In meiner Hausarbeit werde ich der Frage nachgehen, was das Phänomen Empathie auslöst. Dazu werde ich folgendermaßen vorgehen. Ich werde in meinem ersten Kapiteln das Phänomen von phänomenologischer und philosophischer Sichtweise betrachten und versuchen zu definieren, wie Empathie in Erscheinung tritt und was sie ausmacht. Im zweiten Kapitel werde ich dann vermehrt auf das Bewusstsein eingehen. Ich werde zuerst das Bewusstsein, das Menschen von sich selbst besitzen und wie sie damit anderen gegenübertreten können, analysieren, um daraufhin die anderen Menschen als Subjekte zu bestimmen, die mich in meinem Sein beeinflussen können. Zum Schluss werde ich beide zusammenführen, um so meine These, das Bewusstsein sei die Voraussetzung für Empathie, zu bestätigen oder zu widerlegen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das Phänomen Empathie
1.1.Die Konstitution des fremden Leibes
1.2. Die Einfühlung in die fremde Seele
2. Das Bewusstsein von Ich & Andere
2.1 Die Existenz von „Ich“
2.2 Die Existenz der Anderen
3. Das Bewusstsein als Voraussetzung für Empathie
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die philosophische und phänomenologische Fragestellung, inwiefern das menschliche Bewusstsein als fundamentale Voraussetzung für das Phänomen der Empathie fungiert. Dabei wird analysiert, wie die Konstitution des eigenen Ichs und die Wahrnehmung des Anderen die Basis für empathische Prozesse bilden.
- Phänomenologische Betrachtung der Empathie
- Struktur des Ich-Bewusstseins
- Die Rolle des Anderen für die Selbstkonstitution
- Evolutionäre und entwicklungspsychologische Perspektiven auf Empathie
- Interaktions-Theorie und Theory of Mind
Auszug aus dem Buch
1. Das Phänomen Empathie
Die Empathie ist ein Phänomen, welches oft beschrieben wurde und auch sehr unterschiedlich aufgefasst wurde. Ich werde mich im ersten Kapitel meiner Hausarbeit vor allem auf die phänomenologischen Theorien Edith Steins und Edmund Husserls, sowie die Ausführungen Max Schelers zu Sympathie stützen.
Den anderen Menschen erkennen wir als, genauso wie wir, fähig zu Wahrnehmungen. Der/die Andere ist also ein fühlender Körper, der die Dinge nicht nur empfindet, sondern sieht und hört und wir verstehen, dass er/sie dies tut, dass er/sie die Dinge so sieht, wie wir sie aus seiner/ihrer Perspektive auch sehen könnten (vgl. Husserl 1973, S.63). Genau dies ist, wenn es auch selbstverständlich erscheint, die Voraussetzung der Möglichkeit der Empathie. Wir müssen zuerst anerkennen, dass der/die Andere ein empfindendes ‚Ich‘ besitzt, das denkt und fühlt und er/sie nicht nur für mich in meiner Welt existiert, sondern ebenfalls ‚Orientierungszentrum‘ seiner/ihrer Welt ist und mit mir in Beziehung treten kann (vgl. Stein 2008, S.13). Darauf werde ich im zweiten Kapitel genauer eingehen. Zuerst möchte ich beschreiben, wie genau Empathie uns erscheint.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Empathie anhand eines Alltagsbeispiels und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise sowie der Zielsetzung der Arbeit.
1. Das Phänomen Empathie: Untersuchung des Begriffs Empathie mittels phänomenologischer Theorien und Abgrenzung zu anderen emotionalen Zuständen wie Mitgefühl oder Gefühlsansteckung.
1.1.Die Konstitution des fremden Leibes: Analyse der körperlichen Grundlage der Empathie und der Unterscheidung zwischen Leib und Körper im Kontext der Wahrnehmung Anderer.
1.2. Die Einfühlung in die fremde Seele: Betrachtung der geistigen Einfühlung, der Rolle von Apperzeption und wissenschaftlichen Erklärungsmodellen wie Theory of Mind und Spiegelneuronen.
2. Das Bewusstsein von Ich & Andere: Philosophische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Bewusstsein als Grundlage für die Begegnung zwischen dem Ich als Subjekt und dem Anderen.
2.1 Die Existenz von „Ich“: Untersuchung der Individualität des Ichs, des kontinuierlichen Bewusstseinsstroms und der Selbstkonstitution nach Husserl und Sartre.
2.2 Die Existenz der Anderen: Analyse des Einflusses des Anderen auf das eigene Selbstbild und die Bedeutung des Blicks des Anderen für die eigene Existenz.
3. Das Bewusstsein als Voraussetzung für Empathie: Zusammenführung der Ergebnisse mit dem Nachweis, dass ein präreflexives Bewusstsein die notwendige Bedingung für Empathie darstellt.
Schluss: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Bestätigung der These, dass das Bewusstsein als Voraussetzung für Empathie dient.
Schlüsselwörter
Empathie, Phänomenologie, Bewusstsein, Ich, Andere, Einfühlung, Intersubjektivität, Spiegelneuronen, Theory of Mind, Selbstbewusstsein, Leib, Geist, Existenzphilosophie, Subjektivität, Wahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht aus einer philosophisch-phänomenologischen Perspektive, was Empathie ermöglicht und ob ein bestimmtes Bewusstsein als Voraussetzung dafür fungiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das Wesen der Empathie, die Konstitution des eigenen Ichs sowie die Wechselbeziehung zwischen dem Ich und dem Anderen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, was das Phänomen Empathie auslöst, und die Überprüfung der These, dass das Bewusstsein die Voraussetzung für Empathie ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine phänomenologische und philosophische Betrachtungsweise angewandt, wobei Theorien von Denkern wie Husserl, Stein, Sartre und Hegel analysiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die phänomenologische Analyse der Empathie, die Untersuchung des Ich-Bewusstseins und die Analyse der Rolle des Anderen bei der Konstitution des eigenen Selbst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Empathie, Phänomenologie, Intersubjektivität, Ich-Konstitution und Bewusstsein beschreiben.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Leib und Körper eine Rolle?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da wir den Anderen als fühlendes Wesen (Leib) wahrnehmen müssen, um eine empathische Beziehung aufzubauen, was über die reine visuelle Wahrnehmung eines physischen Objekts (Körper) hinausgeht.
Welche Bedeutung hat der „Blick des Anderen“ nach Sartre?
Der Blick des Anderen objektiviert das Subjekt, schränkt dessen Möglichkeiten ein und zwingt es dazu, sich über die Anerkennung durch den Anderen zu definieren.
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- Kimberly Sommer (Author), 2017, Was ist die Voraussetzung für Empathie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387123