Fake News. Kann Design in diesem Bereich gestalterisch agieren?


Hausarbeit, 2017
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

1
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung ... 2
2. Verhältnis von Wissen und Wahrheit ... 3
3. Fake News ... 5
4. Rolle von Design ... 7
4.1
Beispiel De Correspondent ... 9
5. Schluss ... 10
6. Literaturverzeichnis ... 11

2
1.
Einleitung
In Rahmen der Hausarbeit möchte ich mich mit dem Thema Wissensformen des
Designs von einer anderen Richtung nähern. Nicht im Sinne, was weiß Design,
sondern was weiß man berhaupt noch? Post-Truth (deutsch: postfaktisch) wurde
2016 vom Oxford English Dictionary als Wort des Jahres gewählt.
1
Als Beispielsatz
für die Beschreibung von post-truth steht im Oxford Dictionary: ,,in this era of post-
truth politics, it's easy to cherry-pick data and come to whatever conclusion you
desire"
2
. Die Bedeutung des Wahrheitsaspektes scheint irrelevant zu sein in Zeiten,
in denen man nur auf Quellen vertraut, die zum eigenen Weltbild passen. Um diese
Entwicklung besser verstehen zu können, werden zunächst die Begriffe Wissen und
Wahrheit an Hand von Niklas Luhmann und Georg Mildenberger beleuchtet. Peter
Felixberger, Andreas Zeuch und Daniel Kahneman werden hinzugezogen um den
Moment der Täuschung zu verstehen. Wieso halten Menschen falsche Fakten für
wahr?
Zunächst gehe ich auf die Entstehung der Fake News ein, um zu verstehen, was für
Umstände vorliegen, wieso Menschen diese für wahr halten. Um die Frage zu
beantworten, ob Design politisch sein kann und somit im Bereich der Fake News eine
gestalterische Rolle spielen kann, erläutere ich die Thesen von Friedrich von Borries
und Peter Friedrich Stephan und nehme daraufhin Bezug auf die journalistische
Plattform De Correspondent.
1
Vgl. Oxford Dictionaries: Oxford Dictionaries Word of the Year 2016 is ..., URL:
https://www.oxforddictionaries.com/press/news/2016/12/11/WOTY-16 (Stand: 2017, Abfrage: 15.08.17 MEZ 16:02
Uhr).
2
Oxford Dictionaries: Definition of post-truth, URL: https://en.oxforddictionaries.com/definition/post-truth (Stand:
2017, Abfrage: 15.08.17 MEZ 16.10 Uhr).

3
2.
Verhältnis von Wissen und Wahrheit
Um zunächst einmal ein Verständnis zu erlangen, was überhaupt Wissen ist und
welche Rolle Wahrheit dabei spielt, werden die Positionen von Niklas Luhmann und
Georg Mildenberger angeführt.
Aus beiden Erläuterungen geht hervor, dass Wissen und Wahrheit sich einander
bedingen. Giancarlo Corsi fasste Luhmanns Definition der Wahrheit zusammen:
,,Wahrheit ist ein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium, dass die
Annahme neuen, überraschenden, abweichenden, aufgrund wissenschaftlicher
Theorien und Methoden überprüftes Wissens wahrscheinlich macht."
3
Daraus kann
man zwei Annahmen ziehen. Erstens handelt es sich um Kommunikation, somit ist es
eine soziale Interaktion. Zweitens macht Wahrheit Wissen wahrscheinlich, jedoch
nicht absolut.
4
Mildenberger erläutert den Bezug der Gesellschaft wie folgt: ,,Die
Wissenssoziologie fragt also nicht danach, welche Überzeugungen wahr sind,
sondern welche Überzeugungen einer Gesellschaft entscheidend dafür sind, was für
real gehalten wird. Wissen ist dann ein Oberbegriff [...] welche die soziale Realität
beschreiben."
5
Wissen agiert also in einem Gefüge von Wahrheit, welche nicht gewiss
ist sowie der sozialen Umgebung, in der diese auftritt. Damit man in der Lage ist von
Wissen zu sprechen, müssen drei Aspekte laut Mildenberger erfüllt sein. Man muss
sich sicher sein, dass das Wissen wahr ist und es muss auch wirklich wahr sein und
man muss erklären können, dass es wahr ist.
6
Somit lehnen sich Luhmann und
Mildenberger gegen das klassische Wissensverständnis. Es gibt nicht mehr die
ultimative Gewissheit über das, was man wissen kann.
7
Zu diesem komplexen Gefüge von Wissen, Wahrheit und Gesellschaft kommen
weitere Faktoren hinzu, wieso es heute schwierig ist zu erkennen, ob Aussagen wahr
oder unwahr sind. Peter Felixberger sieht dafür unter anderem den Grund in Big
Data. Es gibt immer mehr Daten ,,aber Kontext, Kohärenz und Konsistenz werden
immer unschärfer. Sie irgendwie noch erfassen zu wollen, ist nahezu unmöglich."
8
Er
bestreitet, dass es noch möglich ist, dass jemand alles wissen kann. Es kommt zu
immer mehr Nicht-Wissen.
9
Andeas Zeuch zeigt weitere Ursachen für Nicht-Wissen
auf. Dieses kommt zustande, wenn es einen Informationsmangel,
3
Baraldi, Claudio; Corsi, Giancarlo; Esposito, Elena (1998), S. 202.
4
Vgl. Krause, Detlef (2001), S. 230.
5
Mildenberger, Georg (2006), S.40
6
Vgl. Ebd. S. 34.
7
Vgl. Krause, Detlef (2001), S. 234.
8
Felixberger, Peter (2014), S. 151.
9
Vgl. Ebd., S.152

