, die der Schlacht beizumessen ist. Wohingegen Lützen kaum in Deutschland bekannt ist, ist es aus der schwedischen Erinnerungskultur nicht wegzudenken. Verwunderlich ist es nicht, dass die ereignisorientierte schwedische Geschichtswissenschaft, sich den Todesumständen dieser Ikone verschrieben hatte.

Für die Erforschung des Militärwesens im 17. Jahrhundert und dementsprechend einer Schlacht im dreißigjährigen Krieg, wie Michael Kaiser feststellte, sind ältere Arbeiten weiterhin von Bedeutung und erfordern ihren Einbezug. Jedoch erstrecken sich diese Arbeiten oft auf einzelne Teilbereiche. Besonders die zufriedenstellende Darstellung von Kampfesweisen lässt viele Fragen offen oder wird überhaupt nicht thematisiert. Brent Nosworthy schrieb einleitend in seinem Buch „The Anatomy of Victory“: „It is ironic that the area of combat wich many readers find the most interesting is rarely covered in more than sketchy narrative“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Schlacht bei Lützen ein und thematisiert das Forschungsdesiderat hinsichtlich der militärischen Abläufe des Dreißigjährigen Krieges.

2. Erweiterter Forschungsstand: Hier werden die Quellenlage und die Rolle der Schlachtfeldarchäologie als notwendiges Korrektiv zu subjektiven historischen Berichten diskutiert.

3. Historischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die politische Ausgangslage, die Akteure Gustav II. Adolf und Wallenstein sowie die unmittelbaren Ereignisse, die zur Schlacht führten.

4. Heerwesen und Taktik des 17. Jahrhunderts: Es erfolgt eine Analyse des militärischen Wandels, insbesondere der Einführung von Handfeuerwaffen, Infanterietaktiken und der Rolle der Kavallerie.

5. Wesentliche Strömungen: Hier werden verschiedene militärische Schulen und Reformen, wie die spanische, niederländische und schwedische Art der Kriegsführung, gegenübergestellt.

6. Die Schlacht bei Lützen: Das Kernkapitel befasst sich mit der konkreten Rekonstruktion des Schlachtgeschehens, von der Beschreibung des Geländes bis hin zu den spezifischen taktischen Manövern der Waffengattungen.

7. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Schlacht keine strategische Entscheidung brachte, betont aber den Wert der Schlachtfeldarchäologie für ein tieferes Verständnis der Epoche.

Schlüsselwörter

Schlacht bei Lützen, Dreißigjähriger Krieg, Schlachtfeldarchäologie, Gustav II. Adolf, Albrecht von Wallenstein, Militärgeschichte, Infanterietaktik, Handfeuerwaffen, Schwedische Brigade, Tercios, Heeresreform, Kriegsführung 17. Jahrhundert, Archäologische Prospektion, Militärtechnik, Taktische Rekonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Schlacht bei Lützen (1632) unter besonderer Berücksichtigung der Möglichkeiten, die moderne archäologische Forschungsmethoden bieten, um das taktische Geschehen und das Heerwesen dieser Zeit zu rekonstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Felder sind die Schlachtfeldarchäologie, die militärische Taktik des 17. Jahrhunderts, die Entwicklung von Waffentechnologien und die politische sowie militärische Rolle von Gustav II. Adolf und Wallenstein.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen überlieferten schriftlichen Quellen und dem tatsächlichen, archäologisch nachweisbaren Schlachtgeschehen zu beleuchten und so ein präziseres Bild der Kampfweisen zu gewinnen.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine historiographische Analyse sowie die Auswertung von Ergebnissen der Schlachtfeldarchäologie, inklusive Metallfund-Analysen, Prospektionen und der Untersuchung von Kampfzonen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der historische Kontext, die Entwicklung des Heerwesens, die verschiedenen militärischen Strömungen (spanisch vs. niederländisch/schwedisch) sowie die konkrete, detaillierte Rekonstruktion der Schlacht bei Lützen inklusive der Formationen behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schlachtfeldarchäologie, Dreißigjähriger Krieg, Lützen, Infanterietaktik, Artillerie und militärische Reformen geprägt.

Welche Bedeutung kommt der schwedischen Brigade zu?

Die schwedische Brigade wird als taktische Formation beschrieben, die im Vergleich zu älteren Systemen eine größere Beweglichkeit und verbesserte Feuerkraft bot, um in den komplexen Schlachten des 17. Jahrhunderts bestehen zu können.

Wie unterscheidet sich die schwedische Armee von den kaiserlichen Truppen?

Während die kaiserlichen Truppen anfangs noch stärker an traditionellen, massiveren Tercios festhielten, setzten die Schweden auf flexiblere Brigaden, eine stärkere Integration der Artillerie und eine ausgeprägte Exerzierkunst.

Warum ist das Terrain bei Lützen für die Archäologie so relevant?

Das Lützener Schlachtfeld gilt als das größte systematisch untersuchte Schlachtfeld weltweit; die archäologischen Funde ermöglichen hier eine Objektivierung historischer Ereignisse, die durch Quellen allein oft nicht eindeutig belegbar sind.

Welche Rolle spielten die sogenannten „kroatischen Reiter“?

Diese Einheiten wurden von den Kaiserlichen primär für Aufklärungszwecke, zur Störung der feindlichen Linien und als mobile Verteidigung eingesetzt, da sie flexibel und fernab starrer Formationen agieren konnten.

Ende der Leseprobe aus 74 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Forschungsbericht über die Schlacht von Lützen. Welchen Forschungsgewinn liefert die Archäologische Forschung?
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Autor
Alexander Gebelein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
74
Katalognummer
V386984
ISBN (eBook)
9783668610415
ISBN (Buch)
9783668610422
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schlacht von Lützen dreißigjähriger Krieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Gebelein (Autor:in), 2017, Forschungsbericht über die Schlacht von Lützen. Welchen Forschungsgewinn liefert die Archäologische Forschung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386984
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Leseprobe aus  74  Seiten
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