4
Informationsüberfluss, widersprüchliche Informationen, unverständliche
Informationen oder nicht vertrauenswürdige Informationen gibt.
10
Heutzutage
befindet sich der Mensch oft in Situationen, welche nicht klar einzuschätzen sind und
in denen man dann intuitiv Entscheidungen treffen muss um diese Situationen
einzuordnen.
11
Das man sich schnell von äußeren Gegebenheiten blenden kann, zeigt ein von Zeuch
angeführtes Experiment mit einem berühmten Geiger, welcher anonym in einer U-
Bahn Station spielt. Niemand applaudiert ihm und es gibt wenig Geld. Im Konzertsaal
zahlen die Besucher sonst circa 100 Dollar. Wenn man nicht achtsam ist, ,,steuert das
Umfeld machtvoll, wie wir wahrnehmen, interpretieren und uns verhalten."
12
Abgesehen von den äußeren Gegebenheiten und der vorliegenden (oder nicht
vorliegenden) Informationen liegt es auch an unserem Gehirn, wie wir Urteile fällen.
Daniel Kahneman erklärt dies an Hand der kognitiven Leichtigkeit. Es gibt zwei
Systeme im Gehirn. Das erste ist für die Anforderungen mit hoher Leichtigkeit
zuständig. Ist diese jedoch gering, kommt das zweite System ins Spiel, was mehr
Anstrengung bedeutet.
13
Das Gehirn fällt oft auf eine Illusion herein, da das System 2
faul ist und auf das System 1 hört. Durch Wiederholungen kommt es zur Vertrautheit
und dies führt dazu ,,falsche Aussagen zu glauben, [...], weil Vertrautheit sich nicht
leicht von Wahrheit unterscheiden lässt."
14
Hinzukommt der Aspekt, dass Menschen
eher Sachen wahrnehmen, welche in ihr Bild passen und ,,mit ihren gegenwärtigen
Überzeugungen vereinbar sind."
15
Es wurde aufgezeigt, dass es im Verständnis von Wissen und Wahrheit keinen
absoluten Wahrheits- und somit keinen absoluten Wissensanspruch an sich gibt.
Durch unterschiedliche Indikatoren, sei es zuviel/wenig Informationen, Umfeld,
Täuschung durch Vertrautheit oder das eigene Weltbild kommt man nicht immer zu
einer richtigen Entscheidung, ob etwas wahr oder falsch ist.
10
Vgl. Zeuch, Andreas (2014), S.182-184.
11
Vgl. Ebd., S. 183.
12
Vgl. Ebd., S.189.
13
Kahneman, Daniel (2012), S.81.
14
Ebd., S.85.
15
Ebd., S. 108
Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Fake News. Kann Design in diesem Bereich gestalterisch agieren?
Hochschule
Kunsthochschule Kassel
Veranstaltung
Wissensformen des Designs
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V387124
ISBN (eBook)
9783668616332
ISBN (Buch)
9783668616349
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Design, Fake News, Wissen, Luhmann, Gestaltung, Nicht Wissen, Wahrheit
Arbeit zitieren
Lisa Heinze (Autor), 2017, Fake News. Kann Design in diesem Bereich gestalterisch agieren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387124

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